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La Bigarrade, 17ieme

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  • #16
    Vielen Dank für Ihren Bericht, cynara. Das La Bigarrade hört sich wirklich sehr gut an. Die Weinhandlung sieht auch so aus, als würde sie meinen Geschmack treffen. Ich habe das Gefühl, dass die Art der Weinerzeugung (bio, biodynamisch, "Naturwein", etc.) in Frankreich auf erheblich mehr Interesse stößt als bei uns.

    Wie lange im Voraus muss man denn im La Bigarrrade reservieren?

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    • #17
      Die OT Naturweindiskussion hat jetzt ihren eigenen thread.

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      • #18
        Lieber rocco,

        unser Vorlauf ist meist 6 Wochen und war bisher, für den Mittag, kein Problem. Wie es am Abend aussieht, weiß ich nicht.

        Was mich nicht nur am Bigarrade nervt:
        ewig besetztes Telefon und wenn Sie endlich die Reservierung haben, kurz vorher das ganze nochmal, weil Sie aktiv bestätigen müssen. Ich weiß nicht, was teurer ist: eine Servicekraft mit Tefondienst zu binden oder der Anschluß an ein Onlinebuchungssystem. Letzteres würde ich mir sehr wünschen.

        Trotzdem ist Paris, seit der TGV fährt, ein El Dorado geworden. Die Mittagessen in großen Häusern sind preislich unschlagbar und Resteverwertung konnte ich bisher nicht feststellen.

        Falls Sie einen Besuch wagen, freue ich mich schon jetzt auf einen Ihrer bildhaften Berichte. Grüße. Cynara.

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        • #19
          Das 17.Arr grenzt einerseits an das noble und teure 16. , in nordöstlicher Richtung an das deutlich weniger noble Clichy bzw. an das etwas verschlagene Areal um Pigalle. In der Übergangsregion, etwa bei der M-Station Fourche, liegt ein äußerst charmantes Viertel mit engen Straßen, kleinen Läden, Bäckereien, Wein - bzw Käsehandlungen, alles auf einem Niveau, daß es einem die Tränen (Begeisterung, Freude, Neid) in die Augen treibt. Nach Osten hin städtebauliche Aufbruchstimmung, auf dem wohl letzten großen Intra-périphérique-Brachland, eigentlich für das Olympiadorf 2012 vorgesehen, entsteht ein neues Wohnviertel mit Schwimmbad etc.
          Hier also findet man, unweit der Vatel-Hotelfachschule, das Bigarrade.
          Ich kann mich übrigens schon deshalb etwas länger mit der Umgebung des Lokals befassen, weil über das Restaurant selbst von Frau cynara eigentlich alles gesagt ist, viele ihrer Empfindungen stimmen mit meinen überein, ich hätte es nur nicht so treffend formulieren können, fabelhaft.

          Das 12-gängige Mittagessen kostet 65€ und fällt damit immer noch in die absolute preigü Kategorie. Es gibt auch ein verkürztes 8-Gang-Menü ... ich würde abraten, zumal der Kochrhythmus nicht unterbrochen wird, d.h., die Achtgängler sind nicht etwa eher fertig, vielmehr haben sie vier kleine Durst-bzwHungerstrecken zu überstehen.
          An einem der etwa drei Meter nach hinten versetzten Tische saß Jean Gabin in eigener Person; die Unterhaltung, die er mit seiner Frau kaum führte, bestand aus wenigen, äußerst knapp gehaltenen Sätzen.
          Nach Focaccia und Olivenöl wurde erst zum Käse wieder(ausgezeichnetes) Brot gereicht, leider habe der Bäcker im 6.Arr keinen Laden.

