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  • calvados*
    antwortet
    Im Zeichen der Pandemie geht man neue Wege. Für Ostern hatte ich mir eine Sternschnupperbox bei Davis Goerne bestellt. Alles lief hervorragend. Die Lieferung erfolgte im übrigen über Bos Food.
    https://alwisgenussreisen.com/2021/0...nuppenbox-g-a/

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  • QWERTZ
    antwortet
    Danke für diesen (für mich) virtuellen kulinarischen Ausflug

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  • calvados*
    antwortet
    „Le Pave d’ Auge“

    Beuvron-en-Auge gehört zu den schönsten Dörfern Frankreich und einige der Gebäude stehen unter Denkmalschutz. In der Mitten des Ortes ist die ehemalige Markthalle im normannischen Fachwerk angesiedelt und beheimatet das Sterne Restaurant

    Es war 1990 als wir das Haus zum ersten Male besuchten. Danach waren wir noch 2mal Gast in diesem Sternerestaurant. Letztmalig 2007.
    Wir hatten für 4 Personen über das Internett reserviert. Dies war, wie es sich herausstellte, auch notwendig. An diesem Mittwochabend vor Himmelfahrt war das Restaurant bis auf den letzte Platz belegt.
    Mit dem Betreten des Gastraumes taucht man ein in ein typisch normannisches Gebäude mit massiven Holzbalken, große Pflastersteinen und Steinwänden. Eine dezente Beleuchtung zeigt die Schönheit der normannischen Architektur. Die Tische, man hat haben einen guten Abstand zum jeweiligen Nachbar, sind weiß eingedeckt und auf dem Tisch liegt erfreulicher Weise die Aperitifkarte.

    Der Abend ist der Auftakt zu einem besonderen Veranstaltungswochenende. Unsere Partnerstadt Vire, ca. 100 km von Beuvron entfernt hat zu einem Europafest geladen.

    Wir beginnen mit einem Glas Champagner 12 cl für 13.50€. Der Chef selbst nimmt das Menü auf. Wir entscheiden uns für das Degustations Menü, lediglich der Hauptgang, Lamm, wird von uns festgelegt. Auch das Weinmenü, 4 Gläser 12 cl, wird bestellt und wir fahren nicht schlecht damit. Die Weine passen zu den Gerichten, sind gut gekühlt und man schenkt großzügig ein.
    Die gereichten Amuse Bouche waren leider sehr Aromen- und ausdrucksarm. Warum man in der Normandie ein Ratatouille Espuma servieren muss, ist mir schleierhaft.

    Gebratene Foie Gras, Erdbeeren und Rhabarber süß und sauer, warm und kalt serviert.

    In einem Nori Blatt eingerollte Geflügelfarce und Hummer, dazu gegrillter Hummer , eingelegtes Gemüse und Hummer Cappuccino.

    Steinbutt vom Grill, frisches Gemüse (Erbsen) und Steinbuttjus

    Milchlamm, Scheibe von der Keule, gefüllte Haxe und Gemüse.

    Käse der Normandie, leider zu kalt serviert und waren auch nicht richtig durchgereift.

    Soufflé von Grand Marnier, Erdbeer- und Orangen Eis. Habe selten ein so gutes Soufflé verspeist. Leicht, locker und ist nicht zusammen gefallen.

    Fazit: Bis auf die Amuse Bouche ein sehr gutes Menü. Überwiegend saisonale und regionale Produkte. Sehr guter Service, ausschließlich von Herren in dunklen Anzügen.

