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Südtirol (Update)

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  • Südtirol (Update)

    Gerne möchte ich an dieser Stelle wie schon im alten Forum einen Thread zu (meinen) Erlbenissen in der Südtiroler Gastronomie starten.
    Nachstehend in diesem 1. Post also eine kleine Zusammenfassung, zu welchen Tafeln André 2010 bis dato gefunden hat.

    Bereits im Januar führte mein Weg eines Abends recht spontan nach Kiens zu den Gebrüdern Baumgarnter in's Restaurant Schöneck. Die Küche von Karl Baumgartner bewegt sich ungebrochen auf solidem 1* Niveau. Traditionelle Südtiroler Gerichte - respektive Speisen mit rustikalerem Hintergrund wie eine Kalbskopfsulz sind ebenso auf der Karte zu finden wie ein sehr gut gelungener Wolfsbarsch im Ganzen unter der Salzkruste gegart als italienisch / mediterraner Part.
    Siegi Baumgartner findet gewohnt den passenden Tropfen zur Speis und sogar Frau Mary zeigte sich an diesem Abend etwas weniger distanziert, als ich sie bis dato erlebte.

    Mein Erlebnis bei Chef Peter Giertler / Hotel-Restaurant Stafler in Mauls im März habe ich ja bereits in den entsprechenden Post gelegt.

    Auf meiner Rückkehr von der VinItaly am achten April kehrte ich zu einem kleinen Abendessen in Sterzings Kleine Flamme ein. Burkhard Bacher kochte bekanntlich ja Jahre lang in Bangkoks 1. Adresse und nahm viel thailändisches in seinen Küchenstil auf. Dies zelebriert er nun in seinem kleinen Restaurant, gekonnt im Service unterstützt durch seine Gattin.
    Zu meinem betrüben sollten meine Begleitung und ich die einzigen Gäste an diesem Abend in der Flamme sein. Schade, denn die Küche ist auf jeden Fall einen Umweg wert. Gekonnte Fusion nicht nur beim Perlhuhn. Bacher beherrscht den Umgang mit asiatischen Würzungen und Kräutern perfekt - es hat folglich wohl gemundet, Michelin hat völlig zu Recht einen * vergeben.

    Der 1. Ausflug nach der abgeschlossenen Saison am "Weisser Sonntag" führte mich an den Kalterer See. Etwas unbedacht war keine Restaurant-Reservation getätigt und die Lage bzgl. Erst-Kommunions-Feiern ziemlich unterschätzt. Auf Grund einer Erwähnung im "Guida Espresso 10" versuchten wir es im Kalterer "Ritterhof-Restaurant" . Diese waren gegen 13:30 zwar selber noch voll mit Familienfeiern - offerierten jedoch ein wiederkommen gegen 14:30 wo wir dann auch anstandslos verköstigt wurden. Das 3-Gang Mittagsmenü las sich interessant bis ambitioniert. Die Portionen waren reichlich bemessen, hier und da war das Feintuning der Gerichte zu vermissen - in Anbetracht der Arbeit, die die Küche an diesem Mittag allerdings bereits leistete - verschmerzlich.
    Das Essen war gute 13 GM, Preis-Leistung ausgezeichnet; Wir werden es im Auge behalten!

