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Mein erstes Sternerestaurant

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  • Mein erstes Sternerestaurant

    Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
    Mein erstes Sternerestaunt. Das wäre doch mal einen eigenen Thread wert.

    Ja, dann mache ich gleich mal den Anfang: Bei mir das La Forge in Riepen, Bad Nenndorf.

    Ich hatte damals (ein paar Jahre ist es inzwischen her) ein 5-Gänge-Menü (wohl für EUR 59,- ) und eine Weinbegleitung. Es war ein Abend unter der Woche und meine Begleitung und ich waren die einzigen Gäste. Der Restaurantleiter und Sommelier, Andreas Gehrke (Bruder des Kochs), redete uns ganz ungewohnt mit Namen an; der Tisch war liebevoll eingedeckt, und die ganze Atmosphäre ruhig und entspannt. Es war einfach schön, so aufmerksam bedient zu werden - und das Essen war deutlich besser als bei meinen sonstigen gastronomischen Ausflügen. An die Gerichte kann ich mich im Einzelnen nicht mehr genau erinnern, bloß an eine köstliche Gänsestopfleber, zu der es auf meine Nachfrage hin einen süßen Riesling gab.

    Heute kehre ich immer mal wieder - und wirklich mit Freude! - ins La Forge zurück. Da gibt es auf meiner Seite durchaus eine Anhänglichkeit, die nicht allein (aber auch) in der Küchenleistung begründet ist. Vor Jahren, als das Aqua und das La Vie noch nicht existierten, galt das Restaurant noch als eine/die führende Feinschmeckeradresse in Niedersachsen, der GM vergab auch schon mal 18 Punkte. Diese glorreichen Zeiten sind aber wohl vorbei - ich denke, der erforderliche Aufwand hat sich für die ländliche Lage auf Dauer einfach nicht gerechnet, den Hauptumsatz erzielt man denn auch mit dem zugehörigen "Schmiederestaurant" (Bib).

    Aber noch immer wird in Riepen sehr gut gekocht (das Haus hat ganz zurecht noch immer einen Michelin-Stern), wirklich fantastisch ist jedoch die umfängliche Weinauswahl (600 oder 800 Positionen?), da liegen einige Schätzchen in Herrn Gehrkes großem Keller, nicht zuletzt, da er selber ein begeisterter Weinkenner und -liebhaber ist.

    So, nun habe ich wirklich genug geschrieben - und bin gespannt auf weitere "Erste Sternerestaurants"!

    Grüße, Mohnkalb

  • #2
    Bouley in Ravensburg.
    Ist aber über 20 Jahre her. Darf gar nicht darüber nachdenken.
    Hatte damals 18P, 1* und 5 Aral Bestecke, meine ich mich zu erinnern.

    Kochte damals so einen Stilmix, mit starken Anleihen in Asien.

    Soll ich mich mal blamieren:
    Über die Gänseleber war damals ganz grobes Meersalz gestreut (Maldon). Wir sind furchtbar erschrocken, weil wir dachten da hat jemand ein Glas zerschlagen. Wir trauten uns kaum die Flakes in den Mund zu nehmen, so Angst hatten wir. Irgendwann schmolz das im Mund und war einfach nur salzig.
    Das Lamm kam so rot auf den Tisch, dass wir größte Probleme hatten, das zu essen. Schaute für uns damals rein optisch einfach unmöglich aus.
    Aber die erste Gabel erschloß einen zarten saftigen Geschmack im Mund. Waren wir begeistert.

    Am Tisch neben uns waren 3 Personen, die hatten bestimmt 6 Flaschen Wein, teilweise für 250 DM die Flasche. Wir waren absolut fassungslos, wie jemand so viel Geld "verplembern" kann.

    Bouley haben wir dann lang die Treue gehalten. Nach Bouley trauten wir uns dann ins La Vigna und in die Schweizer Stuben, damals 2** und für viele das beste Haus in D. Aber das wäre einen eigenen Bericht wert.


    Gruß!

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    • #3
      Hallo Fragolini,

      danke für den netten Bericht und die "Anfangsprobleme" eines Gourmets - wie sich die Zeiten doch ändern.
      Waren Sie in letzter Zeit mal wieder in Ravensburg ?

      Gruss
      Schink

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      • #4
        Zitat von Schink Beitrag anzeigen
        Waren Sie in letzter Zeit mal wieder in Ravensburg ?
        Leider schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr.


        Gruß!

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        • #5
          hallo fragolini,

          woran hat es gescheitert.

          Da Ravensburg nur circa 40 km vom Wohnort meiner Eltern entfernt ist, überlege ich es mir auch schon seit längerem, noch einen Abstecher nach Ravensburg einzulegen.

          Gruss
          Schink

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          • #6
            Sonnora in Dreis
            muss so irgendwo in Mittachtzigern gewesen sein

            bin dazu gekommen wie eine Jungfrau zum Kinde.

