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  • #16
    Zitat von Budi Beitrag anzeigen
    Überall waren sie sehr nett und motiviert. Vielleicht auch, weil man uns jedesmal angesehen hat, dass wir genießen möchten und das der Besuch für uns selbst etwas ganz aufregendes ist.

    Yes!!! Und Sie dürfen mir glauben, das hat nicht unbedingt mit dem Alter zu tun, sondern direkt mit der Sache. Auch wenn ich mich jetzt nicht jünger machen möchte, als ich bin.

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    • #17
      Ja das kann ich mir vorstellen!

      Es ist ja schon eine gewisse Schätzung, wenn man in so ein Restaurant nur des Essen wegens geht und das merkt das Personal eben auch, wenn man der Leistung Aufmerksamkeit entgegenbringt.

      Man interessiert sich ja für die Leistung des ganzen Teams.

      Oft sieht man in Restaurants eben auch viele Leute, die das Essen weniger interessiert oder die an sich einen schönen Abend verbringen möchten oder was auch immer sie in das Restaurant führt.

      Ich habe auch schon Leute erlebt die sich meines Erachtens nach ziemlich daneben benommen haben und die Freundlichkeit, die in solchem Restaurant ein Personal eben aufbringen muss, sei der Wunsch des Gastes noch so absurd und unverschämt, ausgenutzt haben.

      Dann gibt es wiederrum Leute, die interessieren sich absolut gar nicht für den Service, bzw. die Leute die dahinterstecken.
      Die wollen dann auch diese gewisse Neutralität und bekommen diese vom Service.
      Man merkt aber als Gast sehr schnell, wenn die Leute vom Service sich für einen mitfreuen und richtig aufblühen in ihrem Job.

      Herr Fischer in der Schwarzwaldstube z.b. hat gemerkt, dass wir uns vorab eben auf die nicht mehr auf der Karte vorhandenen Zuckerperle interessiert haben.
      Nicht nur, dass wir sie auch noch bekommen haben (ohne dies explizit zu wünschen), er hat auch noch einen sehr langen Dialog mit uns geführt und uns sämtliche Details über die Entstehung und Variationen dieses Dessert berichtet.
      Das liegt aber auch daran, dass Herr Fischer gemerkt hat, dass wir uns über solche Informationen freuen, weil wir daran interessiert sind.
      Da ist mir zum ersten Mal ein Licht aufgegangen.
      Ich habe bis jetzt noch nirgendwo einen solch aufmerksamen und perfekten Service erlebt, wie in der Schwarzwaldstube.
      Was mir hier auch gefallen hat, ist die Hierarchie im Service:
      Hier ist jeder Kellner ein Individuum, hat seinen persönlichen Charakter und darf (!) ihn auch zeigen.

      Das stört mich meistens an anderen Restaurants. Da gibt es dann einen Oberkellner, der charmant und witzig ist und dann gibt es nur noch junge lemmingartige Pokerfacekellner, die schon fast etwas von Sklaven haben, mit dieser aufgesetzten Neutralität.
      Zuletzt geändert von Budi; 12.05.2010, 21:18.

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      • #18
        Zitat von Zeitblom Beitrag anzeigen
        :Manchmal könnte man dann aber (siehe oben) auch für einen Tester gehalten werden
        Das passiert einem einzelnen Herrn, der während des Essens fleissig seine Unterlagen durchgeht und notiert, dabei aber das grosse Menü isst, öfter einmal. Die einzige Lösung diesen Verdacht loszuwerden ist ausgiebiger Weinkonsum, den die bescheidenen Budgets von GM & Co nicht hergeben :cheers:

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        • #19
          Zitat von Budi Beitrag anzeigen
          Das stört mich meistens an anderen Restaurants. Da gibt es dann einen Oberkellner, der charmant und witzig ist und dann gibt es nur noch junge lemmingartige Pokerfacekellner, die schon fast etwas von Sklaven haben, mit dieser aufgesetzten Neutralität.
          Dagegen können Sie perfekt angehen, wenn Sie intensivst mit den "Lemmingen" (entschuldigung, das tut mir jetzt echt leid und entspricht nicht meinem Erleben) sprechen. Dann blühen die auf und der Oberchef wird plötzlich auch sehen, dass der Rest nicht Lemminge sind. Es liegt wirklich viel am Gast.

