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    Restaurant G.a.2 Rue Saint Clair – 76490 CAUDEBEC en Caux

    David Goerne, deutscher Koch in der Normandie, diesen Namen sollte man sich merken. In Caudebec en Caux an der Seine, gelegen zwischen Rouen und Honfleur, betreibt er im Manoir de Rētival seit über zwei Jahren sein Restaurant G.a.
    Eine Reservierung ist unabdingbar, auch eine Übernachtung sollte eingeplant werden.

    David, der im Jacob’s (Hamburg) gelernt und u.a. auch als Sous Chef im Restaurant „Alter Meierhof“ bei Dirk Luther gearbeitet hat, bietet zwei Menüs an. Das kleine Menü für 98 € und ein Überraschungsmenü für 148 €, serviert werden beide mit korrespondierenden Weinen.

    Wir hatten uns für das große Menü entschieden und es gibt, nach unserer Auffassung, keine Anhaltspunkte für Kritik an dem zu üben, was David Goerne auf die Teller gebracht hat. Goerne steht allein an seinem Molteni Herd und seine Küche kommt frisch und visionär daher. Gespeist wird in der Küche an einem bis zu 12 Personen fassenden Tisch. Für größere Gesellschaften gibt es natürlich noch ein Speisesaal. Bei unserem Besuch saß noch ein französisches Paar, der Bürgermeister mit Ehefrau von Caudebec en Caux, mit am Tisch.

    Texturen und Aromen wechseln sich während der Speisefolge perfekt ab. Herzhaft gewürzt wie beim Gazpacho Andaluz, folgt eine milde Infusion von Lakritze. Der nächste Gang- Makrele – dann wieder mit kräftigen Gewürzen und bissfesten Beilagen. Dies setzt sich auch bei den nachfolgenden Gängen fort. Goerne setzt auf Qualität und Frische bei seinen Produkten. Wenn möglich wird alles aus der Region beschafft. Das Meer ist kaum 50 km entfernt. Sein Menü: Handwerklich perfekt, kreativ und mit überraschende Geschmackseindrücken, auch optisch ein Genuss. Die Region soll man sehen und schmecken.

    Fazit: Wir kommen wieder. Wir waren vier Tage vorher bei Bau in Perl, sehr gut, aber der Besuch bei David wird stärker bei uns in Erinnerung bleiben.

    Bilder unter
    http://29alwi.wordpress.com/2011/06/...aux-normandie/

  • #2
    Zitat von calvados* Beitrag anzeigen
    ...auch optisch ein Genuss.
    Sorry, werter calvados*, aber das spiegeln Ihre Bilder leider nicht wider. Ich glaube gerne, dass das alles "saulecker" war, aber optisch...?

    Gruß, Merlan

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    • #3
      Ein guter Bericht über ein aus meiner Sicht zukunfsweisendes Konzept. Danke dafür. Sollte es das G. a. im nächsten Sommer noch geben, schaue ich es mir an.

      Zu der seitens Merlan bemängelten optischen Anmutung.
      Die Bilder haben miese Farbwerte doch dafür kann der Koch nichts. Stellt man das Auge auf Autokerrektur, bleiben schöne Produkte, ordentlich und ohne unnötigen Krempel angerichtet. Man könnte größere Teller zur Hand nehmen und allerlei Sprossen, zu kleine Saucentupfer und Fritiergut als Dekoration verwenden oder gar noch größere Teller nehmen und alles fein aufräumen. Könnte man machen aber leckerer aussehen, würde es meiner Meinung nach nicht.

      Gruß Passepartout

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      • #4
        Was, werter calva, waren denn nun die korrespondierenden Weine? (außer, daß es Champagner ad libido gab)
        s.

