Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

"Sonderwünsche"

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • "Sonderwünsche"

    Werte Forumianer
    aus gegebenem - prominentem - Anlass möchte ich folgende Frage in den Raum stellen:

    (Wie viel) Sonderwunsch ist im Restaurant angebracht?

    Ist die Nachfrage nach "Salz und Pfeffer" (weil nicht zu Tisch) ein Affront oder sollte am Ende des Abends dem zahlenden Kunden zu seinem "Recht" verholfen werden?

    Wie in einem Blog der LA Times berichtet, hatte neulich Victoria Beckham in einem Restaurant im Los Angeles Stadtteil Venice große Probleme, eine Modifikation bei einer Salatbestellung durchzubekommen, daran konnte auch der sie begleitende Gordon Ramsay nichts ändern - was unterm Strich darin kulminierte, dass die beiden unter Fanfaren das Lokal Gjelina verließen.

    Nun ist og Restaurant eigentlich dafür bekannt (da auch in der Karte vermerkt), dass ausnahmslos keine Änderungswünsche erfüllt werden, da könnte man in Anbetracht der Kundschaft doch eine PR-Lunte riechen.
    Abgesehen von dieser "Stars & Sternchen" Geschichte bin ich aber sehr gespannt auf die Meinung von euch Essern und Köchen....

    Was geht in Ordnung bzw. sollte selbstverständlich sein, und wo hört der Spass auf?
    bon appetit...
    twitter.com/cisfotografie

  • #2
    L.A.-Weekly Food-Critic Jonathan Gold hat dazu eine klare Position bezogen, die ich teile. Sie steht auf Platz 1 seiner aktuellen "Antiliste" und spielt eindeutig auf den beschriebenen Fall an:

    1. "Changes and Modifications Politely Declined.": Passive-aggressive, vain-glorious, and thoroughly maddening, this disclaimer, found printed on menus of the sort of edgy small-plates restaurants where the fried pig's ears come with finger lime rémoulade, hits the trifecta of annoyance. And to a degree, we approve of it: In a world where customers feel entitled to ask for the alligator schnitzel with hearts of palm, except made with grouper instead of alligator, avocado instead of hearts of palm, and the Tabasco butter from the crab-leg dish instead of orange honey, it puts the chef back in control. But when it gets to the point where a chef refuses to leave the bacon garnish off a dish for a guest in a hijab, or the door guy of a hamburger joint frisks you for ketchup at the entrance, it has probably gone too far.

    Die komplette Liste hier:
    http://www.sunset.com/food-wine/10-w...0418000072490/

    Kommentar


    • #3
      Zitat von brigante Beitrag anzeigen
      L.A.-Weekly Food-Critic Jonathan Gold hat dazu eine klare Position bezogen, die ich teile. Sie steht auf Platz 1 seiner aktuellen "Antiliste" und spielt eindeutig auf den beschriebenen Fall an:

      Die komplette Liste hier:
      http://www.sunset.com/food-wine/10-w...0418000072490/
      Die ganze Liste ist ziemlich auf den Punkt.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von glauer Beitrag anzeigen
        Die ganze Liste ist ziemlich auf den Punkt.
        Im besten Sinne, ja. Wobei Punkt 8 auf mich fast schon anachronistisch wirkt (zumindest in D scheint mir der Ölfluss weitgehend versiegt) und die 10, ja mei - es ist halt wie mit euro-asiatisch,jung & wild etc. pp. Mal sehen, wann der Jubel um die Neue Natürlichkeit ("Ethno-Kitsch!"; "regionale Illusionsmalerei" ) ein ähnliches Schicksal erleidet.

        Kommentar


        • #5
          Sonderwünsche sollten grundsätzlich erfüllt werden, sofern dies möglich ist und die für andere Gäste zu erbringende Leistung nicht gefährdet wird.

          Die zusätzlichen Kosten, sofern welche entstehen, müssen selbstverständlich auf der Rechnung auftauchen.

          Gruß Passepartout

          Kommentar


          • #6
            Interessant in diesem Zusammenhang:
            Beim Restaurant Hertog Jan**, Brügge, steht auf der Website der Hinweis, dass Allergien etc nach Voranmeldung berücksichtig werden – zu einer Pauschale von 25,- Euro.

            Finde ich ausgesprochen happig, denn das sind bei einem Menüpreis von 110 Euro immerhin fast 25% Aufpreis – in der Regel dafür, dass man Nüsse oder ähnliches weglässt... (oder im "schlimmsten" Fall einen alternativen Gang serviert).

            Auf Nachfrage wurde mir dann mitgeteilt, dass man diese Pauschale bislang noch nie in Rechnung gestellt hätte. Offenbar ist das also eher ein Prophylaxe für den Fall allzu exzentrischer Sonderwünsche.

            Ich würde bei einer solchen Möglichkeit einer "Gebühr" dennoch vorher nochmals nachfragen und ggf. von einem Besuch Abstand nehmen.

            Grüße
            b.
            Zuletzt geändert von brigante; 22.06.2011, 14:10.

            Kommentar


            • #7
              Hallo zusammen,

              die Allergie-Gebühr kommt mir schon fast ein wenig diskriminierend vor. Sehe ich das zu eng?

              beste Grüße
              Daurade

              Kommentar


              • #8
                Zitat von Daurade Beitrag anzeigen
                die Allergie-Gebühr kommt mir schon fast ein wenig diskriminierend vor. Sehe ich das zu eng?
                Wenn ein Gast z.B. Lactose nicht verträgt hätte - zumindest bei einigen Menüs - die Küche einen wesentlich grösseren Aufwand. Warum sollte dieser Aufwand von den anderen Gästen finanziert werden?

