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Au Crocodile *, Strasbourg

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  • Au Crocodile *, Strasbourg

    2009 übernahm Philippe Bohrer das bekannte Restaurant Au Crocodile in Straßburg, welches sehr nahe am Place Kleber gelegen ist, von der Elsässer Küchenlegende Emile Jung. Von 1989 bis 2001 hatte das Restaurant ***, wurde dann aber herabgestuft. Philippe Bohrer ist der Patron des gleichnamigen Restaurants in Rouffach und führt nun die Geschäfte im Au Crocodile, wo laut Internet Gauthier Gaschy, ein in der Auberge de l’Ill und bei Pierre Gagnaire ausgebildeter Küchenchef am Herd steht.

    Zu Jungs Zeiten war ich nie im Au Crocodile, kann deshalb keinen Vergleich anstellen. Auch zu Philippe Bohrers Restaurant in Rouffach kann ich keinen Vergleich anstellen. Fest steht aber: Das Au Crocodile war an dem Abend fantastisch.

    Das Ambiente ist klassisch, wir saßen im Salon Grison unter dem großen Bild. Insgesamt war das Restaurant sehr schlecht besucht mit nur vier belegten Tischen. Auch wenn derzeit keine Saison ist, ist das natürlich sehr mager. Wir hatten beide das Menu Formule Jeunes für unter 35-jährige gewählt, welches mit 84 Euro, inkl. Apéritif, Weinbegleitung, Wasser und Café unglaublich günstig kalkuliert ist. Der Service ist sehr zuvorkommend, herzlich, kann alle Fragen beantworten und ist auch für einen kurzen Plausch zu haben. Nun hatte der Service natürlich an besagtem Abend auch nicht wahnsinnig viel zu tun.

    Zum Apéritif wurde ein oJ Champagner „Cuvée Intense“ des Hauses Lenoble serviert, ein trotz seines Namens eher reduktiver denn generöser Champagner. Dazu gab es drei kleine Häppchen, die nicht gesondert in Erinnerung blieben. Das zweite „Eveil du Palais“, wie das Amuse Bouche hier genannt wird, bestand aus einem Knollensellerie-Espuma mit einem in Tempura-Teig ausgebackenen Stückchen Langustinen-Schwanz. Das Sellerie-Süppchen mit leichtem Schaum drauf war sehr gut und aromatisch intensiv. Freund von frittierten Fischen, Meeresfrüchten, etc. werde ich in der gehobenen Gastronomie nie werden. Die frittierte Hülle killt einfach den Eigengeschmack des Frittierguts.

    Ab hier steigerte sich die Küche stetig. Schon die Vorspeise war grandios: Lingot de Foie Gras d’Oie au Pain d’épices, Réduit de „Gewurzt“ bestand aus einem recht großen Block Gänse-Foie Gras mi-cuit mit einer zimtig-weihnachtlichen, aber nicht süßen Gewürzschicht bedeckt. Dazu gab es eine Gewürztraminerreduktion. Letztere gab dem Gericht eine angenehme Frische. Auch ansonsten fand ich dieses Gericht sehr gut, vor allem weil die Elsässer Pain d’épices Gewürzmischung mir einfach Glücksgefühle vermittelt (Mireille Oster hatte übrigens leider gerade Ferien, deshalb habe ich kein Paid d'épices gekauft). Der dazu gereichte Wein war ein 2005 Pinot Gris Grand Cru Gloeckelberg der Cave Vinicole de Ribeauvillé, der mir solo erheblich zu viel Restsüße hätte, aber die Foie Gras gut begleitete.

    Weiter ging es laut Menukarte mit Noix de Saint-Jacques, mijoté de Céleri Rave, Jus à la Fève de Tonka. Auf dem Teller wurde aber der Knollensellerie durch ein Graupen-Risotto ersetzt, was dem Teller eine schön knackige Komponente verlieh. Tonka-Bohnen sind ja eine der aktuell angesagten Modezutaten, ich kannte sie aber v.a. in Desserts. Hier verliehen sie dem Jus zu den Jakobsmuscheln einen sehr eigenwilligen, aber auch sehr guten Geschmack – beschreiben kann ich diese Kreation nicht wirklich. Dazu passte ausgezeichnet der wiederum mit einiger Restsüße, aber auch genügend balancierender Säure ausgestattete 2003 Riesling Grand Cru Engelgarten der Cave du Roi Dagobert.

