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Le Foch *, Reims

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  • Le Foch *, Reims

    Seit vielen Jahren kommen wir regelmäßig nach Reims. Für eine Winzertour in die Champagne ist dies ein guter Ausgangspunkt. Es gibt ausreichend Hotels in allen Kategorien und eine annehmbare Auswahl an Restaurants, wenngleich auch überraschend wenige, die der Michelin mit einem oder mehr Sternen auszeichnet.

    Seit 2003 strahlt die Auszeichnung jedoch über dem „Le Foch“ von Corinne und Jacky Louazé, deren Restaurant es seit fast 25 Jahren gibt und an dem wir zahllose Male vorbeigegangen sind und dessen Speisekarte ich mir genauso häufig angeschaut habe. Trotzdem ist es jetzt das erste Mal, dass wir das Haus besuchen und warum es so lange gedauert hat, kann ich gar nicht mehr sagen. Aber besser spät als nie.


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    Außenansicht

    Das Ambiente ist gediegen elegant, das Publikum eine Mischung aus Einheimischen und Touristen. Vor allem die in der Champagne zahlreichen englischen Besucher sind hier gut vertreten.


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    Interieur

    Es gibt zwei Viergang-Menüs (57,-€/75,-€), eines in sieben Gängen (110€), eine umfangreiche à la Carte-Auswahl sowie ein günstiges Dreigang-Mittagsmenü (37,-€). Wir entscheiden uns für die Version zu 75 Euro, die auch Wahlmöglichkeiten bietet.
    Wird die Speisekarte noch ganz analog präsentiert, findet sich die Weinkarte ganz zeitgemäß auf einem Tablet. Bei der Auswahl ist uns die Chefin behilflich und empfiehlt uns einen ganz ausgezeichneten Montagny 1er Cru, der ziemlich genau den Vorstellungen entspricht, die wir beschrieben haben. Das hinterlässt schon mal einen sehr positiven Eindruck, auch wenn, wie so häufig, der Service insgesamt zwar sehr korrekt, aber halt auch etwas distanziert agiert.

    Zum Apéritif gibt es einen sehr buttrigen, mit Kernen und Käse überbackenen Blätterteigcracker.


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    Apéro

    Als Amuse Bouche serviert die Küche vier Kleinigkeiten, darunter eine kalte Velouté, die nicht klar identifizierbar ist, aber eventuell auf Maronenbasis sein könnte. Ein Parmesan-Sablé gerät etwas trocken, dünne Chips in unterschiedlichen Ausführungen überzeugen da mit diversen Cremes und knackigem Gemüse schon eher. Das ist alles zwar nicht spektakulär, aber solide.


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    Amuse Bouche

    Mein Mann startet in sein Menü mit einer intensiven, cremigen Steinpilzsuppe. Die mit Kaffee dezent aromatisierte Sahne sowie geröstete Nüsse und ordentlicher Trüffel unterstützen den herbstlichen Charakter. Die Suppe ist köstlich, aber auch sehr reichhaltig und kräftig – und sättigend.


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    Steinpilzvelouté, Herbsttrüffel und geschlagene Sahne mit Kaffee

    Meine Vorspeise fällt deutlich leichter und vielfältiger aus. Auf einem mit Frühlingszwiebeln abgeschmeckten Jakobsmuscheltatar und Rettichscheiben finden sich drei stattliche, zart gegarte Kaisergranate, die in Gomasio, der japanischen Sesamsalz-Gewürzmischung gewälzt wurden. Das gibt dem Ganzen eine feine asiatische Note, während Grapefruit für das fruchtige und aufgeschlagene Crème fraîche für das cremige Element sorgen. Ein frisches, leichtes und sehr gutes Entrée.


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    Tatar von Jakobsmuscheln aus Granville, Kaisergranat, Gomasio

    In dieser Menüversion folgt an dieser Stelle bereits der Hauptgang. Nach der üppigen Steinpilzsuppe darf sich meine bessere Hälfte zwei properen, perfekt gebratenen Stücken Hirschfilet widmen. Eingefasst von diversen Beten und Pastinakenpüree und Maronen ist dies ein Herbstgericht par excellence. Das etwas modisch dazu platzierte Popcorn finde ich ziemlich entbehrlich, auch weil es entschieden zu süß ausfällt. Aber das ist auch schon das Einzige, das man hieran aussetzen könnte.


