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  • #91
    Auberge St. Laurent in Sierentz

    es ist zwar schon ein paar Monate her, trotzdem möchte ich meine Erfahrungen mit der Auberge St. Laurent teilen. Ich war in den letzten Monaten mehrere Male dort und konnte einige Gänge Essen, die einen Stern rechtfertigen und einige Gänge kennenlernen, die für mich nicht ganz auf höchstem Niveau waren. Auch davon kann ich gerne in nächster Zeit mal berichten Ich möchte jetzt gerne meine Erfahrungen mit dem Menu Marin Pecheur teilen, da es für mich durchaus spannende und wohlschmeckende Gänge beinhaltete.

    Die Auberge bietet eine schöne Auswahl an a la carte Gerichten an, die Möglichkeit ein Menü selbst zusammenzustellen, sowie ein Menu de Moment, welches häufig Fisch als zentrales Element hat. Ich besuchte das Restaurant zum Lunch und wir starteten mit einem Cremant mit verschiedenem Blätterteiggebäck. Der Cremant war toll, das Gebäck in Ordnung (ich möchte hier nicht das Wort "belanglos" nutzen, aber ich brauche nichts zum Knabbern vor dem Essen).

    Als Amuse wurde ein kleines Stück Hummer in Krustentierschaum serviert.

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ID: 49245

    Das war klassisch, wohlschmeckend und ein leichter Einstieg in das Thema Fisch. Insgesamt sehr gut.


    Als ersten Gang gab es dann Forelle und Mandarine.

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    Die Kombination klingt im ersten Moment etwas gewagt, es passte aber wirklich gut. Die Forelle war leicht geräuchert, lauwarm und buttrig. Die Frucht gab eine schöne, fast zitronige Säure. Das war schön harmonisch und insgesamt sehr gut. Die Säure mit einer dezenten Süße ergänzte den Fisch zu einem harmonischen Gang.

    Als Zwischengang gab es Gegrillte Jakobsmuscheln in einer leichten Safransoße.

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    Die Jakobschmuscheln waren tatsächlich sehr scharf angegrillt, innen glasig und von toller Qualität. Ich persönlich mag sehr gerne diese starken Röstaromen in Kombination mit Jakobsmuscheln. Die sehr leichte Soße nahm die starken Röstaromen wunderbar auf. Für mich sehr gut, anderen war das Grillaromen zu intensiv.


    Als Hauptgang gab es einen tollen Zanderrücken mit Artischocken und Gnocchi.

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ID: 49248

    Bei einem Fischhauptgang fehlt mir manchmal die "Schwere". Oft sind sinnvollerweise die Fischgänge leicht, dezent und puristisch. Der Zander war das exakte Gegenteil und genau das hat mir an diesem Gang so gut gefallen. Der Zander war perfekt gebraten und eine dünne Scheibe roher Foie Gras lag auf dem heißen Zander und gab dem Zander ein intensiv warmes, buttriges Aroma. Die Artischocken waren als Stücke unter dem Fisch und Püree neben dem Fisch angerichtet. Sie waren intensiv, durchaus mutig abgeschmeckt und gaben dem Gericht auch eine gewisse Tiefe. Trotzdem ging der Zander zwischen den intensiven Aromen nicht unter. Ein echter Hauptgang und sehr lecker.


    Das Desert Variationen von Mango beendete den Lunch.

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    Die Mango war als Eis, Törtchen und getrocknet verarbeitet. Das schmeckte gut, aber es fehlte mir doch klar an Finesse und Aromenvielfalt. Das war alles sehr süß und etwas eindimensional. Klar das schmeckt lecker, aber wirklich spannend oder abwechslungsreich war es nicht. Insgesamt ok.


    Die Petits Fours zum Café schlossen einen insgesamt schönen Lunch ab.


    Wie ihr lesen konntet hat mir das Fischmenü sehr gut gefallen. Ich bin zwar passionierter Hobbykoch, aber Fisch in dieser Qualität zu bekommen ist nicht einfach. Deswegen hat es mich umso mehr gefreut, dass fast alle Gänge wohlschmeckend waren. Man merkte, dass vor allem die Süßwasserfische eine tolle Qualität hatten. Der Hauptgang war toll. Da trübte auch das schwache Desert den sehr guten Gesamteindruck kaum. Als Fazit über die Auberge würde ich gerne einen Forumianer zitieren:

    "Man geht einfach hin, isst schön, darf nicht das Jahrhunderterlebnis erwarten, aber ein sehr gutes Essen, trinkt eine Flasche Wein von der Karte und genießt das Leben."

