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  • #16
    Und noch ein Nachtrag:
    Thai Toutain, die Ehefrau von "Substance"-Chef David Toutain, hat einen eigenen Food-Blog, in dem sie von den "familiären" Restaurantbesuchen berichtet:
    wildlicks.typepad.com/hungryformore

    Sehr tolle und stimmungsvolle Fotos (u.a. von den Bauarbeiten im Restaurant), die Toutain noch symptahischer machen, als er ohnehin schon wirkt.
    Und bei denen man sich fragt, was das Geschwätz mancher Kritiker über Frankreichs schwindende Position als Gourmetparadies soll – so viele spannend und modern aussehende Lokale allein bei diesen Einträgen...
    In der modernistischen 3***-Liga mögen andere Länder die Nase vorn haben. Aber auch nach unserem jüngsten Paris-Trip wage ich zu behaupten, dass in den Klassen darunter Paris/Frankreich unschlagbar vielfältig und gut ist.

    Gruß
    b.

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    • #17
      Zitat von brigante Beitrag anzeigen
      In der modernistischen 3***-Liga mögen andere Länder die Nase vorn haben. Aber auch nach unserem jüngsten Paris-Trip wage ich zu behaupten, dass in den Klassen darunter Paris/Frankreich unschlagbar vielfältig und gut ist.
      Ganz meine Meinung. Modern und zukunftsweisend, auch bei der Preisgestaltung. Das Genießen ist insgesamt nicht so kopflastig. Ich kann mir solche Restos aber in Deutschland so gar nicht vorstellen.

      Wir konnten M. Toutain das letzte mal vom, blödes Wort, chefs table aus beobachten. Er scheint sich zemlich beherrschen zu müssen und ist auf das wütende Funkeln seiner Augen beschränkt, wenn die Mannschaft seinen Anspruch nicht erfüllt. Und der ist nach dem ersten Eindruck enorm hoch.

      Wir sind jedenfalls auf unseren nächsten Besuch noch vor Weihnachten gespannt. Lieber Brigante, ich hoffe auf Ihren baldigen Bericht. Ich kriege nämlich lang nicht mehr alles erinnert, was uns serviert wurde. LG. Cynara.

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      • #18
        Zitat von cynara Beitrag anzeigen
        Ich kann mir solche Restos aber in Deutschland so gar nicht vorstellen.
        Ich leider auch nicht. Deshalb sage ich ja: die Franzosen sind bei weitem nicht so "abgeschlagen", wie mancher behauptet, im Gegenteil. Und es wirkt, wie Sie richtig sagen, bei aller Komplexität auf dem Teller lange nicht so kopflastig (man könnte auch böse sagen "prätentiös"), wie in anderen Ländern.

        Zitat von cynara Beitrag anzeigen
        Wir konnten M. Toutain das letzte mal vom, blödes Wort, chefs table aus beobachten.
        Wir auch – fantastisch!

        Allerdings konnten wir von wütendem Funkeln nichts bemerken, alle wirkten enorm konzentriert und es lief wohl alles nach Plan...

        Zitat von cynara Beitrag anzeigen
        Wir sind jedenfalls auf unseren nächsten Besuch noch vor Weihnachten gespannt.
        Darum beneide ich Sie aufrichtig!! Ich kanns kaum erwarten, wieder nach Paris zu kommen – auch weil ich den Eindruck habe, dass es dort kulinarisch noch so wahnsinnig viel zu entdecken gibt.
        Toutain hat uns übrigens das L'Abeille im Shangri-La Hotel, naja, nicht direkt "empfohlen", aber er sagte, das sei ein Restaurant, das aktuell in aller Munde sei...


        Zitat von cynara Beitrag anzeigen
        Lieber Brigante, ich hoffe auf Ihren baldigen Bericht. Ich kriege nämlich lang nicht mehr alles erinnert, was uns serviert wurde. LG. Cynara.
        Vor Weihnachten wird das eher nix mehr, leider. Es stehen noch andere aus, vorher (freuen Sie sich u.a. auf einen Report übers Bareiss...).

        Grüße
        b.

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        • #19
          Könnten Sie, lieber brigante, für die Ungeduldigen (zu denen ich mich zähle) nicht eine kurze Zusammenfassung Ihrer Paris-Erlebnisse formulieren? Kommen Sie, bis nach Weihnachten, des hält doch, schwäbisch gesprochen, koi Sau aus.
          Gruß
          s.

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          • #20
            Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
            Könnten Sie, lieber brigante, für die Ungeduldigen (zu denen ich mich zähle) nicht eine kurze Zusammenfassung Ihrer Paris-Erlebnisse formulieren? Kommen Sie, bis nach Weihnachten, des hält doch, schwäbisch gesprochen, koi Sau aus.
            Gruß
            s.
            Wir im Saarland drücken uns gewählter aus, haben aber das gleiche Anliegen. Also bitte, lieber Herr B.