          Bei der Jakobsmuschel hat man inzwischen auf diesen (oben bemängelten) Fliegenfischkaviar verzichtet, sie wird nun mit Anchovis, Mandelbutter, Kapern und Blumenkohl serviert. Schließen Sie, geneigter Leser, die Augen und fantasieren Sie genau aus diesen Zutaten den bestmöglich-vorstellbaren-Geschmack (bvG) ... und Sie kommen maximal auf 2/3 dessen, wie es dann tatsächlich gemundet, aber was heißt hier gemundet, gegueult hat.
          Rotbarbe, rote Rüben, Kresse, Ziegenfrischkäse, Kakao; wenn W.S. schreibt, daß es oft nur noch z.B. eine Prise Salz ist, die einen guten Koch von einem sehr guten unterscheidet, dann sind es hier die bitteren Kakaopartikel, die diesen Gang auf das Willkommenste veredeln.
          Lotte, Spargel, Miso, der Spargel mit Miso quasi lackiert, ein sehr riskanter Gang, sage ich zum Ober, weil selbst bei diesem gekonnten Umgang mit Miso die Restgefahr der Dominanz gegeben sei; es sei aber gut gelungen, diese Klippe zu umschiffen ( worüber ich mir im Nachhinein allerdings doch nicht mehr so sicher war)
          Auf c. Rat hin hatten wir nicht die Weinbegleitung gewählt, sondern einen Champagner von Jacques Lassaigne, der bis zum Fleischgang hielt. Dann einen offenen Roten und zum Dessert was Süßes von der Loire
          MkG
          s.
          PS: einige Male zog für wenige Sekunden eine merkwürdig übelriechende, an verweste Maus im Keller erinnernde, Duftwolke an uns vorüber und es dauerte eine ganze Zeit, bis ich die "Quelle" entdeckt hatte; kein Zweifel, es bestand ein eindeutiger Zusammenhang zwischen diesem Fäulnisdampf und den knappen Wortwechseln M.Gabins (wie heißt es so schön em Ländle: dem hot oinr hentr da Brückapfeiler gschissa)

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          • #20
            Sehr geehrter schlaraffenland,

            Ihre Wörter füllen mein Herz mit der Sehnsucht, und zwingen mich dazu, unverzüglich und sofort ein Ticket nach Paris zu kaufen_ in der Hoffnung noch einen Tisch in La Bigarrade zu ergattern.

            SG
            wi

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            • #21
              es bestand ein eindeutiger Zusammenhang zwischen diesem Fäulnisdampf und den knappen Wortwechseln M.Gabins
              Na, bei dem Alter des Herrn wundert einen das ja nicht Ist eine Frage des haltbarkeitsdatums :cheers:

              Beste Grüße
              Daurade

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              • #22
                Liebe Schlaraffens,

                meine Freude über Ihren Bericht war aufrichtig. Empfehlungen können leicht nach hinten losgehen, obwohl oder gerade weil das Bigarrade mit ** geschmückt ist. Das bezieht sich eher weniger auf Ihr Pech, ein Mundgeruch-Monster als Nachbarn gehabt zu haben (schlimm genug), sondern eher auf den Küchenstil, der Geister sicher trefflich scheiden könnte.

                Wir lieben diese Art von Küche weiterhin inständig (Versuche im März und April), auch wenn wir uns wünschten, die Kerntemperatur wäre bei wenigen Gerichten etwas höher. Versuchen andere Küchenchefs, vermeintlich angenehmen oder vermeintlich „wichtigen“ Gästen, mit einem Extra-Gang eine Freude zu bereiten, wird diese Aufgabe im B. dem Sommelier überlassen. Das führt bei mir meistens dazu , ein Paar Schuhe in der nahe gelegenen rue des Batignolles zu kaufen, das ich nicht wirklich brauche.

                Die Crew des Bigarrade hat uns ein paar Adressen genannt, bei denen sie selbst gerne relaxen oder die Zunge reizen und die eigentlich garantiert keinen Stern haben dürften. Den Status „entdeckenswert“ sollten sie nicht eingebüsst haben. Wir haben bisher einzig die Crémerie besucht und das war wunderschön.

                Les fines gueules (nicht als Steilvorlage für Crasse-Crôute Diskussionen gedacht), 2eme

                Cotte Rôti, 12eme

                Carte blanche, 9eme

                Claude Colliot, 3eme (Escoffier war sehr unzufrieden; über Details wäre ich ihm dankbar)

                La Crèmerie, Odéon: ein wunderschönes Ambiente, interessante Weine (wir sind keine Weinkenner, ich gewinne Bioweinen aber immer mehr ab), einwandfreie Produkte, wie Schinken. Paris für Fortgeschrittene.

                Ich erwarte mit Spannung, ob jemand zum Passage 53 zu schreiben hat. Wir hatten dort das beste Essen, zumindest dieses Jahres. Der Chef kocht an Samstagmittagen, was ihm einfällt. Ob der Preis vorher feststeht, weiss ich nicht. Die 110 EUR waren jedenfalls bestens angelegt und obwohl die Weinkarte sehr übersichtlich ist und wenig im Bereich unter 100 EUR listet, fand sich ein Chassagne-Montrachet von Colin, der bei vielen Gängen gut mithalten konnte. Die Empfehlungen zu Lamm (Gevrey-Chambertin) und Dessert waren gut.

