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Shin Ramen, Hannover

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  • Shin Ramen, Hannover

    Samstag Nachmittag und vor dem Restaurant wartet eine Schlange geduldig auf Einlass. Beim Verlassen ist die Schlange etwas kleiner, aber immer noch da. Mittwoch Abend das gleiche Bild: Schlange links die, die nicht reserviert haben, Schlange rechts die mit Reservierung. Ab und zu schaut Kazuo Ishikawa raus, um die benötigten Plätze abzufragen. „Das ist ja wie in Japan“, entfährt es ihm und man mag es glauben.
    Denn es geht um Suppe, Nudelsuppe um genau zu sein. Und die genießt im Land der aufgehenden Sonne Kultstatus.


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    Außenansicht & Interieur

    Dass diese Begeisterung auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu ungewöhnlichem Ansturm führt, ist sicher auch der Tatsache zu verdanken, dass der hiesige Kritiker in seiner wöchentlichen Gastrokritik der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ zum ersten Mal einem Lokal in der Stadt, und zum dritten Mal überhaupt, die Höchstwertung gegeben hat.

    Einen guten Ruf hatte das „Shin Ramen“ auch vorher schon, aber seitdem scheint der Laden zu explodieren. Und das, obwohl es nur ein sehr überschaubares Programm aus im wesentlichen fünf verschiedenen Suppen und einem Reisgericht gibt. Anders als in anderen Ramen Bars beschränkt sich Ishikawa auch nur auf wenige Varianten mit wahlweise Hühnerfleisch oder Gemüse, einige sind auch vegan zu bekommen.

    Im offenen Raum mit kleinen Tischen, langen Bänken und einigen Plätzen am Fenster sitzt man mit Blick auf die offene Küche zwar eng, aber noch mit Corona-gerechtem Abstand. Kaltgetränke, ausnahmslos alkoholfrei, gibt es aus dem großen Kühlschrank. Die Suppen selbst kommen mit etwas zeitlichem Abstand, was ein gutes Indiz dafür ist, dass sie frisch angerichtet werden. Das gilt vor allem für die fabelhaften hausgemachten Nudeln, die sich lang, etwas dick und elastisch in der Brühe aalen. Sie zu essen erfordert etwas artistisches Können, aber wenn man sich bei den japanischen Gästen die Technik abschaut, geht es schon. Und schlürfen gehört hier sowieso zum guten Ton.

    Aber was zeichnet die Ramen hier nun so besonders aus? Fangen wir mit der ersten Sorte an, die wir probieren. Die Shouyu Ramen erhält ihre Würze durch Sojasauce, dazu gibt es wachsweiches Ei, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln und zarte Hühnerbrust. Klingt einfach? Ist es aber nicht, denn schon beim ersten Löffel wird klar, dass das ganz und gar viel Tiefe besitzt. Hier muss nichts nachgewürzt werden.


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    Shouyu Ramen

    Noch begeisternder ist die zweite Suppe, die wir an diesem Tag probieren, eine Tantan-Men, die, obwohl auf der selben Grundbrühe basierend, auch optisch schon ganz anders daher herkommt. Sesampaste, Chiliöl und Miso-Hühnerhackfleisch sorgen für einen mundfüllenden Geschmack, der uns das pure Erstaunen ins Gesicht zaubert. Und dann kommt das große Grinsen, weil es so unfassbar lecker ist. Separat gibt es noch eine scharfe Würzpaste, mit der man die eh schon gute Suppe zusätzlich aufpimpen kann. Aber eigentlich ist das gar nicht nötig. Wir müssen lange überlegen, wann wir zuletzt eine derart starke Suppe gegessen haben.


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    Tantan-Men & Würzpaste

    Nach diesem ersten Besuch ist klar, dass es ein paar Tage später sofort eine Wiederholung geben muss, um auch die übrigen Varianten auszutesten.
    Diesmal gibt es also Shio Ramen, eine recht helle Version, die ihren Charakter einer Salzsauce verdankt. Auch diese Brühe schmeckt uns, bleibt aber im Vergleich ziemlich mild, so dass wir uns noch etwas Chiliöl und Chilipulver bringen lassen. Damit bekommt sie den für uns nötigen Wumms, bleibt aber im direkten Vergleich mit den übrigen Ramen die für unseren Geschmack am wenigsten überzeugende.


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    Shio Ramen

    Denn an diesem Abend macht die Miso Ramen das eindeutige Rennen. Gemeinsam mit Chashu-Hack und einem extra bestellten Lavaei, das wachsweich gekocht und mehrere Tage in Brühe gelagert wurde, ist auch dies wieder ein intensives, zutiefst glücklich machendes Vergnügen.


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    Miso Ramen

    Grundkompetenz Suppe - Kazuo Ishikawa hat ein einfaches, aber schwer überzeugendes Konzept in die Stadt gebracht, das mit nur vier grundverschiedenen Suppen die Massen begeistert. Sorgfältige, lang gekochte Brühe, frische Zutaten, fabelhafte Nudeln - bei solcher Konzentration auf das Wesentliche kann man sich auch ganz auf perfekte Qualität fokussieren. Ob man die kleine oder für 2 Euro etwas größere Version bestellt, in jedem Fall bekommt man eine sättigende Schüssel voller Soulfood.

    Am zweiten Abend möchte ich aus Chronistenpflicht eigentlich noch eines der Desserts bestellen, was Herr Ishikawa mit Blick auf die vor dem Restaurant wartende Schlange freundlich ablehnt. Muss ich also auf einen weiteren Besuch warten.

    Dafür habe ich mir beim ersten Besuch eine Portion Gyudon to go mitgenommen, also Reis mit gekochtem Rindfleisch in Sojasauce. Das ist ganz in Ordnung für den Abend, wartet aber auf eine Verköstigung vor Ort, denn ich denke, dass es dann noch raffinierter schmecken wird.


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    Gyudon to go

    Also muss ich für ein Dessert, den Gyudon oder doch wieder eine Tantan-Men oder Miso-Ramen noch mal wiederkommen.
    Bei den sinkenden Temperaturen und der steigenden Lust auf wärmende Suppe, wäre eigentlich davon auszugehen, dass die Schlange vorm „Shin Ramen“ kaum kleiner würde. Eigentlich, denn nun hat der zweite Shutdown alles erneut ausgebremst.
    Dass die Ramen von Kazuo Ishikawa aber auch zuhause funktionieren, beweist er mit seinem Take Away-Angebot, das unter anderem auch Versionen für den Do it yourself-Einsatz enthält. Dabei sind alle wichtigen Komponenten bereits vorbereitet, die Brühe selbst vakuumiert und tiefgefroren. Es müssen also nur noch die Nudeln gekocht und die Suppe im Wasserbad erhitzt werden. Gemüse ergänzt man dann nach eigenem Gusto.


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    Ramen DIY

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    Shouyu Ramen @ home & Miso Ramen @ home

    Auf diese Weise haben wir uns auch in der Restaurant-freien Zeit zwar ein wenig authentisches Ramen-Feeling nach Hause transportieren können. Aber dennoch freue ich mich auf die Zeit, wenn ich mich wieder in die Schlange einreihen kann. Denn dass das hier die vermutlich besten Suppen der Stadt sind, behaupte ich jetzt einfach mal. Wer widerspricht?



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/shin-ramen-hannover/
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