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  • #61
    Werte Elsasskenner und -liebhaberInnen,

    werde in Kürze dienstlich in der Region Molsheim - Obernai sein und würde mir am Abend gerne etwas gönnen. Wer kann mir eine Empfehlung geben außer den bekannten Adressen Fourchette des Ducs, Bistro des Saveurs, Hostellerie des Rosenmeer (es kann eine Winstube oder ein Sternerestaurant sein, wobei zu berücksichtigen wäre, dass mittwochs abends -um diesen Wochentag wird es sich handeln - leider manche Lokalität geschlossen hat)? Mit herzlichem Dank im voraus!

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    • #62
      Zitat von Mousseauchocolat Beitrag anzeigen
      Werte Elsasskenner und -liebhaberInnen,

      werde in Kürze dienstlich in der Region Molsheim - Obernai sein und würde mir am Abend gerne etwas gönnen. Wer kann mir eine Empfehlung geben außer den bekannten Adressen Fourchette des Ducs, Bistro des Saveurs, Hostellerie des Rosenmeer (es kann eine Winstube oder ein Sternerestaurant sein, wobei zu berücksichtigen wäre, dass mittwochs abends -um diesen Wochentag wird es sich handeln - leider manche Lokalität geschlossen hat)? Mit herzlichem Dank im voraus!
      Guten Abend!

      Ich habe im April 2011 für fünf Tage in der "Hostellerie du Rosenmeer" in Rosheim gewohnt. Dabei habe ich abends folgende zwei Restaurants besucht, die mir recht gut gefallen haben:

      "Zum Loejelgucker" in Traenheim
      => Ein recht einfach eingerichtetes Restaurant mit meiner Meinung nach guter regionaler elsässer Küche. Sehr ungezwungene Atmosphäre und ein recht gutes Preis-Leistungsverhältnis. Ziemlich große Portionen (habe à la carte bestellt).
      http://www.aubergedetraenheim.com/

      "Caveau de Gail" im Hotel "À la Cour d'Alsace" im Zentrum von Obernai
      => Es handelt sich um das Zweitrestaurant des recht luxuriösen Hotels, das sich auf traditionelle elsässische Küche spezialisiert hat. Sehr angenehme Atmosphäre, Publikum etwas gehobener. Recht preisgünstig und auch hier keine Miniportionen. Ungünstige Parkmöglichkeiten direkt am Hotel, deshalb am besten auf dem großen Sammelparkplatz auf der anderen Seite der Stadtmauer parken und durch die schöne historische Altstadt zum Hotel gehen.
      http://www.cour-alsace.com/fr/essen-...u-de-gail.html

      Alle anderen Empfehlungen haben leider - wie von Ihnen ja bereits erwähnt - am Mittwochabend geschlossen.

      Gruß,
      Gänsestopfleber

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      • #63
        Wertes Forum,

        anlässlich einer Dienstreise nach Straßburg konnte ich zwei kulinarische Abende verbringen. Hier der erste Bericht einer empfehlenswerten Adresse etwas außerhalb Straßburgs, zum Au Crocodile kommt dann auch noch was.

        Relais de la Poste *, La Wantzenau

        In einem kleinen Dorf vor den Toren Straßburgs findet sich dieser mit einem Michelin-Stern gekrönte Landgasthof. Ich war etwas außerhalb des Ortes in der Moulin de Wantzenau einquartiert, sodass sich der Besuch dieses Restaurants anbot, vor allem da es am Montagabend geöffnet hatte.

        Ich kam viertel nach sieben an, war bis auf zwei Geschäftsleute auf der Terrasse der erste Gast. Ein schönes Fachwerkensemble empfängt den Gast, das ganze Interieur strahlt französische ländliche Gediegenheit aus. Das Restaurant ist groß, in dem Saal mit den relativ niedrigen von mächtigen Balken durchzogenen Holzdecken werden mit Sicherheit viele Hochzeiten und andere Familienereignisse gefeiert. Zum Glück gab es auch einen hellen Wintergarten, in dem für mich gedeckt war. Es war einer dieser heuer so raren sommerlichen Frühlingsabende, also beschloss ich den Aperitif auf der Terrasse einzunehmen. Es sind diese Momente, auf einer gepflegten Restaurantterrasse in der Abendsonne sitzen nach einem anstrengenden aber erfolgreichen Tag, mit einem Glas Martini bianco in der Hand, die einem das Herz voll machen. Wahrscheinlich hätte man mir auch trocken Brot mit Wasser reichen können und ich wäre glücklich gewesen.