    Die spannendste Neueröffnung dieses Jahres erfolgte (bis dato zumindest) jedoch im Hochpustertal - genauer gesagt in Toblach. Die Gemeinde, welche als Schnittpunkt für all jene dient, die Richtung Cortina d'Ampezzo bzw. ins Veneto, nach Venedig möchten ist am vor allem den nordischen Wintersportlern ein Begriff - nicht zuletzt da 2 Töchter der Gemeinde - die "Santer-Sisters" für Italien im Biathlon starten und Nathalie Santer mit dem Ausnahmeatlethen Ole Einar Bjørndalen verheiratet ist.
    Nunmehr beheimatet Toblach auch einen der für mich besten Köche Südtirols. Chris Oberhammer, welcher bisweilen mit seiner Tilia in Vintl residierte, schloss vergangenen Spätherbst sein Lokal. Als ich nun lesen durfte, er eröffne am 01.04.10 in Toblach - was für mich quasi "um's Eck" liegt - dachte ich vorerst an einen "Aprilscherz". Doch es stimmt (Gott sei Dank)! Tilia neu findet sich nun am Gelände des Kulturzentrums "Grand Hotel Toblach" in einem gläsernen Pavillon.
    Oberhammer reduzierte das Programm. Keine 20 Gäste finden nunmehr in dieser intimen, legeren Lokalität Platz. Ich kam mit meiner Familie eines Tages im Mai zum Abendessen vorbei - die Reservierung war zu unserem Guten - war das Lokal doch bis auf den letzten Platz gefüllt mit Einheimischen, die es sich ohne Zweifel alle gut gehen ließen.
    Genau dies taten wir auch. Meine Überraschung in 4 Gägen schloss mindestens da an, wo Oberhammer in Vintl aufhörte. Schon eine Spargelcreme mit Ziegenkäse samt vollem Brotprogramm (Ducasse-Schule) verhieß Frohes. Eine geeiste Erbsensuppe mit Auster und Ossietra Kaviar war der absolute Knaller, dazu "mal eben so" ein Glas 85er Chardonnay von A. Gaja (Gaia & Rey) ... :cheers: Danach ein wunderbarer "Gemüseeintopf" der eindrucksvoll beweist, wie spektakulär man doch mit Gemüse arbeiten kann - ich sage nur Präzision pur. Die Taube als Hauptgang war ebenso makellos - begleitet mit einem Lagrein Taber 07, der glasweise aus der Magnum angeboten wurde, und das zu einem sensationellen Preis! Einzig das "Brownie-Dessert" mit Kaffeecreme war etwas sehr schlicht geraten - andere Desserts zu Tisch zeigten jedoch, dass die Patesserie-Abteilung nach wie vor in Form ist. Oberhammer servierte mit seiner einzigen Kellernerin selbst und war somit auch stets direkt am Gast. Ein * ist fast zu wenig. Der 1. Gang waren auf jeden Fall glatte 2*!

    Ebenfalls noch im Mai stattete ich an einem regnerischen Samstag-Abend dem Gasthaus Oberraut in Amaten bei Bruneck einen Besuch ab. Mittlerweile führt das Lokal auch eine GM Haube, und dies absolut zu Recht. Nicht nur die spektakuläre Balkon-Aussicht auf das (in unserem fall nächtliche) Bruneck ist die Anfahrt wert. Die Küche überzeugt mit erlesenen Speisen die regional verwurzelt sind, jedoch mit Pfiff und viel Liebe zubereitet. Die Weinauswahl ist beträchtlich für ein Haus, dass sich bescheiden "Osteria" nennt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Gastfreundschaft sind sensationell - wir bekamen auch noch um 21.30 (nach sehr schlampiger Verspätung unsererseits mit Anruf) das Abendessen serviert.
    bon appetit...
    twitter.com/cisfotografie

  • #2
    Ich schließe mich dieser Aufzählung gerne an und will hier so nach und nach meine Erlebnisse in Südtiroler Restaurant 2010 einstellen.

    Vorab möchte ich noch bemerken, dass sich die südtiroler und trentiner Restaurantszene inzwischen seit einigen Jahren im Höhenflug befindet. Das Niveau steigert sich permanent und viele Restaurants, auch da wo man es nicht erwartet, wissen zu überzeugen.

    Die Restaurant sind meistens da besonders stark, wo sie mit regionalen Zutaten arbeiten und regionale Gerichte neu interpretieren.

    Generell ist Preis-/Leistungsverhältnis ausgezeichnet. Menüs mit 4-5 Gängen kosten selten mehr als 70€. Dazu kommen günstige Preise für Mineralwasser (max. 4€), Wein (über 40€ ist selten, anständige lokale Qualitäten gibt es oft um die 20€), so wie Espresso (ca 2€).

    Es macht Spaß dort zu essen.

    Das beste Restaurant Südtirols und des Trentins ist das Molin in Cavalese. Hier wird eine Küche geboten, die Vorbildcharakter für die lokale Weiterentwicklung von Gerichten durch vollständigen Verzicht auf Luxusprodukte haben könnte.


    Gruß!

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    • #3
      Löwen in Tisens

      Südtirols weiblicher Beitrag zu 1* Gestronomie.
      Wunderschön designtes Lokal, genial wurde hier alt und neu verbunden. Besonders schön die Plätze im überdachten Hofbereich zwischen den 2 alten Häusern.
      Die Küche im sicheren 1*-Hafen, sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
      Fantastisches Bries, aber der beste Gang war die bei niedrigen Temperaturen in Olivenöl gegarte Kalbsbrust. Herrlich saftig. Ein ungewöhnlicher Fleischgang, der das Highlight bei unserem Besuch darstellte.

