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Ist Geschmack lernbar?

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  • Ist Geschmack lernbar?

    Erst einmal eine Entschuldigung meinerseits, leider habe ich immer Probleme mit dem Apple, da dieser Wörter die ich tippe selbständig ändert. Das mit dem Geschmack ist vielleicht mal eine neue Diskussion wert. Kann man Geschmack lernen…ist er genetisch verwurzelt und kann sich dann entwickeln…kann man einen angeborenen Geschmacksinn durch schlechtes Essen verlieren…???
    MfG Marc Mueller

  • #2
    Zitat von kuechenartist Beitrag anzeigen
    LIEBE FORUMS MITGLIEDER,
    Ja, ich habe gesagt das man GESCHMACK nicht lernen kann.
    Wenn jemand bei mir eine Ausbildung machen möchte kann er alles Lernen
    nur den eigenen Geschmacksinn hat man oder nicht.
    Werter Küchenartist,
    danke für ihren Beitrag.

    Dass auch die Restaurant-Gäste den Geschmack nicht wirklich lernen können,
    das entspricht meinen langjährigen Erfahrungen mit einem Dutzend befreundeter Paare.
    Alle sind von mir überredete Wiederholungstäter in der **/*** Szene.
    Das gilt auch für Weine.

    Über 80% waren noch nicht mal in der Lage ein ***Essen von der gehobenen bürgerlichen Küche zu unterscheiden.

    Tellertausch in */**/*** Restaurants:

    Tellertausch wird von uns fast immer vermieden, obwohl wir selten eins der empfohlenen Menüs wählen.

    Ein No-Go ist für uns, wenn an einem langen 6er oder gar 8ter Tisch die Teller hin und her gereicht werden.

    Wenn portionsmäßig möglich bitten wir den Service auch bei diversen Vorspeisen um 1 für 2,
    was noch nie verweigert wurde.
    Bei den Hauptgängen ist/war das sowieso gar kein Problem.

    Ist immer teurer als ein großes Menü....

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    • #3
      Diese Fragestellung greife ich gerne auf. Ich denke schon, dass alle Sinne in bestimmten Bezug trainierbar sind, d.h. in eine gewisse Richtung geschärft werden können. Aber man kann sicher nur schärfen, wenn schon eine gewisse Grundbasis vorhanden ist. D.h. ich kann zum Beispiel mir Aromen und Texturen von Gerichten gut merken, mit Hilfe der Fotos meiner Restaurantbesuche kann ich einen großen Teil der Gerichte geschmacklich wieder im Gedächtnis aufrufen. Aber ich kann nicht so gut blind Aromen zu bestimmten Produkten zuordnen (jedenfalls nicht so gut, wie mein Vater).
      Was wissen denn die Mediziner hier in der Runde dazu zu sagen?

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      • #4
        Man müßte Geschmack erstmal definieren.
        Und das wird nicht einfach...

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
          Man müßte Geschmack erstmal definieren.
          Daran möchte ich mich lieber nicht versuchen. Aber man kann wohl ein paar Dinge auseinanderhalten:

          Schmecken ist zum einen eine Form der Wahrnehmung. Man kann durch Schmecken etwa wahrnehmen, dass viel Salz in der Suppe ist. In einem weiteren Sinn, der auch die Nase einbezieht, kann man auch viele Aromen wahrnehmen. Schmecken als Wahrnehmen kann man, wie andere Wahrnehmungsformen auch, in bestimmten Grenzen trainieren.

          Schmecken ist zum anderen eine Form des subjektiven Empfindens. "Es schmeckt mir eben nicht!" Diese Empfindungen sind wohl teils angeboren, teils im Leben zufällig entstanden. Geschmack in diesem Sinne lässt sich vermutlich weder trainieren, noch direkt ändern.

          Schließlich ist Geschmack auch eine kulturelle Sache. In diesem Sinne zeugt es von Geschmack, wenn der Segler rote Hosen zum blauen Blazer trägt. Übertragen auf die Kulinarik kommen dabei vielleicht so Sachen heraus wie: Zuckerpfannkuchen zu Kartoffelsalat geht nicht! Solche Dinge kann man natürlich lernen.

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          • #6
            Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
            In diesem Sinne zeugt es von Geschmack, wenn der Segler rote Hosen zum blauen Blazer trägt.
            Nun ja, Sylter (Sansibar-)Geschmack...

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
              Nun ja, Sylter (Sansibar-)Geschmack...
              In diesem Sinne lässt sich eben über Geschmack trefflich streiten.

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              • #8
                Ich glaube schon, dass Geschmack lernbar ist (wenn es um das Essen geht). Zumindest bis zu einem gewissen Grad.
                Was nicht lernbar ist, ist die Freude an kulinarischen Erlebnissen. Wer keinen Spaß am guten Essen hat, der wird auch keinen Zugang zum Besonderen finden. Und das ist nicht nur beim Essen so.


                Gruß!

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                • #9
                  Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                  Ich glaube schon, dass Geschmack lernbar ist (wenn es um das Essen geht). Zumindest bis zu einem gewissen Grad.
                  Gruß!
                  Ein Restaurantbesuch je Woche war für uns schon immer obligatorisch.
                  Meistens bei bekannten Japanern, Italienern und Chinesen in Düsseldorf.

                  Bei uns führte der erste Besuch eines ** Restaurants vor 30 Jahren zu der Erkenntnis,
                  dass wir zuvor noch nie besser gegessen hatten. (Schwarzer Adler in Oberbergen)
                  Auslöser war ein euphorischer Bericht von Klaus Besser (Autor ua. "der gelernte Gast") in der "Welt am Sonntag.

