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  • Lieber besseresser,

    die Moar Alm war immer eine nette Anlaufstelle, wenn man in oder um Bad Tölz ist.
    Ich war vor Jahren öfter mal dort, auch für eine große Familienveranstaltung.
    Unkomplizierte französische Brasseriekost und eine charmante Köchenchefin.
    Sie schrieben "bis August", kommt es zur Schließung ?

    Ene andere sehr schöne Anlaufstelle um die Ecke ist der "Moar-Wirt" in Hechenberg. Traumhafter Biergarten, schöner Kinderspielplatz, regionale Küche auf gutem Niveau, hausgemachte Limonade... Nicht von der teils etwas speziellen Homepage abschrecken lassen: http://www.moarwirt.de/schlemmen
    V.a. draußen im Sommer wunderbar.

    MkG, S.

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    • Lieber Sphérico,

      vielen Dank. Ja, die Auberge schließt. Wirklich schade! Der Termin ist allerdings bereits mehrfach nach hinten verschoben worden. Mal sehen, ob es jetzt tatsächlich August wird.

      Den Moar-Wirt in Hechenberg kenne ich ebenfalls sehr gut. Wir sind recht gerne dort - allerdings inzwischen stets außerhalb der Stoßzeiten. Anderenfalls kann die Küche schon einmal (ein wenig) enttäuschen.

      Ebenso gut, nur eben leider im weniger geliebten Münchner Nordosten, dafür aber kleiner und wohltuend unhipp: http://www.landgasthof-forster.de

      KG
      Besseresser

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      • Wir haben in der Auberge nachgefragt. Einen konkreten Schließungstermin konnte man uns noch nicht nennen, möglich sei etwa Mitte September.

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        • Ich würde hier auch gerne eine Empfehlung abgeben, für diejenigen, die im Münchner Umland (östlich) wohnen oder hier mal Urlaub machen. Im Restaurant Steirer Eck in Rosenheim gehen wir immer wieder gerne essen. Es wird vorwiegend eine klassische Österreichische Küche geboten, aber mit sehr guten Produkten und großer handwerklicher Sorgfalt gekocht. Wer einfache aber sehr gut gemachte Gerichte schätzt, wird an diesem Lokal Freude haben. Besonders empfehlen kann ich das Wiener Schnitzel (das gibt es aber nicht immer, sondern nur dann, wenn der Wirt wieder ein Kalb geliefert bekommt), das steirische Backhendl, kärntner Kasnudeln und als Dessert die Marillenknödel oder den Kaiserschmarrn. Die Preise liegen zwar deutlich höher als in einem gewöhnlichen Wirtshaus, aber angesichts der Qualität halte ich sie für mehr als angemessen.

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          • Wissen Sie, ob der Name Steirer Eck aus mit bewusstem Bezug zum Wiener Original gewählt wurde?

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            • ... das habe ich mich ehrlich gesagt auch als erstes gefragt.

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              • Das kann ich leider nicht sagen. Ich weiß nur, dass der Gastwirt tatsächlich aus der Steiermark stammt, und man findet auch im Restaurant genügend Bezüge zu dieser Region, aber ob ihm jetzt der Bezug zum Gourmetrestaurant wichtig war oder er nur die persönliche Herkunft unterstreichen wollte...das werde ich ihn mal beim nächsten Mal fragen.

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                • In Nürnberg, Schustergasse, quasi auf der Rückseite des Essigbrätleins, hat kürzlich ein kleines casual fine dining Restaurant mit offener Küche aufgemacht. Einzimmer Küche Bar. Tim Kohler (vormals Minnecci und Kastell, Wernberg) kocht ausgezeichnet und hat durchaus eine eigene Handschrift. Mittags gibt es drei Gerichte zur Auswahl (zwischen 10-15 Euro), abends ein Menü (5 Gänge ca. 60,-). Ziemlich klasse. Dafür könnte der Gault schon mal 15 Punkte zücken. Weinkarte ausbaufähig.

