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Südtiroler Winzer

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  • Südtiroler Winzer

    Dieses Mal wird kein Geheimtipp genannt sondern einer gesucht.

    Genau gesucht wird ein Südtiroler oder Norditalienischer Winzer der feine, nicht zwingend große Weine in überschaubarer Menge produziert.

    Lieber ein junges Weingut mit Potential, als eines das bereits die Sicherheit diverser Becheri und Punkte bietet. Unbedingt eines, das sich selbst vermarktet und ab Hof verkauft.

    In etwa soetwas wie die Winzer des Weingespannes http://www.weingespann.com/ vor 5-10 Jahren.

    Über Antworten via PM würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße

    Passepartout

  • #2
    Ist Udine zu weit südlich/oestlich?

    ggl

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    • #3
      Dank diverser Hinweise hatte ich die Möglichkeit sehr gezielt zu suchen und um Ostern herum haben wir eine kleine Rundreise veranstaltet.

      Am Ende sind wir bei Herrn Prackwieser, seinem Gumphof und 5 seiner Weine hängen geblieben. Vor 14 Tagen war der neue Jahrgang fertig abgefüllt und vor genau einer Woche kam die erste Charge bei uns an.

      Zum Glück war die Sorge, einen recht großen Haufen "Urlaubswein" gekauft zu haben der zu Hause ungenießbar ist, unbegründet. Viel mehr ist es Wein wie Urlaub!

      Südtiroler Weißburgunder "Praesulis" 2012

      Einer der Weißburgunder, bei denen sich der obligatorische Hummer strecken müsste. Gegrillt, serviert mit krossem Brot und mit den Fingern in Rouille getunkt, würde er vermutlich ein sensorisches Gleichgewicht erzeugen.
      Frischer Boskob, etwas Zeder, unreife Johannisbeeren, geröstete Pekannuss. Mit ca 20 Tagen auf der Flasche blutjung, bereits äußerst beruhigt und harmonisch. Wunderbarer Wein.

      Südtiroler Sauvignon "Praesulis" 2012

      Ebenfalls ein kraftstrotzender Jüngling. Es finden sich sehr schöne, blitzsaubere Aromen nebst einer ausgewachsenen Geröllhalde in der Flasche. Nach drei Wochen bereits gut trinkbar, mit etwas Zeit wird dieser Wein sicherlich sensationell.

      Südtiroler Gewürztraminer "Praesulis" 2012

      Bei diesem Wein war ich skeptisch, da mir die typische Gewürztramineraromatik nicht sonderlich liegt. Dieser jedoch, kommt mit einer solch verspielten Leichtigkeit daher, dass ich mich über jedes µ Aroma freute und liebsten schon zum morgendlichen Käsetoast ein Gläschen hätte.

      Südtiroler Blauburgunder 2011

      Mit dieser Traube verbinde ich einige des Vergessens würdige Jungenderlebnisse, war leicht skeptisch ob sich Trinkfreude einstellen würde und dann betrat sie den Raum.

      Eine echte Dame, in feinstes Granatrot gewandet. Mit einem filigranst ziselierten Bouquet erfrischender Aromen, leichtfüßig aber nicht blass.

      Südtiroler Lagrein 2010.

      Für uns eine wirkliche Überraschung, da dieser Wein weder in den zahllosen Shops, noch auf der Internetseite und den Exportpreislisten des Gumphofes auftaucht.
      Im Verkostungsraum, denkend, spazierend und noch gefesselt vom Sauvignon 2011, hatte ich plötzlich eine Flasche mit der Aufschrift Lagrein in der Hand, und gab sie fortan (in Absprache mit Herrn Prackwieser) nicht mehr her. Eine reine Spaßproduktion für das direkte Umfeld und die Wettbewerbe.

      Ein Wein wie Saft, Dicksaft aus Knupperkirschen, getrockneten Pflaumen, mit einer winzigen Zedernote und gerade ausreichend an erdiger Mineralität.
      Weniger Säure dafür mehr Körper als bei einem Lagrein erwartet. Trinkvergnügen!


      Vielen Dank an alle die mir behilflich waren, vor allem an Herrn Schlaraffenland, der gut beraten den Gumphof in mein Postfach steckte.


      Ein schönes Wochenende

      Passepartout
      Zuletzt geändert von passepartout; 06.07.2013, 14:45.

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      • #4
        Zweitmeinung:
        Weißburgunder: Nussig können wir gut nachvollziehen. Etwas geräucherter Speck, füllig ohne breit zu sein. Wir streiten, 87 sagt der Eine, 90 der Andere
        Sauvignon: nicht mehr so jung getrunken weiterhin enorme mineralisch, schöne Länge, schon das, was man ein Kraftpaket nennt. Die anfänglichen grasigen Töne lassen nach Luftkontakt schnell nach. Toller Wein, auf keinen Fall unter 92 Punkte

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        • #5
          Ich habe mehr Stoff... ebenfalls der Gumphofempfelung folgend stieß ich auf das "Weingespann" und in Folge dessen auf den Köfererhof, die nördlichsten Lagen Italiens, sowie Ansitz Walgries. Letzteren genanntes Weine kannte ich von der Prowein und wir wollten seinen Lagrein Mirell, ein sensationelles Gesöff nah am Amaroneverfahren aber eben Lagrein, bevor uns Herr Prackwieser einen Wein zusagte, den es nicht gibt, waren wir uns sicher diesen Dicksaft einzukaufen.
          Blieb noch des Kerschbaumers Köfererhof, welcher als wir vorbei fuhren grad Zwillinge und zwei zu große andere Baustellen hatte.