    Dem ist nichts hinzuzufügen.


    P.S. Leider kann ich keine Bilder mehr hochladen, da ich sonst das Limit überschreiten würde. Das ist etwas schade.
    Zuletzt geändert von Muck; 24.11.2014, 19:21.

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    • #92
      Dankeschön für diesen diesen Bericht.

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      • #93
        Und was bei dem von Ihnen zitierten rocco auch noch angenehm ist: er nennt die begleitenden Getränke mit ihren Namen.
        Gruß
        s.

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        • #94
          Mea culpa. An die Herkunft des Crémant kann ich mich nicht mehr erinnern. Mittags trinke ich in der Regel nur Wasser, also kein Wein zum Menü.

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          • #95
            Zitat von Matthias85 Beitrag anzeigen
            ....
            P.S. Leider kann ich keine Bilder mehr hochladen, da ich sonst das Limit überschreiten würde. Das ist etwas schade.
            So eine Fehlermeldung kenn ich nicht und kann ich auch nicht nachvollziehen?
            Sie können sehr wohl noch Bilder hochladen, die dürfen einzeln halt nicht 2MB überschreiten.
            Sollte es techn. Probleme geben, rufen Sie mich einfach an.
            mfg Hannes Buchner

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            • #96
              Essen im Elsass

              Rappschwihr, auf französisch Ribeauvillé, Richtung Bergheim, hier gibt es das Carola Wasser, Carola Verte, mit leichtem Sprutzel, sehr angenehm. Und hier nun hat sich Michaela Peters, in Colmar dereinst besternt, niedergelassen. Wir sitzen, wie es schöner kaum geht, im Garten der
              Auberge du Parc Carola
              http://www.auberge-parc-carola.com/de/menus-cartes.php
              Alles, was wir hier, in lauer Sommernacht, gegessen haben, war tadellos, das heißt, dieses Lokal läßt sich mit bestem Gewissen empfehlen. Eindeutig Bib.

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              • #97
                PS: dieses Menü für 31 € ist schon fast obszön günstig

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                • #98
                  PPS: aber seit wann liegt das Elsass an der Côte d' ?
                  Schon sehr peinlich, die Geo-Erkenntnisse dieses Forums. Oder sollte gar ich mich da ??? Qwertz, guter qwertz, bitte um Korrektur

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                  • #99
                    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                    Alles, was wir hier, in lauer Sommernacht, gegessen haben,
                    Und zum trinken gab es nix? Wie ist die Karte?

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                    • Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                      PPS: aber seit wann liegt das Elsass an der Côte d' ?
                      Ich ahne schon, warum Sie das Restaurant an der Côte d'Azur verortet haben. Die Speisekarte liest sich durchaus südfranzösisch mit sogar einem leichten italienischen Einschlag. Das klingt in jedem Fall nach einer weiteren guten Adresse im Elsass. Aber wie auch glauer interessiert mich natürlich brennend, wie die Weinkarte ist?

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                      • Eigentlich, liebe Moderatoren, hätte es doch schon einen Elsaß thread gegeben. Wollen Sie die Auberge du parc Carola nicht dorthin überführen, schon der Übersichtlichkeit wegen? Gerne ließe sich dabei sowohl # 3 wie auch das jetztzige Schreiben löschen.

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                        • "Und zum trinken gab es nix? Wie ist die Karte? "

                          an die Herren glauer und rocco:
                          es tut mir leid, aber ich kann mich tatsächlich nicht mehr daran erinnern, was wir zum Essen getrunken haben. Auch an Einzelheiten der Weinkarte vermag ich mich nicht zu erinnern. Aber ich weiß noch, daß ich zunächst überaus verblüfft war, zu welch niedrigen Preisen hier Faller, Muré und Trimbach angeboten wurden ( bis der Ober, der meine Verblüffung en passant richtig interpretiert hatte, mir bedeutete, daß die Weinkarte hier mit den halben Flaschen beginnt)

                          Wahrscheinlich liegt bzw lag es daran, daß wir im Vorfeld eine ausgiebige Weinprobe in St.Hippolyte absolviert hatten. Das Weingut, übrigens eine Empfehlung von Wolfgang Faßbender, heißt Huber Bléger; hier findet man sehr schöne Weine für den täglichen Gebrauch, zu wirklich bescheidenen Preisen.
                          Gruß
                          s.