                  Ohne jede Kenntnis von Gourmetführern und somit der irrigen Ansicht,
                  dass man in ***** Hotels gut essen kann, hatten wir auch mehrere solcher Adressen besucht,
                  was eher nur sehr teuer war.....
                  (Ua. den Breidenbacher Hof in Düsseldorf)

                  Wer beispielsweise beim ersten Besuch eines * / ** oder gar *** Restaurants ein getrüffeltes Bressehuhn
                  nicht vom Hähnchen aus dem einstigen "Wienerwald" unterscheiden kann,
                  wird garantiert kein Feinschmecker und kein Wiederholungstäter....
                  Ein Beispiel dazu ist oder war der Modemacher Wolfgang Joop.

                  Wir waren nach dem ersten ** Besuch derart begeistert, dass wir 6 Wochen später erneut nach Oberbergen gereist sind
                  und bei der Gelegenheit wurde auch die L'Auberge de l'Ill besucht.
                  Ein halbes Jahr danach folgten in 2 Etappen fast alle *** Restaurants in Frankreich.

                  Natürlich verfeinert sich der Geschmack nach vielen Besuchen der Sterne-Szene.
                  Aber nach dem ersten **/*** Besuch, muss so wie bei uns der Funke überspringen.

                  So war das offensichtlich auch bei Herrn Schmackofatz.
                  Er hat den ersten Besuch eines ** Restaurants hier so beschrieben:
                  http://www.forum.restaurant-ranglist...=6718#post6718

                  Auch seine Begeisterung für große Weine -
                  (Für mich persönlich der absolute HÖHEPUNKT des Menüs!)
                  - für ein Glas 1953er Cht. La Mission Hat Brion kann ich nachvollziehen.

                  Als Bier-Trinker war es bei mir vor 30 Jahren ein 66er Latour
                  und ein 71er Bâtard-Montrachet.

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                  • #10
                    @ soriso
                    Sie wollten vorankommen, Sie haben Spaß gefunden am probieren und genießen.
                    Wer dazu nicht bereit ist (und oft ist es auch kein finanzielles Problem), der wird auch nicht "Geschmack" lernen.


                    Zitat von soriso Beitrag anzeigen
                    Ohne jede Kenntnis von Gourmetführern und somit der irrigen Ansicht,
                    dass man in ***** Hotels gut essen kann, hatten wir auch mehrere solcher Adressen besucht,
                    was eher nur sehr teuer war.....
                    (Ua. den Breidenbacher Hof in Düsseldorf)

                    Daraus resultiert dann im Bekanntenkreis "wir waren neulich in einem *****-Restaurant".
                    Darauf ich "es gibt aber nur Restaurants maximal mit *** und wir haben hier maximal **".
                    "Nein, nein, wir waren schon in einem *****-Restaurant, ** würden wir nie gehen".
                    "AHA"

                    Ich habe es mir inzwischen abgewöhnt darauf etwas zu sagen, es bringt meist null-komma-nichts.


                    Gruß!

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                    • #11
                      Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                      Daraus resultiert dann im Bekanntenkreis "wir waren neulich in einem *****-Restaurant".
                      Darauf ich "es gibt aber nur Restaurants maximal mit *** und wir haben hier maximal **".
                      "Nein, nein, wir waren schon in einem *****-Restaurant, ** würden wir nie gehen".
                      "AHA"
                      Lieber fragolini,
                      wir kennen diese Dialoge nur zu gut und leiden mit Ihnen...
                      MkG, S.

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                      • #12
                        Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                        @ soriso
                        Sie wollten vorankommen, Sie haben Spaß gefunden am probieren und genießen.
                        Wer dazu nicht bereit ist (und oft ist es auch kein finanzielles Problem), der wird auch nicht "Geschmack" lernen.
                        Gruß!
                        So ist es.
                        Daraus resultiert dann im Bekanntenkreis "wir waren neulich in einem *****-Restaurant".
                        Darauf ich "es gibt aber nur Restaurants maximal mit *** und wir haben hier maximal **".
                        "Nein, nein, wir waren schon in einem *****-Restaurant, ** würden wir nie gehen".
                        "AHA"
                        Vor 30 Jahren wussten wir nicht, was die Vergabe von */**/*** des Michelin für Restaurants bedeutet.
                        Wir kannten den Michelin schlicht nicht, was selbst heutzutage vermutlich auf 95% aller Deutschen zutreffen dürfte.

                        Auch heutzutage wissen das noch nicht mal einige Filmemacher der TV-Sender,
                        wenn weltweit über vermeintliche ***** Restaurants berichtet wird.

                        Vor 30 Jahren wussten auch wir nur, dass in der Region Bordeaux Wein angebaut wird.
                        Von der Klassifikation oder gar den besten Jahrgängen hatten wir keine Ahnung.
                        Auch nicht über andere große Weine dieser Welt.

                        Das hatte sich aber sehr schnell geändert, als wir erstmals den in Post#9 erwähnten 66er Latour getrunken hatten.

                        Es folgte das Studium von Weinliteratur, Reisen nach Bordeaux, Burgund, Italien, ect.

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                        • #13
                          Ich denke Geschmack "zu lernen" hat auch ganz viel damit zu tun, wie offen man gegenüber Neuem ist - ob man sich auch mal zutraut was Exotisches zu probieren. Vieles was ist beim ersten Mal probiert habe, hat mir zuerst gar nicht geschmeckt, erst nachdem ich ein paar weitere Male anders zubereitet probiert habe, hats mir dann geschmeckt.

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                          • #14
                            Willkommen im Forum! Und manches schmeckt doch erst, wenn man es mal "richtig" zubereitet bekommen hat, oder?

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