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iPad - die Zukunft der Weinkarte

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  • #16
    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
    Sommeliers und Kellner werden da durch "Stewards" ersetzt, die auf Knopfdruck kommen.
    Ganz ohne "Steward" kommt man inzwischen in Nürnberg aus (ebenso in HH). Im 'sBaggers schweben die elektronisch bestellten Speisen über ein "futuristisches Schienensystem" an die Tische. Auch nicht ganz meine Welt.

    Grüße, mk

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    • #17
      Solche zuletzt beschriebenen Konzepte sind sicher Auswüchse einer Entwicklung, die ihre Zeit haben und die vorüber gehen. Manches wird in abgeschwächter Form vielleicht bleiben. Der weihnachtliche Besuch der Verwandtschaft hat mich mal wieder daran erinnert, das selbst das Internet noch durchaus nennenswerte Kreise der Bevölkerung nicht erreicht oder allenfalls punktuell gestreift hat und das sind nicht nur Rentner, sondern durchaus auch Berufsgruppen, in denen das Arbeiten mit dem Netz allenfalls in Randaspekten eine Rolle spielt. Entsprechend anders ist der Umgang mit dem www.

      Warum soll eine Speisekarte als Tablet-PC keine Chance haben? Gerade in größeren Restaurants, in denen es eh nicht um eine größere Beratung geht, sehe ich da Vorteile, oder eben als Ersatz einer dicken, schweren und unhandlichen Weinkarte in der gehobenen und der Spitzengastronomie. Das kann demjenigen, der gezielt etwas such helfen und das Stöbern erleichtern. Wer ziellos sucht, wird weiter eine persönliche Beratung brauchen. Wie bei jeder neuen Technik oder Anwendung kommt es auf den durchdachten Einsatz an, der die Stärken einer Neuerung nutzt. Wenn sie nur wegen des reinen Effekts eingesetzt wird, dann ist eine Neuerung nur eine Mode.
      Zuletzt geändert von QWERTZ; 27.12.2011, 21:17.

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      • #18
        Hier ist übrigens noch eine kleine Liste von Restaurants, die ihre Weinkarte auf dem ipad verfügbar machen: http://www.jancisrobinson.com/articles/a20110625.html

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        • #19
          Spannende Liste mit Hochkarätern! Obwohl das Oud Sluis beim diesjährigen Goumetclubtreffen das dort noch nicht hatte.
          KG Chess
          Zuletzt geändert von chess; 28.12.2011, 11:28. Grund: Rechtschreibfehler

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          • #20
            Ich habe wohl was verpasst. In den letzten Wochen hat man mir in drei verschiedenen Restos, sogar im beschaulichen Piesport, ein tablet statt einer Weinkarte in Papierform gereicht. Ich habe reine Freude angesichts dieser Neuerung empfunden. Endlich keine tonnenschwere Karte mehr, in einem Format, bei der schon das Blättern zu einer sportlichen Übung gerät. Noch schlimmer, wenn man das Drumm unterbringen muss und nicht weiß wohin, weil der Tisch keinen Platz mehr lässt. Vielleicht hat man mir heimlich Soma in den Apéritif getan, weswegen ich keinerlei ideologische Vorbehalte gegen die neue Form der Weinkarten hege, im Gegenteil. Schön wäre es, wenn künftig kurze Beschreibungen der Weine mit untergebracht würden.

            PS: Im Agapé habe ich mindestens fünf tablets gezählt. Der Sommelier dort wäre aber auch mit Papierkarte nicht mein Fall.

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            • #21
              Werte Cynara,
              im 181 verfügt die iPad Weinkarte über kurze Beschreibungen (aus unserer Sicht aber auch noch etwas ausbaubar).
              KG Chess

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              • #22
                Natürlich geschieht mit einem I-Pad als Weinkarte auch eine Positionierung des Restaurants. Neben dem (im Einzelfall bestimmt auch diskutablen) praktischen Nutzwert signalisiert es technologische Aufgeschlossenheit und Modernität, und von der Gerätefaszination strahlt auch etwas auf Restaurant und Weinkarte ab. Gerade wenn es um Wein geht, haben doch einige Weingüter in den letzten Jahren vorgemacht, dass wirtschaftlicher Erfolg und die Erschließung neuer Kundengruppen auch etwas mit dem Corporate Design (Etiketten, Probierstuben, Messestände etc.) und den damit verbundenen Imagefragen zu tun haben. Nehmen wir nur mal Namen wie Markus Schneider, Van Volxem, Tesch oder (um mal nach Ö zu schauen) Hillinger. Mögen einem die Weine nun im Einzelfall gefallen oder der Winzer sympathisch sein oder auch nicht. Und da passt dann ein bordeauxfarbener Kunstledereinband mit Traubenapplikation auf dem Buchdeckel vielleicht auch nicht mehr in jede Restaurantlandschaft.

