Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Au Cheval Blanc

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Au Cheval Blanc

    Eigentlich wollte ich mal wieder bei JG Klein vorbeischauen, aber gestern war in D Feiertag und die Villa Lalique für Mittag bereits ausgebucht.
    Daher haben wir kurzerhand in Lembach reserviert, da wir bislang nie da waren.
    Noch nie da gewesen zu sein war ein Fehler, was für ein wunderschönes restauriertes Ensamble, welches viel Gemütlichkeit ausstrahlt. Das kam uns entgegen, da sich unsere eigentlich einstündige Anfahrt aufgrund zweier Vollsperrungen erheblich auf eine romantische Grenzlandrundfahrt verlängerte.

    Das Restaurant wirkt relativ großräumig, wir hatten das Glück, eine Art Séparée mit großem runden Tisch und Blick ins Restaurant zu erhalten und sa´ßen hier in der Tat sehr gemütlich mit viel Platz.
    Der Service war formell und herzlich zugleich. Sonderwünsche waren gar kein Problem. Erfreulich die Kinderkarte, u.a. mit butterzart gegartemLabel Rouge Geflügel und tollen Spätzle sowie klassischer Soße "zom neiflagga" (16€), aber selbst auf der Kinderkarte Gänseleber u.v.m.
    Wir entschieden uns für das "kleinste" Menue, "Promenade au Fleckenstein" zu extrem günstigen 66€, für die Gattin fleischlos, ich nahm aus dem à la carte Bereich einen Gang hinzu.

    Als Amuse kamen ein erfrischendes Cornet mit wohl Waldfrucht/Rote Beete-Creme und Crème fraiche, soweit erinnerlich, sowie ein Macaron mit Gänselebermousse (allerdings deutlich unter dem von Erfort) als auch eine Schneckenpraline. Das war sie also, meine Schneckenpremiere. Dunkelgrüne Schale, innen etwas glibberig, geschmacklich stand jedoch die Petersilie aus der Pralinenschale im Vordegrund. O.k., Schnecke erledigt, brauche ich nicht zwingend nochmal, jedoch texturell interessant. Der übrige Tisch wollte auf die Erfahrung verzichten, der Rest ging weg wie warme Semmeln.
    Apropos Brot, es wurde dreierlei Brot angeboten, Bauernbrot, ein "Bierbrot" und Laugenbrötchinauf wie auch immer geartete elsässer Art.
    Zum Einstieg hatten wie ein Glas Bollinger zu 19€. Später dann ein Pinot Gris aus dem Elsaß, shame on me, ich weiß den Produzenten leider nicht mehr. Es war ein 2014er, dafür hatte er bereits eine sehr schöne Reife. Ich meine, er lag um 14€ das Glas.
    Es ging los mit einem Wachteleich mit einem Zuckerblättchen überkaramellisiert mit einem Ingwer-Zitronengraßfumet.texturell fein, geschmacklich gut, aber die Aromen wollten nicht ganz zusammen finden.
    Als Amuse geule gab es nun ein leicht geräuchertes mariniertes Forellentatar mit Erbesenschaum und ein paar knackigen Erbsen sowie Brunoise-Zwiebeln, die mild süß-sauer in einem altelsäsischen Essig-Honig-Würzgemisch eingelegt waren. Ein sehr schöner erfrischender Einstieg, leicht und v.a. von den Mengen sehr gut ausbalanciert.* bis**
    Für mich gab es nun als Einschub bretonische Langustine, einmal gegrillt und einmal als Tatar mit wenig Zitronenmelisse als Minicanelloni in einem frittierten Melissenblatt. Dazu etwas Fenchelvelutée sowie ein Salpicon mit Mango, confierten Tomaten und Fenchel. Am Tisch wurde dann eine intensiv-aromatische Corailsuce aus den Köpfen angegossen. Ich ließ nur wenig angießen, um auch den Salpicon gut herauszuschmecken, der Rest (die Saucieren wurden jeweils am Tisch belassen, sehr angenehm und leider nicht überall üblich) wurde am Ende verputzt. **bis **+
    Weiter ging es mit "Gänseleber Cheval Blanc", Scheiben einer tiptop Terrine, teils belegt mit einem Gelée aus Pinot Noir, meiner meinung nach zusätzlich Kirsche, da die Kirsche recht dominant war. Dazu feinstes Chutney von roten Zwiebeln sowie ein paar Tupfen Birnenmus. Besonders bemerkenswert fand ich die mehr als großzügig bemessene Mewnge der Gänseleber insbesondere innerhalb eines fixen Menues, sicher meine bisher größte Portion überhaupt. Sehr schmelzig, fruchtsäurig, klassisch *
    Die Gattin hatte Taschenkrebs mit Osietrakaviar (mittlere Kaviarqualität), Gurkenmousse, Apfelgel und einem hausaromatisierten Olivenöl. Sehr frisch, genau das rRichtige für das Sommerwetter, *bis**, bei höherer Kaviarqualität gute **
    Das klassische Sorbet war hier auch aufgrund des warmen Wetters genau recht am Platz. Ein Holunderblütensorbet mit Olivenöl, eingelegten Rosenblättern und Joghurtcrisp. herbfriscxh, sehr angenehm.
    Eigentlich war ich inzwischen satt, einerseits wegen der Brotfalle, andererseits wegen des großzügig portinierten Gänseleberganges.
    Dafür kam nun eine stolze große Tranche resp. Supreme von der Poulardenbrust mit schönen dicken grünen Spargelspitzen, wie ich sie von der Dicke nur von Bau kenne sowie gefüllten Morcheln und einer Nocke Pilzbrunoise mit Morcheln und Chamignons. Begleitet wurde das Gericht von einer Bearnaise mit Vin jaune. Klassisch, sehr lecker, aber zum Menüende hin sehr reichlich. *+
    Schließlich kam als Dessert "Saint Honoré Version 2017". Was modern klingt, kommt wieder recht klassisch. Ein knuspriger Canellono sowie drei kleine Miniwindbeutel, gefüllt mit Vanille creme. Daz gibt es ein Sorbet sowie einige Geltupfen von der Passionsfrucht, die ziehmlich säuerlich waren, was aber in Anbetracht desmächtigen Restes angenehm war. (nun ja, kein "Sternedessert")
    Die anschließenden Macarons waren ordentlich, fein die dunkle Puffreisschokolade, sehr lecker der Orangenblütenmarshmellow.