        Aber es gab zum Glück einen anderen ersten Gruß aus der Küche, ein kleines Tässchen eines kalten Erbsenschaumsüppchens wurde mir nach draußen gebracht. Schmackhaft, leicht, schöne Begrüßung. Nachdem die Sonne sich dann leider hinter das Haus zurückgezogen hatte nahm ich meinen Platz im Restaurant wieder ein. Schnell kam die Karte, ich hatte mich aufgrund des Internet-Angebots bereits für das große Menu Decouverte entschieden (7 Gänge für 95.- €). Es sollte dann zwar weniger eine Entdeckungsreise als mehr eine klassische Genussreise werden, aber Speisekartenpoesie gibt es eben auch in Frankreich.

        Es gab dann noch einen kleinen Meeresfrüchtesalat im Glas serviert, ebenfalls schön erfrischend, dann ging es „richtig“ los. Gebratene Entenstopfleber aus der Vendée, gewürzte zarte Möhre, Karamell Balsamico. Die Leber war innen fast schon schmelzend in ihrer feinen Konsistenz, sehr schön kontrastriert durch die Möhren und vor allem den Karamel-Balsamico. Wie schön, dass man sich in Frankreich nicht scheuen braucht, die einfach durch und durch leckere Sauce mit dem gereichten Brot aufzunehmen und so den Genuss dieses Ganges noch etwas zu verlängern.

        Weiter ging es mit Glattbutt im Ofen gebacken, cremige Polenta mit grünem Spargel im Vermouth-Sud. Der Fisch: beste Qualität auf den Punkt zubereitet, auch hier passte die Sauce wieder hervorragend dazu. Leider war die Polenta dazu für meinen Geschmack nicht wirklich cremig, sondern eher zu weich, fast wässrig, aber Fisch und Sauce waren wirklich sehr gut. Auch beim folgenden Gang, dem Spieß von Langusten, Risotto mit Wasabi und Lauch, Ingwer Creme, fiel die Qualität der „Sättigungsbeilage“ klar gegen die Sauce und die Langusten ab. Von Wasabi war in dem eher „laschen“ Risotto auch überhaupt nichts zu spüren und zu schmecken.

        Dann der vierte Gang, Klare Geflügelbrühe mit feinem Geflügelleberauflauf. Dies war aus meiner Sicht der schwächste Gang des Menüs. Es sollte wohl das Thema des ersten Ganges aufgegriffen werden, ein paar Möhrenkügelchen schwammen auch noch in der Suppe, aber da passte für mich nicht viel zusammen, die Bestandteile des Ganges standen isoliert und fügten sich einfach nicht zusammen.

        Bis hierhin begleitete mich übrigens eine hervorragende halbe Flasche eines 2004er Riesling Grand Cru Kanzlerberg von Gustave Lorentz durch das Menu. Zu den Lammkoteletts wünschte ich mir ein Glas Rotwein, ich machte meine Vorliebe für Rhone-Weine deutlich und der Sommelier schlug einen Crozes-Hermitage vor. Auf meine Frage, ob sie den denn offen hätten, war die Antwort nur ein, fast ob der Frage erstauntes „Wenn Sie das wünschen öffnen wir die Flasche natürlich für Sie“. Ja, natürlich. So einfach kann Service sein.

        Der Fleischgang Lammkotelett, Barigoule Artischicken, Tian von Gemüse war ok, nichts Besonderes, und ob ein deutscher Ein-Sterner Kotelett auf die Menu-Karte lässt weiß ich auch nicht so genau. Wie in Frankreich wohl auch üblich war das Fleisch eher auf der weniger durchgebratenen Seite des Spektrums. Aber die Artischocken dazu waren überragend, intensiv im Geschmack, hatte ich so bewusst bisher noch nicht geschmacksintensive als Beilage wahrgenommen.

        Ich war gerade noch am Überlegen ob die Küchenleistung im Verlauf des Menus nicht eher stetig abgenommen habe und ich vielleicht von dem sommerlichen Aperitif auf der Terrasse anfangs noch zu glückselig gewesen bin, da kam der Käsewagen angerumpelt und alles wurde gut. Nur eine kleine Auswahl, aber tolle Qualität des Camemberts, frischen Ziegenkäses, eines Munster natürlich und ein weiterer Hartkäse. Ich war mit dem Abend und dem Restaurant wieder mehr als versöhnt. Mittlerweile war es auch gut besucht, und ich weiß nicht ob meine Käsewahl den Anlass gab oder ob es in Frankreich einfach für viele Gäste dazu gehört, jedenfalls rumpelte der Käsewagen nachher noch einige Male durch das Restaurant. Und hier wird übrigens auch noch das Crepes Suzette am Tisch zubereitet, wie ich zwei Tische weiter beobachten konnte. Welch herrliche Show-Einlage, das den Gast und den Service in den Mittelpunkt des Geschehens rückt.