    Sodann wurde außerplanmäßig noch ein kleines Extra serviert, nämlich ein Cappuccino de cuisses de grenouilles, der ausgelöste Froschschenkel mit viel Öl, Petersilie und Knoblauch in einem Süppchen bot. Rustikal, aber sehr gut.
    Bis hierhin servierte das Krokodil eine bereits über dem Durchschnitt der von mir bisher besuchten *-Restaurants liegende Küche, ab dem Hauptgang wurde jedoch klar, dass hier für höhere Weihen gekocht wird. Dieser war schlicht sensationell und das beste Gericht der gesamten Reise. Noisette de Biche à l’écorce d’Orange, Panais confits, Mousseline de Racines war ein zusammen mit Orangenschalen und Pfeffer angebratenes Rehnüsschen. Dazu gab es confierte und sehr aromatische Pastinaken und zwei kleine Nocken Karotten-/Orangenmus. Die Krönung des Gerichts war die Sauce, hier aus Volnay und Ingwer. Diese wurde am Tisch jeweils noch einmal mit dem Bunsenbrenner erhitzt und dann über das Rehnüsschen gegossen. Sie war derart gut, dass ich zwei Mal Sauce nachbestellt habe. Auch der Rest des Gerichts zeichnete sich durch eine große Harmonie aus – das Rehnüsschen war französisch typisch recht lang abgehangen und deshalb mit deutlichem Wildgeschmack gesegnet, dabei aber butterzart. Die Wintergemüse waren als dezente Begleiter gut geeignet. Der begleitende Wein war ein noch junger, aber schon gut zu trinkender 2008 Gigondas „Les Racines“ der Domaine Les Paillères.

    Das Pré-Dessert bestand aus einem Bananen-Mousse, einem Passionsfrucht-Schaum und Pistazien-Crumble. Hierbei wurden die Bananen- und Passionsfrucht-Aromen sehr schön herausgearbeitet. Eine gute Einstimmung auf das Dessert. Als solches gab es La Foret Noire Revisité à Notre Facon, bestehend aus einer Sahnemousse auf einem dunklen Biscuit, einer Stange Bitterschokoladeneis, einem Kirschgelée und eingelegten Kirschen. Ich mochte dieses Dessert sehr gerne, insbesondere weil die einzelnen Komponenten fast übertrieben deutlich nach ihrer eigentlichen Bestimmung schmeckten. Sehr gut dazu passte der 2007 Gewürztraminer Vendanges Tardives aus dem hauseigenen Weingut.

    Zum Kaffee gab es noch ein paar Mignardises, u.a. eine sehr gute Yuzu-Madelaine. Insgesamt verließen wir das Haus höchst zufrieden und überschütteten den Service und die Küche mit Lob. Hier wird recht klassisch elsässisch und weitgehend saisonal mit maßvoll gesetzten Modernitäts-Tupfern gekocht, das aber auf einem Niveau, das sich vor **-Häusern beileibe nicht verstecken muss.

  • #2
    Sehr elegant formulierter Bericht, werter rocco; das Menü läßt sich so gut nachempfinden.
    Die 84 € sind bei dem Gebotenen wirklich preigü, schließlich wurde ja auch bei der Weinauswahl nicht gekleckert.
    Gruß
    s.

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    • #3
      Auch von mir ein Dankeschön für den tollen Bericht. Das mit der formule jeune finde ich eine hervorragende Idee, die sich hoffentlich auch ein paar deutsche Sternehäuser aneignen werden (etwas, das über das Twenü ein bisschen hinausgeht).
      Und 84 € scheint mir für das Gebotene mehr als angemessen. Vor Jahren war ich mal in Strassbourg und habe mich nicht in diese Institution getraut. Die formule jeune senkt da die Hemmschwelle erheblich.

      Grüße,
      bar

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      • #4
        Freut mich, dass Sie meine Zeilen gerne gelesen haben. @bar: Unter Umständen war das Au Crocodile mal eine sehr ehrwürdige Institution (das kann ich nicht beurteilen). Mein Eindruck war jetzt aber, dass man überhaupt keine Berührungsängste haben muss. Die drei anderen Tische waren mit einem älteren Paar und zwei jüngeren Paaren besetzt, alle eher leger gekleidet. Der Service ist zuvorkommend und locker. Der Raum flößt einem vielleicht etwas Respekt ein mit dem großen Bild, ich fand das Ambiente aber hauptsächlich angenehm.

