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  • Gänsestopfleber
    antwortet
    Auberge du Cheval Blanc in Lembach

    Besucht am Freitagabend (25.07.2014)

    Lembach liegt ganz im Norden des Elsass, etwa 15 Kilometer von der Grenzstadt Wissembourg entfernt. Es ist ein typisch elsässisches Dorf, jedoch nicht so groß und von Touristen überlaufen wie die Orte im Süden (Riquewihr etc.).
    Unmittelbar im Ortskern, nahe des Kreisverkehrs mitten in Lembach, liegt die traditionsreiche "Auberge du Cheval Blanc", die seit Jahrzehnten zu den berümtesten Restaurants des gesamten Elsass gehört. Zur Zeit finden Bauarbeiten statt, was die Parkmöglichkeiten direkt am Etablissement deutlich erschwert. Im Ortszentrum gibt es aber ausreichend Parkplätze.

    Als ich mittags in der Auberge ankam (das Gourmetrestaurant hat am Freitagmittag geschlossen), konnte ich völlig unproblematisch bei der "Empfangsdame" vor dem eigentlichen Gourmetrestaurant einen Tisch für den Abend reservieren.
    Als ich um 19:05 Uhr das Restaurant betrat, war bereits ein Tisch belegt. Eine Stunde später waren dann bis auf ein Tisch alle Plätze vergeben. Der Restaurantraum ist relativ groß und wirkt recht nobel (die vier Bestecke im Guide Michelin sind angemessen). Sehr angenehm empfand ich die großzügigen Abstände zwischen den Tischen und die Klimatisierung (draußen war es warm und feucht). Das Publikum war sehr gemischt: Einige wenige Anzugträger, viele Gäste mit Hemd und Sommerhosen, aber auch einige mit Shorts und grellen T-Shirts.
    Etwa 10 Servicekräfte (mehr Männer als Frauen) kümmerten sich um die Gästeschar. Sie erledigen ihren Beruf äußerst professionell aber gleichzeitig freundlich und gästeorientiert. Alle sprechen auch Deutsch, was mir die Kommunikation deutlich erleichterte.

    Da ich bei meinem ersten Besuch (es war glaube ich April 2011) bereits ein Menü wählte, wollte ich dieses Mal à la carte bestellen. Verglichen mit anderen französischen Sterne-Gourmetrestaurants empfand ich die à la carte-Preise als relativ günstig.
    Zuerst wurden aber die amuse gueules aufgetragen: Es waren insgesamt vier Appetithäppchen, wovon drei gleichzeitig auf einem langen weißen Teller gereicht wurden. Sie sind mir nicht in bleibender Erinnerung geblieben und werden von mir generell nicht mitbewertet.
    Wie schon damals im Jahr 2011 kam nun ein Servicemitarbeiter an meinen Tisch um mir (und allen anderen Gästen auch) einen spanischen Schinken (Cecina de Leon) zu verkaufen. Bereits während der Beschreibung schüttelte ich mit dem Kopf und anschließend sagte ich "Nein danke, vielleicht noch später" (nicht der exakte Wortlaut, aber sinngemäß). Trotz meiner Antwort fing er an fleißig am Schinken zu schneiden. Es gab wohl ein Kommunikationsproblem und ich wollte dann nicht noch protestieren. Zum Glück tat ich es nicht, denn der Schinken schmeckte hervorragend (Top-Qualität, extrem würzig und mit einer dunkelroten Farbe). Ich genoss den Schinken dann im Laufe des Abends mit dem Brot, das zusammen mit einer leicht gesalzenen Butter in Pyramidenform gereicht wurde. Für die etwa 10 Scheiben Schinken wurden später 8 Euro verlangt - ein sehr angemessener Preis!