      Man könnte eigentlich rundum glücklich sein, wenn der Service etwas lockerer agieren würde und mehr zum Wohlfühklima beitrüge. Der Chef des Hauses wirkt sehr Respekt einflößend auf die Mitarbeiter und seltsam unnahbar, ja fast desinteressiert bei den Gästen. Einheimische Stammgäste ausgenommen.

      Trotzdem eine empfehlenswerte Adresse in einer wunderschönen Landschaft gelegen.


      Gruß!

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      • #4
        Zwischen Meran und Bozen: Hidalgo in Burgstall

        Kein Gourmetrestaurant, aber gute Küche zum guten Preis
        Moderne Atmosphäre, nette Terasse und immer gut besucht, auch mittags.

        Gute Vorspeisen wie herrlich zarter Pulpo mit Tomaten oder frischeste Steinpilze roh mariniert mit Olivenöl und Zitrone.
        Einige Fischgerichte, aber das Fleisch überwiegt. Vorzügliches Brassato, große Auswahl an Steaks (teilw. US-Beef). Große Portion bestes Tatar, auch als Hauptgericht erhältlich.
        Leckere, hausgemachte Desserts.

        Fantstische Weinkarte zu guten Preisen, nette Bedienung.

        Eine empfehlenswerte Adresse.

        Ungewöhnlich: 365 Tage im Jahr mittags und abends offen.


        Gruß!

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        • #5
          "Jasmin vitale" im Hotel Bischofhof, Klausen / Chiusa

          12.12.2010

          Restaurant vitale Jasmin im Hotel Bischofhof
          Griesbruck 4
          39043 Klausen / Chiusa (BZ)
          Tel: +39 0472 847172
          Web

          Frisch zurück von unserem voraussichtlich letztem "Auswärts-Essen" in diesem Jahr - welches bereits hätte vergangenen Mittwoch stattfinden - meine Eindrücke vom frisch Michelin-aufgewerteten "Jasmin" in Klausen:

          Seit meinem letzten Besuch sind einige Jahre in's Land gegangen. Abgesehen von rauchenden Mitarbeitern zum "Empfang" vor dem Hoteleingang ist der 1. Eindruck mehr als positiv. Das Restaurant wurde konsequent dem Standard nach adapdiert: Zum einen dezent vom Hotel getrennt, verkleinert auf max 20 Plätze und der Speisesaal modern chic (wobei gemütlich) gestaltet.
          Familie Obermarzoner ist ihren Weg, ein Gourmet-Lokal zu etablieren konsequent gegangen, wie die Juniorchefin, die samt Schwiegermutter engagiert neben Hotel den Service leitet, nicht ohne Stolz erzählt. Als 1. bemerkenswert, dass es keine Spesekarte gibt - gekocht wird "omakase", was freundlich aber bestimmt bei der telefonischen Reservierung erklärt wird. Nach Abklärung der Does und Dont's sowie Anzahl der Gänge war das Telefonat schnell beendet. Wir einigten uns vorab auf ein Vier-Gang Mittagsmenü.

          Zum Aperetiv vorweg wurde der Tisch nebst bereits anwesenden Grissini um etwas "Aufschnitt" bereichert (Bresaola di Peck, Pata Negra Bellota sowie hausgeräuchertem Culatello). Dies überbrückte die Zeit, in den beiden bemerkenswert aufgerüsteten Weinkarten zu schmöckern. Unsere Wahl fiel schlussendlich auf einen 97er Pignol aus dem Friaul für fein kalkulierte EUR 47,--. Insgesamt fanden sich in der Rotweinkarte einige tolle Schnäppchen, ua auch bei den "Supertoskanern", hingegen war die Kalkulation bei den Weissen im Normalfeld für ein Restaurant dieser Klasse.

          Unser Menü war per Menükarte zu Tisch bekannt. Als 1. Gruß aus der Küche wurde ein kulinaricher Aperetiv in Form eines "Kieferntees" mit Gewürz-Hollunderperlen (zu stark geliert) und Champagner-Espuma gereicht. Angenehmes Spiel von Süße und Säure - ein volles Martini-Glas war mehr als ausreichend. Zum 2. Amuse kam ein Trio mit in Passionsfruchtsaft gratinierter Auster mit weißer Schokolade, Cappuccino vom Hummer mit Kakao sowie falschem Mozarella auf Tomate. Die geschäumte Reduktion vom Hummer erschien etwas zu stark reduziert, was in Kombination mit dem Kakao eine dominante Bitter-Note hinterließ.