                LG Cynara

                PS: M. Simonin hat uns ausgeladen. Nein, nicht aktiv, sondern bei der üblichen Bestätigung unsererseits kurz zuvor. Er war schwer desolé. Da unser Hotel gerade um die Ecke liegt, konnten wir uns, bevor wir zu unserem Tisch im Sola aufmachten, überzeugen, dass wir zugunsten einer größeren Gesellschaft „ausgeladen“ wurden. Sehr enttäuschend, so ein Verhalten. Das habe ich in deutschen Häusern noch nicht erlebt.

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                • #23
                  Schon wieder fehlen mir die Wörter, um unsere Eindrucke richtig zu beschreiben. Wir haben uns in Le Bigarrade verliebt, so sehr, dass wir gleich einen Tisch für September gebucht haben, und freuen uns bereits heute darauf.

                  Ich kann allerdings sehr gut nachvollziehen, dass die Meinungen zu dem Restaurant teilweise weit auseinander gehen. Viele Gerichte sind riskant und provokant zusammengesetzt. Für uns jedoch, war alles einfach perfekt. Angefangen mit sehr sympathischen Team, jung, erfrischend natürlich und gelassen. Ich konnte von meinem Platz wunderbar die Küche beobachten. Zu keinem Moment (und wir waren fast 4 Stunden dort) habe ich Nervosität gemerkt, oder erhöhte Stimme gehört. Das zeigt, dass es in der Küche durchaus ruhig gehen kann.

                  Wir wollten kein Aperitif und haben uns gleich eine Flasche Weißwein aus Languedoc bestellt, einen wunderbaren Clot de L’Oum Cine-Panettone, der sehr gut bis zum Fleischgang mitgehalten hat. Vorerst gab es natürlich Focaccia samt Olivenöl, dann der erster Gruß, die frittierten Minischrimps, die man mit allem drum und dran essen konnte. Der zweite Gruß – ein Muschelspieß mit japanischer Mayonnaise serviert.

                  Der erste Gang war einer der interessantesten (und auch kritischsten, wir haben die Reaktionen am Nachbartisch beobachtet). Eine große Herzmuschel wurde in der Schale gegrillt, bzw. mit Flambiergerät bearbeitet, einschließlich wurde diese in der Schale serviert, so dass wir die Muschel selber aufmachen sollten. Dazu gab es ein Schälchen mit flüssigem Fett von Iberico-Schwein. Was soll ich sagen: die Muschel mit dem Fett schmeckte absolut nach Schinken, die Konsistenz und Geschmack, einfach verblüffend.

                  Danach kamen

                  -eine rohe bretonische Muschel mit geräuchertem schwarzen Knoblauch
                  -junge grüne Erbsen mit Thunfisch Kaviar
                  -Ei und Miso
                  -Tintenfisch, Speck, grüne Bohnen ( mein absoluter Lieblingsgang, sehr schön optisch anzusehen, Konsistenz und Geschmackspiel im Mund, fantastisch)
                  -Fischsuppe mit frischen Blüten und einer frischen Mandel
                  -Angeräucherte Makrele, Rädischenblüten, Orangenconfit
                  -Kabeljau, Johannesbeere
                  -Lamm mit Anchoviskruste, schwarzer Curry, Zitronensenf
                  -Ziegenkäse, Zwiebelnconfit

                  Als Dessert:
                  - Pfirsich, Gurkensud
                  -Pampelmuse, Melone, Paprika
                  -Zitronencreme
                  -Kartoffel, Currycreme, Rum
                  -Pistaziencreme, Merengue
                  -Erdbeer- und Sageeis
                  -Schokoladenkuchen, Kokos, Karamell

                  Und zum Kaffe noch 2 himmlische Makarons.

                  Ich wiederhole mich, aber wir waren begeistert. Es war wieder einer dieser Momente, wo der Glückspegel vom Gang zum Gang steigt, und man merkt, dass man ein verträumtes Lächeln hat, und die Gedanken schweifen ab. Schaut man umher, das gleiche ist wohl mit einigen im Raum auch passiert: der gleiche Gesichtsausdruck, die gleiche Verzückung in Augen.