    Nun aber gab es die Vorspeise: Foie gras d'Oie Cheval Blanc aux fraises et Pinot Noir, dampfnudel "Elu Meilleur Foie Gras d'Alsace 2011. Das große rechteckige Stück Gänsestopfleber war von tadelloser Qualität, außen schon leicht cremig, und konnte somit den Geschmack optimal entfalten. Oben war eine Art Erdbeergelee mit winzigen Erdbeerstückchen aufgetragen. Diese Fruchtnote harmonierte ausgezeichnet mit der Gänsestopfleber. Die Dampfnudel (laut Wikipedia eine "traditionelle Mehlspeise der süddeutschen Küche") in Kombination mit den zwei Scheiben Toast rundeten das Gedicht perfekt ab. Es war eine der besten Gänsestopflebervorspeisen für mich überhaupt. Note 1

    Als Hauptgericht wählte ich: Filet de canette roti, confit de rhubarbe et olive noire "griesknepfle" à l'alsacienne. Der Teller glich einem Gemälde: Das große Stück Entenfilet war optimal gebraten und voller Wohlgeschmack. Der Rhabarberconfit (mit Spurenelementen von schwarzen Oliven vernetzt) war sehr großzügig zugeteilt worden und schmeckte zusammen mit der würzigen Ente wunderbar. Diese Kombination kannte ich bis dato noch nicht und ich war begeistert. Diese große Portion kostete übrigens nur 28 Euro - ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis! Note 1

    Sehr gesättigt wartete ich auf das Dessert: Le Grand Dessert du Cheval Blanc. Bisher habe ich mir unter diesem Titel immer einen riesigen Teller mit Probierportionen verschiedener Desserts der Karte vorgestellt. Umso überraschter war ich dann, als der Service insgesamt 5 separate Teller mit verschiedenen Desserts auftrug. Es gab unter anderem eine "Limonade", einen Waldfruchtteller, zwei sorbetdominierte Teller, und das Highlight: eine Art Interpretation von 'After Eight', die ganz klar mein Favorit war. Insgesamt gesehen gefielen wir Vor- und Hauptspeise besser, da sie einen bleibenderen Eindruck als die Dessrts hinterlassen haben. Note 2

    Als Gesamtergebnis komme ich daher auf die Note 1-.

    Als sehr positiv empfand ich auch die Tatsache, dass die Flasche stilles Mineralwasser (Eau Cryo) hier lediglich 6 Euro kostet. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass man hier für das Geld eine ganze Menge geboten bekommt.

    Als Fazit möchte ich somit die Auberge du Cheval Blanc in Lembach uneingeschränkt und wärmstens weiterempfehlen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Gänsestopfleber
    Zuletzt geändert von Gänsestopfleber; 28.07.2014, 19:37.

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  • rocco
    antwortet
    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
    Es ergab sich jüngst bei einem Besuch im schönen Südwesten ein Kurztrip über die Grenze und ein Lunch in der Auberge Saint Laurent in Sierentz in der Nähe des Flughafens Basel-Mulhouse (Michelin *).

    ...

    Ob ein Restaurant mit Michelin * für diese Bewertung auch mittags etwas mehr bieten muss als das hier Gebotene, kann man sich fragen (wenn, dann müsste es aber teurer sein). Ich bin der Ansicht, dass man für einen Preis von 19 Euro nicht viel mehr erwarten kann. Ich hatte auch beim Durchlesen der Abendkarte das Gefühl, dass hier am Abend mit größerer Kreativität gekocht wird. Dass es trotzdem ein so günstiges Mittagsangebot gibt, finde ich gut.
    Zweieinhalb Jahre ist es her, aber angesichts der Auszeichnung als "Großer Chef von morgen" (oder so ähnlich) des jüngsten Gault Millau habe ich die Auberge St. Laurent nochmal für einen Zwischenstopp genutzt, dieses Mal abends. Das Restaurant war an einem Samstagabend brechend voll, bis auf den letzten Platz besetzt. Und das Restaurant hat viele Plätze. Ein paar Touristen, viele Einheimische, viele größere Gesellschaften. Es war regelrecht laut, ein meilenweiter Unterschied zur gediegenen Schweigsamkeit in den meisten deutschen "gastronomischen" Restaurants. Ich finde ja diese gediegene Schweigsamkeit beklemmend. Klar ist ein Essen in einem "gastronomischen" Restaurant ein Erlebnis, das bitte ausreichend gewürdigt werden darf. Aber mehr Spaß bringt es, wenn auch ein bisschen Leben in der Bude ist.

