Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Bistrot, Bistrot

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • #31
    Lieber Chess,

    tut mir auch leid, dass es nicht funktionierte. Das Pré Catelan hatte Ferien und Ihnen wohl deshalb nicht geantwortet (war in meiner Empfehlung mißverständlich). Grundsätzlich würde ich bei einer so kurzen Vorlaufzeit immer telefonisch anfragen, nicht nur in Frankreich. Kinder sind in der Pariser Gourmetwelt viel präsenter als bei uns und werden, so ich das bisher beobachten konnte, immer fürstlich behandelt. Also an mangelnder Kinderfreundlichkeit lag's bestimmt nicht.

    Wo sind Sie denn nun eingekehrt? Und hat es Ihnen auch sonst gefallen?

    Kommentar


    • #32
      Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
      Ich habe auch gehört, dass David Toutain zurück in Paris ist, und eröffnet ( oder hat sogar bereits) im Kürze ein eigenes Restaurant.
      Liebe wii, auch mich würde brennend interessieren, woher diese Info stammt – ich konnte keinerlei Hinweise entdecken, auch in den sozialen Medien, wo Monsieur und vor allem Mme Toutain im Verbreiten ihrer kulinarischen Aktivitäten eigentlich sehr aktiv sind.

      Vielen Dank!
      Und Grüße
      b.

      Kommentar


      • #33
        Liebe Cynara,
        verunsichert durch die gemachten Erfahrungen haben wir kulinarisch für ein paar Amuse Gueule nur bei Fauchon und den galeries Lafayettes vorbeigeschaut und wurden mit sehr guter Qualität auch nicht enttäuscht. Ansonsten ist Paris auch für meine Zwillinge total spannend gewesen, mit Interessenschwerpunkt der Jungs auf das Armeemuseum (Invalidendom) ;-)
        KG
        Chess

        Kommentar


        • #34
          Lieber brigante,

          konkret habe ich es noch nicht. Es gab allerdings dieses Interview

          http://www.atabula.com/grand-entretien-avec-david-toutain-il-ny-a-plus-un-territoire-culinaire-les-surprises-et-lemotion-viennent-de-partout/

          S
          eine Frau hatte auch angedeutet, dass momentan an einem Konzept gearbeitet wird...Allerdings kann ich mich leider nicht mehr erinnern, wo ich diese Info gelesen habe...

          VG
          wi

          Kommentar


          • #35
            In der Nähe des Centre Pompidou in Paris befindet sich die L´Ambassade d´Auvergne, ein gediegenes, rustikales Restaurant, das sich in der Tat als Botschafter der Auvergne versteht. Hier gibt es unverfälschte Regionalküche, die durchaus fein angerichtet ist und den Gast raus aus dem Pariser Getümmel in diese französische Bergregion versetzen kann. Linsen und Bohnen, hervorragende Blutwurst und ein cremiges Kartoffelpüree mit Knoblauch und geriebenem Käse (diese Spezialität nennt sich "Aligot") stehen neben perfekt gegartem Fisch und Fleisch auf der Karte. Diese Qualität und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben diesem sympathischen Familienbetrieb zu Recht einen Bib Gourmand eingebracht.

            Auch die Weine kommen aus der Auvergne und sind äußerst fair kalkuliert.

            Beste Grüße, Merlan

            Kommentar


            • #36
              Ihre Zeilen, lieber Merlan, erinnern mich an eines der "phantasievollsten" Gourmanderlebnisse; noch heute stehen mir die Mägde, die diese riesigen irdenen Gefäße an den Tisch schleppten, um daraus - mit Oberarmen, die einen Vergleich zu Gerd Müllers Oberschenkel nicht zu scheuen brauchten - mit einem Holzlöffel, aus dem schon Gargantua seine Suppe glöffelt haben mochte, gnadenlose Mengen des Aligot, das sich durch den Käse zu taudicken Strängen ziehen ließ, auf die Teller zu klatschen, klar vor Augen.
              Aber warum ist mir dies, obwohl gewiß schon vor zehn Jahren geschehen, noch so präsent?
              Wir waren an der Loire gewesen, um uns mit den Cabernet Francs zu beschäftigen. Am Abreisetag hatte ich in der Ambassade angerufen, um einen Tisch für sechs Personen zu bestellen. Aber -zwischen Lipp' und Kelchesrand, schwebt der dunklen Mächte Band - war es eine Mikrobe oder war es, was ich eher vermute, der mehrtägige Abusus dieser merkwürdigen Rebsorte, der meine Kaldaunen in Aufwühlung versetzte, auf jeden Fall hatten wir noch nicht ganz die Pariser Umgehungsautobahn passiert, als ein widerwärtiges Grimmen in meinem Bauche begann, das von vorneherein jeden halbwegs noch gutartigen Charakter vermissen ließ. Genug, ich wurde in der Absteige mit einer Kanne Verveine zurückgelassen, während die Anderen zum Diner aufbrachen.
              Und so existiert meine Einkehr dort nur in meiner Phantasie, allerdings derart tief, daß ich gelegentlich zweifle, ob ich nicht doch dort gewesen sei.
              Die Würste wurden auf großen, nur spärlich gehobelten Brettern, angerichtet, die von vier kräftigen Auvergnaten durch das Lokal getragen wurden. Berge von Linsen, Nanga-Parbat-artig aufgehäuft, die mengenmäßig in jedem Falle gereicht hätten, Erbfolgen über Generationen hinweg durcheinanderzuwirbel, wurden aufgetischt ...
              Gruß
              s.