    Bilder https://alwisgenussreisen.com/2019/0...e-pave-d-auge/

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  • calvados*
    antwortet
    Le Manoir de la Pommeraie - Vire
    Am Stadtausgang von Vire an der D 524 in Richtung Flers befindet sich das Gourmetrestaurant Le Manoir de la Pommeraie in einem charmanten Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Seit unserem letzten Besuch im Jahre 2014 hat sich einiges getan und Julien Guérard (Chef de Cuisine) und seine Ehefrau Masako Guérard (Chef Pâtissière) haben kräftig investiert.
    So wurde ein charmanter Wintergartenanbau unter Berücksichtigung des vorhandenen Gebäudes in Richtung des Parks erstellt. Auch die gesamte Inneneinrichtung bekam eine zeitgenössische Atmosphäre. Im Bereich der Einfahrt und der Parkplätze wird zurzeit noch kräftig gebaut. Man kann hier nur hoffen und wünschen, dass entsprechend viel Grün gepflanzt wird.
    Geblieben ist die interessante französische Küche die reich an Aromen mit saisonalen und regionalen Produkten arbeitet. Dabei werden aber auch leicht asiatische Aromen mit verarbeitet. Masako Guerard, sie zuständig für die süßen Sachen des Hauses, ist schließlich Japanerin.
    Bei den Menüs werden zwei Richtungen vorgegeben. Einmal ein Menü à la Carte Blanche und Menü Terroirs de Normandie. Wir bestellten ein Drei Gang Menü Carte Blanche bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Dessert. Man wird sowohl bei der Vorspeise als auch bei der Hauptspeise nur gefragt ob Fisch oder Fleisch. Beim Dessert ob Schokolade oder Obst. Man begibt sich also in die Hände des Küchenchefs und man fährt sehr gut damit.
    Als Aperitif einen Pommeau, wir wollen schließlich in der Region bleiben. Gegen den ersten Hunger stehen verschiedene Sorten Brötchen und Salzbutter aus der Normandie, sowie kleine Brandteigbällchen gefüllt mit „Andouille de Vire“ auf dem Tisch.

    Das Menü

    Amuse Bouche : Stopfleber mit Ananas.

    Carpaccio von Languste und Mango, Limone und Koriander.

    Geschmorte Lammhaxe mit Schmorgemüse und Bratkartoffel.

    Schokoladenschnitte mit Himbeere und Sorbet.

    Fazit: Seit einigen Jahren hat das Haus einen BiB im Guide Michelin. Nach meinen langjährigen Erfahrungen in der normannischen Restaurantszene und meinem letzten Besuch im Sternerestaurant Les Jardin des Plumes bin ich der festen Überzeugung, dass ein Stern längst über Vire und dem „Le Manoir de la Pommeraie“ strahlen müsste.

    Bilder: https://alwisgenussreisen.com/2017/0...meraie-vire-3/

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  • thomashaj
    antwortet
    Le Bréard, Honfleur

    Nach dem mehr als durchwachsenen Abend zuvor, war die Erwartung an eine anständige Mahlzeit umso größer. Der Guide Michelin listet neben dem unbestrittenen Platzhirsch SaQuaNa mit seinen zwei Sternen nur noch zwei Lokale, die zumindest mit einem Bib Gourmand ausgezeichnet sind. Das von uns eigentlich präferierte "La Fleur de Sel", das wir noch von unserem letzten Aufenthalt kennen, hat Ruhetag und so sind wir dankbar, dass "Le Bréard" geöffnet hat, umso mehr, als es auch noch in der selben Straße wie unsere Unterkunft liegt.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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ID: 59403
    Außenansicht

    Zeitlos modern präsentiert es sich schon von außen, was sich innen nahtlos fortsetzt. Fabrice Sébire, der in seiner Biografie einige namhafte Restaurants wie das "Tour d'Argent" oder das "Le Grand Véfour" aufweist, führt das Restaurant mit seiner Ehefrau Karine seit 2004. Von meinem Platz aus kann ich ihn durch ein Fenster in der Küche beobachten. Er scheint ein Mann weniger Worte zu sein, der nahezu stoisch die Mannschaft führt. Irgendwie strahlt das etwas sehr beruhigendes aus.

    Zum Champagner serviert die Küche drei Kleinigkeiten, die durchaus schon etwas Anspruch verheißen. Ein Sablé mit etwas Lachscreme, leider etwas schmal bemessen, ein Macaron mit Frischkäsecreme und Nüssen sowie eine Erbsensuppe mit Ingwer.


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    Apéros

    Vor dem eigentlichen Menü gibt es dann auch noch ein Amuse Bouche in Form von Blumenkohl in diversen Konsistenzen, etwas angerösete Mandarinenspalten und ein recht homöpathisch dosiertes Fitzelchen geräucherten Heilbutts. Das wirkt zusammen genommen ein wenig beliebig, tut aber auch nicht weh.