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            • #21
              Okay, aber wirklich ganz, ganz kurz...

              Atelier Robuchon St. Germain: durchwachsen; ein paar spannende Gerichte (Schweinsfußkrokette), einige belanglose, die Desserts (handwerklich tolles Passionsfruchtsoufflee!) viel zu süß. Hatte ich insgesamt viel besser in Erinnerung (allerdings nicht in Paris). Für das Geld lieber 2x ins Substance, das gleich um die Ecke liegt. Immerhin durften wir ein Erinnerungsfoto mit Jean Reno machen. Ach ja: sehr legere Atmo, wie immer in den Ateliers.

              Agapé Substance: unser Favorit! Siehe oben. Fast gegenüber gibt es übrigens eine schöne, kleine Cocktailbar namens "Prescription", wo coole Jungspunde mit 5-Tage-Bart und Karohemden gute Drinks mixen. Wie immer in Paris natürlich recht teuer, dafür sind die Teile aber auch so gemixt, dass man nach dem zweiten Glas eh' bettreif ist.

              Epicure im Hotel Le Bristol: Klassisch durch und durch. Überraschend leichte, aber äußerst geschmacksintensive Gerichte. Insgesamt sehr gut, grenzwertig fanden wir nur die ultrastark geräuchterte Gänseleber mit sehr jodigem Austerntatar.

              Sola: Ungewöhnliche Kreationen (Hummer mit Zwiebelschaum; Seezunge mit Safran-Yuzu-Sauce), die meist gut funktionieren, vor allem die Desserts sind klasse. Atmosphäre sehr entspannt, das Interieur fast "kneipenmäßig", zumindest oben. Nächstes Mal würde ich im "japanischen" Kellergewölbe auf dem Boden (Beine in einer Vertiefung versenkt) sitzen wollen. Sehr gutes PLV!

              Alain Ducasse au Plaza Athenée: ein tolles Gesamterlebnis mit klassischer Küche auf Top-Niveau, wenngleich es nicht "perfekt" war. Der Baba au Rhum ist der absolute Wahnsinn, hätte ich nie und nimmer gedacht. Die Portionen sind allerdings obszön groß – allein den Fischgang des Menüs würde so mancher unserer Spitzenköche auf 4 Gäste verteilen...
              Hier will man halt mal gewesen sein, wenngleich ich für den Preis lieber 3-4x ins Substance gehe.

              So, das wars auch schon. Details dann wie immer in den Berichten.

              Grüße
              b.
              Zuletzt geändert von brigante; 03.12.2011, 18:47.

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              • #22
                Vielen Dank!

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                • #23
                  Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                  Der Baba auf Rhum ist der absolute Wahnsinn, hätte ich nie und nimmer gedacht.
                  Für mich auch das Paradebeispiel, dass man vorsichtig sein muss Gerichte nach Beschreibung oder Bildern zu beurteilen. Langweiliger geht es nicht. Denkt man zumindest bis zum ersten Bissen.

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                  • #24
                    Auch von mir vielen Dank.
                    Zu dieser Schweinsfußkrokette fällt mir ein, daß die Gebrüder Pourcell in Montpellier, noch zu drei-Sterne-Zeiten, als amügö einen auf einen Zahnstocher gespießten panierten Würfel serviert hatten, der im Inneren aus den gepressten essbaren Teilen der Saupfote, fettes und gallertiges Zeugs, bestand, jedoch von glücklichmachendem Wohlgeschmack, dazu noch eine Remoulade als Dip, aber wie glauer schon sagt, es kann so öde klingen und einen dann doch in die Knie zwingen. ( Die "Hauptstadt" des Schweinefusses ist übrigend Sainte-Menehould, eigene AB-Ausfahrt kurz vor Reims; nicht, daß der Schweinsfuß dort die kulinarische Offenbahrung wäre, aber zuzuschauen, wie an den Nachbartischen mit Inbrunst Kahn- und Mondbein und wie diese ganzen Biester sonst noch heißen abgezuzelt werden, das hat schon was).
                    Gruß
                    s.

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                    • #25
                      Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                      Zu dieser Schweinsfußkrokette fällt mir ein, daß die Gebrüder Pourcell in Montpellier, noch zu drei-Sterne-Zeiten, als amügö einen auf einen Zahnstocher gespießten panierten Würfel serviert hatten, der im Inneren aus den gepressten essbaren Teilen der Saupfote, fettes und gallertiges Zeugs, bestand, jedoch von glücklichmachendem Wohlgeschmack, dazu noch eine Remoulade als Dip, aber wie glauer schon sagt, es kann so öde klingen und einen dann doch in die Knie zwingen.
                      Strange. Das Teil ist praktisch das einzige was ich noch von einem Essen dort so ca 1998 erinnere.