                  Grüße, mk

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                  • Danke für die Info.
                    Habe darüber gelesen, aber nicht viel erwartet. Werde ich mal testen.

                    Gruß!
                    J.F.

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                    • Zweimal war ich nun mittags im Colette hier in München. Da die Speisekarten von München und Berlin identisch sind, stelle ich es hier in diese Rubrik ein, obwohl es natürlich kein Geheimtipp ist.

                      Das Ambiente lässig-stylisch, sehr angenehme Raumgestaltung mit Bistrotischen und Bänken für die größere Runde. Zum Publikum: ich konnte keine Senioren aus der hinter dem Restaurant liegenden Residenz ausmachen. Vielmehr für den Stil des Restaurants typisches Münchner Publikum.








                      Zu Beginn erreichte mich hervorragendes, noch warmes Baguette, dazu eine sehr schmackhafte Nussbutter, leicht mit Zitrone und Knoblauch versetzt. Eine Schale mit Pickles sorgte für die Säurenote.







                      Ich wählte als ersten Gang Zwiebelsuppe, gratiniertes Brioche, Schnittlauchöl.
                      Sehr tiefes Aroma der Suppe, eine deutliche, angenehme Majorannote, dazu auf einem Extrateller ein Brioche mit Käse überbacken. Eine sehr gute Lösung, so hatte man nicht die Käsefäden in der Suppe. Auch war das Brioche von sehr guter Qualität, darauf das Schnittlauchöl und Schnittlauchröllchen.




                      Kalbspaillard Pilze & grüner Pfeffer. Hier war ich gespannt, wie das Kalb gebraten war, im Original ist es ja sehr dünn. Hier war es jedoch dicker, sehr gute Fleischqualität, perfekt gebraten. Dazu neben den Pilzen noch Karotten und Selleriepüree. Ein paar Friseeblätter rundeten das Ganze ab. Auch hier wieder: sehr gut abgeschmeckt, rund. Leider war ich nach diesem Hauptgang so satt, dass ich ein anderes Mal wiederkommen musste .

                      An einem heißen Tag dann der zweite Besuch. Bisher hat das Restaurant noch keine Terrasse, aber da wäre was in Planung. Bei diesem Besuch wird auch ein günstiges Mittagsmenü angeboten, ich hatte mich jedoch schon vorher für zwei Gänge aus der Standardkarte entschieden.




                      Kalbskopf Ravigote | Kapern, Ei, Estragon & Kerbel: auch hier wieder ein sehr gut abgestimmtes Gericht, feine Säure steht der Erdigkeit des Kalbskopfes gut entgegen. Ein Klassiker, sehr gut umgesetzt. Ein paar knusprige Kartoffelchips runden ab.




                      Tarte au Citron Zitronensorbet & Zitronenblatt wähle ich als Dessert. Auf einem knusprigen Mürbeteigboden die Zitronencreme, in der Mitte das mit dem Zitronenblatt versetzte Sorbet, darauf das Baiser, drumherum noch eine schöne Karamellsauce. Hier passt alles. Auch das Dessert zum Wetter .

                      Ich hatte beide Male ein Glas einfachen Chardonnay von Château Pesquié, den man gut zu den Gängen trinken konnte.

                      Nach dem Dessert dann ein Espresso mit ein paar Karamellen als Beigabe.

                      Beide Male habe ich das Colette sehr zufrieden verlassen. Dazu trug auch der sehr umsichtige, freundliche und lockere Service bei. Tim Raue hat hier ein absolut stimmiges Gesamtkonzept umgesetzt, jede Kleinigkeit ist durchdacht, alles passt zusammen. Eine schöne Brasserieküche, die Spaß macht. So soll Küche „unter den Sternen“ sein!
                      Angehängte Dateien
                      Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 09.08.2016, 21:31. Grund: Tippfehler

