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La Bigarrade, 17ieme

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  • cynara
    antwortet
    Liebe Wi,

    das wirft ein wenig Licht auf die Zukunft:
    http://www.alavantgout.com/christoph...-mode-pause-2/

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  • cynara
    antwortet
    Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
    traurig, aber wahr. Wissen Sie zufällig, liebe cynara, was Christophe Pele machen möchte?
    Nein, leider nicht.

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  • escoffier
    antwortet
    [Es gab bereits ein positives Feedback in Figaro]

    http://www.lefigaro.fr/sortir-paris/...-bigarrade.php

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  • wi090365
    antwortet
    traurig, aber wahr. Wissen Sie zufällig, liebe cynara, was Christophe Pele machen möchte?

    La Bigarrade ist jedenfalls in japanischer Hand und es scheint gut zu funktionieren. Es gab bereits ein positives Feedback in Figaro.

    Trotzdem schade, wir werden es vermissen...

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  • cynara
    antwortet
    M. Pelé hat das Bigarrade verkauft.

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  • Schmackofatz
    antwortet
    Wertes Forum, voriges Wochenende war es endlich soweit. Mit dem Thalys sollte es, noch früh am Morgen, nach Paris gehen.
    2 Mittagessen, schönes Frühlingswetter und stressfreies Bummeln sollten mich erwarten. Die Mission war, Paris kulinarisch zu entdecken, und sich mal nicht als hetzender Tourist, mit unzähligen anderen Menschen, in ewigen Schlangen einzureihen!
    Was soll ich sagen, es war wunderbar. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen! Auf diese Art und Weise macht Paris Spaß und ich habe endlich verstanden, warum man sich in diese ewige Stadt der Liebe, verlieben kann!
    So könnte ich nun noch etliche Zeilen über diese Stadt und meine Erlebnisse schreiben, möchte Sie damit jedoch nicht langweilen und mich auf das Wesentliche, einem Besuch zu Lunch im La Bigarrade beschränken.
    Mein allererster Besuch überhaupt in einem guten Restaurant in Paris, sollte also das La Bigarrade sein. Schon viel hier im Forum darüber lesen dürfen, war ich sehr gespannt, was mich erwarten sollte.
    Erste Eindrücke haben sich verinnerlicht, aber ich wollte persönlich in den Bann gezogen werden, wollte sehen, was so viel anders, ja vielleicht sogar besonderes in/an einem/diesem Pariser Sternerestaurant zu sein schien.
    Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch ………und wurden aufs vortrefflichste erfüllt!

    Service: der Empfang war angenehm herzlich, sehr locker und entspannt. Das Serviceteam ist sehr jung und agiert souverän mit einem stetigen, ehrlichen Lächeln im Gesicht.

    Essen: toll und absolut nicht Vergleichbar mit der deutschen Küche. Eine derartig puristische, experimentierfreudige aber doch einfache Küche, oft nur ein einzelnes Produkt in den Vordergrund stellend, finde ich schlicht grandios. Das Fehlen von Luxusprodukten, wie man es gerade in Frankreich vielleicht nicht erwarten würde, fällt gar nicht auf, weil einen alle Gänge in den Bann ziehen.
    Während man einen Bissen im Munde hat und versucht, diesen Wohlgeschmack zu analysieren, sucht man förmlich mit dem Besteck im übrigen Essen danach, wie der Koch das nur gemacht hat. Man ist Baff, ob der Einfachheit in der Zusammenstellung, wäre selber aber nie auf derartige Kreationen gekommen. Diese verschiedensten subtilen Aromen machen süchtig und lassen Einen in freudiger Erwartung auf den nächsten Gang am Tisch zurück.
    Jeder einzelne, der 12 Gänge, war in sich stimmig. Ich kann nicht sagen, dass irgendein Gang abfiel oder andersherum herausragte. Beeindruckend, hohes Niveau!

    Weinbegleitung: ebenfalls richtig gut und für mich sehr spannend. Alle Weine haben das Essen unterstützt und waren exzellent ausgewählt. Weine, die man bei uns wohl nie gereicht bekommen würde. Gar nicht mal irgendwelche besonderen oder eben bekannte und grosse Namen. Ganz tolle Erfahrung! Zum krönenden Abschluß habe ich nur noch eine kleine Flasche Sauternes aus dem Jahre 2000 im Kopf :cheers:!

