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Restaurants ohne Stern die man besuchen sollte

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  • #31
    Ein weiterer Vorschlag für die Liste wäre die "Eichhalde" in Freiburg –*gerade weil Matthias Dahlinger im Jahre 2003 seinen Stern zurückgab und, wie das eben so ist, seitdem umso befreiter kocht, auf unverändert hohem Niveau, versteht sich!

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    • #32
      Der "Schlegelhof" in Kirchzarten

      In Südbaden zu leben, verpflichtet nach meinem Empfinden dazu, dieses Forum immer wieder mit Restaurant-Tipps zu versorgen, um die Landkarte zu füllen – auch mit nicht besternten Lokalen. Im Folgenden will ich dieser Pflicht einmal mehr Genüge tun.

      Der „Schlegelhof“ in Kirchzarten ist schlichtweg ein Musterbeispiel gelungener Gastronomie, denn hier stimmt so gut wie alles. Im Netz sind zwar immer wieder Berichte zu finden, die von Unzufriedenheit zeugen, doch die konnten wir bislang nicht bestätigen. Dass der Gault Millau sich seit 2009 entschlossen hat, ihn zu ignorieren, muss man ebenfalls nicht verstehen. Wer (auch in preislicher Hinsicht) nicht gleich Sterneküche braucht (wobei das Haus seit Jahren einen „Bib Gourmand“ von Michelin erhält), sondern nur einen garantiert schönen und kulinarisch durchaus anspruchsvollen Abend – auch mit Kindern! – genießen will, ist dort genau richtig. Und wer jemals dort im Garten gespeist hat, wird dieses Erlebnis unvergesslich finden. Schon die Lage des familiär geführten „Schlegelhofs“, das als Herberge auch wunderschöne Zimmer anbietet, ist einmalig eingebettet in die südbadische Landschaft. Das Haus selbst ist frei von pseudo-antiquiertem Kitsch, wie man ihn im Schwarzwald auch in der gehobenen Gastronomie leider immer noch oft genug antrifft, sondern in zwar ländlichem Stil gehalten, dies aber mit eindeutig moderner Note: helles, warmes Holz (so genanntes „Holzwurmholz“ aus Österreich) überall, von dezenten und Farben angenehm akzentuiert.
      Martin Schlegel am Herd hat uns seinerzeit schon ein herrliches Silvestermenü gezaubert – es überragte seine sonstige Leistung sogar noch – und auch an Sonntagabenden, wenn man das Wochenende im „Schlegelhof“ ausklingen ließ, immer wieder gezeigt, welch Könner er ist. „Der badische Spagat zwischen bodenständigen Traditionsgerichten und gehobener Gastronomie wird von uns zeitgemäß interpretiert“, sagt er über seine Kochkunst. Wie wahr! Dieser bescheidenen Erklärung muss nun aber hinzugefügt werden, wie schmackhaft dieses Ergebnis tatsächlich ausfällt.

      Es war also wieder mal Sonntagabend und wir, die Gattin und der Junior, pilgerten nach Kirchzarten um das Ende der Herbstferien zu begehen. Die Saaltöchter bedienen in Tracht, aber auch das ist keineswegs peinlich oder touristisch anbiedernd. Nach der gewohnt herzlichen Begrüßung wählten wir als Vorspeise ein geschmacklich anregendes „Risotto von Steinpilzen mit Parmesan und brauner Buttervinaigrette“ und dazu einen Grauburgunder vom Weingut Salwey, mit dem das Haus eng verbunden ist.
      Als Hauptgang wählte die Gattin „Perlhuhnbrust mit Speck und Weintrauben, Kräuterrahmwirsing und Schupfnudeln“ – als Portion gigantisch, aber das traf auch in qualitativer Hinsicht zu. Besonders der Kräuterrahmwirsing war perfekt abgeschmeckt. Der Junior entschied sich für einen „Zwiebelrostbraten mit Brägele“, über den ich als eingefleischter Schwabe sagen kann, dass man ihn in Württemberg kaum irgendwo besser, sprich krustiger und zugleich zarter bekommt. Ich selbst erfreute mich an einem Jahreszeiten-Klassiker, einer wunderbar gewürzten und krossen „Ofengans mit Rotkraut und Püree“. Und wie es eines Schwaben Traum ist: Dazu gab's jede Menge köstlichen Saucen-Nachschub. Dieses Gericht stellte, wie die anderen, vielleicht keine Sternstunde der Kreativität dar, war aber ebenfalls in der Zubereitung so perfekt, dass man mehr auch nicht brauchte, selbst wenn man sonst höher bewertete Küchenleistungen schätzt. Dazu mundete uns ein Spätburgunder von Dr. Heger. Für so manches Dessert hätte man sich entscheiden mögen, doch unser aller „Nachtischmagen“ hatte bereits das „Geschlossen“-Schild davor gehängt...
      Zur Weinkarte: Sie bietet deutlich mehr als andere Gasthöfe dieser Art, und löblicherweise auch einige 0,375-Flaschen. Vertreten sind die badischen Hochkaräter, aber in nicht zu knapper Zahl auch Handverlesenes aus Frankreich, Italien und Spanien. Preislich muss man stellenweise schlucken; die offenen Weine hingegen sind fair kalkuliert (zumal man auch „Achtele“ kriegt), allerdings werden hier leider nur badische Erzeugnisse ausgeschenkt. Da springt der Familie Schlegel eben doch der lokalpatriotische Stolz aus allen Knopflöchern...