          Jetzt kamen nebst dreierlei Butter (Kuh natur, Kuh gesalzen, Ziege natur) sowie Frischkäse und getrockneten "Vesuv-Tomaten" das hausgemachte Brot zu Tisch.

          Der eigentliche Eröffnungsgang des Menüs war eine Kombination von Taubenbrust und Keule samt Jus sowie Entenstopfleber gebrauten auf karamelliserter Quitte. Das gericht war geprägt von starken Aromen, handwerklich ordentlich umgesetzt.
          Petersilienravioli auf Herbsttrompeten-Ragout mit Jakobsmuschel wurde zum nächsten gereicht. Auch hier eine saubere handwerkliche Arbeit, das Pilzragout mit Vanille angereichert funktionierte für mich aromatisch gerado so noch.
          Als kleine Überraschung schob die Küche folgenden Zwischengang ein: Geschäumtes Topinambour-Püree mit Haselnusespuma, zu Tisch großzügig angereichert mit Alba Trüffel ... :hungry: ... nun soetwas lasse ich mir widerstandslos gefallen!
          Der Hauptgang nunmehr ein saftiges Spanferkel-Kotlett mit dreierlei Beete-Pürees (Rot, Gelb, Weiss) sowie kleinem, weißen Spargel. Auch hier satte, wiederum leicht in's süße gehende Aromen - einzig der Spargel irritierte im Dezember dann doch. Auf Nachfrage wurde erklärt, dass dieser aus (via?) Frankreich bezogen werde...
          Die Speisenkarte sagte schlicht "Birne..." als es um das Dessert ging ... doch vorab noch ein Pré in Form dreierlei Sorbets, wo die Geschmacksrichtungen erraten werden sollten (was im positiven Fall leider "Preislos" bleib ): Diese Aufgabe war genüsslich einfach, da die Armon deutlich herausgearbeitet waren: Basilikum mit Ananas, Kokos (mit Mozarella) sowie Mango mit Passionsfrucht.
          Zu guter letzt die angekündigte Komposition von der Birne: Birnen-Souflée (etwas eigenwillig in der Konsistenz), "prickelndes Tirami-sù" im Rexglas sowie ein Shotglas gefüllt mit kalter Mangoespuma, getoppt von warmer Schokoladenespuma. Dazu des weiteren am Teller ein "Bratapfel-Kiachl", Bratapfel-Eis sowie Bratapfel-Spähre (erinnert an das "Staffler" in Mauls)

          Einer von uns zu Tisch durfte sich auch noch an einer bemerkenswerten Käseauswahl laben. Der Spass kostete inkl. 3 Aperetiv sowie 3 großen Flaschen Mineralwasser für 3 Personen EUR 299,-- - was wir als äußerst fair kalkuliert empfanden.

          Fazit:
          Das "Jasmin" hat wahrlich eine bemerkenswerte Entwicklung gemacht. Der Michelin hatte das Lokal (meines Wissens) 2 Jahre lang als 2* Aspirant geführt und dann per 2011 in diese Liga katapuliert. Hingegen hält sich der GM Österreich mit einer Aufwertung von 15 auf 16 Punkten eher zurück. Ich sehe das Lokal basierend auf desem Mittagessen zwischen diesen beiden Wertungen: 2* waren es (noch) nicht, vielleicht steigert sich die Performance im Laufe des kommenden Jahres, die Voraussetzungen sind allemal gegeben. Hingegen sind 16 GM sicherlich zu rigide gewertet.
          Alles in allem kann man sagen: Etwas weniger wäre auch mehr. Die Gastgeber scheinen sich einem gewissen Druck der Gäste zu erwarten und wollen dem mit vielen - überflüssigen - Kleinigkeiten vorbeugen. Obermarzoner sollte anstatt vieler Kleinigkeiten sich den Mut zur Freiheit nehmen, noch mehr den Kern seiner Kulinarischen Sache freizulegen - wir kommen bestimmt wieder!
          bon appetit...
          twitter.com/cisfotografie

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          • #6
            Danke verehrter Andre für den Bericht über das Jasmin in dem ich schon so manchen schönen Abend verbracht habe.