                Kommentar


                • #9
                  Naja, es wird ja auch von allen Gästen finanziert, wenn ein paar Unbelehrbare auf einer umfangreichen á la Carte Auswahl bestehen.

                  Dennoch bin ich grundsätzlich ein Verfechter des Solidarprinzips.

                  Und sollte man Gebühren erheben wollen, dann wäre es angemessen, ob und Höhe vom Umfang des Aufwands abhängig zu machen und nicht pauschalisieren – was in obigem Beispiel ja offenbar auch in der Praxis nicht geschieht.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von andrecis Beitrag anzeigen
                    Werte Forumianer
                    aus gegebenem - prominentem - Anlass möchte ich folgende Frage in den Raum stellen:

                    (Wie viel) Sonderwunsch ist im Restaurant angebracht?

                    Ist die Nachfrage nach "Salz und Pfeffer" (weil nicht zu Tisch) ein Affront oder sollte am Ende des Abends dem zahlenden Kunden zu seinem "Recht" verholfen werden?

                    Wie in einem Blog der LA Times berichtet, hatte neulich Victoria Beckham in einem Restaurant im Los Angeles Stadtteil Venice große Probleme, eine Modifikation bei einer Salatbestellung durchzubekommen, daran konnte auch der sie begleitende Gordon Ramsay nichts ändern - was unterm Strich darin kulminierte, dass die beiden unter Fanfaren das Lokal Gjelina verließen.

                    Nun ist og Restaurant eigentlich dafür bekannt (da auch in der Karte vermerkt), dass ausnahmslos keine Änderungswünsche erfüllt werden, da könnte man in Anbetracht der Kundschaft doch eine PR-Lunte riechen.
                    Abgesehen von dieser "Stars & Sternchen" Geschichte bin ich aber sehr gespannt auf die Meinung von euch Essern und Köchen....

                    Was geht in Ordnung bzw. sollte selbstverständlich sein, und wo hört der Spass auf?
                    Die hätte ich auch achtkantig rausgeworfen. Aber das ist für mich nur ein weiteres Beispiel dafür, das gewisse Leute denken, sie können sich alles heraus nehmen.

                    Durch diese "Vorbilder" ist es doch logisch, dass auch der "Normalo" meint, seinen Anstand zuhause zulassen. Natürlich hat es früher auch einen Austausch von Speisen aus einem Menue gegeben, aber das ich heute unter dem Mantel der Nahrungsunverträglichkeit gleich alles ändern möchte, finde ich sehr übertrieben.

                    Ich bin auch der Meinung, dass diese Änderungen einen Aufpreis rechtfertigen. Und wenn der hoch genug ausfällt, würde sich das Phänomen der " Änderungswut" schnell relativieren. Und wem es nicht passt, soll halt zuhause bleiben

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                      Naja, es wird ja auch von allen Gästen finanziert, wenn ein paar Unbelehrbare auf einer umfangreichen á la Carte Auswahl bestehen.
                      kein Kommentar.

                      Kommentar


                      • #12
                        was für ein unsinn, lieber wombard.

                        Kommentar


                        • #13
                          Man kann natürlich aus verschiedenen Gründen zuhause bleiben. In der Region Stuttgart tun wir es unterdessen, weil sich der Restaurantbesuch nicht mehr lohnt. Ganz ohne Allergien. Bzw. mit Allergien auf schlechten Service (Klink), Langeweile (Diers), Plastik-Ambiente (Urru), Fernesehkochallergie (Klink&Oehler) usw. Die Branche wirtschaftet ab. Ein persönliches Statement. Nicht im Geringsten ein Anspruch auf Richtigkeit.
                          Beste Grüße
                          Daurad

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                            Um nochmal auf die Liste zurückzukommen, insbesondere auf Punkt 4, dem Leitungswasser: ich habe z.B. in Paris schon oft Leitungswasser im Restaurant getrunken und mich gefreut, dass es nichts gekostet hat.

                            Allerdings: wenn es "normal" ist, Weinflaschen mit zig Euro Aufpreis zu versehen (irgend wie müssen die Restaurants ja Einnahmen erziehlen), hätte ich überhaupt nichts dagegen in einem Sternerestaurant 5 Euro für einen Karaffe Leitungswasser zu bezahlen.

                            Wenn dies z.B. auf der Wasserkarte klar vermerkt wäre, würde ich mich zuminest häufiger trauen, in Sternerestaurants Leitungswasser zu bestellen.

                            Zeitblom

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                              Naja, es wird ja auch von allen Gästen finanziert, wenn ein paar Unbelehrbare auf einer umfangreichen á la Carte Auswahl bestehen.
                              Na dann bin ich (wir) fast immer unbelehrbar.

                              Wir ordern nämlich zu 90% a la Carte und zwar die Produkte, die zu Haus oft nicht leicht zu beschaffen sind.

                              Wir haben wenig Interesse für Zander, Bachsaibling, Zicklein, Scholle, Stichling, Tintenfisch, Stubenküken - wie man das teilweise neuerdings in den Menüs der **/***Szene angeboten bekommt. (Wisseler und dann 230€)

                              Beste Grüße
                              Soriso

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X