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                      • Direkt gegenüber vom KDW befindet sich in Berlin seit April diesen Jahres ebenfalls die Brasserie Colette vom Tim Raue. In der schön eingerichteten Brasserie Atmosphäre werden klassische französische Gerichte mit einem modernen Einschlag, sowie ein paar Gerichte aus dem Tim Raue Haupthaus (zB Spanferkelkeule mit japanischem Senf und Dashi) serviert. Das 3-Gang Mittagsmenü rangiert bei 28€ (kleine Karte mit jeweils 3-4 Vor- Haupt- und Nachspeisen). Die restlichen Gerichte pendeln sich bei den Vorspeisen bei ca 10-15€ und bei den Hauptspeisen bei 18-25€ ein. In der Weinkarte stehen zudem einige offene Weine zur Verfügung, die glasweise und sehr fair kalkuliert ausgeschenkt werden.

                        Nachdem ich noch ein paar Stunden zum Flieger überbrücken musste, nutzte ich die Gelegenheit in Berlin einzukehren. Eigentlich hatte ich das günstige Mittagsmenü im Fokus, doch die wirklich reichhaltige und sehr gut klingende Abendkarte hat mich dann doch davon abgebracht.

                        Nach einem Glas Champagner, etwas Brot und sauer eingelegtem Gemüse, startet ich mit Foie Gras, Matcha, Apfelkompott und geröstetem Brot. Die Aromen waren fantastisch ausbalanciert. Die süssliche Foie Gras mit der leicht bitteren Note des Matcha, dazu der süßliche Apfel und das krosse herzhafte und warme Brot waren der pure Genuss.


                        Als Hauptgang hatte ich dann einen halben Hummer mit Kopfsalat, scharfem Piment-Pulver und Hummer-Mayonnaise. Der Hummer optimal gegart. Der Kopfsalat gab die knackige Textur und das Piment Schärfe – Wunderbar.


                        Als Dessert gab es dann - wie bei HeikeMünchen – die Tarte au Citron. Auch hier kann ich nur zustimmen, ein wunderbares und rundes Dessert.


                        Überwiegend klassische französische Gerichte, immer mit einem Einschlag Tim Raue, das zu tollen Preisen, einer ungezwungenen lockeren Atmosphäre – was will man mehr? Klare Antwort: eine Zweigstelle in Nürnberg!
                        Angehängte Dateien
                        Zuletzt geändert von QWERTZ; 03.09.2016, 12:33. Grund: Bilderoptimierung

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                        • Noch so ein Michelin-Rebell: Hanspeter Rombach vom Hotel „Sonne“ in St. Peter bekam 2008 den Stern aberkannt und vermisst ihn mitnichten, sprich er will ihn gar nicht zurückhaben. Es geschah gewissermaßen mit Ansage, denn seinerzeit stellte er auf sein bis heute gültiges und ausgesprochen lobenswertes Bioland-Konzept um und veränderte seinen Kochstil. Dass dieser aber nicht mehr sternwürdig sein soll, muss schon etwas verwundern, wenn man das Restaurant besucht und sich ein Menü dort auftischen lässt. Tadellos allein schon die Produktqualität, wie ich schon mittags beim unglaublichen Gericht



                          Steinbutt aus Aquakultur an der Gräte gebraten mit Artischocke und Steinchampignon, Olivenölsauce, kleine Gemüse und gebratenes Risotto

                          feststellen durfte. Besonders der Fisch war ein einzigartiger Genuss: glasig, leicht speckig, die Haut nicht kross, aber von geschmeidiger Konsistenz und auch eine weitere Schicht darunter, die sich ablösen ließ, schmeckte einfach großartig. Die Beilagen waren ebenfalls vergnüglich – ein Gedicht!

                          Das Menü am Abend begann leider mit einer leichten Schwäche, dem Gruß aus der Küche:



                          Sardine mit Thunfischsauce

                          war eigentlich ein mutiger Gang, doch musste man ihm eine schwierige eatability attestieren. Isst man den Kopf mit? Will man auch dessen Inneres sowie das Auge verspeisen? Hm... Außerdem war das Fischlein nicht eben grätenfrei. Geschmeckt hat’s irgendwie trotzdem, besonders das Sößchen, aber ein anderes Konzept wäre fürs Amuse bouche empfehlenswert, denn einen Menü-Beginn, der Falten auf der Stirn des Gastes entstehen lässt, will man nicht so gerne erleben...