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                          • Auberge du Parc Carola (siehe # 96)
                            Bib 2016

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                            • Mal wieder ein kleines Update aus der Auberge St. Laurent in Sierentz, die ich letzte Woche wieder besucht habe. Ich war in den letzten Jahren häufiger dort. Es war immer nett, das Essen gut, der Service freundlich und die Preise fair. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass die Auberge gerade so am Stern kratzt. Häufig waren die Gerichte nicht so perfekt, dass ich man dafür zwingend einen Stern geben muss. Bei diesem Besuch hatte ich doch den Eindruck, dass das Niveau sich langsam etwas steigert.

                              Es begann mit drei netten Snacks zum Crémant aus der Region.

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                              Darunter ein Bällchen von Kaninchenrillette, einenm Brotkissen mit Erbsencreme, sowie ein Keks mit Leberpastete. Das waren drei schöne kleine Snacks, die klassisch elsässisch daher kamen und gut zum Cremant passten.

                              Weiter ging es mit dem Amuse in Form einer lauwarm geräucherten Makrele mit Rote Beete. Das intensive, fettige Aroma der Makrele wurde durch die Beete gut aufgefangen. Vom Salz her am Limit, aber in Summe ein schöner gaumenschmeichelnder Einstieg.

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ID: 50378

                              Als Vorspeise wählte ich die Foie Gras mit Sauerkrautconfit, Grapefruit und Brioche.

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                              Das war eine stimmige Kombination aus Leber, dem süßen Sauerkrautconfit und der sauren Grapefruit. Das Brioche in Guglhupf Form war warm, fettig und einfach lecker. Wenn die Leber noch ein paar Grad wärmer gewesen wäre, wäre ich vollends zufrieden. Das war etwas schade, denn die Aromen und die Kombination war sehr stimmig. Ich esse Foie Gras eher selten, hier hat es sich aber gelohnt mal wieder davon zu kosten.

                              Weiter ging es mit Kaisergranat, Erbsen und Trüffel.

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ID: 50380

                              Der Kaisergranat in guter Qualität ging mit den Erbsen eine süßlich wohlschmeckende Kombination ein. Der Trüffel brachte zwar etwas Erdigkeit in das Gericht, es blieb jedoch in Summe eher auf der süßlichen Seite. Vielleicht etwas eindimensional, wenn man meckern möchte, aber nichts desto trotz war es eine befriedigende Kombination. Das war kein Gericht zum nachdenken, sondern zum genießen.

                              Als Hauptgang wählte ich den Zander mit Spargel und Gnocchi.

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                              Die Franzosen mögen ihr Gemüse weich gekocht, somit kam auch der Spargel sehr weich daher. Die Hollandaise war handwerklich perfekt, die Gnocchi fluffig und weich und der Zander glasig gegart. Dazu fanden sich noch einige Flusskrebse auf dem Teller, die eigentlich besser zum Spargel und der Soße passten, als der Zander, der fast etwas unterging. Aber auch hier gefallen Handwerk und Geschmack.

                              Als Dessert gab es Schokolade, salziges Karamelleis und Trüffel.

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                              Auch dieser Gang war vielleicht etwas monoaromatisch, aber nichts desto trotz sehr sehr lecker. In der Kombination erinnerte es mich etwas an Snickers, ohne aber zu schwer oder plump zu sein. Vorallem das salzige Karamelleis steuerte eine gewisse Frische in die schokoladige Kombination.

                              Die Petit Fours passten nach den ordentlichen Portionen und dem vielen sehr guten Brot kaum mehr rein.

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ID: 50383

                              In Summe habe ich dieses Mal kein Gericht gegessen (und ich habe auch bei meiner Begleitung alles probiert), welches mir nicht gefiel. Die Gerichte sind klassisch ohne zu schwer zu sein. Teilweise fehlt vielleicht etwas die Balance zwischen salzig, süß, sauer und Bitter. Im Zentrum steht der einfache, zugängliche Wohlgeschmack. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man eben dieses Traditionshaus aufsucht. Ab und zu ist das eben genau das, wonach es mich lüstet und das wird hier vollends befriedigt. Preislich ist die Auberge auch sehr attraktiv. Mal schauen, wo die Reise hin geht!

                              M
                              Zuletzt geändert von Muck; 20.04.2016, 20:35.

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                              • Herzlichen Dank für die Eindrücke.
                                Hatten Sie in der Nähe genächtigt ? Wenn ja, darf man fragen wo und wie es war ?

                                MkG, S.

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