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    Amuse Bouche

    Wir entscheiden uns für das Degustationsmenü in sechs Gängen zu schlanken 63 Euro. Dies beginnt mit einem Sashimi vom Thunfisch mit Gurke und Wasabi. Der Fisch ist erneut recht dünn und nicht gut geschnitten. Die Ränder lassen auf eine minimale Garung schließen, was bei einem Sashimi eigentlich nicht erforderlich ist - sehr gute Qualität vorausgesetzt. Und die hier ist leider nur mäßig. Sehr schön allerdings die Mitspieler, Gurke in Konsistenzen und eine schön würzige Wasabivinaigrette.


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    Thunfisch-Sashimi, Gurke, Wasabi

    Deutlich überzeugender fällt der nächste Gang aus, der eine Scheibe Foie Gras auf einer vanilligen Apfelsauce präsentiert. Dazu noch, wenn auch nicht angekündigt, Birne in verschiedenen Zuständen. Gefällt mir sowohl vom Geschmack als auch von der Präsentation.


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    Foie Gras von der Ente, Vanille, säuerlicher Apfel

    Beim Hauptgang kann man zwischen Fisch und Fleisch wählen. Wir entscheiden uns für beide Varianten. Auf dem gegenüberliegenden Teller gibt es ein sehr gut in Nussbutter gebratenes Filet von der Seezunge mit Süßkartoffel als Püree und in Würfeln gebraten sowie Mango als Püree und in rohen Streifen.


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ID: 59406
    Seezunge, Süßkartoffel, Mango

    Mein Teller präsentiert sich eher wie ein Massaker. Das ist zumindest meine erste Assoziation beim Anblick des Kalbsbries, das mit Steinpilzen und Pastinaken angekündigt ist. Ausmachen kann ich Champignons und Pfifferlinge. Später meinen wir, in der Jus etwas Steinpilzaroma auszumachen. Aber das kann auch täuschen. Das Bries selbst ist ordentlich gebraten, aber irgendwie sieht das alles nicht besonders schön aus, mehr so wie "50 shades of brown", und etwas später geht auch noch die Sauce ab. Das kann man wohl besser hinbekommen.


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    Kalbsbries mit Thymian und Zitrone gebraten, Steinpilze, Pastinake

    Die Käseauswahl wird von der Küche übernommen und präsentiert vier gut gereifte und ordentlich temperierte regionale Sorten aus der Fromagerie Francois Olivier aus Rouen . Gut gefällt mir dazu das mit grobem Senf angemachte Apfelkompott.


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    Käseauswahl

    Das Pré-Dessert fällt vergleichsweise üppig aus. Zur in Muschelform hergestellten Vanillecreme, ähnlich einer Panna Cotta, gesellen sich eine Orangencreme, Möhrenstreifen und ein Kastanieneis. Das hätte durchaus auch als Hauptdessert durchgehen können und ist nicht schlecht gemacht.


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    Pré-Dessert

    Beim eigentlichen Abschluss zelebriert die Küche allerdings noch einmal - und das wahrlich nicht übel – die Dessert-Königsdisziplin, das warme Soufflé, hier mit Passionsfrucht und einem Vanilleeis. Nach den teilweise doch etwas durchwachsenen Gängen kann die Küche auch mit dieser Süßspeise wieder Punkte wettmachen.


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    Warmes Passionsfrucht-Soufflé mit Vanilleeis

    Das bestätigen auch die drei zum Schluss gereichten Petits Fours.


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    Petits Fours

    Das „Le Bréard“ hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Die Gesamtatmosphäre hat mir gut gefallen und den Gerichten war ein deutlicher Anspruch anzumerken, der aber nur teilweise umgesetzt werden konnte. Teilweise war die Portionierung nicht dazu angetan, den eigentlichen Grundgedanken des Ganges richtig aufzunehmen, teilweise war die Produktqualität, wie beim Thunfisch, nur mäßig und, was vielleicht am schwersten wiegt, auch die Zubereitung zeigte wie beim Kalbsbries Mängel. Dafür war vor allem die Süßspeisen-Abteilung stark und viele kleinere Ideen in den Beilagen waren klug gedacht und gut gemacht.

    Am Nebentisch hatten Gäste das günstige Menü für knapp über 30 Euro gewählt. Dort sahen alle Gänge makellos aus und vielleicht wäre man damit insgesamt besser gefahren.

    In Summe ist das „Le Bréard“ mit dem Bib sicher gut eingeordnet, an den Feinheiten dürfte aber durchaus noch gearbeitet werden.


