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  • Musik im Hintergrund

    Offenbar gab es hier bzw. im alten Forum noch kein Thema zum "akustischen" Ambiente von Restaurants (oder habe ich es bloß übersehen?). Also mache ich hier mal das Fass auf. Immer wieder wird man in Restaurants - sogar auf Drei-Sterne-Ebene, z.B. bei Klaus Erfort - während des Essens mit Musik beschallt. Die ist im besten Fall unauffällig und leise, oft aber leider auch laut und gruselig. Mich jedenfalls nervt es im Grunde immer.

    Meine wohl schlechteste Erfahrung damit hatte ich einst in Magdeburg (NB: Wer meint, Duisburg oder Bochum hätten kulinarisch nichts zu bieten, war noch nie in Magdeburg.) im Landgasthaus Hadrys (Bib). Hier wurden wir im Sommer auf der Terrasse mit einer Endlosschleife von Beatles-Covers à la Richard Clayderman beschallt, immer wieder ging es mit Let It Be von vorne los, leider war der Lautsprecher direkt hinter mir. Zudem war wohl die laufende CD defekt und die Musik hakte immer mal wieder.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in der gehobenen Gastronomie, mindestens ab **aufwärts, wo es sich wirklich lohnt, sich auf die Gänge zu konzentrieren, überhaupt Gäste gibt, die sich an einer Musikberieselung im Restaurant erfreuen. Aber ich lasse mich natürlich gerne eines Besseren belehren!

    Wie sind hiermit Ihre Erfahrungen, liebe Forumianer?

    Neugierige Grüße,
    Mohnkalb

  • #2
    Ich gehe mal davon aus, dass der Sinn der Hintergrundmusik eher ein gewisser akustischer Schallschutz für die Gespräche am Nachbartisch usw. sein soll. Bestenfalls ist die Musik knapp an der Wahrnehmbarkeitsschwelle justiert, wobei das für empfindliche Ohren natürlich zu laut sein kann.

    Interessant sind Unterschiede in der Musikauswahl: schmeichelnde Klaviermusiken, jazzige Klänge, oder - wie im Falco - elektronische Musik. Die Bandbreite ist so groß, wie der optische Charakter von Restaurants.

    Mich stört die Musik meistens nicht und ich glaube, man würde es eher merken, wenn es keine Musik gäbe, dass irgendetwas fehlt.

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    • #3
      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
      Mich stört die Musik meistens nicht und ich glaube, man würde es eher merken, wenn es keine Musik gäbe, dass irgendetwas fehlt.
      Interessant, werter QWERTZ, dass Sie die Musik in manchen Restaurants vielleicht sogar vermissen (?) würden, wenn sie nicht da wäre. Vielleicht bin ich ja akustisch überempfindlich.

      Zum Thema Schallschutz: Nach meinen Erfahrungen passen sich die Gespräche am Tisch in aller Regel dem akustischen Ambiente an. D.h. wenn es sehr still ist, wird ziemlich gedämpft gesprochen (jedenfalls wenn die Gäste noch nüchtern sind, bekanntlich wächst ja der Lärmpegel mit dem Alkoholkonsum ). Gilt es andererseits aber, Hintergrundmusik zu übersprechen, wird man im Gespräch auch automatisch lauter.

      Wie störend Gespräche am Nachbartisch sind, hängt natürlich auch vom Abstand der Tische ab. Aber gerade in intimen Restaurants mit kleinem Tischabstand funktioniert Hintergrundmusik als Schallschutz m.E. schlecht, da es einem dann besonders widerstrebt, lauter zu reden.

      Auf einem anderen Blatt steht natürlich, welche Musik gespielt wird. Wünschenswert wäre - soweit Musik überhaupt wünschenswert ist - dass sie zum Küchen- und Einrichtungsstil passt. Im Falco (das ich im Mai zum ersten Mal besuchen werde - Achtung, keine Ankündigung! ) kann ich mir elektronische Musik z.B. besser vorstellen als Für Elise oder We Are The Champions. Oft aber läuft ein bunter-nichtssagender Mix.

      Grüße,
      Mohnkalb

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      • #4
        Leider etwas OT, aber wo wir gerade dabei sind: Mich nerven riesige Tische! Gemeint ist ein enormer Abstand zum Gegenüber, so dass man in einer Lautstärke sprechen muss, dass es auch der Nebenman hört. Gerade wenn man über Dinge reden will, die niemanden etwas angehen, ist das für mich das No-Go Nr.1 .
        OT-aus:

        Am schlimmsten habe ich ein Restaurant in der Provence in Erinnerung, das beim 3 h Essen am Mittag gefühlte 100mal Vivaldis Vier Jahreszeiten spielte.
        Ich werde immer noch stinkig, wenn ich das Lied irgendwo höre :cheers:
        Grundsätzlich lieber keine Musik, wobei ich in Bistros französischem Chanson nicht abgeneigt bin...
        Bar

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        • #5
          Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
          Interessant, werter QWERTZ, dass Sie die Musik in manchen Restaurants vielleicht sogar vermissen (?) würden, wenn sie nicht da wäre. Vielleicht bin ich ja akustisch überempfindlich.
          Richtig, es ist eine Frage der Empfindsamkeit. Aber ich denke nicht, dass ich sie "aktiv" vermissen würde, sondern die Raumakustik irgendwie als anders empfinden würde, ohne das an der fehlenden Musik festmachen zu können.