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        • #5
          Ich denke, dass ich ungefähr 2006 oder 2005 im Elsass war. Damals hatte das Crocodile noch zwei Sterne, wenn mich nicht alles täuscht, und die Menüpreise starteten bei rund 130 euro, was damals noch viel Geld war (vor allem wenn man zu viert mit 2 Teenagern unterwegs ist und sich nicht sicher ist, ob diese das dann genießen können).
          Heute sieht man das natürlich vollkommen anders.
          Zum Ambiente: Ich finde es (zumindest auf der Website) sehr gelungen, ich hab aber auch ein Faible für die Mischung aus Biederkeit und Moderne.
          Übrigens: Wir haben uns damals dann für das Ami Schutz entschieden, das auf einer Insel im Strassbourger Fluss liegt und richtig gut gegessen. Ich weiß allerdings nicht, ob es das Restaurant noch gibt

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          • #6
            Zitat von bar de ligne Beitrag anzeigen
            Übrigens: Wir haben uns damals dann für das Ami Schutz entschieden, das auf einer Insel im Strassbourger Fluss liegt und richtig gut gegessen. Ich weiß allerdings nicht, ob es das Restaurant noch gibt
            Das Ami Schutz gibt es noch, und es ist immer noch auf der gleichen schönen Insel gelegen. Ich bin daran vorbeigelaufen, hab auf die Karte und ins Fenster geschaut und war für einen kurzen Moment betrübt, dass ich nur eine Woche im Elsass bin und nicht überall essen kann. Es gibt zum Glück immer ein nächstes Mal

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            • #7
              L'Ami Schutz

              Ich habe mit meiner Frau im SCHUTZ gegessen (Herbst 2010) und war enttäuscht. Im Jahr 2009 waren dort ebenfalls essen und wir waren zufrieden.
              Es ist eine Institution in Frankreich, nicht mehr.
              Ich empfehle, die Euros im L'Eveil de Sens zu lassen, innovative Küche und bei meinen drei Besuchen dort immer gut.
              Leider kann ich hier nicht die Speisen auflisten, die ich gegessen habe, aber die Gänsestopf gab es in drei Varianten auf einem Teller serviert, mächtig, aber gut.
              Für die Damen: Es ist immer eine schicke Blumendeko zu bewundern, draußen ebenso wie im Restaurant.

              Restaurant L'éveil des Sens
              Rue des Dentelles
              Strasbourg Petite-France

              Tél. : 03 88 32 81 01
              Fax. : 03 88 32 81 01

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              • #8
                Nach den vielen Ermunterungen im allgemeinen Elsass-Thread nun also hier der Bericht zu meinem Besuch im Au Crocodile. Eine Institution der Straßburger Gastronomie. Nachdem es lange Zeit mit drei Sternen gekrönt war, ist es quasi nach einem Neustart vor einigen Jahren nun mit Philip Bohrer als Küchenchef mit einem Stern dekoriert. Der Name hat noch immer einen guten Klang und es war für mich durchaus verlockend, nachher sagen zu können, dass ich auch einmal dort gewesen bin.

                Ich kam recht früh an, das einsetzende Gewitter hatte dem geplanten Stadtbummel ein jähes Ende beschert. Gleich beim Eintreten merkt man: hier ist Grande Cuisine angesagt, die ganze Ausstattung atmet quasi „Bedeutung“, hier speist man in einem Gastro-Tempel und darf den Segnungen der französischen Küche huldigen. Die „schwarze Brigade“ ist üppig vertreten, im Ganzen meinte ich mindestens fünf Service-Kräfte gezählt zu haben – zwei mehr als am Abend zuvor im Relais de Poste, bei praktisch gleicher Anzahl belegter Tische.