                          Hanspeter Rombach hatte die Hummer-Wochen ausgerufen und prompt einen Hummer-Gang in mein Menü integriert (auch wenn ich mich, soeben aus der Bretagne zurückgekehrt, dabei etwas seltsam fühlte, mitten im hohen Schwarzwald ein solches Gericht zu verspeisen):



                          Hummermedaillon und Hummersalat mit Hummermaccaron, glasierte Radiesle

                          (den „kleinen Salat“, der vorgesehen war, hatte ich abbestellt)

                          Dieses Gericht war wieder zum Schwelgen – ohne den Salat (der wohl schon rein optisch gestört hätte) auch in ästhetischer Hinsicht noch puristischer und mit klaren, konzentrierten Aromen: wunderbar zartes Hummerfleisch, eine fantastische Hummerfarce, die sich unter den Maccarons versteckte, das Medaillon unglaublich fein geschnitten und so zurückhaltend gewürzt, dass auch hier der Hummergeschmack im Vordergrund stehen durfte. Damit es geschmacklich nicht zu süßlich wurde, steuerte eine mir nicht bekannte grapefruitähnliche Frucht (oder waren es Kumquats?) unter den Radiesle eine Bitternote bei.



                          Kalbskopf mit Kartoffel

                          war in all seiner Schlichtheit ein Vergnügen. Der Kalbskopf schmeckte, wie er schmecken muss: leicht säuerlich angemacht, nicht zu weich in der Konsistenz. Sehr schön der Kartoffelflan: fluffig und in seiner Zartheit eher an ein Eiersoufflé erinnernd.



                          Wilde Gambas mit Chilisauce, Weizengras, Fenchelsalat und Süßkartoffelpommes

                          bot eine schöne Aromenvielfalt auf: saure, süßliche und herbe Noten ließen sich erschmecken. Die Gambas hatten den perfekten Gargrad, der Fenchel war vielleicht etwas zu bissfest (im mittäglichen Steinbuttgericht viel besser gelungen!). Besonders gefielen mir die Süßkartoffelpommes: weich, aromatisch und leicht süßlich waren sie als Beilage ein Gewinn.

                          Eine Stärke der Weinkarte in der „Sonne“ besteht im Angebot der kleinen Flaschen. Zu den vorgenannten Gerichten genoss ich den herrlichen

                          Weißburgunder 2013 vom Weingut Huber, Malterdingen (Baden)

                          Mango, Pfirsich, tolle Säure im Zusammenklang mit herrlichem Schmelz – grandios!

                          Als ich davon erfuhr, dass es Täubchen außerhalb der Karte geben sollte, bat ich Herrn Rombach, es in mein Menü einzubauen. Großartig von ihm, dass er dies prompt tat und mich mit



                          Ganzes Täubchen mit Bärwurz geschmort, kleine Gemüse und Pfifferling-Pfannküchle

                          entsprechend froh machte. Auch hier war ein breites Aromenspektrum anzutreffen. Was auf dem Bild vielleicht weniger ansprechend aussieht, war geschmacklich umso vielfältiger. Als Grundnote war Säure zu erkennen, und die erschien mir, gerade zum Täubchen, stimmig. Das Taubenfleisch war tadellos. Besonders die Zucchini waren subtil abgeschmeckt – rundum einfach ein sehr guter Gang.

                          Wunderbar dazu der

                          Conte Brandolini d’Adda 2012, Merlot DOC, Grave del Friuli, Ökologischer Weinanbau

                          mit seiner rubinartige Farbe und den Noten von Pflaumen, Johannisbeeren, Kirsche – ein frischer, vollmundiger Begleiter, den ich mir da ausgesucht hatte.