        Mir wurde dagegen als Abschluss des Menus eine andere Portion Glückseligkeit zu Teil. Schokolade mit hohem Kakao-Anteil soll ja glücklich machen. Nun, dieses Dessert, eine Voyages autour des terroirs de Cacaos Aromatique machte mich jedenfalls sehr glücklich (und sehr satt): zwei verschiedene Schoko-Mousse mit Kakao aus Venezuela und Ecuador und eine Art Schoko-Muffin der innen noch warm war – pure Schlemmerei.

        Abschließend orderte ich noch einen doppelten Espresso – die Tasse, die ich dann bekam war mehr als ordentlich gefüllt. In manchen Kännchen in Terrassenlokalen ist jedenfalls weniger drin. Nach vier Stunden endete dann ein herrlicher Abend in einem für mich typisch-französischen gehobenen Landgasthof zu absolut angemessenen Preisen, die 150.- € inklusiver aller Getränke waren aus meiner Sicht bestens investiert.

        MkG,

        Jörn

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        • #64
          Eine Frage zum Käse: hatte der Ober noch einen speziellen Wein empfohlen, z.B. zum Münster?
          Gruß s.

          PS:
          „das ganze Interieur strahlt französische ländliche Gediegenheit aus“
          „aber Speisekartenpoesie gibt es eben auch in Frankreich“
          „Wie schön, dass man sich in Frankreich nicht scheuen braucht, die einfach durch und durch leckere Sauce mit dem gereichten Brot aufzunehmen“
          „Wie in Frankreich wohl auch üblich war das Fleisch eher …“
          „Nach vier Stunden endete dann ein herrlicher Abend in einem für mich typisch-französischen gehobenen Landgasthof …“

          Sehr korrekt, Monsieur.

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          • #65
            Zitat von joern_ribu Beitrag anzeigen

            Wie schön, dass man sich in Frankreich nicht scheuen braucht, die einfach durch und durch leckere Sauce mit dem gereichten Brot aufzunehmen und so den Genuss dieses Ganges noch etwas zu verlängern.
            Also ich mach das auch hier in Deutschland.

            PS: Und bin noch nirgendwo schief angeschaut oder gar raus geworfen worden.

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            • #66
              Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
              Also ich mach das auch hier in Deutschland.

              PS: Und bin noch nirgendwo schief angeschaut oder gar raus geworfen worden.
              Letzteres haette mich dann doch sehr ueberrascht. Wobei es auch in Frankreich durchaus Restaurants gibt, in denen ich mich wohler fuehle, wenn ich beim Sauce-Mit-Brot-Auftunken eine Gabel benutze.

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              • #67
                Zitat von Zeitblom Beitrag anzeigen
                ... Wobei es auch in Frankreich durchaus Restaurants gibt, in denen ich mich wohler fuehle, wenn ich beim Sauce-Mit-Brot-Auftunken eine Gabel benutze.
                Ja, in so einem war ich dann einen Abend später - wobei es sich aber auch die Gäste im Au Crocodile nicht nehmen ließen, diesem Genuß "händisch" zu frönen.

                @Schlaraffe: Der Sommelier (wie sich das gehört mit Traube am Revers, damit er als solcher auch erkennbar ist) hatte am Anfang des Menüs den Vorschlag einer glasweisen Weinbegleitung gemacht und dabei auch zum Gänselebergang wie auch zum Käse einen Vorschlag gemacht, die ich mir aber nicht gemerkt habe. Da ich aber lieber, bis auf den Rotwein zum Fleischgang, einen Wein durchtrinken wollte, hat er das dann später nicht mehr thematisiert.

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                • #68
                  Vielen Dank für Ihren Bericht. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie es Ihnen im Crocodile gefallen hat.

                  Das Menu im Relais de la Poste hört sich recht üppig an, aber Ihren Schilderungen kann man ganz gut entnehmen, was Ihnen gefallen hat. Mir wäre es wahrscheinlich ähnlich gegangen. Den Käsewagen kann man m.E. nicht genug schätzen. Zwar kann man sich auch für zuhause Käse kaufen und guten Wein dazu trinken. Aber eine Auswahl gut affinierter Käse stellt für mich nicht selten ein Highlight des Menus dar, das ich zuhause so nicht reproduzieren kann.