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    Hirschfilet, Bete, würzige Rübe, Pastinakenpüree

    Ich bleibe heute beim Fisch und bekomme Sankt Petersfisch auf Karottenpüree und einer cremigen Karotten-Orangensauce. Dazu gibt es verschiedene Karotten, die eigentlich mit Kümmel gewürzt sein sollen. Ich kann den nur in homöopathischen Mengen ausmachen, was schade ist, denn ich stelle mir vor, dass dies eine spannende Note in das ansonsten sorgfältige Gericht gebracht hätte. So ist es auch auf meiner Seite gut, aber eben auch vor allem üppig und nicht besonders nachhaltig in Erinnerung bleibend.


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    Sankt-Petersfisch, Karotten mit Kümmel, Orange

    In Frankreich gang und gäbe, aber hier eben auch sehr schön bestückt, folgt der Käsewagen. Leider sind nicht alle Sorten für meinen Geschmack optimal gereift, aber dennoch ist es für uns immer wieder eine Freude, eine solche Auswahl zu haben.


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    Käsewagen

    Bei den Desserts bemüht sich Jacky Louazé erkennbar um einen modernen Touch. Bei seiner Neuinterpretation des Saint-Honoré gelingt ihm das nicht wirklich. Kleine Profiteroles mit Vanillesahne auf karamellisiertem Brikteig und Karamelleis wirken auf Dauer einfach zu mächtig und eindimensional. Das Zuckergebilde auf der Sahne sieht zwar hübsch aus, ist aber nur für Hardcore-Kariesfans ein Essvergnügen.


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ID: 70050
    Saint-Honoré modernisiert

    Nicht viel überzeugender fällt auch mein Dessert aus. Eine Mandarine ist im Ganzen gebraten, also auch mit sämtlichen Häuten und damit etwas unangenehm zu essen. Sowohl Kokossahne als auch Teeeis fallen sehr dezent aus. Auch hier sind karamellisierte Brikteigblätter mit im Spiel, was zwar für zusätzlichen Knusper sorgt. Aber in Summe stopft das ziemlich und zeigt leider etwas wenig Finesse.


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ID: 70051
    Gebratene Gewürz-Mandarine, Eis von schwarzem Tee und Kokos

    Überraschenderweise sind dann die zum Kaffee, den man auch wieder aus einer ausufernden Liste vom Tablet auswählt, servierten Mignardises ganz ausgezeichnet und abwechslungsreich. Eine Pfirsich-Gazpacho, Tartelette, Cannelé, Pistazienfinancier und ein saftiger, sehr gut schmeckender Kuchen fallen unterm Strich für meinen Geschmack besser aus als die Desserts aus. Allerdings sind wir zu diesem Zeitpunkt bereits viel zu satt, um sie noch angemessen genießen zu können.


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ID: 70046
    Petit Fours

    Auch wenn es deutliche Abstriche bei den Nachtischen gibt, war dies insgesamt ein sehr zufriedenstellendes Menü. Jacky Louazé liefert eine klassische Küche, die sowohl gutes Handwerk und ebensolche Produkte bietet. Wie häufig in Frankreich ist man mit den Menüs auch preislich auf der interessanteren Seite und da ist das „Le Foch“ eine durchaus attraktive Adresse. Und nicht nur deshalb ist es eine gute Alternative zu den häufig mittelmäßigen und auf Touristen ausgerichteten Restaurants. Der Zuspruch gibt dem Konzept Recht. So häufig wir am Restaurant in der Vergangenheit vorbei gegangen sind, schien es immer gut besucht und auch an diesem Abend ist es ausgebucht. Für uns war es an den drei Tagen unseres Aufenthaltes das beste Essen. Und wir werden sicher nicht wieder so viele Jahre bis zum nächsten Besuch verstreichen lassen.



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/le-foch-reims/
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