              Kommentar


              • #37
                Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                ...Aligot, das sich durch den Käse zu taudicken Strängen ziehen ließ...
                So habe ich es auch noch vor Augen, lieber Schlaraffe. Gestern habe ich der Versuchung nicht widerstehen können und mich in der Küche selbst an das Aligot gewagt: Es hat sogar geklappt: Kartoffelpüree, Sahne, Cantal oder Comté, Knoblauch, Pfeffer, Salz, Muskat mit dem Kochlöffel kräftig verrühren bis dieser zähe Brei entsteht, den man ziehen kann. Bei meinem Versuch habe ich festgestellt, dass es besser gelingt, wenn man den Käse statt gerieben in Würfeln unter das heiße Püree gibt. Wie ich es in der Ambassade erlebt habe, passt zum Aligot am besten etwas Herzhaftes. Ich habe beim Metzger Kalbsbratwürste bekommen; dazu etwas Senf und man fühlt sich der Auvergne ganz nah.

                Schönen Grüß, Merlan

                Kommentar


                • #38
                  Heute Nacht (1:35) bekam ich folgende SMS:
                  "Sehr laut, sehr voll, sehr lieb. essen kreat.+speziell. Fleisch +Dessert toll, aber auch hypermässig spät"
                  Die Freunde hatten einen Tisch für den zweiten Service ergattert, im Septime.
                  s.
                  PS: das Septime liegt in der Marcellion-Liste an Platz 49, also weit vor vielen Dreisterne-Lokalen. Genau drei Wochen vorher muss man reservieren, also am Montag den zweiten für Montag den dreiundzwanzigsten.

                  Kommentar


                  • #39
                    Chez Casimir, oder
                    Versuch, die gutbürgerliche französische Küche mit der der Deutschen zu vergleichen

                    Das Casimir liegt am Franz-Liszt-Platz, in der Nähe des Nord-Bahnhofs, also im 10. arr. In der Mitte des Platzes erhebt sich der zu einer Kirche umgebaute Koloss von Rhodos. Wenige Schritte neben dem Casimir das Chez Michel, vor etwa dreißig Jahren immerhin mit zwei Sternen bedacht.
                    Die Einrichtung ist einfach, sehr einfach. (Vgl I: in D spräche man von Studentenkneipe, in F sitzen hier jedoch auch Herren mit Schlips und Kragen). Die Karte wird gebracht, dann Brot und Butter. Das Brot knusprig, die Butter von Bordier (Vgl II: können Sie Sich eine ähnlich gute Butter in ...)

                    Die Küche ist deftig, bei den Hauptgängen sehr deftig. Zunächst ein Paar Austern, eine kräftige Brühe mit Chanterelles, in die Brühe ein Ei hineingeschlagen, das Eigelb schlabbert einem mit den Pilzen im Munde, schon gut gemacht. Der Wein, Trousseau 2011, Arbois Pupillin, den wir trotz Warnhinweisen des Obers, wahrscheinlich hat er da mit uns Touris schon einschlägige Erfahrungen gemacht, bestellen, schmeckt uns sehr gut dazu. Die Weinkarte: etwa zwanzig Weiße und dreißig Rote, ohne auch nur einen einzigen der üblichen Verdächtigen, im Preissegment von 20 - 100 € (Vgl III: geschenkt).