    Insgesamt aus meiner Sicht *+, in sehr schönem gemütlichen Ambiente, insgesamt fand ich es recht günstig.
    Wir haben für zwei Menues plus Extragang plus zwei Riesenteller Topgeflügel mit Spätzle für die Jungs plus zwei Flaschen Wasser (à 6 € !) plus zwei Gläser Weißwein plus Champagner gerade mal 256€ bezahlt (der extra Gang hierin schlug mit 32 € statt à la carte 46 zu Buche). Apfelsaft 4 €, ordentlicher Espresso 4 €, grüner Tee 4,50 €.
    Klare Empfehlung für klassische Küche im nördlichen Elsaß !
    Zuletzt geändert von Sphérico; 16.06.2017, 12:32.

  • #2
    Danke, lieber Spherico, für ein interessantes Bericht

    wir waren Anfang des Jahres im Cheval Blanc und hatten ähnliche Eindrucke. Wir hatten ein Menü "Ballade en Alsace du Nord" für günstige 92 € , die erste 3 Gänge waren wohl identisch, als Hauptgang hatte ich statt Ente Kalbsbries, die Sonderwünsche waren wirklich kein Problem. Am Dessert kann ich mich überhaupt nicht erinnern, möglich, dass ich gar keins hatte. Wir fanden das Restaurant in gutem Sinne altmodisch, nicht anstrengend, formell, aber trotzdem sehr freundlich, ohne Schnickschnack, das Essen klassisch und gut. Für ein Mittagessen sehr gute Adresse.


    Kommentar

    Lädt...
    X