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                      • #26
                        ein nettes Video zu Agape´Substance:
                        http://vimeo.com/26062256

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                        • #27
                          Ich habe das Glück, morgen Abend im Taillevent eingeladen zu werden. Gibt es irgendwelche Gerichte, die man dort unbedingt unbedingt probiert haben sollte?

                          Danke, rocco

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                          • #28
                            Werter Rocco,

                            eine Frechheit diese mundwässernde Frage und so kurz vor dem Abendessen.

                            Das schöne ist ja, dass sie einen sehr informativen Internetauftritt (alle gesetzten Menüs + alc icl aller Preise) haben.

                            Heute fiele meine Wahl auf das Menu Saveurs et Découverte. Wobei ich je nach Hunger und Begleitungen versuchen würde, den Hauptgang gegen eine Poulet für zwei zu tauschen. Besser noch die Poulet für 4 und Large Pâte Imprimée d'Herbes Coquillages et Crustacés als zusätzliche Vorspeise... :hungry: <--- stellen sie sich den smilie einfach vor :-))

                            Viele Grüße

                            Passepartout

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                            • #29
                              Vielen Dank, werter Passepartout, für den Tipp. Mein erster (in diesem Fall beruflicher) Kurzaufenthalt in Paris seit mehr als 10 Jahren fand an einem schockierenden Tag statt, als das Attentat auf Charlie Hebdo verübt wurde. Zum Abendessen haben wir uns trotzdem getroffen, wenn auch die Gedanken eigentlich woanders waren.

                              Auch wenn ich mich sehr viel in Frankreich aufhalte, war ich überhaupt das erste Mal in einem der bekannten Restaurants in Paris. Unsere Gastgeber berichteten, dass das Taillevent erst vor kurzem sein Innendesign aufgefrischt habe. Mir gefiel es mit seinen Beigetönen und dem Blick auf einen kleinen Garten sehr gut. Als Amuses wurden ein paar Gougères und dann frittierte Garnelen mit einer Art Mayonnaise gebracht - beides sehr gut.

                              Als Vorspeise entschied ich mich für einen Klassiker des Hauses (laut unserem Kellner das älteste Rezept des Taillevent), nämlich Boudin de Homard Bleu - "Tradition Taillevent", das mir sehr gut gefallen hat. Für die "Hummer-Weißwurst" brauchte man schon etwas Sauce, damit sie mehr nach Hummer als nach Ei schmeckt. Aber mit der köstlichen Sauce (dazu noch ein Trüffelschaum) war das ein sehr schönes Hummergericht. Zu trinken hatten wir dazu einen sehr gut passenden 2011 Savennières L'Enclos" von Eric Morgat, den ich weniger holzlastig fand als einen neulich getrunkenen 2007er dieses Weins. Der kam auch am Tisch exzellent an.

                              Als Hauptgang hatte ich Canard Colvert aux Epices- Sauce Bigarade. Die Ente kam wunderbar orientalisch-würzig duftend an den Tisch und wurde daneben tranchiert. Die Bitterorangen-Sauce war etwas sparsam portioniert, aber die Kombination aus der Ente, den Gewürzen und den Zitrusfrüchten auf dem Teller war wirklich toll. Auch hier passte unser Tischwein - ein 2003 Côte Rotie von Ogier - sehr gut zu meinem Gericht.

                              Für das Dessert fiel die Wahl nicht leicht zwischen einem Klassiker wie Crepes Suzette und etwas moderneren Kreationen. Ich nahm Chocolat Taïnori, Riz Soufflé Craquant, Crème Glacée à la Pistache, was sich als gute Wahl herausstellte. Den soufflierten Reis habe ich nicht so wahrgenommen. Die Schokolade war hier eher dominierend uns sehr köstlich, aber das Pistazieneis war das beste - so wunderbar nussig, cremig dazu, mit noch kleinen Stückchen drin. Das beste Pistazieneis bisher.

                              Insgesamt fand ich das Taillevent sehr gut, mit ** aber auch gut bedient. Hervorragende Zutaten, hervorragend zubereitet, eher der Klassik zugeneigt, aber am allerletzten Ende dann vielleicht auch ohne das letzte Quäntchen Faszination, das ich in anderen Restaurants ähnlichen Zuschnitts erlebt habe (z.B. im Restaurant Loiseau oder im Mère Brazier in Lyon). Das kann aber auch daran gelegen haben, dass der vom Terror dominierte Tag einfach nicht der richtige war, um gutes Essen zu genießen.

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                              • #30
                                Vielen Dank für die Eindrücke. Das wäre durchaus eine schöne Adresse für ein Mittagessen, die ich vormerken werde. Für unseren Aufenthalt nächste Woche ist schon alles gebucht. Wobei ich mit sehr gemischten Gefühlen fahre. Je suis Charlie.

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