    Es gibt mehrere Menus in der Auberge, u.a. am Abend auch ein sehr günstiges für unter 40 Euro. Die Weinkarte ist ok, auch preislich, es gibt aber nur wenige gereifte Jahrgänge. Angelacht hatte mich eine halbe Flasche 2009 Gevrey-Chambertin Cazetières von Rousseau zum sehr fairen Preis, nur zu den Menus passte der Wein leider nicht so gut. Zum Apéritif (Wasser) wurden ein paar eher pappige Blätterteigstangen gereicht. Das Amuse Gueule war sehr gut - ein Stück Wandersaibling (omble chevalier) mit Krustentiersauce, Champignons und Lauch.

    Mein selbst zusammengestelltes Menu startete mit "Notre traditionnel foie gras de canard fait à la maison, confit de choucroute & fruits du "beerawecka", eine dicke Scheibe Foie Gras mit einer Art Sauerkrautmarmelade, einer pochierten Birnenhälfte und einer Nocke Früchtebrotmus, dazu ein Glas 2012 Gewürztraminer Cuvée Wahlenbourg von Paul Ginglinger. Der Gang war nicht überzeugend, die Foie Gras war sicher gut, aber zu kalt und deshalb etwas griselig/grobkörnig. Foie Gras muss für mich cremig sein. Besser schmeckte die Foie Gras mit der sehr interessanten Sauerkrautmarmelade und dem Früchtebrotmus. Der Wein passte passabel dazu, hatte aber recht dominante Bitternoten. Ich war etwas enttäuscht.

    Besser ging es weiter mit "Vapeur de filets de sole, Sabayone de fève Tonka, Couteaux", einem Seezungenfilet, das durch Zusammenklappen dicker gemacht wurde, einer Tonkabohnenzabayone und keinen Schwertmuscheln (gab es den Tag nicht), sondern gegrilltem Kaisergrant. Der Gang hat mir ausgezeichnet gefallen, die Seezunge war von Zitronenzesten durchzogen und harmonierte hervorragend mit der Tonkabohnenzabyone. Gut dazu passte auch der Jean Sipp 2010 Riesling Vielles Vignes.

    Der Hauptgang fiel wieder etwas ab. "Le meilleur du Tableau des Chasses d’Ici, compote de pommes aux airelles sauvages, spâtzlés de ménagère" war handwerklich recht gut ausgeführt und lebte von der Qualität der Grundprodukte, die auch gut war (ein Stück Hirsch und ein Stück Reh, dazu Apfelkompott, Spätzle und ein Rehjus). Ehrlich gesagt war das aber ein Gang, den ich in ähnlicher Qualität auch in jedem gut geführten nicht besternten Lokal in Baden und dem Elsass essen kann. Es fehlte das gewisse Etwas. Einzig wirklich spannend waren die sechs verschiedenen Rübchen, die dazu serviert wurden. Den ersten vorgeschlagenen Wein - einen sehr jungen 100% Syrah von der südlichen Rhône - wollte ich nicht und bekam stattdessen einen 2012 Vin de Pays des Collines Rhodaniennes "La Champine" von Jean-Michel Gerin, der sehr gut war, aber nicht zum Essen passte (zu jung).

    Der Käsewagen (Affineur: Anthony) war von gewohnter Qualität, vor allem der Munster war wirklich gut affiniert. Den Namen des Desserts habe ich als "Le Dessert de Monsieur" in Erinnerung und hatte mich gefragt, ob das wohl "Das Dessert des Chefs" bedeutet oder "Das Dessert für den Herrn". Es war inspiriert von dem "Brie au Kirsch", einem mit Kirschwasser getränkten Kuchen nach Geheimrezept, und bestand aus einem sehr eilastigen Halbgefrorenen, das mit reichlich Griottines durchzogen war, mehreren Zwischenkeksen und einem sensationellen Vanille-Kirschwassereis. Auf Wein zu dem Dessert habe ich verzichtet, was gut war, denn zu dieser (allerdings sehr leckeren) Alkoholbombe hätte wohl auch kein Wein gepasst.

    Insgesamt war das Essen passabel bis gut, eher mittelmäßig kreativ, handwerklich weitgehend gut ausgeführt und präsentiert (Ausnahme die Foie Gras) und auch preislich angemessen (um die 65 Euro für 5 Gänge). Es fehlte mir aber schon das gewisse Etwas, das einen Besuch im *-Restaurant (und erst recht bei einem vom Gault Millau empfohlenen "jungen Talent") ausmacht. Für das nächste Mal in der Gegend gibt es aus meiner Sicht bessere Alternativen, mein Favorit in der *-Klasse bleibt letztlich das Bistro des Saveurs in Obernai mit seiner durchaus eigenständigen Küche.
    Zuletzt geändert von rocco; 30.01.2014, 17:08.