    Atmosphäre: angenehm, trotz eines gewissen Geräuschpegels, der einigen evtl. missfallen würde. Die 7 oder 8 Tische stehen relativ nah zueinander, somit kann schon mal ein Kantinenfeeling aufkommen. Allerdings wurde dieses Gefühl bei mir nur zu Anfang entfacht, denn mit jedem weiteren Gang, sollte es nicht nur an unserem Tisch andächtiger zugange gehen! Ansonsten ist der Speiseraum recht schlicht aber dennoch gemütlich eingerichtet. Decke und Wände sind weiß, in Kontrast dazu stehen grüne Stühle. Außer schön gewählten Blumenkreationen, welche die Tische nicht erdrücken, ist keine störende Dekoration zu finden. Von einigen Tischen hat man einen guten Blick auf den offenen Eingang der Küche und dem vorgelagerten Tresen-,Anrichtebereich. Auf der anderen Seite dieser Theke, stehen 2 Barhocker, wo ebenfalls gespeist werden kann. Hier hat man natürlich den perfekten Blick, ist sicherlich aber auch nur ausgewählten Gästen vorbehalten. 2 Herren aßen hier und unterhielten sich angeregt mit dem Service.

    Fazit: nach ca. 4 ½ Stunden, selig und wohlgenährt, ohne jedoch eine unangenehmes Völlegefühl gehabt zu haben, war ich begeistert und werde definitiv bei meinem nächsten Besuch in Paris vorbeischauen! Auch wenn ich keinen Vergleich habe, ein „must have“ in dieser Stadt!


    Mkg,
    Schmackofatz
    Zuletzt geändert von Schmackofatz; 31.10.2011, 21:59.

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  • Schmackofatz
    antwortet
    Liebe Madame Wi,

    nehmen Sie mich das nächste mal bitte, bitte mit :heulen: ?

    Sommerliche Grüße,

    Schmackofatz

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  • Schlaraffenland
    antwortet
    Il pleure dans mon coeur ...
    Ihr Schlaraffe

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  • wi090365
    antwortet
    Wie sieht ein perfekter Tag aus?! Morgens früh mit dem Zug nach Paris fahren, Opera Garnier in Sonnenlichtschein zum 100.Mal bestaunen, bei Colette Lieblingsparfum kaufen, der Hund namens Chocolate kraulen, auf Rue St.Honore Kaffee trinken und die Leute bestaunen, dann zum Lunch in Le Bigarrade, danach ab ins Lieblingsviertel, auf Rue Montorgueil Käse und Wein einkaufen, mit dem Zug nach Hause fahren und Mitbringsel zum Abendessen verspeisen.

    Zum Essen gab es:

    La Bigarrade
    Focaccia und frittierte Anchovis, sowie Muschel-Spieß mit japanische Mayonnaise als Amuse zum Champagner.
    Danach: Doraden-Sashimi mit Schalotten-Confit und Algen
    Eine warme Auster mit Sake
    Geräucherter Oktopus mit schwarzer Tintensoße, Krevettenschalengewürz und
    Blattspinat
    Gebratene Makrele mit Lachskaviar in Chlorophyll und Radieschen Paste
    Gebratener Barsch mit roten Zwiebeln, Himbeeren und in Himbeersoße marinierten Rettich
    Lauch in Tempurateig mit Matcha
    Lammfilet mit Paprika und Korianderpfeffer
    Cassisgranita mit Koriandersamen und grüne Paprika
    Kokosnusscreme mit Kokosnuss geraspelt
    Zitronencreme
    Ananas und Himbeere in Sud
    Kompott aus Rettich und Möhren auf Kartoffelbrei-Creme
    Kaffecreme, Cocktail-Tomate und Mandelmeringue
    Schokoladenkuchen


    Abends zu Hause
    frische Feigen
    Chaource
    Comte 24 Monate alt,
    Epoisse
    Pouligny

    Dazu eine Flasche Saint Romain Maison Champy 2008

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  • wi090365
    antwortet
    Zitat von cynara Beitrag anzeigen
    *Den Clot de L’Oum Cine-Panettone bekommt man übrigens in der im Thread erwähnten Weinhandlung für 18,00 EUR.
    Danke, liebe cynara,

    ich habe mir gleich alle von uns probierten Weine rausgesucht, es waren in den anderen Restaurants auch ein paar Köstlichkeiten dabei. Und Ihr Tipp mit der Weinhandlung ist eine wahre Schatzgrube.