            Essen auf solchen Niveau war in unserer Clique kein Thema, ebenso nicht mit meinen Eltern.

            Irgendwann um diese Zeit kam dann der passende Partner und die Prioritäten von der "Currywurstbude oder so" verlagerten sich Richtung "gut essen gehen".
            Was darunter zu verstehen war, kann sich manch älterer Forumsteilnehmer noch vorstellen, der mitten in der kulinarischen Wüste lebte.

            Irgendwann erzählte mir mein Abteilungsleiter, der für mich so etwas wie die Sperrspitze des Genussmenschen darstellte, da gäbe es in der Eifel ein Restaurant mit einem sensationellen Leistungs/Preisverhältniss. Sollte man unbedingt hin und die paar Mark Mehrkosten gegenüber den in der näheren Umgebung ansässigen "Gourmettempeln" sind mehr als gut investiert.

            Kurze Zeit später war es dann soweit. Mit Papa und Freundin auf in die tiefe Eifel.

            Ich habe keine Ahnung mehr, was wir damals gegessen haben. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass sich die "alten" Herren auf Anhieb sehr gut verstanden haben ; ebenfalls wir mit der heutigen Frau Thieltges. Und das das Essen sensationell war und die einheimischen Weine kosteten nicht viel mehr als bei einem Durschnittsrestaurant.
            Man kann eindeutig sagen, das hier der Grundstein für unsere heutige Leidenschaft gelegt wurde.
            Zuletzt geändert von wombard; 05.07.2011, 16:47.

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            • #7
              Zitat von Schink Beitrag anzeigen
              hallo fragolini,

              woran hat es gescheitert.

              Da Ravensburg nur circa 40 km vom Wohnort meiner Eltern entfernt ist, überlege ich es mir auch schon seit längerem, noch einen Abstecher nach Ravensburg einzulegen.
              Gibt eigentlich keinen Grund. Außer dem Michelin hat er ja noch durchaus gute Bewertungen. Fahren Sie doch mal hin und berichten Sie.
              Würde mich freuen.


              Zitat von wombard Beitrag anzeigen
              Man kann eindeutig sagen, das hier der Grundstein für unsere heutige Leidenschaft gelegt wurde.
              Das trifft bei mir mit H. Bouley auch zu. So gesehen haben wir (meine Frau und ich) ihm viel zu verdanken.



              Gruß!
              Zuletzt geändert von fragolini; 05.07.2011, 16:48.

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              • #8
                Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                Bouley in Ravensburg.
                Ist aber über 20 Jahre her. Darf gar nicht darüber nachdenken.
                Auch mein erstes Sternelokal! Aber was soll ich denn sagen, werter fragolini, bei mir ist es über 30 Jahre her (hab´halt ganz jung angefangen ).

                Da ich die Rechnung und Speisekarte noch habe: Das 7-Gang-Menü nebst "Gruß aus der Küche" haben seinerzeit 72 DM gekostet! Und gegessen haben wir z.B. "Kalbsbries mit Langustine an süßem Knoblauch und basilic" und "Taubenbrüstchen an passierter Kalbshirnsauce". Tja, das waren noch Herausforderungen!

                Damals hatte das Waldhorn neben seinem Stern drei Mützen im Varta, was mir irgendwie mehr imponiert hat. Letztlich war der gute Bouley also auch unser Schlüsselerlebnis. Danach gings nach entsprechenden Ansparphasen in den Stefanskeller von Siber in Konstanz und dann in den Tempel schlechthin, die Aubergine von Eckart Witzigmann.

                Ach, solche Nostalgie-Threads machen mich immer ganz melancholisch!

                Beste Grüße, Merlan

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                • #9
                  Spontan würde ich sagen: Lothar Eiermann, Friedrichsruhe. Mama, Papa, meine Schwester und ich, irgendwann Ende der 80er Jahre. Wir Kinder schwankten zwischen Erfurcht ob des Ambientes und leichtem Widerwillen - konsequent verweigerte man sich in Zweifelingen einer "Kinderkarte", gegessen wurde gefälligst aus der großen Karte - Wildschweinkotelett mit Ratatouille und Röstkartoffeln (da muss es noch irgendwo die extra gedruckte und von LE signierte Karte geben...). Für Kindergaumen gewöhnungsbedürftig und vielleicht deshalb so einprägsam. Knapp 25 Jahre später immer noch der gleiche Beehive an der Rezeption, schön.

                  Vielleicht war aber auch Schilling in Andresens Gasthaus früher, dort durften wir in der Küche unser Dessert selbst zubereiten.