    Bericht auch unter: http://tischnotizen.de/le-breard-honfleur/

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  • calvados*
    antwortet
    Danke für die Warnung. Jetzt weiß ich, warum ich in den "Laden" nie reingegangen bin.

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  • thomashaj
    antwortet
    L'Ecailleur, Honfleur

    Montage sind schwierige Restauranttage. Die meisten guten Lokale haben dann oft geschlossen. Und ist man, wie wir, ein paar Tage in einer ausgeprägten Touristengegend, läuft man ohnehin Gefahr, mangels ausreichender Ortskenntnis in einer der zahlreichen Abzockfallen zu landen.

    Aber erwähnte ich nicht vor kurzem erst den Segen der Verlässlichkeit des roten Guides, der auch Häuser unterhalb der Sterne- und Bib-Kategorie aufführt, denen man üblicherweise gefahrlos vertrauen kann? So reservieren wir also mutig einen Tisch im "L'Ecailleur", einem Ecklokal, direkt am malerischen Hafen gelegen, also dort wo sich 50 Meter weiter eine Touristenfalle an die andere reiht und der Platz pro Gast nur knapp über dem eines gewöhnlichen Käfiggockels bemessen ist. Im "L'Ecailleur" ist es auch nicht viel mehr. Auf einer Fläche von gefühlt nicht mehr als 25qm zähle ich an diesem Abend 27 Gäste. Es soll also kuschelig werden. Nur gut, dass wir die Nachbarn nicht und sie uns mutmaßlich auch nicht verstehen.

    Der Service ist von unerschrockener Heiterkeit und lächelt die Umstände charmant hinweg. Das Glas Champagner, eine kleine Flûte, praktischerweise mit Logo des Herstellers, und das denkbar ungeeignetste Glas für Champagner überhaupt, wird bis zum Rand gefüllt. Ein Wunder, dass die Bedienung es kleckerfrei an den Tisch bringt. Selbst wenn das nun einen halben Zentimeter über dem imaginären Eichstrich eingeschenkt wurde - die 14 Euro für das Glas sind auch mit größtem Wohlwollen nur als sportlich zu bezeichnen.

    Wir wählen einmal das Menü zu 48 Euro und einmal das zu 31 Euro mit zusätzlichem Käsegang. In beiden Menüs hat man die Auswahl aus jeweils vier Vorspeisen und Hauptgerichten. Bei den Desserts herrscht dann nahezu Deckungsgleichheit.

    Aus dem günstigeren Angebot starte ich mit der marinierten Makrele als Tatar und in Banyuls-Essig eingelegten gebratenen Champignons. Es sieht wie Katzenfutter aus. Über der undefinierbaren Pampe wurden wahllos einige Sprossen verteilt, die sich weder vernünftig essen, noch schneiden lassen und auch sonst keinen großen Sinn ergeben. Bis zum Ende will sich mir nicht erschließen, wie hier gearbeitet wurde. Ich beschließe, dass dieses Gericht wohl tatsächlich überwiegend mit Dosenware zubereitet worden sein muss. Frisch jedenfalls schmeckt anders und sieht auch anders aus. Daran ändern auch die sorgsam abgezählten vier Kaviarkügelchen in der Deko nichts.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L'Ecailleur_1_Makrele_Champignons.JPG Ansichten: 1 Größe: 32,1 KB ID: 59330
    Marinierte Makrele als Tartar, gebratene Champignons in Banyuls-Essig eingelegt

    Die Foie Gras Terrine mit Chutney und einem sehr intensiven Gewürzbrot aus dem zweiten Menü ist hingegen, abgesehen von der etwas zu kalten Temperatur, tadellos.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L'Ecailleur_2_Foie Gras_Chutney.JPG Ansichten: 1 Größe: 48,1 KB ID: 59328
    Foie Gras Terrine mit Chutney