                          Pochierter Pfirsich im Knusperblatt gebacken mit Holunderblütenschaum auf Sommerbeerengrütze angerichtet, dazu Milchmädcheneiskrem

                          enthielt für meinen Geschmack zu viele Früchte. Erfreuen konnte ich mich aber am Knusperblatt und am Eis. Die Desserts sind insgesamt ordentlich, aber eher bodenständig.

                          Natürlich geht der „Bib“ für die „Sonne“ vollkommen in Ordnung. Hanspeter Rombach scheint damit jedenfalls sehr zufrieden zu sein. Interessant aber wäre, wie viel mehr es für die Wiedererlangung des Sterns bedürfte – meines Erachtens nicht viel. Man müsste vielleicht nur an ein paar kleinen Stellschräubchen drehen. Dass der Stern aber nicht mehr angestrebt wird, ist eine respektable Entscheidung, mit der alle im Haus offenbar gut leben können. Besonders zu erwähnen ist das ausgesprochen nette Personal, das reichhaltige und natürlich auf Bio-Produkte ausgerichtete Frühstück mit vielen Extras sowie der schön renovierte, großzügige Gastraum. Auch von Herrn Rombachs Kochkursen habe ich schwärmen gehört. Empfehlenswert!
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                          Zuletzt geändert von QWERTZ; 03.09.2016, 13:08. Grund: Fotooptimierung

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                          • Ein Restaurant, dass ich gerne empfehlen möchte für Leute aus dem Raum Lübeck bzw. Richtung Ostsee ist Brechtmanns Botschaft.

                            Die Karte ist grob aufgeteilt in eine gutbürgerliche und eine asiatisch inspirierte Hälfte.

                            Klingt etwas merkwürdig, ich denke sie machen den Spagat, um einerseits das klassische Ostsee Klientel inkl. der Anwohner zu bedienen, andererseits schlägt das Herz des Kochs für asiatische Küche.

                            Das schöne ist, er kocht beides auf einem hohen Niveau.
                            Besonders die Ente ist wirklich hervorragend.

                            Leider wird nicht verraten, woher er diese bezieht, nur das sie aus Niedersachsen kommen. Eine wirklich tolle Qualität.

                            Da viele Gerichte auf der Karte fest bzw. nur leicht verändert werden (Ente, Currys), konnte ich viele davon schon probieren. Sie treffen meinen persönlichen Geschmack sehr gut.
                            Dieses Restaurant empfehle ich Freunden und Verwandten am häufigsten und würde es als mein Lieblingsrestaurant unter den nicht besternten bezeichnen.

                            Der Gault Millau vergibt 14 Punkte, die ich für angemessen halte.

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                            • Werter firpo,

                              ich war letztes Jahr mit meinen Eltern, die in Lübeck wohnen, in der Botschaft in Scharbeutz zu Gast und fand das Gebotene in Ordnung, wenn auch nicht überragend! Die Idee, die Karte in eine gutbürgerliche sowie eine asiatische Sektion aufzuteilen, hörte sich ersteinmal ungewöhnlich und spannend an, wobei mich weder das Curry aus der asiatischen Abteilung, welches ich bestellt hatte, noch das Cordon bleu aus der gutbürgerlichen Ecke, welches ich von meinem Vater probierte, restlos überzeugen konnte.

                              Aufgrund von recht euphorischen Berichten von Bekannten sowie guten Kritiken hatte ich etwas mehr erwartet, wobei man den Brechtmanns natürlich zu Gute halten muss, dass sie aufgrund der Strandlage ihres Restaurants in der Tat eine recht heterogene Klientel aus Touristen, Zufallsgästen sowie anspruchsvolleren Essern zufrieden stellen müssen (ein Spagat, der meiner Meinung nach nur schwer zu bewerkstelligen ist)!