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  • Sphérico
    antwortet
    Zitat von cynara Beitrag anzeigen
    Das wirklich gute Angebot im Le Cygne wollten wir eigentlich nutzen, kamen aber wegen der Betriebsferien noch nicht zum Zuge.
    Le Cygne hatten wir nun auch erleben dürfen. Wir waren mittags bei Klein und wollten abends vom zauberhaft hübschen Hotel Le Moulin, nach einem Nachmittag im Garten mit Bachlauf und -sic- den Schwänen, nicht nochmal ins Auto steigen. Eine gemütliche, recht unprätentiöse Atmosphäre. Gerichte klassisch mit aromatischem pfiff, insgesamt, ich darf mal sagen, comme il faut für *. Leider waren wir vom Déjeuner noch halb gesättigt.
    Und wie haben wir am nächsten Morgen das Frühstück, wie schonmal von wi berichtet wunderbar, im Garten genossen !
    Im Hotel bekamen wir kurzfristig nach einer Absage das Zimmer LÁlsacienne. Nächstes Mal wird es das Zimmer Les Berges, für uns das beste Zimmer mit tollem Bad. Baerenthal-Bericht folgt natürlich noch.

    MkG, S.

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  • glauer
    antwortet
    Zitat von cynara Beitrag anzeigen
    In Ribeauville findet sich auch der Fabrikverkauf von Beauville Tischwäsche.
    Dort aber unbedingt nur nach ausreichendem Weinkonsum vorbeischauen. Sonst hätte ich nie http://www.beauville.com/en/tableclo...aisirs-dalsace fuer den Garten gekauft.

    Non, rien de rien. Non, je ne regrette rien....

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  • cynara
    antwortet
    Das wirklich gute Angebot im Le Cygne wollten wir eigentlich nutzen, kamen aber wegen der Betriebsferien noch nicht zum Zuge.

    Dafür ein paar andere Adressen:

    Stotzheim, Château de Grunstein
    Ist schon klar, dass dies kein Hotelforum ist. Trotzdem möchte ich das Chateau / Landhaus unbedingt empfehlen. Der Hausherr fertigt zum Frühstück wunderbare Kuchen und Brote. Leider gibt es keine Gastronomie im Ort.

    Wenn Sie samstags abreisen und ein wenig Zeit zum Anstehen haben, lohnt sich der Schlenker ins nahe Barr zu Thierry Schweitzer, einer guten Metzgerei, im Industriegebiet gelegen.

    Colmar, Atelier du Peintre
    Eine schöne Adresse für ein gelungenes dejeuner. Mittags ist es immer voll, also unbedingt rechtzeitig reservieren.

    Ribeauville, Auberge du Parc Carola
    Hier kocht Frau Peters, die vorher im Bristol in Colmar einen Stern hatte. Lohnend. In Ribeauville findet sich auch der Fabrikverkauf von Beauville Tischwäsche.

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  • wi090365
    antwortet
    Zitat von Schink Beitrag anzeigen
    sozusagen eine 4-Länder-Tour.
    Vielen Dank! Es war wirklich eine schöne Mini-Gourmet-Reise. Es war interessant, die Vergleiche zu machen.

    VG
    wi

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  • Schink
    antwortet
    Vielen Dank liebe Wi für die schönen Zeilen über Ihren kulinarischen Ausflug in die Schweiz mit Abstechern nach Österreich und Frankreich, sozusagen eine 4-Länder-Tour.

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  • rocco
    antwortet
    Vielen Dank auch von mir. Das hat Spaß gemacht, zu lesen. Das Menu klingt wirklich ausgezeichnet, vor allem die "Klassiker" wie die Hummersuppe oder der grüne Spargel mit Morcheln (eines meiner Lieblingsgerichte).

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  • fragolini
    antwortet
    Danke für Ihre Zeilen.

    Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
    [B]
    ... wenn auch etwas unmoderner Atmosphäre.
    Das kann ja manchmal auch ganz erfrischend sein.

    Gruß!

