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Geschirr - stirbt der einfache runde Teller aus?

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  • Geschirr - stirbt der einfache runde Teller aus?

    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
    Toller Bericht und schöne Fotos, werter Jürgen. Beeindruckend finde ich, wie sich die Firma Hering Berlin innerhalb weniger Jahre in der gehobenen Küche mit ihrem Geschirr etablieren konnte. Eine Frau, die eine Porzellan-Manufaktur gründet und in kurzer Zeit einen Quasi-Geschirr-Standard schafft. Das ist mal wirklich eine Erfolgsgeschichte. Oder täuschen mich meine Augen?
    Das mit dem Geschirr ist mir auch aufgefallen. Aber, ehrlich gesagt, nicht positiv. Ich fände diese komplexen Gerichte mindestens genauso ansprechend, wenn nicht gar besser, in Szene gesetzt auf etwas weniger modern-barockem Unterbau. Dafür wäre ich sogar bereit 10 Euro weniger fürs Menü zu bezahlen...

    Ueber Geschmack soll man ja bekanntlich nicht streiten, aber bei mir läuft Hering unter der Rubrik Edelkitsch.

  • #2
    Geschirr - stirbt der einfache runde Teller aus?

    Der geschätzte Rocco sprach es schon an und ich möchte die Diskussion gern vertiefen:

    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
    Toller Bericht und schöne Fotos, werter Jürgen. Beeindruckend finde ich, wie sich die Firma Hering Berlin innerhalb weniger Jahre in der gehobenen Küche mit ihrem Geschirr etablieren konnte. Eine Frau, die eine Porzellan-Manufaktur gründet und in kurzer Zeit einen Quasi-Geschirr-Standard schafft. Das ist mal wirklich eine Erfolgsgeschichte. Oder täuschen mich meine Augen?
    Aber es sind ja nicht nur die Teller von Hering, bei Amador aßen wir am Clubabend von kleinen "Gebirgslandschaften" eines Desginers, der mir namentlich nicht bekannt ist, bei Bau auch von interessanten nicht-Hering Kreationen @Hannes - Du hast doch drunter geguckt, von wem waren die nochmal? und, und, und.

    Ich persönlich mag die außergewöhnlichen Designs, sie sind doch ein Hingucker, aber letztendlich wäre ich auch mit einfacheren Tellern zufrieden. Wie sehen es andere Forumianer?

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    • #3
      Aus dem Falco-Thread:

      Zitat von glauer Beitrag anzeigen
      Das mit dem Geschirr ist mir auch aufgefallen. Aber, ehrlich gesagt, nicht positiv. Ich fände diese komplexen Gerichte mindestens genauso ansprechend, wenn nicht gar besser, in Szene gesetzt auf etwas weniger modern-barockem Unterbau. Dafür wäre ich sogar bereit 10 Euro weniger fürs Menü zu bezahlen...

      Ueber Geschmack soll man ja bekanntlich nicht streiten, aber bei mir läuft Hering unter der Rubrik Edelkitsch.

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      • #4
        Was ihr alles für Namen kennt! Ich dachte immer, Hering sei der Feldmarschall von Anton Hynkel.
        s.

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        • #5
          Sicherlich ist Geschirr aus der Manufaktur eines Designers toll anzusehen. Aber eigentlich soll doch das Essen selbst im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Wozu braucht ein **- oder ***-Sterne Gericht auffälliges Geschirr, das, wenn überhaupt, die Aufmerksamkeit vom Gericht weg lenkt? Mir persönlich wäre wohl klassisches Geschirr in gewöhnlichen Formen am liebsten.

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          • #6
            Das zB macht mir eher Kopfschmerzen bei der Betrachtung. Und übertrumpft das Essen auf dem Teller.

            http://www.3d-meier.de/Galerie/Essen...alco/Bild7.jpg

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            • #7
              Stimmt, diesen Lochteller mag ich auch nicht besonders. Aber diese grauen Dinger, wie es sie z.B. im La Vie gibt (s. Küchenreises Blog http://kuechenreise.files.wordpress....pg?w=600&h=343) sind ja weniger auffällig, aber ebenso weit entfernt vom klassischen weißen Porzelan. Es sind ja nicht nur die Farben und Löcher. es gibt ja auch ganz neue Formen von Teller - so ein Prozelan-Balken zum Beispiel (http://kuechenreise.files.wordpress....pg?w=600&h=256) - im La Vie mit einem Gericht belegt, bei Christian Bau waren darauf die Pralinen drapiert. Das eröffnet natürlich neue gestalterische Möglchkeiten. Wie gesagt, ich habe für solches Design durchaus was übrig, aber mein Eindruck ist, dass man sich in der (vermeintlich kreativen) Top-Gastronomie gar nicht mehr traut, mit einfachen weißen Tellern anzutreten - vielleicht damit der Kunde es auch erkennt, dass es hier ganz modern und kreativ zugeht... Mein Wunsch wäre, ein dosierter Einsatz solcher "Sonderteller", nicht bei jedem Gang, dann passt der Effekt.

