Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Restaurants ohne Stern die man besuchen sollte

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Oh ja, allerdings, da wurde mal ordentlich eingestampft. Dafür ist jetzt Cordon Bleu auf der Karte

    Kommentar


    • Zest in Leipzig

      Ich wollte mal in ein veganes Restaurant gehen und war dazu mit zwei Freunden im Zest in Leipzig. Das Restaurant ist relativ klein und eher rustikal/ spartanischeingerichtet. Neben Wein gibt es auch eine Vielzahl von selbstgepressten Säften und Limonaden zu trinken. Neben den normalen Gerichten kann man ebenso Burger und einen Brunch zum selbst zusammenstellen wählen.

      Die Küche ist nicht darauf aus den Geschmack von Fleischgerichten nachzuahmen, sondern mit besonderen Zutaten neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. Das spiegelte sich auch in unseren Gerichten wider:

      - Seitanmedaillons in Kürbiskernkruste / Apfel-Kren-Sauce / Polenta-Schwammerl-Sterz / Erdbeer-Rucola-Salat
      - Timballo di Bucatini [gratinierte Bucatini mit Tomaten-Soja-Ragout und Basilikum-Tofu-Ricotta] / Broccolini mit Traubenvinaigrette und gerösteten Mandeln
      - Sojasteak / Calvados-Grüner Pfeffer-Apfelkrem / doppelt gebackene Kartoffeln / grüne Bohnen in Zitronen-»butter«

      Wenn man realisiert hat, dass Steak und Medaillons überhaupt nicht nach Fleisch schmecken sollen, dann war das alles sehr schmackhaft und alles andere als gewöhnlich. Für Preise zwischen 13 und 16 Euro eine klare Empfehlung für alle, die abseits der Gourmetküche mal was Neues erleben wollen.

      Kommentar


      • Und wieder cancelt ein Restaurant die Mittagsöffnungszeiten:

        Aus dem Newsletter des Colette München:

        Ab 5. März sind wir sieben Tage die Woche für Sie da und begrüßen Sie in der Zeit zwischen 18 und 23 Uhr. Mittags bleibt das Restaurant fortan geschlossen.

        So schade!!!

        Kommentar


        • Das "Lamm" im Schlat, von dem ich hier schon berichtete, stellt sich konzeptionell neu auf und verabschiedet sich vom Dasein als À la carte-Restaurant:

          https://www.swp.de/suedwesten/landkr...-25058362.html

          Sehr schade – und für mich wenig verständlich, denn der Laden brummte, wann immer ich dort war. Aber Jörg Geiger ist ein erfahrener Gastronom und wird wissen, was er tut. Außerdem scheint der so begabte Küchenchef Marius Schlatter das Konzept mitzutragen. Trotzdem: wenn man in der Gegend ist, einfach als Gast einzukehren – was mir bislang immer eine Freude war –, ist nicht mehr.

          Mittlerweile habe ich von Herrn Schlatter erfahren, dass er seine Zelte doch abbricht und sich in Berlin neu orientiert. Da lässt Jörg Geiger ein echtes Herdtalent ziehen, von dem man noch hören wird!
          Zuletzt geändert von Tobler; 07.06.2018, 12:43.

          Kommentar


          • In einem Seitengässchen mitten in Baden-Badens Zentrum liegt eines der ambitioniertesten und wahrscheinlich auch besten Restaurants der Stadt: das – noch unbesternte – „Nigrum“. Das Konzept entspricht mir: man hat die Wahl zwischen drei (€ 66,00) und acht Gängen (€ 122,00) und könnte laut der Aussage des Service auch spontan noch einen Gang dazu ordern, sollte einen die Lust packen, z. B. auf ein Dessert. Die Preise sind allerdings ebenfalls, sagen wir: „ambitioniert“. Ich wollte sehen, ob sie es auch wert sind.

            Der unglaublich dynamisch agierende Herr vom Service ließ sich gleich zu Beginn auf ein engagiertes Gespräch über Wein ein, schwärmte von Alexander Laible und Markus Schneider als Freunde des Hauses und musste mich nicht erst davon überzeugen, speziell für das „Nigrum“ kreierte Erzeugnisse zu probieren. Zum Glück gab’s aber auch was zu essen, nämlich das flugs servierte Amuse

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_3022.jpg
Ansichten: 1
Größe: 67,2 KB
ID: 61814

            Marinierte Kalbszunge & Thunfischtartar
            Asiatisch marinierter Krautsalat – Crème fraîche mit Meerrettich

            Das war der fast schon nicht mehr zitierfähige „schöne Auftakt“: sehr fein gearbeitete Komponenten, verschiedene Texturen, Säure, etwas Schärfe, also eine Vitalisierung der Papillen.

            Ich hatte vier Gänge gewählt. Der erste

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_3023.jpg
Ansichten: 1
Größe: 53,5 KB
ID: 61815

            Gänseleber 2.0 & Erdnuss
            Balsamico Zwetschge – Brioche

            war zwar nicht so innovativ, wie der Name es suggerierte – in Haselnuss gewälzte Praline und Gänselebereis gab es schon gefühlte hundert Mal –, aber vergnüglich war all das trotzdem. Ein Vorzug: die eher säuerliche Balsamicozwetschge verhinderte das Abrutschen in einen Dessertgang, was bei Gänselebergängen ja gerne mal passiert (ja, ich weiß, auch das merke ich nicht zum ersten Mal an). Ein überraschender Hit: das, wenn auch nicht eben üppige, aber absolut perfekte Brioche. Ein Nebendarsteller schlich sich somit fast in die erste Reihe. Dergleichen sollte sich später noch einmal wiederholen.

