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    Tagestrip in die Champagne mit Mittagessen im Restaurant Les Avisés in Avize. Das ist das Restaurant von Anselme Selosse, dem bekannten Côte de Blancs Erzeuger, bei dem der Freund, mit dem ich unterwegs war, eine kleine Allokation hat (der Glückliche). Der Besuch hat Spaß gemacht. Anselme Selosse sprang auf dem Weingut rum und musste sich mit asiatischen Touristen per Selfie ablichten lassen als wäre er Brad Pitt. Das Publikum im Restaurant war ein Mix aus asiatischen und französischen Touristen. Das Ambiente im Restaurant ist großartig, ruhig, wohnzimmerartig, heimelig, nicht zu vornehm, nicht zu leger. Zu Essen gibt es ein Tagesmenü mit drei Gängen. Die Weinkarte ist großartig, nicht nur die Champagner-Sektion, sondern auch die aus den anderen Regionen. Es ist alles drauf, wovon der Weinhipster feuchte Träume kriegt: Clos Rougeard, Guiberteau, Raveneau, Coche Dury, Roulot, Ganevat, Macle, Jamet, Allemand, usw. Das meiste davon zu zwar nicht ultragünstigen, aber sehr fairen Konditionen. Monsieur Selosse hat natürlich in ganz Frankreich bei den Top-Winzern ebenfalls eine Allokation - schließlich hat er seine eigenen Weine als Tauschobjekt zur Verfügung. Die Seite mit den Selosse-Champagnern habe ich vergessen, anzuschauen. Angeblich gibt es im Hotel eine Flasche Selosse pro Zimmer und im Restaurant eine Flasche Selosse pro Tisch. Da mein Freund gerne mal Champagner von Jérôme Prévost, seines Zeichens Selosse-Schüler, trinken wollte, bestellten wir Les Beguines LC13, auch aus diesem Jahrgang ein Gedicht, der beste 100% Meunier-Champagner, den ich kenne, besser noch als Les Vignes de Vrigny von Egly-Ouriet oder La Vigne d'Or von Tarlant. Mit ultrafeinen Bläschen und einer Frucht, Komplexität und Finesse, bei der man sich bei eigentlich allen deutschen Still-Meuniers fragt, warum das hier nicht auch möglich sein soll. Man kann den angebrochenen Champagner übrigens auch mitnehmen, wir kriegten dafür extra eine Pol Roger Tüte und einen J.L. Vergnon Champagner-Verschluss. Sehr lustig. Zum Essen:

    Vorspeise: Tomate, eine Art Ziegenkäseburratta, Boudin Blanc und Sesam. Was für eine tolle Kombination, die verschiedenen roten, gelben und grünen Tomaten schmeckten nach sehr sehr viel und ganz unterschiedlich. Und die Boudin Blanc ass sich eher wie eine Weißwurst als wie die von mir gehasste Andouillette. Kein Wunder: es sind ja auch keine Innereien drin.
    Hauptspeise: Kalbsrücken mit Gemüse, Kartoffeln und Feigen. Nichts besonderes, aber sehr schmackhaft.
    Dessert: eine Panna Cotta mit bretonischem Sablékeks, Aprikosenkompott und Waldbeeren. Oh mein Gott, hat das gut geschmeckt. Die Panna Cotta mit der perfekten Konsistenz und einem tollen Vanille-Geschmack und kaum Süße, der Sablékeks so gut, dass ich nicht ruhen werde, bis ich ihn nachgebacken bekommen habe, das Aprikosenkompott schlotzig, lauwarm, mehr sauer als süß. So muss ein Abschluss schmecken.

    Insgesamt war das ein ganz wunderbares Mittagessen zum fairen Preis (39 Euro). Besonders hervorzuheben sei noch der Service, der sich an meine Begleitung bestens erinnerte und ihn wie einen Stammgast behandelte, obwohl er nur ein bis zwei Mal pro Jahr vorbeifährt, einem quasi jeden Wunsch von den Lippen abliest und auch völlig stressfrei unseren Lunch so organisierte, dass wir nach einer Stunde fertig waren. Da will ich unbedingt wieder hin.
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