    Im Hauptgang geht es bei mir weiter mit einem Perlhuhn-Suprême, gebratenen Austernpilzen und Kartoffeln. Leider ist das Huhn gleich zweimal gestorben. Dass die Haut schön kross ist, ist schon das erfreulichste. Das ist allerdings eher dem Umstand zu verdanken, dass das Huhn wahlweise zu schnell und zu heiß oder schlichtweg zu lange gebraten wurde. Mutmaßlich aber beides. Denn so trocken habe ich ein Perlhuhn selbst noch nie hinbekommen. Die Pilze wurden ebenfalls recht lange und rösch gebraten, so dass sie eine wenig bissfreundliche Konsistenz erhalten. Ob die Kartoffelwürfel wirklich Kartoffeln waren oder vielleicht doch Karotten, ist nicht mehr eindeutig festzustellen. Farbe und Röstgrad könnten auf beides zutreffen. Ein Schnittlauchhalm sorgt für belebende, frische Auflockerung auf dem Teller.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L'Ecailleur_3_Perlhuhn_Austernpilze.JPG Ansichten: 1 Größe: 45,7 KB ID: 59331
    Perlhuhn-Suprême mit gebratenen Austernpilzen und Kartoffeln

    Das Tournedo Rossini auf der anderen Seite sieht mit seiner Scheibe gebratener Foie Gras tatsächlich fast so aus, wie man es erwarten würde. Nun gut, den Trüffel muss man sich wegdenken. Dafür arbeitet die Küche aber gerne mit Trüffelöl. Bei jedem dritten Gericht auf der Karte ist das Zauberzeug aufgeführt. Ansonsten ist der Gargrad des Fleisches gut getroffen. Wenn man allerdings ein paar Minuten wartet, wird die nächste Nachlässigkeit der Küche offenkundig. Das Fleisch hat nicht ausreichend, wenn überhaupt geruht, so dass sich alsbald der Fleischsaft unschön mit der extrem fettigen Kalbsjus vermischt. Zwei Kartoffelhälften lassen ob ihrer weichen Konsistenz ebenfalls Fragen zur Zubereitung aufkommen. Und über das gebissfreundliche Ratatouillegemüse legt die Küche sicherheitshalber von sich aus einen fettig ausgebackenen Teigstreifen und ich den Mantel des Schweigens.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L'Ecailleur_4_Tournedo Rossini_Aubergine.JPG Ansichten: 1 Größe: 49,9 KB ID: 59329
    Rind nach Art eines Tournedo Rossini mit reduziertem Kalbsfond und Trüffelöl

    Vor dem folgenden Käsegang frotzele ich noch, dass man damit ja eigentlich nicht viel falsch machen könne, außer ihn direkt aus dem Kühlschrank zu servieren. Es kommen Camembert, Pont l'Évêque und Tomme de Savoie in ziemlich gutem Reifezustand - direkt aus dem Kühlschrank. Die drei bunten Kleckse sind zuckersüße Marmeladen. Ich versuche sie, nicht anzurühren, was nur bedingt gelingt, denn zum Schneiden der Rinde rutscht der Tomme de Savoie zwangsläufig mitten hinein in das klebrige Inferno. Es ist ein Jammer.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L'Ecailleur_5_Käse.JPG Ansichten: 1 Größe: 46,5 KB ID: 59332
    Käseauswahl

    Zum Abschluss verzichten wir auf übermäßig Süßes in Form von Schokolade oder irgend etwas Teigigem und entscheiden uns für die dreierlei Sorbets. Birne, Apfel und Kirsche sind ohne Zweifel Industrieware. Beim Apfel ist die Farbe künstlich, bei der Kirsche gleich Farbe und Geschmack. Nicht mal die Kiwischeiben, auf denen die Kugeln thronen, möchte ich essen, denn die Schale zu entfernen war der Küche wohl zu viel Aufwand.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L'Ecailleur_6_Sorbets.JPG Ansichten: 1 Größe: 59,4 KB ID: 59333
    Dreierlei Sorbets

    Zu all dem haben wir eine Flasche 2011 Château Haut Breton Larigaudière aus dem Margaux getrunken. Es wäre schön, wenn ich sagen könnte, dass wenigstens das etwas Erinnerungswürdiges hinterlassen hätte. Aber auch der Wein war nur ordentlich und bestenfalls Mittelmaß, wie der Champagner aber durchaus souverän kalkuliert.

    Auf Kaffee und Digestif verzichten wir. Wir erwarten nicht, dass das noch etwas retten könnte. So bleibt die Erkenntnis, dass auch der Guide mit seinen Empfehlungen daneben liegen kann. Wie das "L'Ecailleur" allerdings zu überwiegend sehr positiven Bewertungen in allen Portalen kommt, hat sich mir heute nicht erschlossen. Die Küchenleistung strotzte teilweise vor handwerklichen Fehlern. Der massive Einsatz von Trüffelöl und die Verwendung von Fertigprodukten sind ohnehin nicht zu rechtfertigen. War der Service auch sehr freundlich - das Essen war einfach nicht gut.