                  Sehr bemerkenswert fanden wir die Dessert-Zusammenstellungen. Kartoffel mit Currycreme und Rum – einfach ein Hammer! Die einzige, wenn auch minimale Schwäche zeigte für uns der Fleischgang, der Rest war einfach einmalig. Zwei Sterne? Ganz eindeutig ja, manche Gänge sogar mehr.

                  Allerdings, glaube ich, dass die Fans von einer klassischen Küche hier eher verwirrt rausgehen werden. Le Bigarrade ist trotzdem eine Reise wert (und Paris sowieso)

                  LG
                  wi

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                  • #24
                    Wie schön, dass Sie sich so wohl gefühlt haben.

                    Wenn es Ihnen im September möglich sein sollte, möchte ich unbedingt zu dieser Kombi raten: an einem Tag ins Bigarrade und am nächsten ins Passage 53. Gibt nicht nur additiv vier Sterne.

                    LG Cynara

                    *Den Clot de L’Oum Cine-Panettone bekommt man übrigens in der im Thread erwähnten Weinhandlung für 18,00 EUR.

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                    • #25
                      Zitat von cynara Beitrag anzeigen
                      *Den Clot de L’Oum Cine-Panettone bekommt man übrigens in der im Thread erwähnten Weinhandlung für 18,00 EUR.
                      Danke, liebe cynara,

                      ich habe mir gleich alle von uns probierten Weine rausgesucht, es waren in den anderen Restaurants auch ein paar Köstlichkeiten dabei. Und Ihr Tipp mit der Weinhandlung ist eine wahre Schatzgrube.

                      LG wi

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                      • #26
                        Wie sieht ein perfekter Tag aus?! Morgens früh mit dem Zug nach Paris fahren, Opera Garnier in Sonnenlichtschein zum 100.Mal bestaunen, bei Colette Lieblingsparfum kaufen, der Hund namens Chocolate kraulen, auf Rue St.Honore Kaffee trinken und die Leute bestaunen, dann zum Lunch in Le Bigarrade, danach ab ins Lieblingsviertel, auf Rue Montorgueil Käse und Wein einkaufen, mit dem Zug nach Hause fahren und Mitbringsel zum Abendessen verspeisen.

                        Zum Essen gab es:

                        La Bigarrade
                        Focaccia und frittierte Anchovis, sowie Muschel-Spieß mit japanische Mayonnaise als Amuse zum Champagner.
                        Danach: Doraden-Sashimi mit Schalotten-Confit und Algen
                        Eine warme Auster mit Sake
                        Geräucherter Oktopus mit schwarzer Tintensoße, Krevettenschalengewürz und
                        Blattspinat
                        Gebratene Makrele mit Lachskaviar in Chlorophyll und Radieschen Paste
                        Gebratener Barsch mit roten Zwiebeln, Himbeeren und in Himbeersoße marinierten Rettich
                        Lauch in Tempurateig mit Matcha
                        Lammfilet mit Paprika und Korianderpfeffer
                        Cassisgranita mit Koriandersamen und grüne Paprika
                        Kokosnusscreme mit Kokosnuss geraspelt
                        Zitronencreme
                        Ananas und Himbeere in Sud
                        Kompott aus Rettich und Möhren auf Kartoffelbrei-Creme
                        Kaffecreme, Cocktail-Tomate und Mandelmeringue
                        Schokoladenkuchen


                        Abends zu Hause
                        frische Feigen
                        Chaource
                        Comte 24 Monate alt,
                        Epoisse
                        Pouligny

                        Dazu eine Flasche Saint Romain Maison Champy 2008

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                        • #27
                          Il pleure dans mon coeur ...
                          Ihr Schlaraffe

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                          • #28
                            Liebe Madame Wi,

                            nehmen Sie mich das nächste mal bitte, bitte mit :heulen: ?

