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  • #91
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Solange allerdings hierzulande anscheinend noch genügend Leute bereit sind, für ein drittklassiges Essen deutlich über 100 Euro zu investieren, wird sich so schnell nichts ändern.
    Wären genügend Leute - Gäste wie wir zu sagen pflegen, dazu bereit, gäbe es kein Gasthofsterben, keine unbesetzten Tische im ** und ***er - zumindest nicht am Wochenende, es gäbe auch keine Nachwuchssorgen, weil die Selbstständigkeit in der Spitzengastronomie eine Perspektive wäre, in welche man gern ein dutzend Gesellenjahre investiert.

    Fakt ist, dass unsere (deutschen) Gäste immer mündiger werden, immer genauer einschätzen können wo es sich lohnt zu investieren und wo eben nicht und das sehr unabhängig von virtueller Reputation. Selbstverständlich sind viele Gäste kompromissbereit, schlicht weil es keine wirklichen Alternativen gibt aber warum gibt es die nicht?

    Führen wir das hier weiter, wird es wie jedes Mal in der alten "Metadebatte" "die Zukunft der Gourmandiese", "kann man mit Spitzengastro Geld verdienen", "Raum Göppingen kulinarische Einöde" und wie die Themen noch alle hießen, enden. Mietkosten, Personalkosten, Waren und Energiekosten, ach und erst die elenden 19%...

    Je öfter ich das lese und darüber nachdenke, um so mehr Lust bekomme ich zur Bank zu gehen, mich bis an den Kragen zu verschulden, ein ordentliches Resto zu kaufen und zu versuchen, diesen ganzen Schmarrn zu widerlegen.

    Einen schönen Sonntag wünscht

    Passepartout

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    • #92
      Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
      Je öfter ich das lese und darüber nachdenke, um so mehr Lust bekomme ich zur Bank zu gehen, mich bis an den Kragen zu verschulden, ein ordentliches Resto zu kaufen und zu versuchen, diesen ganzen Schmarrn zu widerlegen.
      Gern, lieber passepartout ! Willkommen in der Westpfalz !
      (hier wären auch die Mieten lächerlich niedrig)

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      • #93
        Paris ist tatsächlich teils sehr hochpreisig. In der französischen Provinz kann man auch mal für 35 Euro ein (dann jedoch auch etwas einfacheres) Menü im *-Restaurant essen und über 100 Euro findet man nur Trüffel-, Hummer-, etc. Menüs. Mir fällt auf, dass in Frankreich viel mehr größere Tische essen gehen. Dann oft nur das einfachste Menü, aber de Leute gehen hin. Dieses Publikum wird in Deutschland nach meiner Wahrnehmung von Restaurants abgegriffen, die keinen Stern haben, aber ein etwas besseres Essen und etwas niedrigere Preise als Einsterner in Frankreich: in HH zum Beispiel die Bullerei von Tim Mälzer, Henssler & Henssler und dessen Zweitrestaurant und noch ein paar weitere. Die sind eigentlich immer voll. Am Ende lässt m.E. bei vielen *-Restaurants in Deutschland schon das Konzept keine günstigen Preise zu (zu viele teure Zutaten, zu hochwertige Inneneinrichtung, zu viel Personale, etc.). Wenn man hingegen von vorneherein weiß, dass man ein mittleres Menü für 50-60 Euro und Wein zu ca. 1,5-3 x EVP anbieten will, muss man anders kalkulieren (Wareneinsatz, Interieur, Personal, etc.), als wenn erst mal (um jeden Preis) der Stern her soll und der finanzielle Erfolg erst danach kommen muss/soll.
        Zuletzt geändert von rocco; 23.02.2015, 17:56.

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        • #96
          Wir hatten das Mitte Dezember im Kreise erfahrener Esser diskutiert und kamen zu dem Schluß, daß die Zeiten vormals recht günstiger Preise im ***-Bereich passé sind und man hier den Vorteil gegenüber F nicht mehr so ausmachen kann, wie vor einem Jahr....

          Ganz kleiner Kritikpunkt an der Erhebung: "größtes Menue" mit "größtem Menue" zu vergleichen hinkt, da es hier 7, dort 15 Gänge sein können...valider wäre vielleicht 5-Gang mit 5-Gang o.ä. zu vergleichen bzw. immer für jedes Resto den 5-Gang-Preis heranzuziehen.