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        • #5
          Was, verehrter schlaraffenland, meinen sie mit "Champagner ad libido"? Haben Sie dabei die (spätere) Übernachtung in einem der freilich sehr schönen Räume im Sinn? Oder liegt eine Verwechslung mit dem in der Musik vielfach benutzten "ad libitum" vor? Für Bild-Junkies gibt es auf der Seite des Ga einige nette Fotografien. Sie setzen das Speisenangebot in ein schöneres, besseres Licht. Der Name des Restaurants gibt Rätsel auf. Hat hier möglicherweise Voltaire als Ideengeber hergehalten?

          Beste Grüße
          Daurade

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          • #6
            Hotel und Restaurant Ivan Vautier in Caen 08.05.2013

            Nach einer fast achtstündigen Autofahrt über die regennassen Autobahnen von Deutschland, Belgien und Frankreich kommen wir gegen 18:00 Uhr im Hotelrestaurant Ivan Vautier in Caen an. Wir nehmen unser Gepäck auf und gehen voll bepackt zur Rezeption. Hier müssen wir leider eine böse Überraschung erleben. Das Hotel ist voll belegt. Unsere Reservierung über das Internet hat anscheinend nicht funktioniert. Wer nun Schuld daran trägt, ob wir oder das Hotel, lassen wir einmal offen. Die nette Dame an der Rezeption rettet allerdings die Situation und besorgt uns in der Nähe des Restaurants ein Hotelzimmer.
            Also wird alles wieder eingepackt und wir fahren zum ca. 3 km entfernten Hotel. Nach einer achtstündigen Autofahrt ist eine Dusche hoch will kommend. Anschließend geht es mit einem Taxi wieder zurück zum Restaurant.
            Wir werden in den Salon geführt und erhalten zu unserer Überraschung ein Glas Champagner kredenzt. Eine kleine Aufmerksamkeit des Hotels für die Unannehmlichkeiten der Reservierung. Dazu gibt es drei kleine Amuse Bouchers.
            Amuse-Bouche : Macaron mit Camembert – Schinkencracker – gefülltes Nori Blatt, dazu ein Glas Champagner. Nichts Besonderes also. In Deutschland werden bereits in den * Sternerestaurants diese kleinen Aufmerksamkeiten mit viel mehr Aufwand hergestellt und serviert.

            Anschließend werden wir in den Speisesaal geführt. Der lang gestreckter schmaler Raum ist bei der Einrichtung in grau und Brauntönen gehalten, die Wände dagegen haben einen kräftigen Rotton.
            Bereits im Salon hatten wir uns für das Hummermenü entschieden, so dass wir uns nur noch um die Weinfrage kümmern mussten.

            Wir entscheiden uns für eine ½ Flasche Meursault Blagny 2008 sowie ½ Flasche Beaune L. Latour 2007.

            1. Gang: Hummer Tatar mit Gänseleber Ravioli und Trüffel
            2. Gang: Die Hummerscheren mit grünen Spargel, Wildkräuter und Parmesan
            3. Gang: Hummer mit Kartoffelterrine, Hummersauce mit Ingwer abgeschmeckt, Blutwurst zwischen zwei dünnen Brotscheiben.
            4. Gang: Hummer mit Taube und Artischocke
            5. Gang: Kleine Äpfel a la Tatin mit einem Creme-Calvados Eis

            Zum Abschluss im Département Calvados natürlich ein Calvados. Diesmal ein Camut Prestige.

            Fazit: Angenehme und entspannte Atmosphäre, flotter und unaufgeregter Service. Enttäuscht waren wir vom Dessert, schmeckte wohl sehr gut aber doch für ein * Sternehaus sehr einfach. Auch die Verbindung Hummer- Blutwurst war nicht einleuchtend.

            Ivan Vautier
            3 Avenue Henry Chéron
            14000 Caen, Frankreich
            +33 2 31 73 32 71
            [email protected]
            http://www.ivanvautier.com
            Besucht am 08.05.2013 (abendes)
            Bilder unter http://29alwi.wordpress.com/2013/05/...-vautier-caen/
            Speisekarte
            http://speisekarten.wordpress.com/20...-vautier-caen/

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            • #7
              Restaurant G.a. Caudebec en Caux
              05.06.2014

              Und auf dem Weg in die Normandie liegt immer irgendwo ein mit Michelin Sternen geadeltes Restaurant auf dem Weg. So in einem Bericht in der HNA vor einigen Jahren über mein Hobby.