    Dann beim nächsten Mal doch gleich 50 Meter weiter gehen und zu deutlich günstigerem Kurs eine anständige Portion Moules Frites essen. Damit sollte dann wirklich nichts schief gehen.


    Bericht auch unter: http://tischnotizen.de/lecailleur-honfleur/

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  • calvados*
    antwortet
    Ich wurde von dem sofort sympathisch wirkenden Gastgeber sehr freundlich begrüßt
    Genau so habe ich David Goerne zweimal erleben dürfen. Ich bin in 14 Tagen wieder in der Normandie, (Foire à l'Andouille de Vire) leider kann ich aber aus Zeitgründen keinen Abstecher zu Goerne machen.
    Danke noch einmal für den Bericht.

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  • knurrhahn
    antwortet
    leider auch nicht ganz richtig ,werter schlaraffenland
    michaela peters hatte auch schon einen stern in colmar vor jahren , bevor sie sich selbständig machte im elsass.ob das dann alle waren weiß ich auch nicht.in bitche gibt es auch noch einen deutschen koch mit stern sogar noch tätig.

    kg knurrhan

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  • Hochemer
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Wirklich appetitanregende Fotos, werter hochemer.
    "Der Stern leuchtet jetzt David Görne schaffte es als erster Deutscher in Frankreich einen Michelin-Stern zu erhalten."
    Fast, wäre da Fabian Feldmann in Biarritz nicht gewesen ...
    s.
    Schön dass die Bilder gefallen haben

    Ich hatte mich auf die Presse verlassen:

    http://www.abendblatt.de/hamburg/art...den-Olymp.html

    und lag wohl falsch. Wurde geändert, danke für die Info!

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  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Wirklich appetitanregende Fotos, werter hochemer.
    "Der Stern leuchtet jetzt David Görne schaffte es als erster Deutscher in Frankreich einen Michelin-Stern zu erhalten."
    Fast, wäre da Fabian Feldmann in Biarritz nicht gewesen ...
    s.

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  • Hochemer
    antwortet
    Zitat von calvados* Beitrag anzeigen
    Restaurant G.a. Caudebec en Caux
    ...Ein Stern leuchtet wohl zurzeit noch nicht über Caudebec en Caux, es dürfte aber nur noch eine Frage der Zeit sein, bis im G.a. der Stern angekommen ist...
    Der Stern leuchtet jetzt David Görne schaffte es in Frankreich einen Michelin-Stern zu erhalten.

    Ich hatte ich ein Gourmet-Mittagessen dort über ein Flußkreuzfahrt-Schiff Ausflugsprogramm gebucht (keine Verramschung). "G. A." hat David Görne sein Restaurant genannt, das Kürzel steht ganz einfach für "Guten Appetit". Um den mir für den nächsten Tag zu holen lief ich nach dem Essen zu dem Herrenhaus Manoir de Rétival um es mir schon einmal anzuschauen und eine Kleinigkeit zu essen und/oder zu trinken wenn dies überhaupt möglich ist.

    Ich wurde von dem sofort sympathisch wirkenden Gastgeber sehr freundlich begrüßt. Es war kein Problem nur einen Wein und einen Calvados im idyllischen Park bei strahlend schönen Wetter zu trinken. Es wurde bedauert dass der Rotwein normal etwas länger ruhen sollte nach dem Aufmachen, so viel Fürsorge hat man leider selten in der Gastronomie. Mir schmeckte der Wein als Banause trotzdem.



    Dazu bestellte ich mir ein Champagner-Sorbet was wunderbar cremig war und sehr elegant schmeckte:



    Als der Chef mir danach noch eine Schinkenplatte spendierte (der Name der Sorte habe ich leider vergessen, schmeckte hervorragend, und war superzart):



    war ich hin und weg und es war um mich geschehen. Auf einen Bein stehen konnte ich nicht, orderte noch einmal Getränke und war mit Gott und der Welt zufrieden. Ein wunderschöner Nachmittag ging langsam zu Ende und ich hatte eine riesige Vorfreude auf das Menü am nächsten Tag.