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  • QWERTZ
    antwortet
    Das habt ihr beiden ja eine schöne Gourmettour gemacht - modern und klassisch. Dankeschön für die Berichte, hat mich sehr gefreut, wieder mal was von euch zu lesen.

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  • wi090365
    antwortet
    Le Cygne, Gundershoffen**

    Das Restaurant Le Cygne stand bei uns schon lange auf dem Plan. Zweimal haben wir sogar einen Tisch gebucht, mussten dann aber wieder absagen. Jetzt hat es endlich geklappt, in Verbindung mit dem wunderbaren Übernachtungsangebot im Hotel le Moulin.

    Wir haben eine klassische französische Küche erwartet, diese haben wir auch bekommen, auf einem sehr hohem Niveau, ohne Schnickschnack und (fast) tadellos.

    Das Ambiente ist etwas altbacken aber passend zu einem alten Haus. Uns fällt eine moderne Beleuchtung aus, die Bedienung ist herzlich, es wird viel gelacht und gescherzt, aber eben nicht zugesetzt. Zum zweiten Mal in nur 2 Tagen fühlen wir uns wie zuhause bei den guten Freunden angekommen.

    Wir bekommen 7-Gänge –Menü mit Weinbegleitung:

    Eveil du palais

    Ein Glas Cremant d'Alsace, dazu Gaspacho-Sorbet. Dann kommen noch ein Wachtelei auf Selery Salat, Lachs auf Erbsenpüree und Foie Gras Törtchen.

    Declinaison de langoustines: croutee aus gingembre et son tartare a la pistache et noisette, fraicheur de roquette et basilic

    Schon der erste Gang hat uns gezeigt, man bewegt sich auf gekonnt hohem Niveau. Wunderbar eine gebratene Langustine, tolles Produktqualität, sehr überraschend der Tatar mit Pistazien und Haselnüssen, die in keiner Weise die Zartheit von Langustine übertonen, sondern eher unterstreichen. Ganz große Klasse!

    Raviole de homard bleu en transparence, sur un caviar d’aubergine aux amandes fraiches, jus de crustace a la vanille

    Für mich der schwächste Gang des Abends. Mir schien so, dass die ambitionierte Komponenten-Zusammensetzung nicht ganz gelungen war. Zwar schmeckte Auberginenkaviar zusammen mit Vanillen-Jus und frischen Mandeln ausgezeichnet, der Hummer blieb aber dabei irgendwie auf der Strecke. Es ergab für mich kein Gesamtbild.

    Blanc der turbot sauvage, tomates dans tous ses etats, reduction de canard.

    Wir hatten am Vortag bei Caminada bereits einen Tomatengang, der himmlisch war. Deswegen war der Vergleich durchaus interessant. Insgesamt ein sehr schöner Gang, Fisch absolut auf dem Punkt, Schönes Säurespiel.

    Cappuccino de homard.

    Klassisch, aber immer wieder schön. Es hat uns so gut geschmeckt, dass wir uns sogar 1 L davon mit nachhause einpacken lassen.

    Grosse morille farcie sur uns royale d’asperges, veloute de champignons blanc et cepes

    Wieder ein Klassiker, aber sooo lecker. Passend zu Morcheln-Spargel Saison, in einer etwas leichtere abgespeckte Sauce. Wunderbar!

    Poitrine de pigeon et sa cuisse confite, acompagne de „petits pois a la francaise“ revisite, jus perle a l’huile d’olive

    Täubchen war ebenso tadellos, knusprig-zart.

    Dessert dürften wir aus einer Dessert-Karte auswählen. Für mich war es ein Himbeeren-Gang (frische Himbeeren mit einer Lakritz Panna Cotta und Himbeer-Sorbet), für den Herrn Zitronensorbet mit Lorbeeren und Nelken aromatisiert und mit Gewürztraminer Trester übergossen. Beide Desserts waren schön leicht und in Ihrer Umsetzung eher klassisch.

    Zum Kaffee gab es natürlich noch hausgemachte Trüffel und Macarons.

    Die Weinbegleitung ist mir nicht so in Erinnerung geblieben, es waren ausnahmslos französische Weine, die als Essenbegleiter gut waren.