                  Gruß, rocco

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                  • #69
                    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                    Vielen Dank für Ihren Bericht. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie es Ihnen im Crocodile gefallen hat.

                    Das Menu im Relais de la Poste hört sich recht üppig an, aber Ihren Schilderungen kann man ganz gut entnehmen, was Ihnen gefallen hat. Mir wäre es wahrscheinlich ähnlich gegangen. Den Käsewagen kann man m.E. nicht genug schätzen. Zwar kann man sich auch für zuhause Käse kaufen und guten Wein dazu trinken. Aber eine Auswahl gut affinierter Käse stellt für mich nicht selten ein Highlight des Menus dar, das ich zuhause so nicht reproduzieren kann.

                    Gruß, rocco
                    Lieber rocco,

                    es gibt mehrere Gründe warum ich noch nicht zu dem Bericht über das Crocodile gekommen bin. Ein wesentlicher davon ist sicher, dass ich mir selbst über das Erlebnis noch uneins bin und immer noch überlege wie ich den Bericht aufbauen und das Ganze bewerten soll. Ich hatte mich für das große Menü im Crocodile entschieden, und das war nach dem Vorabend und einem recht stressigen Tag auf der Tagung nicht so klug gewesen, da ich mindestens gegen Ende der 9 Gänge einfach zu müde wurde um dem Menü noch wirklich gerecht werden zu können. Es war zum Schluss fast ein Kampf gegen Müdigkeit und Völlegefühl. Daraus einen einigermaßen objektiven Bericht und dem Restaurant gerechtwerdendes Fazit zu ziehen ist eine Herausforderung, die ich im Moment noch etwas vor mir her schiebe... Aber kommt bestimmt!

                    Die Käseauswahl aber war bei beiden Restaurants klasse, im Crocodile waren die Käse (ich hatte sehr ähnliche gewählt wie tags zuvor) etwas reifer und intensiver im Geschmack. Wobei das Highlight im Crocodile eigentlich der "Mignardises"-Wagen ganz zum Schluß des Abends war. Stellen Sie sich einen doppelstöckigen Barwagen vor, so einen, auf dem normalerweise immer die Digestifs dicht an dicht stehen (und vor sich hin stauben), und stellen Sie sich diesen stattdessen über und über gefüllt mit allen Sorten von Süßigkeiten vor, von denen Sie (nicht nur) als Kind immer geträumt haben - Lutscher, Bonbons, Marshmellows, kandidierte Früchte, frische Kirschen, Schokoladenfiguren am Stil, mindestens drei Sorten Pralinés, diverse mit Schokoladen überzogene Nüsse und noch viel viel mehr. Und dann auch noch freie Auswahl! So etwas habe ich noch nirgends gesehen, eine grandiose Idee um dem Gast zum Abschluß "einfach" in den Stand eines glücklichen Kindes zu versetzen (ich habe jedenfalls keinen Gast an dem Abend gesehen, der nicht ein seeliges Lächeln im Gesicht gehabt hätte als der Wagen auf ihn zugerollt kam) Und an den beiden Krokodil-Lutschern die ich mir für meine Kids habe mitgeben lassen, haben die beiden jeweils mehrere Tage "gearbeitet".

                    KG, Jörn

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                    • #70
                      Lieber Joern, jetzt haben Sie mir viel Lust auf den Bericht gemacht. Ich will sie nur ermutigen. Wenn Sie - wie ja schon angedeutet - ihre "Beeinträchtigungen" beim Essen benennen, verstehen wir das sicher einzuordnen, z.B. dass manches bei vollem Verstand anders aus Sie gewirkt hätte. Aber - in der Tat- fällt es einem nicht so leicht, solche Berichte zu schreiben.

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                      • #71
                        Ich möchte mich bei der Ermutigung anschließen!

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                        • #72
                          Vielen Dank für all Ihre Ermutigungen.

                          Es ist geschafft, der "Krokodil-Bericht" ist im Thread zum Restaurant abgelegt. Viel Spaß beim Lesen! :cheers:

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                          • #73
                            Le Cygne, Gundershoffen**

                            Das Restaurant Le Cygne stand bei uns schon lange auf dem Plan. Zweimal haben wir sogar einen Tisch gebucht, mussten dann aber wieder absagen. Jetzt hat es endlich geklappt, in Verbindung mit dem wunderbaren Übernachtungsangebot im Hotel le Moulin.