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          • #97
            Danke für das Feedback, lieber Sphérico.
            in der Tat kann man nach zwei Jahren Erhebung der Preise sagen: die Dreisterner haben sich merklich abgesetzt gegenüber den Zwei-Sternern. Außer Kevin Fehling und dem Sonnora haben eigentlich alle einen merklich Sprung, auch zu den teuersten Zwei-Sternern. Das war vor zwei Jahren durchaus noch anders. Bei den Zwei-Sternern und vor allem bei den Einsternern merkt man auch deutlich einen regionalen Einfluss. So gehören die Berliern Zwei-Sterner tendenziell zu den teureren in der Republik (inwiefern die Abwesenheit bzw. kilometermäßig große Entfernung zum nächsen Drei-Sterner dabei eine Rolle spielt, ist eine vielleicht interessante Frage).

            Zur Berücksichtigung des Preises: in der Erhebung geht es ja darum, die Preisentwicklung allgemein darzustellen. Dafür ist dann unerheblich, welchen Preis man zu Rate zieht. Ich nenne ja deswegen in den Auswertungen auch keine Namen von Restaurants. Der Preis für ein 5-Gang-Menü ist gar nicht so eindeutig. Bei Restaurants, die mehrere Menüs im Angebot haben, kann es dann schon mal unterschiedliche Preise geben (z.B. für das regionale und das Menü mit mehr Luxusprodukten). Deswegen habe ich mich anfangs dafür entschieden, den Wert zu nehmen, der der Ansage: "Einmal das komplette Programm, bitte" entspricht, unabhängig vo nder Länge des Menüs.
            Für den Preisvergleich unter den Restaurants gibt es in den Profilen ja die "Preisampel". Die hat in meinen Augen den Nachteil, dass eben aufgrund unterschiedlicher Menü-Konzepte die Anbieter vieler kleiner Gänge oder mehrerer Amuse-, Sorbet- und Pralinen-Rundne bevorteiligt sind. Insofern hat eiert jeder Preisvergleich irgendwo etwas.

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            • #98
              In Frankreich außerhalb Paris lässt sich m.E. zunehmend beobachten, dass viele Sternerestaurants zusehen, wie sie sich jüngeren Gästen und vor allem auch preisbewussten Gästen öffnen können. Ein paar Beispiele:

              Etoiles Alsace: läuft schon seit vielen Jahren und richtet sich an die unter 35-jährigen. Für 109 Euro gibt es z.B. in der Auberge de l'Ill und in den **-Restaurants im Elsass einen Apéritif, 4 Gänge mit begleitenden Weinen, Wasser und Café. Das Gleiche kostet in den *-Restaurants 79 Euro. Abends wohlgemerkt.

              Flocon de Sel in Mégève. In der Nebensaison (April bis Oktober) gibt es hier jetzt ein Mittagsmenü für 100 Euro und ein Abendmenü für 150 Euro, inklusive aller Getränke, ebenfalls nur für unter 35 jährige: http://www.atabula.com/emmanuel-rena...l-tarif-jeune/

              Troisgros in Roanne: Sonntags und Montags abends gibt es ein 4 Gang Menü mit Amuse Bouche und 3 Gängen, begleitenden Weinen, Café und Wasser für 95 Euro, ebenfalls nur für die unter 35 jährigen.

              Ich finde das eine gute Initiative, so können die Gäste von morgen schon im jungen Alter erreicht werden. Natürlich sind diese Menüs etwas abgespeckt, was z.B. den Preis der Zutaten, etc. angeht. Aber als jemand, der von den Angeboten (im Elsass) schon Gebrauch gemacht hat, kann ich sagen, dass die Menüs und die Weine trotzdem zeigen, wozu die große Küche in der Lage ist.