            Ist zwar schon über ein Jahr her, dass ich das letzte mal dort war, und ich bin wirklich, auch aufgrund des ausgezeichneten PLV, ein Jasmin-Fan, aber die 2* halte ich doch für überzogen.
            Wenn ich mir Ihr Menü so anschaue, dann meine ich, dass die Küche etwas weniger verspielt, aber auch etwas mutloser zu Werke geht wie in den letzten Jahren. Ein Trend, der mir schon länger dort auffällt. Herr Obermarzoner jun. überbordende Fantasie und Kreativität scheint mir manchmal doch etwas zu sehr von der Routine eingebremst sein. Fast möchte man ihm wünschen er würde wieder zu altem Elan und Mut zurückfinden. (Ich sehe das auch im speziellen mit der erstaunlichen Fortentwicklung südtiroler und trentiner Küche.)

            Den Weg den diese Pension gegangen hat ist wirklich erstaunlich. Man kann die Familie Obermarzoner nur dafür bewundern.

            Frau Obermarzoner jun. ist mir neu. Dürfte dem Restaurant sicher gut tun.

            Es bleibt dort sicher spannend.


            Gruß!

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            • #7
              Restaurant vitale Jasmin in Klausen

              Auf meine Frage nach Tipps für Südtirol, schrieb fragolini am 13.Mai 2006 im alten Volkenbornschen Forum:

              Beste Adresse derzeit für mich:
              (zwar ehr bei Bozen, lohnt aber)
              Restaurant Jasmin in Klausen
              Sensationell gut, unglaublich günstig
              Junger Küchenchef mit tollen Ideen,
              meist perfekt umgesetzt, Menü unbedingt
              vorbestellen
              ehr einfache, aber herzliche Atmosphäre
              viele Südtiroler Weine

              Dieses Lob hatte ich stets im Kopf wenn wir auf der Brennerautobahn an Klausen vorbeifuhren. Nachdem nun Martin Obermarzoner sich den zweiten Stern erkocht hat, haben wir das Restaurant kürzlich besucht.

              Bis auf die „eher einfache Atmosphäre“ trifft alles Andere zum Glück noch genauso zu.

              Das Restaurant wurde in einem dezenten zeitlosen Design mit bequemen Sesseln modernisiert. Der Focus ist auf das Essen gerichtet. Schönes Porzellan, eine große Bandbreite von Riedel Gläsern und ein sehr gut ausbalanciertes Besteck tragen ebenfalls dazu bei.

              Da wir noch einige Kilometer an diesem Tag vor uns hatten einigten wir uns völlig unkompliziert mit Frau Obermarzoner auf 3 Gänge, welche aber seitens der Küche durch ein erstes und ein zweites AG sowie einem Pree Dessert großzügig erweitert wurde.

              Wir erhielten als ersten Gruß einen Aperitif in Form eines lauwarmen ?Tees mit Hollunderperlen und einem Champagner-Espuma das mit allen Komponenten zusammen gelöffelt werden sollte. Vielleicht etwas zu viel Süße?

              Das zweite AG kam als dreierlei, alles sehr gut aufeinander abgestimmt.
              Am stärksten blieb der getrüffelte Kartoffelschaum mit etwas Osietra Kaviar obenauf in Erinnerung.

              Eine große Auswahl an Butter und verschieden Brotzubereitungen wurde gereicht.

              Vorspeise, Safranravioli mit Garnelen aus Sizilien. Hervorragend Handwerklich zubereitet, gutes Zusammenspiel der süßlichen Ravioli mit der perfekt gebraten Garnele.

              Hauptgang Wagyu-Beef. Auch hier perfekte Garung, aromastark, butterzart.
              Der Jus wurde extra gereicht mit dem Hinweis, das Fleisch doch erst so zu probieren um das Eigenaroma mit dem kräftigen Jus nicht zu übertönen. Das Fett des Fleisches wurde als kross gebratene Würfel extra gereicht. Sehr gut. Einziger Kritikpunkt, das Minigemüse. Es schmeckt einfach nach nichts. Möhre und Spargel ausdruckslos, gelbe Rübe bitter.

              Eine optisch einladende Käseauswahl wurde uns auch noch angeboten, wir mussten leider angesichts der bereits genossenen Mengen dankend ablehnen.