                    Die Hauptgerichte: Brandade de Cabillaud, mesclun de salad. Unter einem erstaunlich bitteren, gleichwohl angenehmen Salat ein Berg von Kartoffelpürree, in den reichlich Kabeljau in kleineren Fetzen eingearbeitet ist. Ich stelle mir vor, wie in Internaten, in denen die Schüler drei mal wöchentlich mit Hachis Parmentier gequält wurden, am Karfreitag dieses Gericht aufgetragen wurde, als Strafe für die Schüler, die über Ostern nicht von ihren Eltern abgeholt wurden. An den umliegenden Tischen scheint dieses Gericht jedoch mit Hochachtung und mit Vergnügen verzehrt zu werden.
                    Onglet Poelé, choux de Bruxelles. Das Onglet hat vielleicht einen etwas kräftigen Bissbissbiss, schmeckt aber sehr gut. Als Hauptgerichte hätte es noch gegeben: Kalbszunge, Fasanenhenne, Jakobsmuschel. (Vgl IV: ...)

                    Jetzt kommt die Käseplatte, fünf/sechs verschiedene Käse in wirklich optimalem Reifezustand. Bedienen sie sich. (Vgl V: das Wissen ob der Schnittführung bei den verschiedenen Käseformen lernt der F anscheinend im Kindergarten. Die bei uns üblichen zerfledderten Käseplatten ...)

                    Vortrunk: Champagner (Vgl VI) zum Dessert offeneSüssweine (Vgl VII, hier schwächeln ja in D sogar *- Restaus)

                    Gruß
                    s.
                    PS: vier Gänge, ~ 35 €
                    Zuletzt geändert von ; 01.01.2014, 21:32.

                    Kommentar


                    • #40
                      Guilo Guilo, 18.arr
                      Mehrere Wochen im voraus zu buchen, heißt es im Paris by mouth; das mag für die prime time gelten, für den zweiten Service um halb zehn konnten wir noch recht kurzfristig buchen.
                      Als wir kurz nach neun an dem Lokal vorbeischlenderten, war es knüppelvoll und wir zweifelten ein wenig, ob es denn mit unseren Plätzen wohl klappen sollte. Eine knappe halbe Stunde später jedoch waren alle Stühle frei und innerhalb weniger Minuten füllte sich das Lokal von neuem.
                      Das guiloguilo ist ein japanisches Restaurant, der Chef kommt aus Kyoto. Bin ich mit meinem Bericht hier im Bistrot-Bereich überhaupt richtig? Vielleicht können wir uns auf fernöstliche neobistronomic einigen.

                      Der Raum ist wohnzimmergross, man sitzt an einem u-förmig gestalteten Tresen, zweiundzwanzig Plätze, in der u-Mitte die Küche. In kurzer Zeit sind alle Plätze besetzt und schon geht es los. Heißes Frottee, Apéritiv? Bilcart Salmon, tatsächlich 9€ das Glas, dann schon die Suppe, sehr japanisch im Geschmack, allein, die Konsistenz, eher gallertig, neinnein, nicht mondaminig, am Becherboden eine mochiartige Reiskugel.
                      Dann kommt ein lackiertes Kästchen mit verschiedensten fischig/gemüsigen Kleinigkeiten gefüllt, obenauf liegt eine frittierte Getreideähre, deren Körner aufgepoppt am Halm kleben, das sieht zu hübsch aus und dann wird in einem Schälchen eine NudelGemüseFischRolle auf Algensalat serviert. Das geht alles sehr zügig, was unserem Hunger natürlich entgegenkommt. Jetzt erst können wir uns für einen Wein entscheiden, Grand Cru Winzenberg, Riesling 2010 von Kientz (~35€) und jetzt erst beginnen wir zu erfassen, was um uns herum geschieht.
                      Der u-Innenraum ist mit zwei mal drei Meter eher großzügig beschrieben, und nicht weniger als sieben Teamarbeiter verrichten hier ihre Arbeit. Man kommt sich vor, als säße man mitten in einer kulinarischen Theaterwerkstatt, oder, besser noch, wenn man diesen Tanz um diese enge Mitte betrachtet, in einem Ballett, oder wie heißt eigentlich comedia dell'arte auf japanisch?
                      Nun gibt es in einem grünen und geschwungenen Schälchen unterschiedlichste Tempurateilchen, dann wieder in einer Brühe etwas knödelartiges und wenn ich, obwohl alles diszipliniert annonciert wird, nachfrage, um was es sich genau handele, verstehe ich es immer noch nicht, was in mir einen Japan-Flashback aufkommen lässt, der nicht unangenehm ist. Ein neues Schälchen mit gedämpftem Fisch, dazu etwas Fruchtiges, die Zutaten zu erfragen, haben wir aufgegeben.