    Am nächsten Tag stand der kulinarische Höhepunkt der Reise an. Sechs Gäste des Schiffes inclusive mir hatten sich eingefunden um das Gourmet-Mittagessen in dem kleinen Schloss des Gastgebers einzunehmen. Im G.A. geht es nicht elitär zu. Wir wurden in der Küche empfangen und dort wird auch bewirtet. Wir schauten auf die Töpfe und den Herd während das Essen für uns zubereitet wurde.





    Hier brodelte ein Topf voller Trüffel:



    Ich hatte mir leider nicht alles aufgeschrieben was wir bekommen hatten, und mein Gedächtnis ist nicht das Beste. Gestartet wurde mit einer Geschmacksexplosion: Ein Gericht so klein wie ein Stecknadelkopf das wunderbar intensiv und scharf schmeckte, ein guter und gelungener Einstieg. Es folgten paar Kleinigkeiten wie eine Auster in einer sehr pikanten Soße, ehe das Menü startete: Vorweg zwei Fischgänge, ein vegetarisches Gericht und eine Entenleber-Trilogie. Eigentlich hatte ich Innereien bei der Buchung über das Schiffsreisebüro abbestellt, ich aß nur das vegetarische was Drumherum war. Als Hauptgang gab es ein sehr zart gegartes Filet vom Cidre-Rind. Das glückliche Tier erhält bis zur Schlachtung täglich eine Ration vom französischen Apfelschaumwein im Rahmen des Erlaubten. Abgeschlossen wurde das Menü mit einem Dessert mit dem Thema Möhren.









    Ich hatte natürlich hohe Erwartungen vor dem Besuch, diese wurden alle erfüllt. Die Speisen hatten eine hervorragende Qualität und überzeugten. Selbst das Möhrendessert war eine überzeugende Komposition und nicht langweilig wie es sich für mich zuerst anhörte. Das Konzept in der Küche zu servieren war für mich genial und hatte mit einer allgegenwertigen 'Showküche' nichts zu tun. Hier steht viel mehr die Kommunikation im Vordergrund, zumal der Service sehr aufmerksam und freundlich war.

    Nachdem vorweg ein Glas Champagner serviert wurde gab es passende Weine zu den Gängen. Hier hätte ich mir als Besucher in Frankreich bei dem Weißwein lieber einen vom Land gehabt anstatt den von der Mosel. Das war wahrscheinlich der deutschen Herkunft des Gastgebers geschuldet und wird den einheimischen Gästen gefallen. Ein Normandie-typischer Calvados beendete den schönen Mittag.

    Gut gelaunt ging es zurück zum Schiff. Ich glaube dass es den anderen Mitessern vom Schiff auch gefallen hatte, und satt geworden ist denke ich auch jeder. Ich war froh den Ausflug gebucht zu haben. Auf die Idee als Ausflugsziel im Rahmen einer Fluss-Kreuzfahrt einen Sterne-Koch zu besuchen muss man erst einmal kommen, und auch den Mut dazu haben das anzubieten. Schön dass es bei mir geklappt hatte, so was könnte es nach mir viel öfter geben.
    Zuletzt geändert von Hochemer; 15.10.2016, 10:01.

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  • calvados*
    antwortet
    Hallo Schlaraffenland

    Von den aufgeführten Restaurants sind mir folgende bekannt.
    Honfleur - Au P'tit Mareyeur
    Port-en-Bessin - La Chenevière
    Bayeux - Le pommier

    Die Besuche liegen allerdings schon länger zurück, daher ist keine aktuelle Kritik möglich.
    In Honfleur wurde ich in der Preisklasse allerdings Le Bréard bzw. L'absinthe vorziehen.

    La Chenevière in dieser Preisklasse? Ich habe es als sehr teuer erlebt. Hotel und Restaurant.

    Gruß Calvados

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  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Der Figaro beschreibt hier
    http://www.lefigaro.fr/gastronomie/2...a-honfleur.php
    seine normannischen Lieblingsrestaurants mit Menüs < 50 €.
    Ist Ihnen, werter calva, von denen schon mal eines über den Weg gelaufen?
    Gruß,
    s.