              Auch diesmal lag natürlich für uns ein Restaurant auf dem Weg nach Vire. Ein Stern leuchtet wohl zurzeit noch nicht über Caudebec en Caux, es dürfte aber nur noch eine Frage der Zeit sein, bis im G.a. der Stern angekommen ist.
              Der erste Besuch bei David Goerne lag exakt 3 Jahre zurück. In dieser Zeit hat sich einiges geändert im Hause Goerne, das gute Essen und die herzliche Gastfreundschaft ist aber geblieben.

              David Goerne hat nicht nur geheiratet, sondern hat auch den Betrieb erweitert. Zusätzlich ist in einem separaten Gebäude ein Bistro sowie zwei zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen worden. Im Bistro wird eine einfacherer regionale Küche zu günstigen Preisen (3 Gang Menü für 39€) angeboten, währen im Restaurant G.a. weiterhin auf sehr hohen Niveau gekocht wird. Auch Lucas, ein junger deutscher, als Souschef und zwei heimische Küchenhelfer helfen ihm, die Arbeit zu bewältigen.

              Zwei interessante Küchengrüße eröffnen das Abendmenü. Diese und die nächsten Gänge nehmen wir auf der vorgelagerten Terrasse des Restaurants ein. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf Seine und die Pont de Brotonne.

              Erster Küchengruß: kurz angebratenes Thunfischsteak mit Rhabarber Schuppen, grünen Spargel und
              Sezuan Pfeffer.

              Dazu selbst gebackenes Baguette. Einmal mit Safran und einmal mit Kümmel gewürzt.

              Danach eine überbackene Auster, David legt zusätzlich ein Austernblatt auf den Teller.

              Das Menü:

              Gänsestopfleber a la maison, gebraten und als Mousse, dazu eingelegte Feigen in Rotwein, dazu ein Glas Sauternes

              Hummer mit zwei Saucen, mit einer dunklen Kalbsjus-Hummersauce sowie eine Fenchelsauce.

              Seegurke und Makrele in einem Zitronengrassud

              Kabeljau mit Brokkoli

              Seeteufel auf Spinat und Schnecken

              Taube rosa gebraten mit Erbsen und Pfifferlingen

              Schweinrücken mit Trüffeln

              Schokolade und Erdbeeren.

              Fazit: David Goerne ist nach unserer Auffassung auf dem Weg zum Stern. Ein Menü ohne Schwachpunkte. Besonders hervorzuheben die Seegurke mit Makrele sowie der Taubengang. Alles geschieht in sehr lockerer Atmosphäre im Küchenraum. Eine Servicekraft ist daher nicht erforderlich. Sehr gute Weinbegleitung. Angefangen von Champagner zum Aperitif und Sauternes zur Foie gras bis zum 1977 Port zum Dessert. Außerdem Sauvigon blanc zum Hummer, hervorzuheben 1999 Pouilly Fuisse, der ausgezeichnet zur Makrele und zur leichten Säure des Zitronengrassudes passte. Zur Taube dann einen leicht gekühlten Bordeaux.

              Am nächsten Morgen dann ein ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse.

              Bilder wie immer unter: http://29alwi.wordpress.com/2014/06/...debec-en-caux/

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              • #8
                04.09.2014- Restaurant L'Absinthe - Honfleur

                Nach einer kleinen Ruhepause im Hotel war Abendessen im Restaurant L'Absinthe angesagt. Neben den Räumen im Inneren mit viel normannischem Fachwerk, gibt es auch eine Terrasse zum Quai Quarantaine hin gelegenen. Am Abend oder bei schlechtem Wetter kann diese auch überdacht werden. So entsteht ein gemütlicher „Wintergarten“ mit Blick auf die Straße.

                Neben den a la Carte Gerichten werden 3 Menüs angeboten.
                Diese Menüs sind nach berühmten Sohnen der Stadt Honfleur benannt.