                      Aber wie geht das, auf engstem Raume ständig neue Schüsselchen zu präsentieren? Und nicht nur für uns Zweiundzwanzig, in einem After-Raum waren nochmals einige Gäste eingepfercht, die ebenso verköstigt werden wollten. Dazu muss noch gesagt werden, dass weitere Räumlichkeiten, wenn wir von einem Kleinstklo absehen, nicht zur Verfügung stehen. Alles benutzte Geschirr musste als ad hoc in dieser Miniaturküche gespült werden.
                      Da waren also: der Chef, ohne Haupthaar, der nicht nur an den einzelnen Herden Hand anlegte, vielmehr auch als Conférencier tätig war, der Sous-Chef, mit kaum mehr Haaren, die dann längs zu einem rötlichen Kabel über dem Kopf geordnet waren, ein dritter Kochender, der einzige Nichtjapaner, eine Sommelière mit schulterlangem, weißblondiertem Haar, unglaublich freundlich, noch zwei charmante Damen, die hauptsächlich mit dem Abtragen beschäftigt waren und dann war da noch einer, der quasi für alles zuständig war, der auch bei jedem kleinen Missgeschick als der Schuldige erklärt wurde und der gleichzeitig derjenige war, der mit den schnellsten Tippelschritten unter lauten Hai Hai- Rufen auf seinen Getas durch die Enge hastete.
                      Wir konnten uns nicht sattsehen an diesen wunderbaren Bewegungsabläufen.
                      Nun wurde das Hauptgericht aufgetragen, in einer simmernden Brühe dünngeschnittenes Fleisch, Pilze, Gemüse, Tofu ...
                      Danach gab's nur noch etwas Rettich, nochmals eine kleinste Portion Reis und etwas Lackiertes, an das ich mich nicht mehr erinnere, was aber als Anspielung auf den lackierten Aal der japanischen Hochküche zu verstehen war; genau wie das ganze Menü immer mit diesen Andeutungen die traditionelle Kyotoküche betreffend spielt.
                      Ein Nachtisch noch und schon zwei Stunden nach der Ankunft war alles zu Ende.

                      Viele Gerichte waren eher einfach strukturiert, da und dort ein Ausreißer nach oben. Was das Gesamterlebnis betrifft, hatte dies für uns jedoch eine untergeordnete Rolle gespielt. In hohem Grade vergnügt, wie es mit Sicherheit kein anderes Theater am Montmartre geschafft hätte, traten wir den - PS Menü: 45 - Heimweg an.
                      s.

                      Kommentar


                      • #41
                        Herrlich beschrieben, da haben Sie ja mal richtig gespart in Paris...

                        Gute Nacht

                        Kommentar


                        • #42
                          Lieber S.,

                          ach wie gut Sie immer schreiben. Sollte ich mal richtig zu Geld kommen, gäbe ich Ihnen ordentlich was ab, unter der Bedingung, dass Sie berichten. Ist immer wieder fein, mit Ihnen gedanklich die schönen Orte der Welt bereisen zu dürfen.

                          PS: lohnt es sich für Normalos, die 55 Euro für den Tee auszugeben?

                          Kommentar


                          • #43
                            Verzeihen Sie bitte, ma chère artichaut, beinahe hätte ich Ihre Frage vergessen.
                            55 € für zwei Portionen Tee, das ist schon beeindruckend; und tatsächlich hatten wir uns ja noch im unteren Preissegment bewegt.Es wäre kein Problem gewesen, die drei- oder vierfache Summe auszugeben. Ich trinke gerne Tee, bin aber bei weitem kein Teekenner; und dennoch hat sich dieser Einsatz gelohnt. Allein die ganze Stimmung in diesem Laden, die gewissenhafte Art und Weise, wie hier mit dem Tee umgegangen wird, das hat schon was. Und seit ich wieder zu Hause bin, bin ich viel sorgfältiger bei der Teezubereitung geworden. Und dieses bezaubernde Equipment mit dem kleinen Kännchen und dem hölzernen Tablett besitze ich ja bereits seit dem ersten Yam-Besuch.
                            PS: hat Ihnen Guy Savoy auch wieder geschrieben? Er will ja dieses Jahr umziehen.

                            Kommentar


                            • #44
                              Danke für die Antwort. Ich werde es dann wohl mal ausprobieren.
                              PS: ich liebe diese kleinen Kunstwerke. Wenn ich mir vorstelle, Monsieur Savoy würde tatsächlich einen Camion betreiben...

                              Kommentar


                              • #45
                                War von den Paris-Liebhabern hier im Forum schon mal jemand im Bistro Le Bougainville im 2. Arrondissement?

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X