                            Sommerliche Grüße,

                            Schmackofatz

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                            • #29
                              Wertes Forum, voriges Wochenende war es endlich soweit. Mit dem Thalys sollte es, noch früh am Morgen, nach Paris gehen.
                              2 Mittagessen, schönes Frühlingswetter und stressfreies Bummeln sollten mich erwarten. Die Mission war, Paris kulinarisch zu entdecken, und sich mal nicht als hetzender Tourist, mit unzähligen anderen Menschen, in ewigen Schlangen einzureihen!
                              Was soll ich sagen, es war wunderbar. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen! Auf diese Art und Weise macht Paris Spaß und ich habe endlich verstanden, warum man sich in diese ewige Stadt der Liebe, verlieben kann!
                              So könnte ich nun noch etliche Zeilen über diese Stadt und meine Erlebnisse schreiben, möchte Sie damit jedoch nicht langweilen und mich auf das Wesentliche, einem Besuch zu Lunch im La Bigarrade beschränken.
                              Mein allererster Besuch überhaupt in einem guten Restaurant in Paris, sollte also das La Bigarrade sein. Schon viel hier im Forum darüber lesen dürfen, war ich sehr gespannt, was mich erwarten sollte.
                              Erste Eindrücke haben sich verinnerlicht, aber ich wollte persönlich in den Bann gezogen werden, wollte sehen, was so viel anders, ja vielleicht sogar besonderes in/an einem/diesem Pariser Sternerestaurant zu sein schien.
                              Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch ………und wurden aufs vortrefflichste erfüllt!

                              Service: der Empfang war angenehm herzlich, sehr locker und entspannt. Das Serviceteam ist sehr jung und agiert souverän mit einem stetigen, ehrlichen Lächeln im Gesicht.

                              Essen: toll und absolut nicht Vergleichbar mit der deutschen Küche. Eine derartig puristische, experimentierfreudige aber doch einfache Küche, oft nur ein einzelnes Produkt in den Vordergrund stellend, finde ich schlicht grandios. Das Fehlen von Luxusprodukten, wie man es gerade in Frankreich vielleicht nicht erwarten würde, fällt gar nicht auf, weil einen alle Gänge in den Bann ziehen.
                              Während man einen Bissen im Munde hat und versucht, diesen Wohlgeschmack zu analysieren, sucht man förmlich mit dem Besteck im übrigen Essen danach, wie der Koch das nur gemacht hat. Man ist Baff, ob der Einfachheit in der Zusammenstellung, wäre selber aber nie auf derartige Kreationen gekommen. Diese verschiedensten subtilen Aromen machen süchtig und lassen Einen in freudiger Erwartung auf den nächsten Gang am Tisch zurück.
                              Jeder einzelne, der 12 Gänge, war in sich stimmig. Ich kann nicht sagen, dass irgendein Gang abfiel oder andersherum herausragte. Beeindruckend, hohes Niveau!

                              Weinbegleitung: ebenfalls richtig gut und für mich sehr spannend. Alle Weine haben das Essen unterstützt und waren exzellent ausgewählt. Weine, die man bei uns wohl nie gereicht bekommen würde. Gar nicht mal irgendwelche besonderen oder eben bekannte und grosse Namen. Ganz tolle Erfahrung! Zum krönenden Abschluß habe ich nur noch eine kleine Flasche Sauternes aus dem Jahre 2000 im Kopf :cheers:!

                              Atmosphäre: angenehm, trotz eines gewissen Geräuschpegels, der einigen evtl. missfallen würde. Die 7 oder 8 Tische stehen relativ nah zueinander, somit kann schon mal ein Kantinenfeeling aufkommen. Allerdings wurde dieses Gefühl bei mir nur zu Anfang entfacht, denn mit jedem weiteren Gang, sollte es nicht nur an unserem Tisch andächtiger zugange gehen! Ansonsten ist der Speiseraum recht schlicht aber dennoch gemütlich eingerichtet. Decke und Wände sind weiß, in Kontrast dazu stehen grüne Stühle. Außer schön gewählten Blumenkreationen, welche die Tische nicht erdrücken, ist keine störende Dekoration zu finden. Von einigen Tischen hat man einen guten Blick auf den offenen Eingang der Küche und dem vorgelagerten Tresen-,Anrichtebereich. Auf der anderen Seite dieser Theke, stehen 2 Barhocker, wo ebenfalls gespeist werden kann. Hier hat man natürlich den perfekten Blick, ist sicherlich aber auch nur ausgewählten Gästen vorbehalten. 2 Herren aßen hier und unterhielten sich angeregt mit dem Service.

                              Fazit: nach ca. 4 ½ Stunden, selig und wohlgenährt, ohne jedoch eine unangenehmes Völlegefühl gehabt zu haben, war ich begeistert und werde definitiv bei meinem nächsten Besuch in Paris vorbeischauen! Auch wenn ich keinen Vergleich habe, ein „must have“ in dieser Stadt!


                              Mkg,
                              Schmackofatz
                              Zuletzt geändert von Schmackofatz; 31.10.2011, 21:59.

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                              • #30
                                M. Pelé hat das Bigarrade verkauft.

                                Kommentar

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