                Menü „Erik Satie" 36 € (Erik Satie , Komponist. Geb.1866 in Honfleur)
                Menü „Alphonse Allais" 50 € (Alphonse Allais, Journalist und Humorist. Geb.1854 in Honfleur)
                Menü „Eugène Boudin" 58 € (Eugène Boudin. Geb 1824 in Honfleur, Maler)

                Ich entschied mich für das Menü „Alphonse Allais“ mit einer kleinen Änderung. Statt“ Lagostinos in Tempurateig“ wurden Austern bestellt.

                Amuse Bouche. Der Auftakt ein wenig misslungen. Die Crème Brûlée von der Gänseleber war grieselig und sehr kalt. Kam direkt aus dem Kühlschrank.

                Austern. Aus den Gewässern von der Halbinsel Cotentin. Top Qualität

                Rotbarbe auf gefülltem rotem Paprika und Pesto.
                Die Paprika mit Gemüsefüllung, sehr wohlschmeckender Pesto und die Barbe auf den Punkt gegart.

                Lammkotelett mit jungen Zwiebeln und Mangoldstielen.
                Ma wird vorher gefragt wie man die Koteletts serviert haben möchte. Sehr intensive Lammsauce. Die auf der Karte anvisierten Mangoldstiele entpuppten sich als Selleriescheiben.

                Käseplatte
                Sehr gut gereifte Rohmichkäse, viele aus der Region.

                Schoko Macaron und Eis.
                Gegenüber den anderen Gängen viel das Dessert in Ausführung und Geschmack doch etwas ab.

                Zum Schluss Espresso und natürlich ein Calvados.

                Fazit: Dieses stilvolle und gemütliche Restaurant in einem alten Fachwerkhaus bietet eine Mischung aus klassischer und moderner Küche. Ein gutes Preis- Leistungsverhältnis und tadelloser Service.
                Alternativ kann man in der ungezwungenen Atmosphäre des Bistros La Grenouille neben an speisen.

                Bilder: https://29alwi.wordpress.com/2014/09...nthe-honfleur/

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                • #9
                  Vielen Dank für Ihre feinen Berichte.

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                  • #10
                    05.09.2014
                    Château d'Agneau
                    2 Kilometer von der Stadt St. Lo entfernt liegt im Tal der Vire das Château d'Agneau. In einem großen Park liegt dieses Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert. Das Haus hat nur 11 Zimmer unterschiedlichster Größe und Ausstattung. Im Hauptgebäude sind sieben Zimmer und im ca. 100 m entfernten Wachturm 4 Zimmer vorhanden. Im Hauptgebäude ist auch die Rezeption untergebracht. Wir werden freundlich empfangen und zu den Zimmern begleitet. Allerdings müssen wir unser Gepäck über die schmale Wendeltreppe selber tragen.
                    Um in mein Zimmer zu kommen muss ich zweimal den Kopf einziehen um nicht an die Dachschrägen zu stoßen. Das Zimmer liegt im Dachgeschoss und ist ca. 15 qm groß. Eine Dachgaube mit kleinem Fenster bringt wenig Tageslicht in den Raum. Das Zimmer ist individuell und liebevoll eingerichtet. Auf der einen Seite gibt es Stilmöbel, Holzpaneele, Holzböden und alten Steinplatten auf der anderen ein gut ausgestattetes Bad mit Haartrockener und guten Ablagemöglichkeiten sowie kostenlosen WLAN Zugang und TV. Im Bad fehlt wieder einmal eine vernünftige Duschabtrennung.

                    Die beiden Restaurants sowie Seminarräume sind in einem authentisch eingerichteten alten Bauernhaus untergebracht. Stein, normannisches Fachwerk und eine Holzbalkendecke prägen den Raum.
                    Die Speisekarte wird durch saisonale und regionale Zutaten inspiriert.

                    Neben den a la Carte Gerichten werden 2 Menüs angeboten. Vier Gänge für 27 € bzw. 36 € einschl. Käse.