                              Trotzdem ist eines natürlich klar: Im Vergleich zu den Abfütterungsstationen an den Strandpromenaden der schleswig-holsteinischen Ostseebäder ist die Brechtmannsche Botschaft natürlich ein kulinarischer Leuchtturm auf weiter Flur!
                              Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 13.09.2016, 22:29.

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                              • Eine Empfehlung für den Raum Kassel.
                                Seit meinem letzten Besuch hat sich im Restaurant Voit doch einiges geändert. Die gesamte Servicebrigade ist ausgetauscht worden. An diesem Samstagabend waren drei Personen im Service tätig. Diese drei arbeiteten ruhig und professionell. In Erfahrung bringen konnte ich, dass eine der jungen Damen unter anderen in der Sonne in Frankenberg gearbeitet hat. Auch in der Küche gab es Veränderungen. Neu im Team ist Mike Kraft. Dieser hat seine Lehre im Egener Hof am Tegernsee absolviert, anschließend in der Ente in Wiesbaden gearbeitet und ist dann in die elterliche Gaststätte zurückgekehrt. Hier im dörflichen Milieu ist ihm die kulinarische Welt anscheinend doch zu eng geworden. Mit seinen Erfahrungen in den Sterne Küchen kann er auf alle Fälle ein Gewinn für Sven Wolf sein.
                                Wir beginnen den Abend mit einen Champagne Aperitif und entscheiden uns dann für das Menü. Es wird betitelt als“ Einmal alles“. Dies bedeutet dreimal Wasser, dreimal Weide, einmal süß und kostet 89 € pro Person. Kurz vor dem Dessert wird dann auch noch der angebotene Käsegang nachbestellt.

                                Zum Aperitif werden dünne selbstgebackene Brotscheiben mit zweierlei Dipp serviert. Quark mit Kräutern und ein Süßkartoffeldipp werden den gesamten Abend nachgereicht. Als Amuse Bouche wurde Adlerfisch in einen wohl schmeckenden Sud mit Paprika und Artischocken serviert.

                                Die Speisefolge war wohl durchdacht und „Weide“ und „Wasser“ wechselten sich ab. Erfreulich ist das auch regionale Produkte verwendet werden. So zum Beispiel das Gemüse oder das Fleisch, welches vom Eschenhof, ein Bio-Betrieb, der in der Nähe von Zierenberg angesiedelt ist, stammt.
                                Fleisch und Fisch waren auf den Punkt gegart und das Gemüse hatte noch einen angenehmen Biss. Besonders erwähnen möchte ich den Zwischengang. Pulpo, Bohne, Dörrtomate, Sauce Nero. Der Pulpo hatte durch das Kochen einen angenehmen Biss und durch das nachbraten ein angenehmes Röstaroma. Sehr gut gereift der nachbestellte Käsegang. Man beschränkt sich hier, wohlweislich auf die wahrscheinlich geringe Nachfrage, auf zwei Käsesorten. Camembert de Normandie sowie ein geaschter Ziegenkäse mit Feige wurden serviert. Beide Käse hatten einen optimalen Reifegrad. Beim Dessert hätte ich mir zur sehr süßen Nektarine einen kräftigeren Kontrast in Form eines etwas säuerlichen Sorbets gewünscht.
                                Bei der Weinauswahl blieben wir in Deutschland zuerst ein Mosel Weißburgunder vom Weingut Thanisch, danach ein Riesling Spätlese vom Weingut Manz/Pfalz und vom Weingut Philipp Kuhn/Pfalz den Rotwein Incognito. Alle Weine hatten eine optimale Trinktemperatur. Der Abschluss dann mit Espresso und einer Vogelbeere von der Brennerei Lantenhammer.

                                Fazit: Sven Wolf ist auf dem richtigen Weg. Er ist nach unserer Auffassung eindeutig die Nummer zwei in Kassel und der Sprung auf das oberste Podest ist relativ nahe. Das hängt auch damit zusammen, wie es im nächsten Jahr mit dem Restaurant Park Schönfeld weitergeht.

                                Bilder: https://alwisgenussreisen.com/2016/09/19/voit-kassel-3/



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