          Nur leider hatte ich dann eine und eine halbe Palette beim Gumphof stehen, was deutlich uneffizent erschien. Also Kersbaumer aufgepackt, erstmal Riesling, Kerner und Silvaner, Veltliner 2012 war noch nicht auf- in der Flasche. Heute war der Riesling "Köfererhof Eisacktaler Riesling 2011" an der Reihe. Strohgelb, fast hell grün. Die Nase ist nach 140% im Abendservice sensorisch bankrott. Bei Eckitalienertemperatur von 2° kommt eine leichte rote Grapefruite aus der Flasche und man sucht die 13%, ab 8° ist die Kraft im Glas. Braeburn, Zitrone, Wachholder Lorbeer... Sehr, äußerst lecker!
          Zuletzt geändert von passepartout; 18.09.2013, 08:11.

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          • #6
            Natürlich Johannisbeere, aber auch Brombeere, insgesamt also schöne Frucht, einige salzige Töne, etwas rauchig, "nasse Steine", geschmeidige Tannine, schöne Länge. 92 - 93/ 100.
            Der Wein: Gumphof, 2011 Blauburgunder

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            • #7
              Natürlich Johannisbeere, aber auch Brombeere, insgesamt also schöne Frucht, einige salzige Töne, etwas rauchig, "nasse Steine", geschmeidige Tannine, schöne Länge. 92 - 93/ 100.
              Der Wein: Gumphof, 2011 Blauburgunder

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              • #8
                Nachdem der Gumphof mit seinem Sauvignon Blanc 2013 gerade die drei Gläser im Gambero Rosso abgeräumt hat ist a) es vorbei mit dem Geheimtip, aber b) immerhin der gute Schlaraffenpassepartoutsche Geschmack bewiesen.

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                • #9
                  Die anerkennenden Worete, lieber glauer, werde ich gerne weiterreichen.
                  siehe:
                  http://www.forum.restaurant-ranglist...Weinflüsterer
                  (schade übrigens, daß daraus nichts geworden ist)
                  Einen Tip aber hab' ich noch. Brennerautobahn Richtung heimatlichen Norden; Sterzing raus, dort entweder zu mair&mair oder - und dort war ich gestern - hofermarket. Sehr gute Weinauswahl mit überkorrekter Preisgestaltung. Der Gumphof Praesulis Weißburgunder 11, der Sauv b 12.50. Weißburgunder '13 Sirmian unter 30, die Magnum.
                  Ich war verblüfft, wieviel in ein vollgeladenes Auto noch 'reingeht.
                  Einem weiteren Tip meines Weinflüsterers folgend wurde auch noch etwas von Josephus Mayr eingepackt; zumal wir am Abend zuvor von eben jenem Josephus eine Flasche Lagrein Kretzer Spätlese, also ein Rosé, mit großem Vergnügen in einer Wirtschaft in Mauls geleert hatten

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                  • #10
                    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                    Der Gumphof Praesulis Weißburgunder 11, der Sauv b 12.50. Weißburgunder
                    Ich freue mich wirklich sehr für Herrn Prackwieser, ihm sind die drei Becher sehr gelegen gekommen und auch für sie Herr Schlaraffenland freue ich mich, die aufgerufenen Preise sind sehr nah bei dem, was Herr Prackwieser bei Abnahme von 1200 Flaschen ohne Tax und Transport ab Kellerkante aufruft.

                    Doch auch wenn der 2013er Sauvignon ein sehr schöner, opulenter, runder Kracher ist, so ist er noch lange nicht fertig, hat sich kaum beruhigt und sollte nach unserer Einschätzung noch mindestens bis Januar im Keller bleiben. Zudem empfinde ich gerade in Relation zu 2012, den Weißburgunder verblüffender, als besonderer. Da wir keinen Überhang aus 2012 hatten, ging 2013 sofort an den Start, immer mit dem Hinweis, dass es etwas sehr frisches ist, das sich gerade noch entwickelt. Diesen Weißburgunder also beobachte ich seit Mitte Juni, seit er 6 Tage auf der Flasche ist und was seither geschah ist enorm. Zu Beginn war es ein kleberiger, schmatziger Honigsaft, der binnen weniger Tage eine klare Spritkante hinten an stellte. Mittlerweile hat sich eine feine Säurestruktur auskristallisiert, die alles Viele was dieser Wein hat, auf eine solch angenehme Weise verbindet, dass der Genuss von weniger als einer Flasche kaum mehr befriedigend erscheint und das bei mindestens wenn nicht mehr als den angegebenen 14%Vol. Ein Drachentöter!!!

                    Einen schönen Sonntag wünscht

                    Passepartout
                    Zuletzt geändert von passepartout; 28.09.2014, 11:31.

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