                    Mein Menü für 36€ sah wie folgt aus:

                    Amuse Bouche: Oliventapenade und Gemüsecreme und als Aperitif ein Pommeau.

                    Tartar von der Dorade mit Isigny Austern, Karotten-Vinaigrette
                    Dazu ein Glas Sauvignon

                    Lammcarré mit kandierten Schalotten, Spargel und Kartoffelpüree
                    Dazu ein Pinot Noir

                    Käseplatte von dem normannischen Haus Réaut
                    Dazu ein Cidre

                    Dreimal Schokolade

                    Zum Abschluss natürlich einen Calvados.

                    Fazit: Angenehmer Aufenthalt im Tal der Vire. Nettes Hotel mit kleinen Schwächen. Das Menü mit regional geprägten Produkten und einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

                    Bilder http://29alwi.wordpress.com/2014/09/...eau-normandie/

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                    • #11
                      Danke für den Bericht. Das klingt alles sehr spannend und ich denke so ein Japanaufenthalt lässt selbst einen erfahrenen Franzosen noch den Umgang mit Fisch verfeinern. Da muss ich mal hin...

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                      • #12
                        Hotel-Restaurant "Auberge de la Source"

                        Eingebettet am Rande eines Waldes im Dörfchen Barneville-la-Bertran, nur 5 km von Honfleur entfernt, steht das Hotel-Restaurant „Auberge de la Source“. Die Auberge besteht aus dem Hauptgebäude und mehreren Nebengebäuden. Die Rezeption und das Restaurant befinden sich im Hauptgebäude. Ein schön gestalteter Garten mit blühenden Apfelbäumen und einem kleinen Bach mit Teich verspricht absolute Ruhe. Das ehemalige Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde anscheinend in den letzten Jahren saniert. Unsere Unterkunft befand sich im Dachgeschoss eines Nebengebäudes. Das Zimmer ausreichend groß und nett eingerichtet. Leider befand sich im Zimmer keine Möglichkeit die Koffer abzulegen, so dass man die Koffer auf dem Fußboden ausbreiten musste. Auch fehlten einige Haken um Jackett etc. aufzuhängen. Bad und WC waren getrennt angeordnet. Bedingt durch die Dachschräge war es allerdings im Bad nicht möglich sich im Stehen zu duschen. Also entweder auf die Knie gehen oder sich in die Badewanne setzen. Das Waschbecken sah wohl sehr modern aus, aber sehr klein und daher kaum zu benutzen. Dafür gab es genügend Ablagemöglichkeiten um das Waschbecken herum. Auch WLAN wird kostenfrei angeboten. Leider war auf unserem Zimmer allerdings weder WLAN noch Telefon zu empfangen. Erfreulich war natürlich die himmlische Ruhe im gesamten Hotelensemble.

                        Das Restaurant ist abends ab 19:30 Uhr geöffnet. Der Aperitif wurde bei herrlichem Sonnenschein im Garten eingenommen. Mit einem Glas Champagner sowie Garnelen als Amuse Bouche lassen wir die doch anstrengende Fahrt hinter uns. Im Restaurant wird täglich ein vier Gang Menü angeboten. Bei den verschiedensten Gängen werden dabei mehrere Alternativen angeboten. Das Menü kostet 39 €, bei verschiedenen Alternativen müssen allerdings Aufpreise gezahlt werden.

                        Mein Menü sah dann wie folgt aus:

                        Spieß von Kaisergranat, mariniert mit Sesam sowie einem Salat mit normannischer Creme und Muscheln.
                        Ein gelungener leichter Auftakt des Menüs

                        Taube gefüllt mit Gänsestopfleber auf Linsen Salat und einer gebratenen Wurst Lyoner Art.
                        Ein Gang, bei dem Gaumen und Magen Schwerstarbeit zu leisten hatten. Die Taube nicht rosarot gebraten, sondern fast durch, aber sehr saftig und mit einem wunderbaren Taubengeschmack. Die Linsen brachten einen gewissen Biss und die Wurst einen leichten Rauchgeschmack an diesen sonst gelungenen Gang.