      Fazit: Diese Art der Landküche, basierend auf qualitativ einwandfreien Produkten und handwerklicher Meisterschaft, braucht sich nicht zu verstecken! Einen Michelin-Stern braucht Martin Schlegel dennoch nicht – im Gegenteil. Er würde auch nicht zu ihm passen, sondern ihn vielmehr in Bedrängnis bringen und einige der vielen Gäste vertreiben, die ihm ihren eigenen Stern längst verliehen haben. So sollte es auch bleiben – denn dann wird der „Schlegelhof“ in seiner Bodenständigkeit weiterhin ein gastronomisches Kleinod in Südbaden sein.
      Zuletzt geändert von Tobler; 08.11.2010, 19:24.

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      • #33
        Danke Tobler.

        Ich mag die Berichte hier einfach.


        Gruß!

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        • #34
          Merci bien, werter Fragolini! Es ist mir jedesmal eine Freude!

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          • #35
            Zitat von Hannes Buchner Beitrag anzeigen
            Hier die Liste noch mal unformatiert.
            Sie erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und ist beinahe subjektiv zusammengestellt

            # Restaurant Ort Bundesland Koch

            1 Kronenschlösschen Eltville Hessen Patrik Kimpel
            2 Berghotel Baader Heiligenberg Baden-Württemberg Clemens Baader
            3 Goldener Pflug Heiligkreuzsteinach Baden-Württemberg Christian Heß
            4 Zum Alde Gott Baden-Baden Baden-Württemberg Wilfried Serr
            5 Ketschauer Hof Deidesheim Rheinland-Pfalz Jens Fischer
            6 Zum Ochsen Karlsruhe Baden-Württemberg Anita Jollit
            7 Haus Stemberg Velbert Nordrhein-Westfalen Sascha Stemberg
            8 Poppenborg Harsewinkel Nordrhein-Westfalen Heinrich Poppenborg
            9 Friedrich von Schiller Bietigheim-Bissingen Baden-Württemberg Burkhard Schork
            10 Schillingshof Friedland Niedersachsen Stephan Schilling
            11 Schwanen Haigerloch Baden-Württemberg Chris Groen
            12 Bachofer Waiblingen Baden-Württemberg Bernd Bachofer
            13 Striffler´s Herrenküferei Markgröningen Baden-Württemberg Matthias Striffler
            14 Gottfried Moos Baden-Württemberg Klaus Neidhart
            15 Goldener Hahn Finsterwalde Brandenburg Frank Schreiber
            16 Zum Engel Vöhrenbach Baden-Württemberg Reinhold Ketterer
            17 Stern Bürgstadt Bayern Klaus Markert
            18 Maiwerts Fährhütte Rottach-Egern Bayern Dieter Maiwert
            19 Widmann Maisach Bayern Anna Widmann-Schwarzmann
            20 Vila Real Osnabrück Niedersachsen Andreas Klatt
            21 Alt Luxemburg Berlin Berlin Karl Wannemacher
            22 Hubertus Tholey Saarland Josef Hubertus
            23 Eickes Mönchengladbach Nordrhein-Westfalen Wolfgang Eickes
            24 Maximilians Oberstdorf Bayern Tobias Eisele
            25 Stolz Plön Schleswig-Holstein Robert Stolz
            26 Torschreiberhaus Stadthagen Niedersachsen Götz Knauer
            27 La Grappa Essen Nordrhein-Westfalen Hatem Srour
            28 Alboths Erfurt Thüringen Claus Alboth
            29 Villa Medici Münster Nordrhein-Westfalen Markus Potrafka
            30 Vieux Sinzig Sinzig Rheinland-Pfalz Yoann Hue
            31 Henschel Dorsten Nordrhein-Westfalen Leonore Henschel
            32 Grashoff´s Bistro Bremen Bremen Christian Wichtrup
            33 Reuter Rheda-Wiedenbrück Nordrhein-Westfalen Iris Bettinger
            34 Malerklause Bescheid Rheinland-Pfalz Hans Georg Lorscheider
            35 Das Weisse Haus Rastede Niedersachsen Carsten Kindermann
            36 La Vigna Sulzburg Baden-Württemberg Antonino Esposito
            37 Stadt Hamburg Westerland - Sylt Schleswig-Holstein Ulrich Person
            38 Landgasthaus Schuster Freyung Bayern Leopold Schuster
            39 Maitre Köln Nordrhein-Westfalen Erhard Schäfer
            40 Bitzerhof Köln Nordrhein-Westfalen Sebastian Messinger
            41 Lochner Berlin Berlin Andreas Lochner
            42 Gourmetlounge Pattis Dresden Sachsen Mario Pattis
            43 Thuns Werdohl Nordrhein-Westfalen Michael Krischker