              Dann das Pre Dessert, 3 kleine Sorbets zum erraten. Weinbergpfirsich, Kokos mit Mozarella und das dritte wussten wir natürlich nicht- Kolakraut- etwas bitterlich, wir hatten auf Latschenkiefer getippt.

              Dessert Orange, in allerlei Zubereitungen. Als Soufflee, als Filet in einer Creme, in einem Minieinweckglas und, und … eine überbordende Vielfalt.

              Es folgte der Kaffee mit einer schönen Pralinenauswahl.

              Was uns besonders auffiel, ist die stets korrekte Temperatur für alle Bestandteile des Menüs. Auch die Sorbets und die einzelnen Bestandteile des Dessert waren stets so temperiert das die Aromen beim Essen klar hervortraten.

              Es ist schon sehr erstaunlich mit wie viel Esprit und Können hier zu einem außerordentlich günstigen Preis aufgekocht wird.

              Hervorzuheben ist auch der herzliche und unverkrampfte Service von Frau Obermarzoner. Die Weinbegleitung trug nicht unwesentlich zum gelingen des Essens bei.

              Ich kann mich nur der Meinung andrecis anschließen. Manchmal meint es Martin Obermarzoner etwas zu gut mit seinen Gästen.

              Wir kommen gern wieder!

              KG alex

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              • #8
                Schön, dass es Ihnen gefallen hat.

                Welche Frau Obermarzoner machte den Service?


                Gruß!

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                • #9
                  Die Ehefrau des Kochs unterstützt von der Seniorchefin.

                  KG alex

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                  • #10
                    "Anna Stuben" St. Ulrich

                    Die Einrichtung im typischen Tiroler Stil, mit edlem Zirbel- und Tannenholz und schönen Kachelöfen, verleiht dem Gourmet-Restaurant "Anna Stuben" - das à la carte Restaurant im Hotel Gardena Grödnerhof - seine besondere Note. Hier zeigt sich Chefkoch Armin Mairhofer mit seiner feinen Kochkunst als wahrer Meister seines Metiers.

                    So die Werbung http://www.annastuben.com/deu/index.html.
                    In der Realität durchaus zutreffend.

                    Sehr gemütlich, guter Service, gute Weinberatung durch Franz Lageder und Essen auf Sterneniveau.

                    In Erinnerung geblieben:
                    Tortellini mit Zwiebelfüllung auf einer dezenten Sardinenbutter mit Albatrüffel. Sehr gut.

                    Die Taube saftig und zart, jedoch mit den Bananenscheiben mit Mandelsplittern und dem Schokoladen- Ingwerjus etwas zuviel Süße.

                    Dessert Cohiba von der ?Schokolade. Eine Zigarre aus Eis mit zartbitterer Schokolade hauchdünn ummantelt und am Mundstück mit 24 Karat Blattgold umlegt. Das hatte etwas. Da fühlt man sich gleich wie einer der zahlreichen russischen Ölmagnaten, welche das Hotel fest in Ihrer Hand hatten.

                    Das zweite Dessert Tartufo und Tartufo geriet für meinen Geschmack etwas sehr puristisch, um nicht langweilig zu sagen- ein tiefer Teller mit Kartoffelbrei und einer Kugel Tartufoeis obenauf.

                    Insgesamt ein schöner Abend.

                    KG alex

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                    • #11
                      Kleines Update zur "kleinen Flamme" in Sterzing:
                      Nach wie vor sehr schön umgesetzte "mediteran-südtiroler-asiatische Fusionsküche".
                      Klingt wild, gelingt aber harmonisch und schmeckt durchgängig sehr gut und ist, im Gegensatz zur üblichen südtiroler Küche, auch mal etwas mutiger gewürzt.

                      Sehr schön das Vitello Tonnato, bestehend aus rohem Thunfisch im dünnen Kalbsmantel mit mariniertem Sellerie und Zitronengras. Sehr harmonisch.
                      Ganz hervorragend die Rotbarbe mit Lardo und Olivenhaut, schön knusprig, in reichlich Olivenöl-Emulsion mit Muscheln und Kartoffeln.
                      Tolle Desserts, wie Bratapfelparfait mit karamelisiertem Apfelbrot (erinnerte an "arme Ritter") in einer Emulsion von weißer Schoklolade und Olivenöl.

                      Eine Küche, die rundum Spaß macht.
                      Etwas teurer als die meisten Südtiroler Restaurants, da es kein Menü gibt.