                        Gebackenen Camembert.
                        Schwachpunkt des Menüs. Wie kann man in einer Region, wo es wunderbaren Rohmilchkäse gibt, nur so etwas anbieten. Für ein Restaurant und einem Küchenchef mit gewissen Ansprüchen völlig unakzeptabel.

                        Törtchen von dunkler Schokolade mit Karamell und Milcheis.
                        Sehr gelungen, doch durch die Schokolade und den Karamell sehr mächtig.

                        Zu den Weinen:
                        Der Weißwein aus der Rebsorte Sauvignon Blanc. Dieser Wein stammt aus den Weinbaugebiet Quincy und ist Teil der Weinbauregion Loire. Ein frischer würziger Wein der die richtige Trinktemperatur hatte.
                        Der Rotwein, ein 2010 Chassagne Montrachet vom Weingut Joseph Drouhin. Ein Wein der geschmacklich überzeugen konnte. Johannisbeeren, Kräuter und Gewürzen prägten diesen Wein.


                        Fazit: Eine sehr angenehme Adresse in der Normandie mit allerdings kleinen Schwächen. Besonders der Bereich Dusche wird als sehr negativ angesehen. Auch sollte der Bereich Telekommunikation überprüft werden. Auch bei den Menüs ist muss noch viel nachgebessert werden. Das Frühstück am anderen Morgen ließ keine Wünsche offen. Nach all den aufgeführten Punkten würde ich dieses Haus er im drei als im vier Sternebereich sehen.


                        Bilder: http://alwisgenussreisen.com/2015/05...15-erster-tag/

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                        • #13
                          Der Figaro beschreibt hier
                          http://www.lefigaro.fr/gastronomie/2...a-honfleur.php
                          seine normannischen Lieblingsrestaurants mit Menüs < 50 €.
                          Ist Ihnen, werter calva, von denen schon mal eines über den Weg gelaufen?
                          Gruß,
                          s.

                          Kommentar


                          • #14
                            Hallo Schlaraffenland

                            Von den aufgeführten Restaurants sind mir folgende bekannt.
                            Honfleur - Au P'tit Mareyeur
                            Port-en-Bessin - La Chenevière
                            Bayeux - Le pommier

                            Die Besuche liegen allerdings schon länger zurück, daher ist keine aktuelle Kritik möglich.
                            In Honfleur wurde ich in der Preisklasse allerdings Le Bréard bzw. L'absinthe vorziehen.

                            La Chenevière in dieser Preisklasse? Ich habe es als sehr teuer erlebt. Hotel und Restaurant.

                            Gruß Calvados

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von calvados* Beitrag anzeigen
                              Restaurant G.a. Caudebec en Caux
                              ...Ein Stern leuchtet wohl zurzeit noch nicht über Caudebec en Caux, es dürfte aber nur noch eine Frage der Zeit sein, bis im G.a. der Stern angekommen ist...
                              Der Stern leuchtet jetzt David Görne schaffte es in Frankreich einen Michelin-Stern zu erhalten.

                              Ich hatte ich ein Gourmet-Mittagessen dort über ein Flußkreuzfahrt-Schiff Ausflugsprogramm gebucht (keine Verramschung). "G. A." hat David Görne sein Restaurant genannt, das Kürzel steht ganz einfach für "Guten Appetit". Um den mir für den nächsten Tag zu holen lief ich nach dem Essen zu dem Herrenhaus Manoir de Rétival um es mir schon einmal anzuschauen und eine Kleinigkeit zu essen und/oder zu trinken wenn dies überhaupt möglich ist.

                              Ich wurde von dem sofort sympathisch wirkenden Gastgeber sehr freundlich begrüßt. Es war kein Problem nur einen Wein und einen Calvados im idyllischen Park bei strahlend schönen Wetter zu trinken. Es wurde bedauert dass der Rotwein normal etwas länger ruhen sollte nach dem Aufmachen, so viel Fürsorge hat man leider selten in der Gastronomie. Mir schmeckte der Wein als Banause trotzdem.