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                  • #10
                    Habe gerade die Menü-Karten raus geholt. 16.06.2000. Geburtstagsgeschenk von meinem Ex-LAG. Zu Alexander Herrmann nach Wirsberg. Zu dieser Zeit kam auf Vox immer das Kochduell und er war einfach "mein Favorit". Ob Alexander Herrmann zu dieser Zeit bereits einen Stern hatte, weis ich nicht. Aber es waren einfach 2 wunderschöne Tage, herrliche Umgebung zum Wandern und zwei wunderbare Menüs mit einem einzigen Manko, das Spargel-Eis, welches zu gebratenen Scampis mit Rucola und krossem Parmaschinken gereicht wurde, es schmeckte einfach fad, nach gar nichts. Und superbe Unterhaltung vom Nachbartisch, ein junges Pärchen, er wollte zu jedem Gang als Beilage einen Teller voll Reis, da dies verständlicherweise vom Service falsch aufgenommen und somit nur für den Hauptgang vorgesehen wurde, gab es bei den restlichen 4 Gängen ein Gemäkel, das mir bis heute in Erinnerung blieb. Auch kann ich mich an den Wein erinnern, einen Rose vom Weingut Brennfleck in Franken - herrlich fruchtig.

                    Dann war erst mal kulinarische Funkstille bis Dezember 2007 - Jörg Sackmann, Baiersbronn. Das Menü hatte absolut grandiose Gänge, aber auch solche, die zu viele für mich damals unbekannte Aromen beinhalteten und mich wahrscheinlich überforderten. Aber seitdem bin ich verfallen ...

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                    • #11
                      Tolle Idee mit dem Thread.

                      Nun kennen Sie alle ja schon mein erstes Sternerestaurant, lassen Sie mich aber eben noch ein paar wenige Zeilen schreiben.

                      Ich weiss gar nicht, wieso ich gerade den Goldenen Anker ausgewählt habe. Von der Entfernung gar nicht das nächste, hat mich die Person Björn Freitag wohl am ehesten angezogen.
                      Ihn kannte ich nun mal aus dem Fernsehen und lecker kochen musste er ja deswegen Viel falsch machen, das ging ja gar nicht .

                      Ich weiss noch, wie ich alleine und absolut overdressed ( ja, auch das geht ) in dem Restaurant gessesen, um mich herum ausschließlich ältere Pärchen Platz genommen und die Mädels vom Service mich m.E. als einen Testesser abgestempelt haben

                      Mit Wohlbefinden hatte das anfänglich nicht viel zu tun, welches sich jedoch je länger der Abend ging, immer mehr einstellte und ich zufrieden und vor allem auch satt den Weg nach Hause angetreten bin.

                      Von da an ging alles sehr rapide, es dauerte keine 2 Wochen und mein nächster Besuch in der Residence in Essen stand an usw. usw. usw


                      P.s. Mein lieber Schink, um wen oder was handelt es sich denn bei einem Ex-LAG ???
                      Zuletzt geändert von Schmackofatz; 06.07.2011, 05:58.

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                      • #12
                        Zitat von Schink Beitrag anzeigen
                        Ob Alexander Herrmann zu dieser Zeit bereits einen Stern hatte, weis ich nicht.
                        Er hat seinen Stern erst sehr spät bekommen, meine ich.
                        So 2006/2007?

                        Herrmann ist mein ungewöhnlichster Restaurantbesuch. Selten hat mich ein Restaurant so zerrissen hinterlassen.


                        Gruß!

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                        • #13
                          Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                          Herrmann ist mein ungewöhnlichster Restaurantbesuch. Selten hat mich ein Restaurant so zerrissen hinterlassen.
                          Werter Fragolini, lassen Sie mich raten. War es wegen einer Mischung aus solider Küche und unverdrossener Selbstdarstellung?

                          Gruß,

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                          • #14
                            Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                            Danach gings nach entsprechenden Ansparphasen in den Stefanskeller von Siber in Konstanz.
                            Ach, da wäre ich gerne mal hingegangen, wäre ich damals schon im kulinarikfähigen Alter gewesen. Ich kann mich erinnern, dass die Bar im Seehotel Siber einer von ungefähr drei Orten in Konstanz war, der auch nach der Sperrstunde noch offen hatte - insofern ein beliebtes Ziel .

                            Mein erster Besuch in einem Sternerestaurant war um 2000 herum im Restaurant Pierre in Mâcon, anlässlich des Geburtstages eines Freundes. Der Preis für das einfache 4-Gang Menu du Marché (davon ein Käsegang) betrug umgerechnet ca. 30 Euro und ist heute noch fast genauso günstig. Es gab Klassiker wie Escargots, Quenelles de Brochet und Daube de Canard, nichts aufregend, alles großartig. Dazu gab es eine halbe Flasche Mâcon-Villages und eine halbe Flasche Morgon. Ich habe diesen Besuch als einen der schönsten Restaurantbesuche überhaupt in Erinnerung.

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                            • #15
                              Zitat von Schmackofatz Beitrag anzeigen
                              P.s. Mein lieber Schink, um wen oder was handelt es sich denn bei einem Ex-LAG ???
                              Wenn ich einspringen darf: Ex-Lebensabschnittsgefährte.

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