                Ein Erfrischungstuch wurde vorweg gereicht, als Aperitif wählte ich einen Muscat d‘Alsace, kein wirklich trockener Wein, zur Einstimmung aber sehr schön. Man brachte mir die deutsche Karte, und ich entschied mich für das große Menu, das Menu d’Agrément – nach dem Motto „wenn schon, denn schon“, und außerdem mit 129.- € für 9 Gänge auch aus meiner Sicht ansprechend bepreist. Nun, wie sich im Laufe des Abends herausstellen sollte hatte ich mich damit aber nach dem Vorabend im Relais wohl etwas übernommen, auch der sehr anstrengende Tag auf der Konferenz forderte mehr Tribut als ich es erwartet hatte. Ich hatte mir dazu eine halbe Flasche eines Elsässer Pinot Gris ausgesucht (Hugel & Fils) und wollte zum Lamm dann gerne ein Glas Rotwein haben – bien sur, Monsieur.

                Somit konnte die Reise durch französische Grand Cuisine beginnen:

                Eveil du Palais – drei Kleinigkeiten( auf dem Löffel, im Glas, auf einem Tellerchen), die schon gleich signalisierten, dass hier mit deutlichem Anspruch gekocht wird. Details habe ich aber leider nicht mehr parat.

                Grosses asperges vertes du domaine de Roques-Hautes, Caviar de truffes, Grenobloise en condiment – schöner Gemüsegang zum Auftakt, wenn auch die großen Spargelstücke nicht sonderlich intensiv im Geschmack waren.

                Petits pois et morilles étuvés, sot-l’y-laisse à l’aigrelette – ein Gang der fast typisch für das ganze Menu sein sollte. Lecker, ohne nachhaltig zu begeistern oder sich gar in dauerhafte Erinnerung zu bringen.

                Escalope de foie de canard poêlée au grué de cacao, Cresson de fontaine et pâte de cacao au Combawa – ich fand es interessant und gelungen, die Entenstopfleber mit Kakao und dem speziellen Zitrusaroma der Kaffernlimette (die Blätter dieser in den frz. Überseegebieten heimischen Pflanze wurden verwendet) zu kombinieren. Ein positiver Punkt auch aus meiner Sicht, die Entenleber nicht an den Beginn des Menus, sondern als starken Akkord ans Ende des ersten Drittels zu setzen.

                Raviole ouverte de langoustines et crosnes confits, Pesto verveine - combawa – die Pasta bestand aus hauchdünnen Plättchen zwischen denen sich die Langustinen auf dem Pesto aus Knollen-Ziest, Verbenen und nochmals Kaffernlimette befand. Langsam kristallisiert sich für mich eine Handschrift der Küche heraus. Klassische Bestandteile der Hochküche werden mit ungewöhnlichen, teils exotischen Gewürzen und Beilagen kombiniert und ihnen dadurch neue Facetten verliehen.

                Filet de Turbot roti, Risotto à l’épeautre soufflé et girolles, sauce Champagne – toller Fischgang, ein exzellenter Steinbutt, den das Dinkel-Risotto und die Pfifferlinge ebenso gut begleiten wie die leichte Champagnersauce. Hier passt alles richtig gut zusammen.

                Filet d’agneau, legumes printaniers, Condiment harissa vert, croustillant d’épaule aux piquillos - Bis hierhin passte alles wunderbar zusammen und es versprach ein toller Abend zu werden. Doch jetzt, im Restaurant waren mittlerweile fast alle Tische besetzt, wurde die Wartezeit auf den nächsten Gang plötzlich sehr lang und bei mir schlug zudem die Müdigkeit zu. Auch begann der Service zu schwächeln. Vorher schon wurden mir die Gänge mal auf deutsch, mal auf französisch präsentiert – kein Beinbruch, aber eben nicht konsequent. Und nun wartete ich vergeblich darauf, dass man spätestens jetzt nach meinem Wunsch für das Glas Rotwein fragen würde. Aber niemand kam, ich winkte auch niemanden heran, war mit dem Weißwein zufrieden um nicht noch müder zu werden. Aber es erstaunte mich doch, dass es keine Nachfrage gab, sondern einfach der Weißwein nachgeschenkt wurde. Am Vorabend, bei insgesamt weniger Personal pro Gast, wurde dies jedenfalls nicht übersehen.
                Meine Erinnerung an das Lammfilet ist nicht mehr besonders ausgeprägt. Von der Würze der grünen Harissa und des Piquillo-Paprikas, die ja eher exotisch-scharfe Noten erwarten ließen, war leider kein großer Effekt zu verspüren.

                Fromages de plaine, de montagne et des fermes alentour – gute, umfangreiche Käseauswahl. Intensiv im Geschmack, die von mir gewählten Sorten (u.a. Brie, Munster und Camembert)waren allesamt schon recht reif.