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  • calvados*
    antwortet
    Hotel-Restaurant "Auberge de la Source"

    Eingebettet am Rande eines Waldes im Dörfchen Barneville-la-Bertran, nur 5 km von Honfleur entfernt, steht das Hotel-Restaurant „Auberge de la Source“. Die Auberge besteht aus dem Hauptgebäude und mehreren Nebengebäuden. Die Rezeption und das Restaurant befinden sich im Hauptgebäude. Ein schön gestalteter Garten mit blühenden Apfelbäumen und einem kleinen Bach mit Teich verspricht absolute Ruhe. Das ehemalige Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde anscheinend in den letzten Jahren saniert. Unsere Unterkunft befand sich im Dachgeschoss eines Nebengebäudes. Das Zimmer ausreichend groß und nett eingerichtet. Leider befand sich im Zimmer keine Möglichkeit die Koffer abzulegen, so dass man die Koffer auf dem Fußboden ausbreiten musste. Auch fehlten einige Haken um Jackett etc. aufzuhängen. Bad und WC waren getrennt angeordnet. Bedingt durch die Dachschräge war es allerdings im Bad nicht möglich sich im Stehen zu duschen. Also entweder auf die Knie gehen oder sich in die Badewanne setzen. Das Waschbecken sah wohl sehr modern aus, aber sehr klein und daher kaum zu benutzen. Dafür gab es genügend Ablagemöglichkeiten um das Waschbecken herum. Auch WLAN wird kostenfrei angeboten. Leider war auf unserem Zimmer allerdings weder WLAN noch Telefon zu empfangen. Erfreulich war natürlich die himmlische Ruhe im gesamten Hotelensemble.

    Das Restaurant ist abends ab 19:30 Uhr geöffnet. Der Aperitif wurde bei herrlichem Sonnenschein im Garten eingenommen. Mit einem Glas Champagner sowie Garnelen als Amuse Bouche lassen wir die doch anstrengende Fahrt hinter uns. Im Restaurant wird täglich ein vier Gang Menü angeboten. Bei den verschiedensten Gängen werden dabei mehrere Alternativen angeboten. Das Menü kostet 39 €, bei verschiedenen Alternativen müssen allerdings Aufpreise gezahlt werden.

    Mein Menü sah dann wie folgt aus:

    Spieß von Kaisergranat, mariniert mit Sesam sowie einem Salat mit normannischer Creme und Muscheln.
    Ein gelungener leichter Auftakt des Menüs

    Taube gefüllt mit Gänsestopfleber auf Linsen Salat und einer gebratenen Wurst Lyoner Art.
    Ein Gang, bei dem Gaumen und Magen Schwerstarbeit zu leisten hatten. Die Taube nicht rosarot gebraten, sondern fast durch, aber sehr saftig und mit einem wunderbaren Taubengeschmack. Die Linsen brachten einen gewissen Biss und die Wurst einen leichten Rauchgeschmack an diesen sonst gelungenen Gang.

    Gebackenen Camembert.
    Schwachpunkt des Menüs. Wie kann man in einer Region, wo es wunderbaren Rohmilchkäse gibt, nur so etwas anbieten. Für ein Restaurant und einem Küchenchef mit gewissen Ansprüchen völlig unakzeptabel.

    Törtchen von dunkler Schokolade mit Karamell und Milcheis.
    Sehr gelungen, doch durch die Schokolade und den Karamell sehr mächtig.

    Zu den Weinen:
    Der Weißwein aus der Rebsorte Sauvignon Blanc. Dieser Wein stammt aus den Weinbaugebiet Quincy und ist Teil der Weinbauregion Loire. Ein frischer würziger Wein der die richtige Trinktemperatur hatte.
    Der Rotwein, ein 2010 Chassagne Montrachet vom Weingut Joseph Drouhin. Ein Wein der geschmacklich überzeugen konnte. Johannisbeeren, Kräuter und Gewürzen prägten diesen Wein.


    Fazit: Eine sehr angenehme Adresse in der Normandie mit allerdings kleinen Schwächen. Besonders der Bereich Dusche wird als sehr negativ angesehen. Auch sollte der Bereich Telekommunikation überprüft werden. Auch bei den Menüs ist muss noch viel nachgebessert werden. Das Frühstück am anderen Morgen ließ keine Wünsche offen. Nach all den aufgeführten Punkten würde ich dieses Haus er im drei als im vier Sternebereich sehen.


    Bilder: http://alwisgenussreisen.com/2015/05...15-erster-tag/

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