                Seltsam finde ich, ausgerechnet am Einzug solcher "Kartenlösungen" eine Verarmung der Servicelandschaft etc. festzumachen. Ist es etwa kommunikativer, mit einem schweren Folianten am Tisch zu hantieren (wie von Cynara beschrieben), mit dem ich mich im Zweifelsfall genau so lange aus der Tischrunde ausklinken kann wie mit einem Pad?
                Dass evtl. hier ein weiterer Hebel zum Abbau von Serviceaufwand liegt, kann natürlich sein, aber das wäre höchstens ein Randaspekt, oder? Ahnungslose Servicekräfte kann ich auch in "Papierrestaurants" haben, und an der Tatsache, dass Personalkosten in Ländern wie D nun einmal sehr stark ins Gewicht fallen, dürfte wohl auch kein Zweifel bestehen.
                Und mit einer I-Pad-Weinkarte allein wird doch aus einem Restaurant noch keine "Erlebnisgastronomie".

                Beste Grüße
                Q.

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                • #23
                  In der Regel habe ich mit den Weinkarten der Restaurants nix am Hut.
                  Jedenfalls nicht in der */**/*** Gastronomie.
                  Ein i-pad würde dankend abgelehnt.

                  Nach der Menüauswahl kommt der Sommelier an den Tisch.
                  Zu ihm sage ich, dass er mir bitte zum gewählten Menü die passenden Weine empfehlen möge.
                  In Weinregionen (Mosel, Saar, Ahr, Baden, Elsass, Burgund oder Italien) wird nach regionalen
                  Weinen gefragt.

                  Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so jemals enttäuscht wurde.
                  Für viele Sommeliers ist/war meine Vorgehensweise eine Herausforderung.
                  Noch nie wurde mir dabei ein richtig teurer Wein empfohlen.

                  Die hier beliebte Weinbegleitung findet bei uns so gut wie nie statt.
                  Es sei denn, dass wir einer Einladung gefolgt waren.

                  Manche Restaurants (ua. Keller in Oberbergen, Wissler) stellen ihre Weinkarte online ein.:cheers:
                  Das ermöglicht in aller Ruhe das Studium vor einem Besuch,
                  was durch mich auch vor einem Besuch des "Schwarzen Adler"
                  aufgrund der nicht zu toppenden Bordeauxkarte immer erfolgt.
                  Dagegen laden die Preise der Onlineweinkarte von Wissler eher nicht zum Besuch eines Weinliehabers ein.:heulen:

                  Relativ aktuelle Speisekarten kann man heutzutage von fast allen guten Restaurants online einsehen.
                  Tendenz steigend.

                  Ich kann nur hoffen, dass die Sommeliers und Maîtres in der Spitzengastrnomie nicht abgeschafft werden.

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                  • #24
                    Schanz. Restaurant, Piesport

                    [QUOTE=cynara;13145] sogar im beschaulichen Piesport, ein tablet statt einer Weinkarte in Papierform gereicht. QUOTE]

                    Passt zwar hier nicht ganz so herein, aber waren Sie bei Thomas Schanz, und wenn ja, könnte Sie ihren Eindruck mal mit uns teilen?

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                    • #25
                      Lieber Wombard,

                      ich habe leider wenig Details auf Abruf. Das Ambiente ist auf der Website zu sehen und auch in Wirklichkeit sehr angenehm, licht und klar. Die Küche serviert sehr gute Produkte. Frische und Qualität von Fisch und Fleisch ist lobenswert. Das, was auf den Teller kommt, würde ich als ziemlich klassische Kochkunst bezeichnen. Nun ist Klassik ja beileibe nichts Negatives, passt derzeit aber nicht zu meinem bevorzugten Küchenstil. Da ich weiß, dass Sie Sonnora und Schwarzwaldstube mögen, denke ich mir, dass es Ihnen in Piesport gefallen sollte.

                      Die Weinkarte (tablet!!) ist, logisch bei einem so jungen Restaurant, noch ausbaubar. Wir fanden eine halbe Flasche Spätburgunder Mimus Dr. Heger (27 EUR) und einen Piesporter Falkenberg Riesling, feinherb (25 EUR).

                      Wenn Sie dort waren, würde ich mich auf Ihr Resumé freuen. LG. Cynara.

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                      • #26
                        @cynara
                        Im aktuellen Michelin hat Thomas Schanz ja seinen ersten Stern bekommen. Würden Sie diese Bewertung als gerechtfertigt ansehen, besonders auch im Vergleich mit anderen Vertretern der klassischen Kochkunst?

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