              Ich gehe in Deutschland kaum noch in Sternerestaurants, da sich Aufwand und Preis doch immer mehr von meiner Komfortzone weg entfernen. Unter 200 Euro (nur für das Essen) und unter 6 Gängen geht in den ***-Restaurants hierzulande nur wenig. Bei einigen **-Restaurants sehe ich noch eine Art "Sweet Spot", da viele auch kleinere Menüs anbieten und man auch für knapp über 100 Euro dabei sein kann. Problematisch sehe ich die Preisentwicklung bei vielen *-Restaurants. Unter 70-80 Euro (nur für das Essen) wird es wirklich schwierig, gerade in den Großstädten. Zuletzt in Frankreich habe ich mehrfach in *-Restaurants Abendmenüs für 50, 60, maximal 70 Euro gesehen bzw. auch bestellt (außerhalb Paris). Das ist dann zwar häufig nicht das letzte Wort in Sachen großer Küchenkunst, aber wenn man ein nettes Ambiente will, eine gut sortierte Weinkarte und einen aufmerksamen Service, dann ist die *-Kategorie für mich doch eine halbwegs verlässliche Kategorie. Und man hat den Eindruck, dass "Hinz und Kunz" da hingehen, durchaus auch mal mit Kindern.

              Ist das in Deutschland auch möglich?

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              • #99
                Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                Unter 200 Euro (nur für das Essen) und unter 6 Gängen geht in den ***-Restaurants hierzulande nur wenig...Und man hat den Eindruck, dass "Hinz und Kunz" da hingehen, durchaus auch mal mit Kindern. Ist das in Deutschland auch möglich?
                Hier und da lieber Rocco. Ich verweise abermals auf Perl. Vier Erwachsene hatten alle "nur" 4 Gänge, mit reichlich Snacks (was sehr untertrieben ist), Amuse geules und Naschereien. 145 €. (mit Wein 178).
                Kinder waren auch dabei, der Zweijährige fand die Meeresfrüchte-Amuses am besten, der Fünfjährige genoß nach den Amuses das US-Beef mit Maisvariation. Ansonsten waren die Jungs mit Malen und Matchboxautos beschäftigt.
                Bei Erfort ist es nach meinem Stand preislich noch etwas drunter. Insgesamt wurden die *** im Verlauf aber wie erwähnt teurer.

                MkG, S.

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                • Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                  Hier und da lieber Rocco. Ich verweise abermals auf Perl. Vier Erwachsene hatten alle "nur" 4 Gänge, mit reichlich Snacks (was sehr untertrieben ist), Amuse geules und Naschereien. 145 €. (mit Wein 178).
                  Kinder waren auch dabei, der Zweijährige fand die Meeresfrüchte-Amuses am besten, der Fünfjährige genoß nach den Amuses das US-Beef mit Maisvariation. Ansonsten waren die Jungs mit Malen und Matchboxautos beschäftigt.
                  Bei Erfort ist es nach meinem Stand preislich noch etwas drunter. Insgesamt wurden die *** im Verlauf aber wie erwähnt teurer.
                  Sehr schön und Sie haben völlig recht. Im Saarland bin ich leider so gut wie nie, das muss ich mal ändern. Noch ein Beispiel: Waldhaus Sonnora - 5 Gänge 168 Euro. Und noch eins: Schwarzwaldstube: 4 Gänge - 180 Euro oder 6 Gänge vegetarisch (warum eigentlich nicht bei einem Top-Koch) - 155 Euro. Und wo wir gerade dabei sind noch eins: Bareiss - 5 Gänge 178 Euro (oder 7 Gänge vegetarisch zum gleichen Preis). Im Südwesten
                  herrscht ganz offensichtlich eine gastfreundliche Atmosphäre .

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                  • Auch im Falco gibt es übrigens ein Menü für junge Gäste. Vier Gänge, incl. Wein, Champagner, Kaffee, dienstags bis donnerstags für 129 Euro....
                    In der Tat merkt man, dass die Angebote immer weiter aufgefächert werden, sei es an bestimmten Wochentagen, zu besonderen Zeiten oder auch günstige Angebotsmenüs. D.h. es gibt schon Angebote für preissensitivere Gäste, manchmal finde ich den Abstand zum Normalpreis schon fragwürdig. Das Jubiläumsangebot des La Vie, dass es ja schon seit einiger Zeit auch als jahreszeitliche Angebote gibt, ist im Vergleich zum großen Menü wirklich sehr günstig. Da ist das große Menü regelrecht unattraktiv.

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                    • Ich habe unsere Preisstatistik weitergeführt. In den vergangenen Monaten hat sich allerdings nicht viel getan.

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