                Pistache et fraises à l’impression de mélisse, Sorbet fraises – wieder dauerte es, vor allem im Vergleich zu den ersten Gängen, recht lang, bis das erste Dessert serviert wurde. Dabei wollte ich eigentlich viel lieber bald fertig werden und zurück ins Hotel, Füße hochlegen und ganz für mich entspannen. Stattdessen warte ich auf mein Dessert und leide still mit dem Dreijährigen (!) am Nebentisch, der seit über zwei Stunden still und brav am Tisch sitzt während sein Papa sein Menu genießt. Immer wieder fallen dem Kleinen fast die Augen zu, aber er wehrt sich tapfer, will im Sterne-Restaurant partout nicht einschlafen. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass der Service ihm dann auch von irgendwoher eine Kuscheldecke gebracht hätte… Ach so, das Dessert. Ja, das kam dann auch. Und war deutlich mächtiger als man durch die Aufzählung von Erdbeersorbet, Pistazien und Melisse erwartet hätte. Lag vielleicht auch an den üppigen, kleinen süßen Beigaben, die noch dazu gereicht werden. Details sind dazu leider nicht hängengeblieben.

                Eclair glacé au carembar, crémeux citron et carambar, cage de chocolat au lait – Ich könnte jetzt schon mal einen Kaffee gebrauchen. „Aber, Monsieur, Sie haben noch einen Gang. Ich bringe ihn dann danach.“ Ich bin zu müde um mich zu wehren und auf dem Kaffee jetzt gleich zu bestehen. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass das zweite Dessert jetzt schneller kommt. Ein mächtiger Abschluss, der Mix aus Schokolade, Karamel (Carambar ist ein Kaubonbon aus Karamel und Kakao) und Zitrone ist ok, ohne das große Feuerwerk zum Schluss abbrennen zu können oder auch nur zu wollen.

                Mignardises – wie schon im anderen Thread beschrieben kam hier das eigentliche Highlight des Abends: der fahrbare Süßwaren-Tante-Emma-Laden mit freier Auswahl, der das Erlebte dann doch in einem positiven Licht enden ließ. Hundemüde, pappsatt und gut 200.- € leichter verließ ich das Krokodil. Würde ich wiederkommen? Zu einem ausgiebigen Dinner am Abend wohl so schnell nicht, dafür gibt es in und rund um Straßburg zu viel Alternativen. Zu den interessanten Mittagsangeboten aber vielleicht bei Gelegenheit schon eher.

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                • #9
                  Der Bericht ist Ihnen doch gut gelungen. Vielen Dank, ich habe mit Interesse auch Ihre persönlichen Eindrücke von der Ess-Situation gelesen, denn ich finde das ganz wichtig zu beleuchten, in welcher Verfassung man sich selbst befindet, denn ich glaube, dass dies ganz erheblich damit zu tun hat, was man an einem Abend als besonders gut oder weniger gelungen wahrnimmt und gehört für mich zu einer Reflexion dazu.

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                  • #10
                    Ich finde auch, dass der Bericht äußerst gelungen ist. Tja, wie Ihnen ist es mir leider auch schon ein oder zwei Mal gegangen. Da ist man gerade irgendwo, hat Zeit, denkt sich "wann komme ich wohl wieder hierhin?", sieht die ganzen schönen Gerichte des großen Menus, zweifelt kurz an der eigenen Aufnahmefähigkeit und... nimmt trotzdem das große Menu. Mit Ihrem Motto "wenn schon, denn schon" haben Sie es auf den Punkt gebracht. Beim Essen mit der besseren Hälfte habe ich immer noch ein Korrektiv ("also ich nehme nur drei Gänge, aber wenn du meinst, dass du neun schaffst, bitte schön"), beim alleine Essen gehen leider nicht. Aber da ist dann Selbstbeschränkung gefragt.

                    Wie war denn eigentlich zum Spargel das "Grenobloise en condiment"? War das eine Art mit Kapern aromatisierter Zitronensaft? Interessant finde ich auch die "crosnes confites" zum Langustinen-Raviolo. Diesen Knollen-Ziest hatte ich in Frankreich auch schon einmal irgendwo, muss aber sagen, dass er mir nicht als allzu aufregend in Erinnerung geblieben ist. Jedenfalls fällt auch auf, dass bis einschließlich zum Fleischgang und wieder beim ersten Dessert offenbar Wert darauf gelegt wurde, jedem Gang ein frisches und säuerliches Element zu geben. Sonst wären Sie vielleicht schon vorher platt gewesen .