          Ich weiß nicht genug über akustisches Raumdesign, um das professionell erklären zu können, aber was man hin und wieder lesen und hören kann, werden Räume auch entsprechend akustisch gestaltet. Das heißt, Lautsprecher so ausgerichtet, dass sie störende Klänge mit der Musik ausgleichen und somit schlucken. Decken, Vorhänge, Teppiche usw. wirken sich natürlich auch aus. Ich gehe davon aus, dass gerade bei den stylish gestalteten Restaurants die Raumakustik auch entsprechend geplant und es nicht zufällig ist, wie viel Musik an die Ohren der Gäste dringt.

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          • #6
            Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
            Ich weiß nicht genug über akustisches Raumdesign, um das professionell erklären zu können, aber was man hin und wieder lesen und hören kann, werden Räume auch entsprechend akustisch gestaltet. Das heißt, Lautsprecher so ausgerichtet, dass sie störende Klänge mit der Musik ausgleichen und somit schlucken. Decken, Vorhänge, Teppiche usw. wirken sich natürlich auch aus. Ich gehe davon aus, dass gerade bei den stylish gestalteten Restaurants die Raumakustik auch entsprechend geplant und es nicht zufällig ist, wie viel Musik an die Ohren der Gäste dringt.
            Ein gutes Beispiel ist/war das Do&Co Club-Restaurant der BMW-Welt - eine der teuersten Ausbaustufen war ja angeblich der Schallschutz, der einerseits die Küche abschirmte, andererseits aber auch vor dem erwartbaren Hall der hohen Metall-Decken (weder Gardinen, noch Teppich) verhinderte. Musikalisch ist mir das Lokal allerdings nicht sonderlich in Erinnerung.

            Das Passende zu finden scheint (wie die Vorredner schon sagten) ein generelles Problem zu sein - in Friedrichsruhe wurden wir von schwermütig-symphonischen Klängen erdrückt, bei Christian Jürgens in der Anfangsphase durch dudelige Röyksopp-Klänge (Melodie A.M.) genervt. Äußerst befremdlich finde ich aber auch die von manchen geschätzte "Pianistenbegleitung", wie man sie vielfach in Hotelrestaurants mit angeschlossener Bar erlebt - da klimpert einem ein seifiges Musical-Medley nach dem anderen ins Ohr, Anatevka zur Gänseleber, der König der Löwen zum Springbock. Dass bisher noch kein Gastronom darauf gekommen ist, wie dereinst Wodarz in Wiesbaden eine zwischen den Gängen knödelnde Kellnerin zu engagieren, wundert da fast.

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            • #7
              Redet nur noch eine kleine Weile so friedlich vor euch hin, lange kann es nämlich nicht mehr dauern, bis sich die Daurade einmischt; und es wird schrecklich werden.

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              • #8
                Hier noch, passend zum heutigen Faschingsdienstag, für aller Liebhaber der Hintergrundsbeschallung einige Vorschläge zum Thema

                Hintergrundmusik: Was sollte wo laufen?

                Wielandshöhe - Bach, Matthäus-Passion
                reinstoff - Arcade Fire, Funeral
                Tantris - ABBA, S.O.S.
                Schwarzwaldstube - Beatles, When I'm Sixty-Four
                Essigbrätlein - Stockhausen, Kontrapunkte 1952/53
                Sonnora - Händel, Feuerwerksmusik
                GästeHaus - Kraftwerk, Autobahn (Aral)
                Amador - Miles, Sketches of Spain
                Residenz - Nicole, Ein bisschen Frieden

                karnevalistische Grüße,
                Mohnkalb

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                • #9
                  Nicht daß es mein primärer Musikgeschmack wäre. Aber ich finde, es geht zum Essen in der gebotenen Lautstärke immer alles von Café del Mar und das brasilianische Pendant vom Museum of Modern Art Sao Paulo MASP (hat nix mit Touristengedudel zu tun).

                  Mit kulinakustischen Grüßen, S.

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                  • #10
                    Die einzige Musik, die mich im Restaurant gluecklich macht, ist das Klappern von Besteck und das Summen angeregter (aber nicht zu lauter) Unterhaltung der Gaeste.

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                    • #11
                      Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                      Essigbrätlein - Stockhausen, Kontrapunkte 1952/53
                      Die waren alle gut, Mohnkalb, aber den hier fand ich am besten. Allein die Vorstellung regt meine Gesichtsmuskeln an. Einen Tick zu laut kämen die Kontrapunkte allerdings wahrscheinlich am besten im Restaurant .

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                      • #12
                        Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                        Die ist im besten Fall unauffällig und leise, oft aber leider auch laut und gruselig. Mich jedenfalls nervt es im Grunde immer.

                        Neugierige Grüße,
                        Mohnkalb
                        Mich ebenfalls:

                        "Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden".
                        Gruß

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                        • #13
                          Wir behalten es uns vor mit leiser Hintergrundmusik,bei etwas schwach frequentierter Auslastung des Restaurants ganz klar ein JA,bei full house NEIN.
                          Allerdings auch eine Kostenfrage(GEMA) bei einer Restaurantgrösse von 40qm verlangt dieses Unternehmen 1600Euro.Und auch dieses spielt eine Rolle in der Gastronomie.

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                          • #14
                            @HerdenTier: Dass die Frage der Belegung eine Rolle spielt, leuchtet mir ein. Leider gibt es aber auch bei Vollbelegung oft Musik. Sind die 1600 Jahreskosten?

                            @rocco: Danke für die Blumen!

                            Grüße,
                            Mohnkalb

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