            Erstaunlich auch die Mineralität und Frische, die der dazu gereichte

            Maison Trinbach Gewurztraminer Vandanges 2011, Elsass

            aufwies und damit meine Sorge wegen zu starker Restsüße – auch das ein Dauerbrenner – zerstreuen konnte.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_3024.jpg
Ansichten: 1
Größe: 50,2 KB
ID: 61816

            Wolfsbarsch & Miesmuscheln

            Kichererbse – Krustentiersoße

            war insgesamt ein wohlig-süffiger Gang, der Loup de mer gut gegart (auch wenn man sich die eher weiche Haut noch krosser hätte vorstellen können), die Miesmuschelbeigabe lieferte hier die Säure – und das Kichererbsenmousse einen absoluten Aroma-Hit! Man sah sich schon fast in Marrakesch auf dem Djemaa el Fna wandeln und die Gewürze inhalieren, so herrlich war dieses Mousse abgeschmeckt. Noch ein Nebendarsteller, der den Hauptakteuren fast die Show stahl...

            Ebenfalls einfach großartig dazu:

            Alexander Laible NIGRUM EDITION Chardonnay SL

            Von diesem stoffig-komplexen Wein, fürs Haus gemacht, verabschiedete ich mich äußerst ungern, der ich noch nicht wusste, was zum Folgegang noch ins Glas kommen sollte.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_3028.jpg
Ansichten: 1
Größe: 42,1 KB
ID: 61817

            Geschmortes Iberico Bäckchen

            Geräucherter Kürbis – Pinienkerne – Rosinen

            machte als Komposition ebenfalls Spaß, zumal sich die offensichtliche Vorliebe des österreichischen Küchenchefs Roland Ettl für orientalische Komponenten und Würzungen auch hier als gelungen erwies. Als „Bäckchen“-Fan hatte ich zwar schon zartere Exemplare auf dem Teller, aber im Gesamtbild konnte mich auch dieser Gang erfreuen.

            Der Herr vom Service hatte mir in letzter Minute noch ans Herz gelegt, den ursprünglich gewählten Wein zum Fleischgang zu wechseln. Ich stimmte zu, und das sollte ich keineswegs bereuen. Eine saftige, würzige, tabak-holzige Wucht begegnete mir nämlich in Form des

            Markus Schneider „Rooi Olifant“ Red Blend 2014

            Diese Cuvée aus Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot, Cinsault und Cabernet Sauvignon war die reine liquide Wonne! Irgendwie ein echter „Männer-Wein“ und der nächste Volltreffer an diesem Abend, wie ich schon lange keinen erlebt hatte. Markus Schneider meets Stellenbosch bzw. Kaapzicht Estate Wine – stimmiger geht es wohl kaum, wenn man die Schneider-Weine schon kennt. Sie sind manchen Kennern vielleicht zu vordergründig und zu stark auf Effekt getrimmt, doch ich war begeistert – und konnte ihn zum Glück weitertrinken zur

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_3029.jpg
Ansichten: 1
Größe: 39,2 KB
ID: 61818

            Sélection de Fromage

            von Affineur Maître Antony

            der aus lauter Weichkäsen bestand, was mir zupass kam. Richtig toll: auf die Bitte um etwas Chutney servierte man mir Feigensenf, kurzerhand marinierte Mangostückchen als Chutney-Ersatz und Honig, über den Trüffelscheibchen gehobelt waren. Wenn man sich da nicht willkommen fühlt...

            Fazit: Das kleine, fast höhlenartige, aber schön eingerichtete Lokal brummte an jenem Abend, und das konnte ich verstehen, denn nicht zuletzt die Herren vom Service sind unglaublich flink, kommunikativ und den Gästen zugewandt, verstehen es auch, dem älteren, kulinarisch nicht so kundigen Ehepaar Speisen so liebenswürdig wie geduldig zu erklären, und üben ihre Tätigkeit überhaupt mit erkennbarer Leidenschaft aus. Das Menükonzept ist gästefreundlich und das Essen selbst – bis auf Kleinigkeiten – wirklich zu loben. Die recht überschaubaren Größen der Gänge in Kombination mit den nicht eben moderaten Preisen wäre vielleicht ein Anlass zur Kritik, doch das störte mich eigentlich nicht groß, denn ich verbrachte einfach einen schönen, genussreichen Abend im „Nigrum“ und habe für den nächsten Trip nach Baden-Baden schon wieder dort reserviert. Diesmal mit Gattin.

            Ach ja: und der noch nicht verliehene Macaron? Könnte kommen. Vielleicht müsste die Weinkarte dafür noch etwas ausgebaut und vielfältiger gestaltet werden, vielleicht bedürfen die Gerichte noch ein wenig der Feinjustierung, sodass sie über gehobene Bistroküche hinausgehen – denn so ordne ich das im "Nigrum" Gebotene derzeit ein –, aber viel mehr dürfte dieser Auszeichnung dann nicht mehr im Wege stehen.

            Kommentar

            Lädt...
            X