            Punkte und Positionen finden Sie im oben angehängten PDF.
            Danke für die Liste. Darf ich zu Ihrer Liste auch ein Gourmet-Restaurant "Grüne Gans" in München vorschlagen. Wir waren gestern wieder in diesem kleinen Restaurant (25 Plätze). Es war eine internationale Gäste-Gesellschaft (Franzosen, Amerikaner, Schweizer), die alle so begeistert von dieser "Sterne-verdächtigen Küche" waren.

            Ich war wieder hoch zufrieden.:-)
            http://www.gruene-gans.de

            Kulinarische Grüsse.

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            • #36
              Werte(r) dreindl,

              ich würde mich freuen, wenn Sie uns noch ein paar Details schildern würden, damit der Eindruck des bloßen Namedropping zum Zweck der Werbung gar nicht erst entsteht. Danke.

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              • #37
                Grüne Gans München

                Hallo,

                ich gehe sehr gern essen und achte kritisch, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, z.B. ausgezeichnete Restaurants sind auch das Esszimmer Coburg und Winkler Aschau.

                Nun zu Ihrer Frage:
                Ich besuchte die letzten Monate die "Grüne Gans" häufiger und habe stets ein gleichbleibend hohe Qualität geniessen dürfen. Auf der Internetseite von der Grüne Gans kann ich alle Gäste-Aussagen unterstreichen.
                Verschiedene Fakten sprechen für sich
                • 14 Gault-Millau-Punkte und 48 Jahre Tradition
                • Frau Stollberg Mitglied in der Jury der Spitzenköche


                Bei meinem letzten Besuch war eine große Diskussion von den Gästen iniziert "ich bin Franzose und weiss was hervorragende Küche ist - ich war SEHR SEHR zufrieden".

                Ich konnte dem Allem auch nur zustimmen.

                Viele Grüße
                aus München

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                • #38
                  Werter Qwertz,

                  verzeihen Sie mir die Einmischung; im Ergebnis würde ich dreindl sehr zustimmen; eine Aufnahme in die Liste würde auch ich befürworten. Ich hatte die Grüne Gans unlängst das erst mal besucht und hier kurz berichtet; die Folgebesuche bestätigten den positiven Eindruck; mögen die "großen" Zeiten auch vorbei sein, bietet das Haus gleichwohl auch heute eine sehr solide, sehr klassische Küche in speziellem Rahmen mit charmant-schrulligem Service.

                  Ein Kleinod, speziell - aber sicherlich eine Empfehlung wert. Mehr Worte, denke ich, sind nicht nötig, wird die Grüne Gans doch einer Vielzahl hier gleichfalls bestens bekannt sein.

                  KG
                  Besseresser

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                  • #39
                    Die Liste oben erwähnte Liste iist ja unsere Rangliste, bereinigt um die Sternerestaurants. Von daher ist eine "Aufnahme" in die Liste von den Bewertungen der Guides abhängig.
                    Ich wollte dreindl lediglich ermuntern, etwas mehr über das Restaurant zu schreiben, da nur sonst ein Austausch hier im Forum möglich ist.