                      Gruß!

                      Kommentar


                      • #12
                        Kürbishof in Altrein:
                        Kein Gourmetrestaurant, aber beste südtiroler Gastlichkeit mit ambitionierter Küche.
                        Sehr schöne Räumlichkeiten in einer alten Scheune.
                        Frischeküche auf Basis bester heimischer Zutaten.
                        -sauer marinierter Saibling, schön abgestimmt.
                        -herllich zarter Karbrücken unter der Kräuterkruste (eine Spur zu viel Semmelbrösel) mit Kastanien-Schupfnudeln
                        -saftige Lammkotletts
                        -der Südtiroler Heimat verpflichtete Desserts.

                        Alles sehr gut.


                        Gruß!

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                        • #13
                          Danke für das Update! Als regelmäßiger Südtirol-Urlauber freue mich immer sehr auf neue Tipps.
                          Vielen Dank!
                          bar de ligne
                          Zuletzt geändert von bar de ligne; 16.03.2011, 01:29.

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                          • #14
                            Zitat von andrecis Beitrag anzeigen
                            Ebenfalls noch im Mai stattete ich an einem regnerischen Samstag-Abend dem Gasthaus Oberraut in Amaten bei Bruneck einen Besuch ab. Mittlerweile führt das Lokal auch eine GM Haube, und dies absolut zu Recht. Nicht nur die spektakuläre Balkon-Aussicht auf das (in unserem fall nächtliche) Bruneck ist die Anfahrt wert. Die Küche überzeugt mit erlesenen Speisen die regional verwurzelt sind, jedoch mit Pfiff und viel Liebe zubereitet. Die Weinauswahl ist beträchtlich für ein Haus, dass sich bescheiden "Osteria" nennt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Gastfreundschaft sind sensationell - wir bekamen auch noch um 21.30 (nach sehr schlampiger Verspätung unsererseits mit Anruf) das Abendessen serviert.
                            Erstmal Danke für diesen tollen Tipp.

                            Auch ich kann diesen Gasthof mit der schönen Lage und den alten, holzgetäfelten Stuben nur empfehlen.

                            Der Service zurückhaltend, aber sehr freundlich, tolle Weinauswahl und eine Karte, die bei zivilen Preisen, viel Spaß macht.

                            Zartes Kalbszüngerl mit klein geschnitten Tomaten; einfach lecker, gerade wil Zunge kaum mehr serviert wird.
                            Lamm, wunderbar zart rosa gebraten mit Frühlingskräuterkruste. Ein wohl ganz junges Lamm, das ausgesprochen zart und feinfasrig an den Tisch kam. Ungewöhnlich gut.
                            Orangensalat mit Pinien und Pistazien oder Apfelküchle mit Vanillesauce waren einfach, aber geschmacklich überzeugend.

                            Rundum empfehlenswert.


                            Gruß!

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                            • #15
                              Kleines Update zu den Baumgartners im Schöneck:
                              Sehr freundlicher Service, tolle Weinauswahl und ein fantastisches Menü zu einem gastfreundlichen Preis machten auch diesmal wieder ganz großen Spaß.

                              - sauer marinierte Beinscheiben mit weißem Spargel bildeten den gelungenen Auftakt
                              - Hummer in Zitronen-Tomaten-Olivenölfond mit Tomaten, Zwiebeln und Kräutern schmeckte einfach köstlich. Große Portion.
                              - Adlerfisch unter der Totentrompetenkruste im Holzkohleofen gegrilt mit Artischocke. Tolles Stück Fisch mit ganz eigenen zart rauchig bitterem Geschmack. Großartig.
                              - Herrliche Ravioli gefüllt mit Fonduta und Parmesan auf Spinat. Ach wie köstlich können hausgemachte Nudeln sein!
                              - Zicklein im Olivenöl gegart mit neuen Kartoffeln und Spargel. Was soll man als Fan von Zicklein sagen? Wunderbar? Perfekt? Fantastich? Irgendwie alles zusammen.
                              -Souflee von Büffelricotta mit Safran, Orangenfilets mit dick eingekochter Sauce und cremigen Vanilleeis war opulent, aber jeder Sünde wert.

                              Den Grappa danach gabs vom Chef!

                              Ein tolles Restaurant mit gehobener 1* Küche, die auch einen größeren Umweg wert ist. Sicher einer meiner Lieblingsrestaurants.


                              Gruß!

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