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          • #20
            Das sollte keinesfalls abwertend gemeint sein.
            Ich hatte nur schon vermehrt das Gefühl, dass in manchen Restaurants dem Service "von oben" diese Anweisungen gegeben wird, sich möglichst neutral und unauffällig zu verhalten - obwohl dies meiner Meinung nach die wenigsten besucher so wollen oder schätzen.

            So ist mir z.b. aufgefallen, dass manche Bedienungen konsequent über die Gespräche weghören müssen, die am Tisch geführt werden und sich das eine oder andere Lachen verkneifen.
            Das äußert sich z.b. in diesem unehrlichen verkrampften Lächeln in sämtlichen Situationen dem Gast gegenüber.

            Ich finde das selbst sehr schade, dass viele Restaurants das gewollt so machen.
            Ein Oberkellner, der sich lustig verhalten darf, auf Gespräche eingeht usw. und dann kleine Helferchen um ihn herum, die sich möglichst wie Roboter benehmen müssen.

            In der Sternegastronomie ist mir das aber bisher fast noch gar nicht aufgefallen.
            Im Tantris und in der Schwarzwaldstube war der Service durchweg einfach genial!

            Ich glaube das kommt eher in "Möchtegernrestaurants" vor, die zumindest von sich aus den Anspruch haben, ein gehobenes Lokal zu sein.
            Irgendwie haben manche dieser "Exklusiv-Restaurants" dann immer die Einstellung möglichst neutral gegenüberzutreten und es herrscht der Gedanke, dass der Gast dieses kalte hochnäsige so haben will in solch einem Restaurant.

            Dabei sind gerade die hochdekorierten Restaurants alles andere als hochnäsig. Der Service ist dort immer sehr lebendig und aufmerksam und oft auch humorvoll.
            Zuletzt geändert von Budi; 13.05.2010, 09:48.

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            • #21
              Das von Ihnen erlebte stoische Dauerlächeln rührt meisst daher, dass aus Kostengründen viele Mitarbeiter im Service Azubis oder "Praktikanten" sind, die für wenig oder kein Geld in der Hoffnung auf ein gutes Arbeitszeugnis ihre Tätigkeit versehen. Unerfahrenheit kombiniert mit der Angst etwas falsch zu machen und ggf. die Stelle zu verlieren kann nicht entspannt machen.

              Das ist hier aber eher OT udn wurde an anderer Stelle schon ausführlich diskutiert.

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              • #22
                Ich gehe öfter mal alleine Essen. Für viele in meinem erweiterten Bekanntenkreis nimmt Essen einfach nicht die wichtige Stellung wie bei mir ein. Hinzu kommt dann ein "ich esse dieses und jenes nicht" und immer die Diskussionen, wie teuer etwas ist. Wenn man bei einem Essen, einfach formuliert ab einem Stern, mit Leuten sitzt, die nicht den gleichen Spaß daran haben, kann man durchaus auch alleine gehen.

                In Deutschland empfinde ich ein einsames Essen mitunter recht angenehm. Gut, die Blicke der oftmals älteren Gäste spürt man, aber von der Aufmerksamkeit des Service und sogar des Kochs beim Rundgang (soweit man das mag) profitiert man. In Ländern, wo das Ausgehen zum Essen anders gelebt wird (Spanien, Italien u.a.) ist das Unbehagen schon größer für mich.

                Ich habe es schon erlebt, einen Gang einfach so zu bekommen, eine Zeitschrift sowieso.

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                • #23
                  Da ich beruflich viel auf Geschäftsreisen bin, gehe ich gezwungenermaßen auch sehr oft alleine Essen. Ein unangenhemes Gefühl oder Beobachtungsparanoia habe ich dabei eigentlich nie. Finde auch, dass man sich alleine ganz wunderbar dem Genuss hingeben kann und oft auch noch aufmerksamer bedient wird, als die Anderen.

                  Das mit den kleinen Supplements aus der Küche, wie es Weinreise beschreibt, hatte ich auch schon öfter mal :hungry: und nichts dagegen einzuwenden.

                  Rouget

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