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Regis et Jacques Marcon

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  • Regis et Jacques Marcon

    Wenn Sie nach St-Bonnet-le-Froid wollen, achten Sie darauf, dass sie das Dorf in der Auvergne im Departement Haute-Loire in Ihr GPS eintippen. Bei unserem ersten Versuch vor zwei Jahren sind wir in einem gleichnamigen Dörfchen in der Nähe von Lyon (Rhone-Alpes) gelandet, das einzige Mal in meinem Leben, dass ich einen Restaurant-Termin verpasst habe.
    Für die 230 Einwohner des abgelegen Dorfes ist gut gesorgt, es gibt neben dem ***Tempel Regis et Jacques Marcon noch 3 bib-Lokale. Das ist auch gut, so haben sie die stundenlange Kurverei durch Wälder und Schluchten in auswärtige Restaurants nicht nötig.
    Regis Marcon, Jahrgang 1956, hat 1979 das elterliche Café-Restaurant übernommen, 1990 einen, 1997 zwei und 2005 rechtzeitig zur Eröffnung seines neuen Restaurants, ein paar Schritte oberhalb des Dorfes, schließlich drei Michelin-Sterne erkocht.
    Beim Bau des Restaurants wurde viel Wert auf ökologische Grundsätze gelegt, ein Haus aus den heimischen Materialen Stein und Holz verbunden mit Glas und Stahl. Elegantes Ambiente, Holzstühle und Sternenhimmel mit Blick auf die Hügel der Auvergne.
    Monsieur Marcon und sein Sohn Jacques kochen eine regionale Küche, wilde Kräuter und Pilze spielen eine bedeutende Rolle. Vieles erinnert an Michel Bras, der auch in der Auvergne kocht. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass es bei regionalen Küchenkonzepten in derselben Region zu Ähnlichkeiten kommt. Deshalb würde ich Marcon auf keinen Fall als Nachahmer sehen, dazu ist er auch einfach zu gut.
    Bestellt haben wir das Menu „Entre Velay et Vivarais“:
    Zuerst die Amuses, Marcon legt einen Zettel dazu, daher habe ich die vier winzigen Kunstwerke nicht vergessen: Rindertartar mit Guacanole; marinierte Sardine und Aubergine; Melone, Minze, Bergamotte und Chorizo; Crepe mit Apfel-Gurke. Zweites Bouche geschichtete Purees aus Sommergemüse von Tomate bis Basilikum.
    Langoustine et cistre Creme vom wilden Fenchel, Krabbe, warme Langustine mit Tanne gewürzt
    Escargots de Grazac Pot au Feu aus Schnecken in einer Kohlsuppe mit Kräutern
    Omble chevalier et girolles Saiblingfilet auf Pfifferlingen, dazu eine aufwändige Artischocken-Mandel-Konstruktion
    Foie gras et fraises „Manille“ Manille ist eine Erdbeersorte, die wegen zu geringen Ertrags als nicht handelsfähig gilt, dafür hat sie umso mehr Aroma
    Champignons du moment et la tanaisie eine dunkle Pilzsuppe mit einem Blatt Rainfarn, vielleicht ein bißchen simpel für ***, Rainfarn ist saubitter
    Cochon de lait „Bio“ Schwein ist ***würdig, hier war der Beweis, serviert mit Kirschen
    Dann noch Käse, wahlweise der Wagen oder ein weiterer warmer Gang, ein Dessert nach Wahl aus der Karte, zum Kaffee noch Mignardises et chocolat mit der schönen Absicht pour que la fete ne soit jamais finie
    Jeder Gang optisch sehr ansprechend, kein Wunder, dass die Knipser immer zahlreicher werden, das muss man einfach festhalten.
    Erstklassiger Service, teilweise deutsch sprechend.
    Ambiente aus meiner Sicht nicht überbietbar.
    Die Weinkarte hat den Schwerpunkt Rhone, es werden viele Weine aus weniger renommierten Appellationen (Crozes-Hermitage, St-Joseph) zu sehr angenehmen Preisen angeboten, das zeigt auch, was die Leute wirklich bestellen, Weine unter € 100,00. Wenn die Franzosen ihre Weinpreispolitik so fortführen, können sie ihre besten Weine immer noch in China trinken.
    Regis und Jacques Marcon führen ein Restaurant mit einer von der Region geprägten Küche auf höchstem Niveau.
    Taillevent-Prädikat: Weltklasse
    Zuletzt geändert von Taillevent; 27.07.2010, 19:58.

  • #2
    Danke für die Eindrücke.
    Klingt so, als könnte man dort einen wunderbaren Abend verbringen.

    Wie sieht es mit Übernachtungsmöglichkeiten aus?


    Gruß!

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    • #3
      Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
      Wie sieht es mit Übernachtungsmöglichkeiten aus?
      Die gastronomische Infrastruktur des Mini-Dorfes ist wirklich erstaunlich. Neben einem Aire de Camping-car, mehrern Gites d'Etape gibt es 4 (!) Hotels. Am stilvollsten ist natürlich die Übernachtung in einem der Zimmer im Restaurantgebäude, aber 350 € sind uns zu viel. Daher haben wir uns für das Clos des Cimes um 175 € entschieden, das ist das frühere Restaurant der Marcons. Von hier aus sind es maximal 500 m zum Restaurant, es wird auch ein Shuttle angeboten.

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      • #4
        werter taillevent ,
        vielen dank für ihren bericht ,ich habe dieses haus schon seit langem auf der liste,leider verschlägt es mich nicht in diese gegend,aber jetzt vielleicht doch einmal.
        kg knurrhahn

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