                            Wir haben eine klassische französische Küche erwartet, diese haben wir auch bekommen, auf einem sehr hohem Niveau, ohne Schnickschnack und (fast) tadellos.

                            Das Ambiente ist etwas altbacken aber passend zu einem alten Haus. Uns fällt eine moderne Beleuchtung aus, die Bedienung ist herzlich, es wird viel gelacht und gescherzt, aber eben nicht zugesetzt. Zum zweiten Mal in nur 2 Tagen fühlen wir uns wie zuhause bei den guten Freunden angekommen.

                            Wir bekommen 7-Gänge –Menü mit Weinbegleitung:

                            Eveil du palais

                            Ein Glas Cremant d'Alsace, dazu Gaspacho-Sorbet. Dann kommen noch ein Wachtelei auf Selery Salat, Lachs auf Erbsenpüree und Foie Gras Törtchen.

                            Declinaison de langoustines: croutee aus gingembre et son tartare a la pistache et noisette, fraicheur de roquette et basilic

                            Schon der erste Gang hat uns gezeigt, man bewegt sich auf gekonnt hohem Niveau. Wunderbar eine gebratene Langustine, tolles Produktqualität, sehr überraschend der Tatar mit Pistazien und Haselnüssen, die in keiner Weise die Zartheit von Langustine übertonen, sondern eher unterstreichen. Ganz große Klasse!

                            Raviole de homard bleu en transparence, sur un caviar d’aubergine aux amandes fraiches, jus de crustace a la vanille

                            Für mich der schwächste Gang des Abends. Mir schien so, dass die ambitionierte Komponenten-Zusammensetzung nicht ganz gelungen war. Zwar schmeckte Auberginenkaviar zusammen mit Vanillen-Jus und frischen Mandeln ausgezeichnet, der Hummer blieb aber dabei irgendwie auf der Strecke. Es ergab für mich kein Gesamtbild.

                            Blanc der turbot sauvage, tomates dans tous ses etats, reduction de canard.

                            Wir hatten am Vortag bei Caminada bereits einen Tomatengang, der himmlisch war. Deswegen war der Vergleich durchaus interessant. Insgesamt ein sehr schöner Gang, Fisch absolut auf dem Punkt, Schönes Säurespiel.

                            Cappuccino de homard.

                            Klassisch, aber immer wieder schön. Es hat uns so gut geschmeckt, dass wir uns sogar 1 L davon mit nachhause einpacken lassen.

                            Grosse morille farcie sur uns royale d’asperges, veloute de champignons blanc et cepes

                            Wieder ein Klassiker, aber sooo lecker. Passend zu Morcheln-Spargel Saison, in einer etwas leichtere abgespeckte Sauce. Wunderbar!

                            Poitrine de pigeon et sa cuisse confite, acompagne de „petits pois a la francaise“ revisite, jus perle a l’huile d’olive

                            Täubchen war ebenso tadellos, knusprig-zart.

                            Dessert dürften wir aus einer Dessert-Karte auswählen. Für mich war es ein Himbeeren-Gang (frische Himbeeren mit einer Lakritz Panna Cotta und Himbeer-Sorbet), für den Herrn Zitronensorbet mit Lorbeeren und Nelken aromatisiert und mit Gewürztraminer Trester übergossen. Beide Desserts waren schön leicht und in Ihrer Umsetzung eher klassisch.

                            Zum Kaffee gab es natürlich noch hausgemachte Trüffel und Macarons.

                            Die Weinbegleitung ist mir nicht so in Erinnerung geblieben, es waren ausnahmslos französische Weine, die als Essenbegleiter gut waren.

                            Unser Fazit: für Freunde klassischer französischer Küche zweifellos eine richtige Adresse. Es erwarten keine große Überraschungen, das Qualität ist aber hervorragend und Preis-Leistungsverhältnisse sehr gut. Dazu kommt unschlagbar guter freundlicher Service in einer schönen entspannten, wenn auch etwas unmoderner Atmosphäre.

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                            • #74
                              Das habt ihr beiden ja eine schöne Gourmettour gemacht - modern und klassisch. Dankeschön für die Berichte, hat mich sehr gefreut, wieder mal was von euch zu lesen.

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                              • #75
                                Danke für Ihre Zeilen.

                                Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
                                [B]
                                ... wenn auch etwas unmoderner Atmosphäre.
                                Das kann ja manchmal auch ganz erfrischend sein.

                                Gruß!

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