    Unser Fazit: für Freunde klassischer französischer Küche zweifellos eine richtige Adresse. Es erwarten keine große Überraschungen, das Qualität ist aber hervorragend und Preis-Leistungsverhältnisse sehr gut. Dazu kommt unschlagbar guter freundlicher Service in einer schönen entspannten, wenn auch etwas unmoderner Atmosphäre.

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  • joern_ribu
    antwortet
    Vielen Dank für all Ihre Ermutigungen.

    Es ist geschafft, der "Krokodil-Bericht" ist im Thread zum Restaurant abgelegt. Viel Spaß beim Lesen! :cheers:

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  • Churfranken
    antwortet
    Ich möchte mich bei der Ermutigung anschließen!

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  • QWERTZ
    antwortet
    Lieber Joern, jetzt haben Sie mir viel Lust auf den Bericht gemacht. Ich will sie nur ermutigen. Wenn Sie - wie ja schon angedeutet - ihre "Beeinträchtigungen" beim Essen benennen, verstehen wir das sicher einzuordnen, z.B. dass manches bei vollem Verstand anders aus Sie gewirkt hätte. Aber - in der Tat- fällt es einem nicht so leicht, solche Berichte zu schreiben.

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  • joern_ribu
    antwortet
    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für Ihren Bericht. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie es Ihnen im Crocodile gefallen hat.

    Das Menu im Relais de la Poste hört sich recht üppig an, aber Ihren Schilderungen kann man ganz gut entnehmen, was Ihnen gefallen hat. Mir wäre es wahrscheinlich ähnlich gegangen. Den Käsewagen kann man m.E. nicht genug schätzen. Zwar kann man sich auch für zuhause Käse kaufen und guten Wein dazu trinken. Aber eine Auswahl gut affinierter Käse stellt für mich nicht selten ein Highlight des Menus dar, das ich zuhause so nicht reproduzieren kann.

    Gruß, rocco
    Lieber rocco,

    es gibt mehrere Gründe warum ich noch nicht zu dem Bericht über das Crocodile gekommen bin. Ein wesentlicher davon ist sicher, dass ich mir selbst über das Erlebnis noch uneins bin und immer noch überlege wie ich den Bericht aufbauen und das Ganze bewerten soll. Ich hatte mich für das große Menü im Crocodile entschieden, und das war nach dem Vorabend und einem recht stressigen Tag auf der Tagung nicht so klug gewesen, da ich mindestens gegen Ende der 9 Gänge einfach zu müde wurde um dem Menü noch wirklich gerecht werden zu können. Es war zum Schluss fast ein Kampf gegen Müdigkeit und Völlegefühl. Daraus einen einigermaßen objektiven Bericht und dem Restaurant gerechtwerdendes Fazit zu ziehen ist eine Herausforderung, die ich im Moment noch etwas vor mir her schiebe... Aber kommt bestimmt!

    Die Käseauswahl aber war bei beiden Restaurants klasse, im Crocodile waren die Käse (ich hatte sehr ähnliche gewählt wie tags zuvor) etwas reifer und intensiver im Geschmack. Wobei das Highlight im Crocodile eigentlich der "Mignardises"-Wagen ganz zum Schluß des Abends war. Stellen Sie sich einen doppelstöckigen Barwagen vor, so einen, auf dem normalerweise immer die Digestifs dicht an dicht stehen (und vor sich hin stauben), und stellen Sie sich diesen stattdessen über und über gefüllt mit allen Sorten von Süßigkeiten vor, von denen Sie (nicht nur) als Kind immer geträumt haben - Lutscher, Bonbons, Marshmellows, kandidierte Früchte, frische Kirschen, Schokoladenfiguren am Stil, mindestens drei Sorten Pralinés, diverse mit Schokoladen überzogene Nüsse und noch viel viel mehr. Und dann auch noch freie Auswahl! So etwas habe ich noch nirgends gesehen, eine grandiose Idee um dem Gast zum Abschluß "einfach" in den Stand eines glücklichen Kindes zu versetzen (ich habe jedenfalls keinen Gast an dem Abend gesehen, der nicht ein seeliges Lächeln im Gesicht gehabt hätte als der Wagen auf ihn zugerollt kam) Und an den beiden Krokodil-Lutschern die ich mir für meine Kids habe mitgeben lassen, haben die beiden jeweils mehrere Tage "gearbeitet".

    KG, Jörn

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