                              Dazu bestellte ich mir ein Champagner-Sorbet was wunderbar cremig war und sehr elegant schmeckte:



                              Als der Chef mir danach noch eine Schinkenplatte spendierte (der Name der Sorte habe ich leider vergessen, schmeckte hervorragend, und war superzart):



                              war ich hin und weg und es war um mich geschehen. Auf einen Bein stehen konnte ich nicht, orderte noch einmal Getränke und war mit Gott und der Welt zufrieden. Ein wunderschöner Nachmittag ging langsam zu Ende und ich hatte eine riesige Vorfreude auf das Menü am nächsten Tag.

                              Am nächsten Tag stand der kulinarische Höhepunkt der Reise an. Sechs Gäste des Schiffes inclusive mir hatten sich eingefunden um das Gourmet-Mittagessen in dem kleinen Schloss des Gastgebers einzunehmen. Im G.A. geht es nicht elitär zu. Wir wurden in der Küche empfangen und dort wird auch bewirtet. Wir schauten auf die Töpfe und den Herd während das Essen für uns zubereitet wurde.





                              Hier brodelte ein Topf voller Trüffel:



                              Ich hatte mir leider nicht alles aufgeschrieben was wir bekommen hatten, und mein Gedächtnis ist nicht das Beste. Gestartet wurde mit einer Geschmacksexplosion: Ein Gericht so klein wie ein Stecknadelkopf das wunderbar intensiv und scharf schmeckte, ein guter und gelungener Einstieg. Es folgten paar Kleinigkeiten wie eine Auster in einer sehr pikanten Soße, ehe das Menü startete: Vorweg zwei Fischgänge, ein vegetarisches Gericht und eine Entenleber-Trilogie. Eigentlich hatte ich Innereien bei der Buchung über das Schiffsreisebüro abbestellt, ich aß nur das vegetarische was Drumherum war. Als Hauptgang gab es ein sehr zart gegartes Filet vom Cidre-Rind. Das glückliche Tier erhält bis zur Schlachtung täglich eine Ration vom französischen Apfelschaumwein im Rahmen des Erlaubten. Abgeschlossen wurde das Menü mit einem Dessert mit dem Thema Möhren.









                              Ich hatte natürlich hohe Erwartungen vor dem Besuch, diese wurden alle erfüllt. Die Speisen hatten eine hervorragende Qualität und überzeugten. Selbst das Möhrendessert war eine überzeugende Komposition und nicht langweilig wie es sich für mich zuerst anhörte. Das Konzept in der Küche zu servieren war für mich genial und hatte mit einer allgegenwertigen 'Showküche' nichts zu tun. Hier steht viel mehr die Kommunikation im Vordergrund, zumal der Service sehr aufmerksam und freundlich war.

                              Nachdem vorweg ein Glas Champagner serviert wurde gab es passende Weine zu den Gängen. Hier hätte ich mir als Besucher in Frankreich bei dem Weißwein lieber einen vom Land gehabt anstatt den von der Mosel. Das war wahrscheinlich der deutschen Herkunft des Gastgebers geschuldet und wird den einheimischen Gästen gefallen. Ein Normandie-typischer Calvados beendete den schönen Mittag.

                              Gut gelaunt ging es zurück zum Schiff. Ich glaube dass es den anderen Mitessern vom Schiff auch gefallen hatte, und satt geworden ist denke ich auch jeder. Ich war froh den Ausflug gebucht zu haben. Auf die Idee als Ausflugsziel im Rahmen einer Fluss-Kreuzfahrt einen Sterne-Koch zu besuchen muss man erst einmal kommen, und auch den Mut dazu haben das anzubieten. Schön dass es bei mir geklappt hatte, so was könnte es nach mir viel öfter geben.
                              Zuletzt geändert von Hochemer; 15.10.2016, 10:01.

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