    LG wi

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  • cynara
    antwortet
    Wie schön, dass Sie sich so wohl gefühlt haben.

    Wenn es Ihnen im September möglich sein sollte, möchte ich unbedingt zu dieser Kombi raten: an einem Tag ins Bigarrade und am nächsten ins Passage 53. Gibt nicht nur additiv vier Sterne.

    LG Cynara

    *Den Clot de L’Oum Cine-Panettone bekommt man übrigens in der im Thread erwähnten Weinhandlung für 18,00 EUR.

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  • wi090365
    antwortet
    Schon wieder fehlen mir die Wörter, um unsere Eindrucke richtig zu beschreiben. Wir haben uns in Le Bigarrade verliebt, so sehr, dass wir gleich einen Tisch für September gebucht haben, und freuen uns bereits heute darauf.

    Ich kann allerdings sehr gut nachvollziehen, dass die Meinungen zu dem Restaurant teilweise weit auseinander gehen. Viele Gerichte sind riskant und provokant zusammengesetzt. Für uns jedoch, war alles einfach perfekt. Angefangen mit sehr sympathischen Team, jung, erfrischend natürlich und gelassen. Ich konnte von meinem Platz wunderbar die Küche beobachten. Zu keinem Moment (und wir waren fast 4 Stunden dort) habe ich Nervosität gemerkt, oder erhöhte Stimme gehört. Das zeigt, dass es in der Küche durchaus ruhig gehen kann.

    Wir wollten kein Aperitif und haben uns gleich eine Flasche Weißwein aus Languedoc bestellt, einen wunderbaren Clot de L’Oum Cine-Panettone, der sehr gut bis zum Fleischgang mitgehalten hat. Vorerst gab es natürlich Focaccia samt Olivenöl, dann der erster Gruß, die frittierten Minischrimps, die man mit allem drum und dran essen konnte. Der zweite Gruß – ein Muschelspieß mit japanischer Mayonnaise serviert.

    Der erste Gang war einer der interessantesten (und auch kritischsten, wir haben die Reaktionen am Nachbartisch beobachtet). Eine große Herzmuschel wurde in der Schale gegrillt, bzw. mit Flambiergerät bearbeitet, einschließlich wurde diese in der Schale serviert, so dass wir die Muschel selber aufmachen sollten. Dazu gab es ein Schälchen mit flüssigem Fett von Iberico-Schwein. Was soll ich sagen: die Muschel mit dem Fett schmeckte absolut nach Schinken, die Konsistenz und Geschmack, einfach verblüffend.

    Danach kamen

    -eine rohe bretonische Muschel mit geräuchertem schwarzen Knoblauch
    -junge grüne Erbsen mit Thunfisch Kaviar
    -Ei und Miso
    -Tintenfisch, Speck, grüne Bohnen ( mein absoluter Lieblingsgang, sehr schön optisch anzusehen, Konsistenz und Geschmackspiel im Mund, fantastisch)
    -Fischsuppe mit frischen Blüten und einer frischen Mandel
    -Angeräucherte Makrele, Rädischenblüten, Orangenconfit
    -Kabeljau, Johannesbeere
    -Lamm mit Anchoviskruste, schwarzer Curry, Zitronensenf
    -Ziegenkäse, Zwiebelnconfit

    Als Dessert:
    - Pfirsich, Gurkensud
    -Pampelmuse, Melone, Paprika
    -Zitronencreme
    -Kartoffel, Currycreme, Rum
    -Pistaziencreme, Merengue
    -Erdbeer- und Sageeis
    -Schokoladenkuchen, Kokos, Karamell

    Und zum Kaffe noch 2 himmlische Makarons.

    Ich wiederhole mich, aber wir waren begeistert. Es war wieder einer dieser Momente, wo der Glückspegel vom Gang zum Gang steigt, und man merkt, dass man ein verträumtes Lächeln hat, und die Gedanken schweifen ab. Schaut man umher, das gleiche ist wohl mit einigen im Raum auch passiert: der gleiche Gesichtsausdruck, die gleiche Verzückung in Augen.