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                    • #40
                      M Bellville, München

                      Ob das M. Belleville in München in diesen Thread gehört ist vielleicht erst nach einem Besuch eines Forumsmitlglieds zu entscheiden.

                      http://www.m-belleville.com/entree.html

                      Der Bericht aus der letzten Frankfurter Allgmeinen Sonntagszeitung (hier spricht der Gast) klang jedenfalls vielversprechend. Da er kostenpflichtig ist hier ein anderer Link

                      http://muenchen.prinz.de/restaurants...ionFinder.html

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                      • #41
                        Hierzu dürfte es sicherlich Erfahrungen geben, werter Zeitblom, zumal das m-belleville nicht mehr ganz so neu ist.

                        Ich selbst wollte vor einigen Monaten dort einkehren, konnte jedoch meine Begleitung nicht überzeugen; ihr erschien es etwas groß und turbulent; wir waren dann seinerzeit in der Grünen Gans - klein und ruhig.

                        Wenn ich es in nächster Zeit in Angriff nehmen sollte, werde ich kurz berichten.

                        KG
                        Besseresser

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                        • #42
                          Ein wirklich einwandfreier Tipp, und das schon seit fast vierzig Jahren, ist das Orphée in Regensburg. Mittlerweile bin ich wohl fast jede Woche beim Weintrinken und/oder Essen in diesem Lokal. Was es einzigartig macht, ist die wirkliche Bistro-Atmosphäre. Im vorderen Bereich rote Plüschsessel, schweres Holz an den Wänden, dazu Spiegel und französische Bilder. Im "Restaurant", sprich dem hinteren Teil, Kerzenlicht und Wintergarten.

                          Das Essen: Gut bis sehr gut, die 1,5 F des Feinschmeckers finde ich sehr zutreffend. Bei Fleisch- und Fisch stimmen die Garzeiten exakt.

                          Die Highlights: mein persönliches Evergreen ist Coq au vin. Noch nie habe ich den Gockel so gut gegessen wie hier: saftiges Fleisch, eine fast schwarze, sehr intensive geschmorte Sauce. Ein feines Kartoffelpüree dazu, die perfekte Zuflucht für kalte Winterabende. Das steht nicht umsonst seit mindestens 30 Jahren auf der Karte

                          Auch die Strangolapreti, die Priesterwürger, sind köstlich. Spinatködel, selbstgemachtes Blaukraut, Parmesan und zerlassene Butter.

                          Dazu eine schöne Weinkarte mit bekannten (siehe Textor-Diskussion) und eher unbekannten Winzern.
                          Alles in allem eine gute Empfehlung abseits des Regensburger Sterns (auch wenn man die rosarote Brille des Stammgastes herausrechnet).

                          Beste Grüße,
                          bar

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                          • #43
                            Vielen Dank für den Tipp lieber bar.
                            Da ärgert man sich doch, vor Jahren vorbei gelaufen und leider nicht eingekehrt zu sein. Da wird beim nächsten Trip in den bayerischen Wald mal wieder ein Abstecher nach Regensburg unternommen!
                            Die handgeschriebene Speisekarte ist sehr originell (vielleicht ein wenig altbacken) gestaltet wie ich finde und macht Lust auf mehr. Alle Weine zu moderaten Preisen.
                            Das Orphee ist abgespeichert


                            Mkg Schmackofatz

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                            • #44
                              Zitat von Hannes Buchner Beitrag anzeigen
                              29 Villa Medici Münster Nordrhein-Westfalen Markus Potrafka
                              Als Münsteraner fühle ich mich dazu verpflichtet ( auch ohne Vorankündigung ) einen Bericht über die Villa Medici ( u.a.16 GM ) anzubieten.

                              Diesen Samstag mal nichts anderes geplant, bekam ich spontan auf telefonische Anfrage gegen 16 Uhr problemlos einen Tisch reserviert.
                              Wie sich später herausstellen sollte, war dies der wohl letzte Tisch an diesem Abend. Das Restaurant ( ca. 15 Tische ) war zur Stosszeit vollkommen ausgelastet.

                              Da mir das Degustationsmenü für 49 € ( 5 Gänge ) nicht so ganz imponierte, wählte ich ALC und sollte hochzufrieden das in einer Jugendstilvilla am Stadtrand gelegene Restaurant verlassen.

                              Zum Aperitif wählte ich diesmal einen Bellini. Fruchtig-prickelnd und gut gekühlt ein guter Einstieg.
                              Neben der Speisekarte wurden zusätzlich mehrere nicht auf der Karte stehende Gerichte angeboten.
                              In freudiger Erwartung orderte ich sowohl zur Vorspeise als auch zum Hauptgang einen dieser separaten Gänge.

