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Pollen Street Social *, London

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    Für unsere Gourmet-Club-Reise nach London hatte ich einen relativ frühen Flug nach London gebucht, so dass ich bereits zur Lunch Zeit entspannt in der Innenstadt sein konnte. Von unserem Hotel am Kensington Garde habe ich mich zu Fuß ins noble Mayfair, denn ich hatte mir das Pollen Street Social als Akklimatisierungs-Lunch-Ort ausgesucht. Eigentlich lag ich gut in der Zeit. Da ich dann aber unbermerkt an der schmalen Pollen Street vorbeigelaufen bin, habe etwas verwirrt eine Ehrenrunde um den Block gedreht und kam dann etwas hektisch im Restaurant an. Dort ist es ebenfalls recht lebhaft. Der Betrieb hat Brasserie-Atmosphäre, es geht relativ geschäftig zu und es sieht so aus, als seien auch manche Gäste des Geschäfts wegen dort. Das Angebot mittags ist überschaubar, auch preislich. Ich versuche so gut es geht zu verstehen zu geben, dass ich es nicht eilig habe und mehr zum Genuss da bin, aber es dauert, bis dies vom geschäftigen Service registriert wird, auch weil die Mitarbeiter so beschäftigt sind, dass zügig gearbeitet werden muss.

    Drei nette kleine Happen machen Anfang, nicht schlecht aber ohne Aha-Erlebnis: Lachskaviar, Törtchen mit Gurke und Gurkencreme (erinnert an Sandwich) und etwas mit Roter Bete, wenn ich es richtig verstanden habe. Der Kellner war recht groß, meine Sitzposition etwas niedrig, die Akustik schlecht und ich war so kurz nach der Landung noch nicht ganz auf die englische Sprache umgestellt.


    Ich wähle schließlich drei Gänge aus der Speisekarte als Lunch-Menü und dazu ein Glas eines, ordentlichen offenen Chardonnay aus dem Jura. Der mir erst gewährt wird, nachdem ich zu verstehen gegeben habe, mit der Stilistik dieser Weine vertraut zu sein - so stark vom Jura-Stil geprägt war er Wein dann gar nicht...

    Paignton Harbour crab, radish, lemon, yoghurt & sake ist eine gute Portion der Krabbe, schön in kleine Fasern aufgeteilt. Der Geschmack ist nicht süßlich, sondern eher leicht bitter, was vor allem durch die Sauce hervorgehoben wird. Der Rettich ist ziemlich neutral, ich finde zur Komplexitätssteigerung hätte er ruhig eingelegt werden können. Interessant sind die Zitrusaromen, die ab und zu durchblitzen, als Kontrast zu den Aromen der Krabbe zu dezente Akzente. Nicht aufregend, aber auch nicht schlecht, insgesamt hätte man mehr herausholen können.


    Ribble Valley chicken breast wird hier mit Morcheln etwas Lauch und einer Kartoffelcreme mit Krümeln der Hühnerhaut serviert. Das Gericht hat frische Elemente, die Sauce ist tiefgründig und gut gewürzt, das Fleisch saftig. Ein absolut gut gemachter Gang, auch die Kartoffel-Creme schmeckt sehr schön.


    Das Predessert mit Mango und Mandarineneis ist eine schöne Mischung aus Süße und Bitterstoffen und somit gut gelungen.


    Forced Yorkshire rhubarb, crème fraiche mousse & rose petal schmeckt ein bisschen, wie ein Rhabarber-Streuselkuchen mit aromatisierter Sahne, nur halt etwas feiner und mit etwas mehr Rhabarber-Anteil . Auch das ist nichts Weltbewegendes, aber lecker.


    Zum Schluss gibt es noch ein gutes Petit Four-Trio.


    Mit 37 Pfund für drei Gänge geht die gezeigte Leistung absolut in Ordnung. Die Kombinationen sitzen, die Produkte sind in Ordnung, der Service läuft rund und it trotz aller Betriebsamkeit ist professionell gastlich. Kein Grund das Restaurant zu meiden, aber es gibt sicher auch noch aufregenderes in den kommenden Tagen zu entdecken. Insofern ein guter Einstieg in die Reise.





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