    Sehr bemerkenswert fanden wir die Dessert-Zusammenstellungen. Kartoffel mit Currycreme und Rum – einfach ein Hammer! Die einzige, wenn auch minimale Schwäche zeigte für uns der Fleischgang, der Rest war einfach einmalig. Zwei Sterne? Ganz eindeutig ja, manche Gänge sogar mehr.

    Allerdings, glaube ich, dass die Fans von einer klassischen Küche hier eher verwirrt rausgehen werden. Le Bigarrade ist trotzdem eine Reise wert (und Paris sowieso)

    LG
    wi

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  • cynara
    antwortet
    Liebe Schlaraffens,

    meine Freude über Ihren Bericht war aufrichtig. Empfehlungen können leicht nach hinten losgehen, obwohl oder gerade weil das Bigarrade mit ** geschmückt ist. Das bezieht sich eher weniger auf Ihr Pech, ein Mundgeruch-Monster als Nachbarn gehabt zu haben (schlimm genug), sondern eher auf den Küchenstil, der Geister sicher trefflich scheiden könnte.

    Wir lieben diese Art von Küche weiterhin inständig (Versuche im März und April), auch wenn wir uns wünschten, die Kerntemperatur wäre bei wenigen Gerichten etwas höher. Versuchen andere Küchenchefs, vermeintlich angenehmen oder vermeintlich „wichtigen“ Gästen, mit einem Extra-Gang eine Freude zu bereiten, wird diese Aufgabe im B. dem Sommelier überlassen. Das führt bei mir meistens dazu , ein Paar Schuhe in der nahe gelegenen rue des Batignolles zu kaufen, das ich nicht wirklich brauche.

    Die Crew des Bigarrade hat uns ein paar Adressen genannt, bei denen sie selbst gerne relaxen oder die Zunge reizen und die eigentlich garantiert keinen Stern haben dürften. Den Status „entdeckenswert“ sollten sie nicht eingebüsst haben. Wir haben bisher einzig die Crémerie besucht und das war wunderschön.

    Les fines gueules (nicht als Steilvorlage für Crasse-Crôute Diskussionen gedacht), 2eme

    Cotte Rôti, 12eme

    Carte blanche, 9eme

    Claude Colliot, 3eme (Escoffier war sehr unzufrieden; über Details wäre ich ihm dankbar)

    La Crèmerie, Odéon: ein wunderschönes Ambiente, interessante Weine (wir sind keine Weinkenner, ich gewinne Bioweinen aber immer mehr ab), einwandfreie Produkte, wie Schinken. Paris für Fortgeschrittene.

    Ich erwarte mit Spannung, ob jemand zum Passage 53 zu schreiben hat. Wir hatten dort das beste Essen, zumindest dieses Jahres. Der Chef kocht an Samstagmittagen, was ihm einfällt. Ob der Preis vorher feststeht, weiss ich nicht. Die 110 EUR waren jedenfalls bestens angelegt und obwohl die Weinkarte sehr übersichtlich ist und wenig im Bereich unter 100 EUR listet, fand sich ein Chassagne-Montrachet von Colin, der bei vielen Gängen gut mithalten konnte. Die Empfehlungen zu Lamm (Gevrey-Chambertin) und Dessert waren gut.

    LG Cynara

    PS: M. Simonin hat uns ausgeladen. Nein, nicht aktiv, sondern bei der üblichen Bestätigung unsererseits kurz zuvor. Er war schwer desolé. Da unser Hotel gerade um die Ecke liegt, konnten wir uns, bevor wir zu unserem Tisch im Sola aufmachten, überzeugen, dass wir zugunsten einer größeren Gesellschaft „ausgeladen“ wurden. Sehr enttäuschend, so ein Verhalten. Das habe ich in deutschen Häusern noch nicht erlebt.

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  • Daurade
    antwortet
    es bestand ein eindeutiger Zusammenhang zwischen diesem Fäulnisdampf und den knappen Wortwechseln M.Gabins
    Na, bei dem Alter des Herrn wundert einen das ja nicht Ist eine Frage des haltbarkeitsdatums :cheers:

    Beste Grüße
    Daurade

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  • wi090365
    antwortet
    Sehr geehrter schlaraffenland,

    Ihre Wörter füllen mein Herz mit der Sehnsucht, und zwingen mich dazu, unverzüglich und sofort ein Ticket nach Paris zu kaufen_ in der Hoffnung noch einen Tisch in La Bigarrade zu ergattern.

    SG
    wi

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