              Mich würde interessieren, warum sich die Firma Hering so durhsetzen konnte. Ist es wirklich ihr Design, oder macht sie vielleicht den Spitzenrestaurants besondere Angebot, weil sie durch ihr auffälliges Design vielleicht ohne große Streuverluste ihren Kundenkreis adressieren kann?

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              • #8
                Persönlich schätze ich 'schönes Porzellan', gerade auch wenn es sich designmässig ein wenig abhebt, wenn es handwerklich 'wertvoll' ist, wenn es ein Produzent aus der Region ist. Beeindruckend, wie Hering hier den Weg in die Deutsche (und nicht nur Deutsche) Spitzengastronomie gefunden hat.

                Irgendwo ist allerdings eine Grenze, und das Geschirr soll helfen, die Speise auch optisch zu inszenieren (auch beim Anrichten der Speise auf dem Teller geht es ja nicht nur um Geschmack, sondern auch um optisches Wohlgefallen); aber nicht alle Aufmerksamkeit von der Speise zum Geschirr lenken.

                Amador verwendet glaube ich auch diverse Hering Geschirr-Teile (welche ich persönlich meist ansprechend finde), die von QWERTZ angesprochenen 'Gebirgslandschaften' scheinen mir dann schon grenzwertiger. Das Francais wiederum hat Geschirr der Höchster Porzellanmanufaktur - weniger spektakulär, doch der regionale Bezug ist sympathisch.

                Alles noch harmlos jedoch im Vergleich zu geschmacklichen Verwirrungen wie den Versace Tellern aus den 90er Jahren (?); so bunt, dass man selbst die auffälligste Speise leicht übersieht.

                Was ist eigentlich der Weg für einen Geschirrproduzenten, sich in der Spitzengastronomie zu etablieren? Der Werbewert ist ja gross ("ich habe bei XY gegessen, das Porzellan hat mir gefallen, haben sie dieses?") und die potentielle Zielgruppe wird punktgenau erreicht, wie aggressiv ist dann die Preisstrategie, um dort auf den Tisch zu kommen?

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                • #9
                  Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
                  Pgeschmacklichen Verwirrungen wie den Versace Tellern aus den 90er Jahren
                  Die 90er waren waren weit vor meiner Zeit in der Spitzengastronomie - jetzt habe ich es gegoogelt. Hätten Sie nicht deutlicher warnen können?:cheers:

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                  • #10
                    Auch vor meiner Zeit in der Spitzengastronomie.. dennoch haben sie sich eingebrannt in meine Hornhaut, ich hätte deutlicher warnen sollen, zugegeben ;-)

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                    • #11
                      Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
                      Amador verwendet glaube ich auch diverse Hering Geschirr-Teile (welche ich persönlich meist ansprechend finde)
                      In der Tat, so war es jedenfalls bei unserem Besuch im Oktober. Bei einem gewissen sozialen Netzwerk war gestern zu lesen, dass bei Amador aber einiges an Geschirr zum Verkauf steht.

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                      • #12
                        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                        Mein Wunsch wäre, ein dosierter Einsatz solcher "Sonderteller", nicht bei jedem Gang, dann passt der Effekt.
                        Genauso sehe ich das auch. Ästhetisch betrachtet kommt es, wie ich finde, darauf an, den Tellereinsatz weder zu schlicht, noch zu effektvoll zu handhaben. Ich halte beim Thema Restaurants grundsätzlich nichts von der einseitigen Idee, es käme hier eben nur auf die Qualität des Essens an. Nein! - Gäste, Ambiente, Service, Beleuchtung, Stühle, Bestecke ... und auch das Geschirr tragen alle zum Gesamterlebnis bei. (Im Theater zählt ja auch nicht nur der Text; da kommt es auch auf die Regie, das Bühnenbild, die Kostüme, die Leistung der Schauspieler etc. an.) Den Lochteller finde ich allerdings auch wenig gelungen.

                        Schlichtes Geschirr gibt es übrigens noch im Essigbrätlein. Da werden - in subtiler Verweigerung von Luxus und Zeitgeist - viele Gänge im einfachen weißen Suppenteller(!) serviert.

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