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                    • #11
                      Vielen Dank für den schönen Bericht. Waren Sie bereits einmal beim "Übergeber" schon einmal im Crocodile und können somit die Änderungen reflektieren ?

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                      • #12
                        Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                        Wie war denn eigentlich zum Spargel das "Grenobloise en condiment"? War das eine Art mit Kapern aromatisierter Zitronensaft? Interessant finde ich auch die "crosnes confites" zum Langustinen-Raviolo. Diesen Knollen-Ziest hatte ich in Frankreich auch schon einmal irgendwo, muss aber sagen, dass er mir nicht als allzu aufregend in Erinnerung geblieben ist. Jedenfalls fällt auch auf, dass bis einschließlich zum Fleischgang und wieder beim ersten Dessert offenbar Wert darauf gelegt wurde, jedem Gang ein frisches und säuerliches Element zu geben. Sonst wären Sie vielleicht schon vorher platt gewesen .
                        Nun, den Knollen-Ziest als "nicht allzu aufregend" zu beschreiben, trifft es ziemlich gut. Das Pesto und die Langustinen waren jedenfalls deutlich dominanter und harmonierten sehr gut miteinander. Die crosnes confites haben nicht geschadet, aber großen Zusatznutzen konnte ich jetzt auch nicht unbedingt feststellen. Was die säuerlich-erfrischenden Komponenten in den ersten Gängen anbetrifft haben sie recht, das war schon gut durchdacht und hielt die Gerichte (und mich ) "lebendig". Auch bei der Einschätzung der "Grenobloise" liegen sie richtig. Wobei ich insgesamt den Eindruck hatte, dass der Fokus doch immer auf die klassischen Hauptkomponenten der Gänge (also Entenleber, Langustinen, Steinbutt, Lamm, etc.) gerichtet war und diese exotisch, frisch-säuerlichen Komponente nur sehr dosiert eingesetzt wurden. Es hätte nach meinem Empfinden gerne mehr sein können um diese Akzente noch bewusster spür- und schmeckbar zu machen.

                        @schink: Da es mein erster Besuch im Crocodile war kann ich leider keine Vergleiche zur kulinarischen Qualität der Vergangenheit anstellen.

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                        • #13
                          "Würde ich wiederkommen? Zu einem ausgiebigen Dinner am Abend wohl so schnell nicht, dafür gibt es in und rund um Straßburg zu viel Alternativen. Zu den interessanten Mittagsangeboten aber vielleicht bei Gelegenheit schon eher."

                          Interessant, das deckt sich genau mit der Einschätzung von Familie Churfranken!
                          Wobei per Email und App (iOS) ja immer wieder interessante (preislich attraktive...) Menüs und Aktionen angeboten werden.
                          Da sollten wir die 2h Fahrt auf uns nehmen und einen spontanen (Forums-)ausflug unternehmen?!

                          Und vielen Dank für den Bericht!

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                          • #14
                            Zum Jahresausklang hatten wir die Gelegenheit und haben uns um 12:00 aus dem Trubel der Stadt in das Krokodil begeben.
                            Schwerpunkt war Familie und Genuss, daher hier nur wenige Zeilen.
                            Und auf jeden Fall mittags den Besuch wert.

                            Das Mittagsmenü "Trois quarts d'heure en saveurs" (die großen Menüs werden ebenfalls angeboten).

                            In unserem Fall:
                            * Foie Gras
                            * Filet de saumon en croûte de moutarde d’Alsace, Epeautre comme un risotto, bouillon aux arômes des friches
                            * Vermicelles, Sphère meringuée, glace rhum

                            Dazu Brot & Butter, Eveil du Palais und Mignardises (kein Unterschied zu Abends).

                            Und nun zu den Zahlen:


                            * Menü: 39EUR
                            * Käsegang (vom Wagen): + 14 EUR
                            * Getränkebegleitung (Aperitif (Cremant, Champagner +5EUR), Wein, Wasser): 24EUR

                            Die 3/4 Stunde haben wir als Gäste und der Service nicht geschafft, sehr entspannte 2 Stunden wurden es.

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