                              Die Weinkarte ist, neben einem dutzend deutschen Weißweinen mit teilweise großen Namen, für einen Italiener natürlich sehr auf italienische Weine ausgerichtet. Neben einem 1997er Sassicaia und einem 1998er Brunello di Montalcino, kein einziger Rotwein aus Deutschland und überhaupt keinem Franzosen.
                              Ich entschied mich für einen 2009er Weißburgunder vom Weingut Dönnhoff als alleinigen aber dafür wirklich formidablen und sehr süffigen Begleiter.

                              Als Amuse Gueulle wurde ein Tartar vom Rinderfilet auf Basilikumschaum gereicht und konnte überzeugen. Bei Tisch wurde auf vorherige Anfrage vom sehr engagierten Service extra Pfeffer beigestreut.
                              Die Vorspeise, Jakobsmuschel im Speckmantel auf Minzpüree, konnte nicht ganz überzeugen war aber auch nicht schlecht. Die Muscheln, eine Spur zu lange in der Pfanne, harmonierten eigentlich ganz gut mit dem Speck, der fade Minzpüree jedoch war kein überzeugender Begleiter.
                              Zum Hauptgang sollte es eine Meeräsche mit einem Spargel-Mango-Chutney und kleinen Ofenkartoffeln sein.
                              Dieser Gang war eine grandiose Steigerung und überaus delikat. Der Fisch, von perfekter Konsistenz, auf der Haut gebraten, lag in einem Blanc Bianco Sud und ging mit dem Chutney eine hervoragende Symbiose ein. Wirklich toll, so dass ich mir mir die Frage nach der Herkunft des in kleine Stücke geschnittenen und knackigen Spargels verkniffen konnte .
                              Zum Abschluß entschied ich mich für die Dessert Variation "Villa Medici". Desserts und Digestifs stehen auf einer separaten kleinen Karte.
                              Die Variation, auf einem für das Auge wirklich wunderschönem Teller, bestehend aus einer Mousse au Chocolat, einer Creme brûlée, einem Parfait von der Passionsfrucht, einem gefrorenem Orangensorbet, einzelnen Fruchtfilets und einer um den Teller herum drapierten Fruchtcreme war ein gelungener Abschluss. Dazu ein 1990er ( auf der Karte eigentlich angekündigt 2005 ) Recioti i capitelli Anselmi für 7,50€ --> wunderbar :cheers:.
                              Der, wohl aus meinem zugegebenermaßen recht übersichtlichem Repertoire an getrunken Dessertweinen, bisher Beste seiner Zunft!
                              Zu guter Letzt wurden zum Espresso recht schmackhafte Petit Fours gereicht.

                              Alles in allem ein, abseits der Sternegastronomie, toller Abend! Das Ganze kostete mich, mit einer Flasche Pelligrino ( dem einzig angebotenem Wasser), 104 €. Dem Service gilt ein besonderes Lob. Dem mit im Service arbeitendem Chef des Hauses standen lediglich 3 weitere Servicekräfte zur Verfügung. Bei voller Auslastung und ca. 45, zu unterschiedlichen Zeiten eingetroffenen Gästen, funktionierte der Ablauf und die untereinander getätigten Absprachen sehr gut, ohne den Blick auf leere Gläser etc. zu verlieren.
                              Die Villa Medici hat heute Abend mit bravour bewiesen, Münsters erste Adresse für gutes (leider nicht unbedingt regionalem) Essen zu sein! An der Weinkarte könnte man mit Sicherheit noch etwas rumfeilen aber ich habe lieber eine konzentriertere Auswahl an guten bis sehr guten deutschen und italienischen Weinen als eine grosse Anzahl von mässigen europäischen oder gar Überseeweinen.


                              Mkg, Schmackofatz
                              Zuletzt geändert von Schmackofatz; 20.02.2011, 03:19.

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                              • #45
                                Ergänzend zu meinem Bericht ist meiner Meinung nach der Schritt zu einem Stern nicht wirklich weit entfernt. Jedoch bräuchte es dazu in vielen Bereichen ( den mir offensichtichen, von der Weinkarte angefangen, über die Auswahl der Produkte bishin zur handwerklichen Arbeit auf dem Teller ) noch mehr Kontuinität und teilweise einfach eine Portion mehr an Raffinesse.
                                Mir ist nicht bekannt, wie die Ansprüche das Hauses sind aber auch ohne Stern und vielleicht auch gerade deswegen wird hier von allen Beteiligten ein toller Job gemacht.


                                Gruß!

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