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Südpfalz

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  • Südpfalz

    Nächste Woche machen wir einige Tage Urlaub in der Südpfalz, wobei wir auch gerne ein paar Winzer besuchen möchten. Kann jemand in der weiteren Umgebung von Herxheim b. Landau Winzer empfehlen? Der GM hält sich hier eher bedeckt.

  • #2
    Was meinen Sie mit "in der Nähe"? Birkweiler, Leinsweiler, Siebeldingen, Ilbesheim - oder (wenn es südlicher gehen soll) Schweigen bieten einige interessante Adressen, die auch im GM genannt sind. Wenn Ihnen dieser Radius nicht zu weit ist, kann ich mit ein paar Eindrücken behilflich sein.

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    • #3
      @QWERTZ
      Für Ihre Eindrücke wäre ich sehr dankbar.

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      • #4
        Grundsätzlich, lieber MichaelStromberg, ist es in dieser Region mit den von Ihnen wohl geschätzten Restsüßen Rieslingen à la Mosel nicht soweit her. Die Rieslinge - soweit man das überhaupt generalisieren kann - sind etwas "breiter" und üppiger in der Aromatik und eher von der Frucht geprägt. Darüber hinaus bieten die meisten Winzer, zumindest die ich kenne, ihre Weißweine trocken aus. In der Region sollte man den Weiß- und Grauburgundern besondere Beachtung schenken, da für die Südpfalz eigentlich stärker steht, als für den Riesling - zumindest allgemein gesprochen.

        Mir aus z.T. aus regelmäßigen Besuchen in den vergangenen Jahren bekannt sind in der Region folgende Weingüter:
        In Birkweiler:
        Peter Siener - hat mich seit dem Jahrgang 2005 schwer beeindruckt. Die einfacheren Rieslinge sind schon ziemlich individuell und eher mineralischer geprägt. Die etwas teureren Taschberg und Schiefer steigern dies noch, die Weine haben in den vergangenen Jahren im GM immer sehr gute Besprechungen gehabt und sind meist schnell vergriffen. Besonders bemerkenswert ist der Weißburgunder vom Birkweiler Mandelberg, geht eher in die cremige Richtung und braucht den Vergleich mit deutlich namhafteren Betrieben in der Umgebung sicher nicht scheuen (zumindest für die Jahrgänge 07, 08 und 09). Schon mit ca. 23 EUR etwas teurer ist der Spitzenspätburgunder Bundsandstein, wirkt aber sehr langlebig und intensiv. Mein gekaufter Vorrat aus dem Jahr 2007 lagert noch unangetastet im Keller.

        Im vergangenen Jahr war ich zudem im Weingut Ökonomierat Kleinmann, ebenfalls in Birkweiler. Auch hier sind es die weißen Burgundersorten in ähnlicher Güte erhältlich. Etwas dahinter zurück stehen für mich die Rieslinge, obwohl auch diese als gelungen zu bezeichnen sind. Das Haus hält besonders viel auf seinen St. Laurent und hat - wenn ich mich recht erinnere - eine längsten Erfahrungen damit in der Region. Zu den anderen Roten kann ich nicht viel sagen.

        Aus dem Jahrgang 2007 kenne ich noch das Weingut Gies-Düppel. Die Weine haben mir bei der Probe sehr gut gefalle und ich hatte sie ähnlich stark gesehen, wie die von Siener, zu Hause muss ich feststellen, dass sie ein Nuance dahinter zurück. Dies ist insofern gut zu vergleichen, da die Top-Weine bei allen dreien aus den Lagen Mandelberg und Kastanienbusch kommen.

        Empfehlenswert ist auch das Weingut Siegrist in Leinsweiler. Der Betrieb war einer der Barrique-Pioniere, intensiv fällt der Holzeinsatz auch heute noch aus, manche finden dies sei etwas aus der Zeit - übrigens um mal hier eine verschmähte Traubensorte anzusprechen: der Dornfelder wird dort zu hoher Qualität und damit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis gebracht (wenn ich mich recht entsinne für einen Preis von ca. 7 EUR). Die höherwertigen Rieslinge (Eigensinn und Heidenbäumel) sind absolut empfehlenswert und haben sich bei mir im Keller als gut lagerfähig gezeigt.

        In Schweigen war ich persönlich schon beim Weingut Bernhart vor Ort. Die Spätburgunder vom einfachen über den R und S sind eher von der opulenteren Art und sehr schön. Die weißen sind nicht ganz so markant, aber vor allem die Grau- und Weißburgunder können auch überzeugen.

        Die höchstbewerteten Betriebe der Region kenne ich (noch) nicht aus persönlichen Besuchen, sondern nur von einzelnen Weinen, die ich schonmal hier und dort getrunken habe. Mein Eindruck ist dass sie nicht so viel besser sind, wie die genannten günstiger sind (Rebholz vielleicht mal ausgenommen).

        Soweit meine Eindrücke aus der Region. Problematisch im Jahr 2010 dürfte - neben den generellen Schweirigkeiten des Jahres sein, dass einige Weinberge um Landau im Juni2010 von einem ziemlich heftigen Hagel heimgesucht wurden, von daher dürfte die Auswahl bei einigen Winzern schon sehr eingeschränkt sein

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        • #5
          Qwertz hat die wesentlichen Betriebe aufgelistet.
          Ich möchte noch anfügen, dass ein Besuch bei Rebholz eine spektakuläre Erfahrung sein könnte. Zum einen gibt es keine Handvoll Betriebe in D mit einer solchen Bandbreite auf allerhöchstem Niveau. Riesling, alle 3 weissen Burgundersorten, Spätburgunder, Rose, Blanc de Noir, Gewuerztraminer, Muskateller, Sekt.....alles sehr gut bis sensationell. Zum anderen hat man dann den extremen Gegenpol zur restsüßen Welt des deutschen Weines erlebt. Die Weine sind, vor allem in der Jugend, eher streng und schlank und so gar keine Schmusekaetzchen. Nicht jedermanns Sache, aber muss man mal probiert haben.

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          • #6
            Ich werde in diesem Jahr dort erstmals vor Ort sein. Leider sind viele Weine des 2010er Jahrgangs schon ausverkauft, zum Glück habe ich was vorbestellt :cheers: Bin gespannt die punktuellen Eindrücke aus diversen Weinbegleitungen mal in der Breite zu erleben.

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            • #7
              Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
              Ich werde in diesem Jahr dort erstmals vor Ort sein. Leider sind viele Weine des 2010er Jahrgangs schon ausverkauft, zum Glück habe ich was vorbestellt :cheers: Bin gespannt die punktuellen Eindrücke aus diversen Weinbegleitungen mal in der Breite zu erleben.
              Das ist das einzige echte Problem bei Rebholz. Trotz recht stolzer Preise muss man bei etlichen Weinen froh sein etwas zu bekommen (vom Weissburgunder GG wollen wir einfach mal schwiegen...). Umso wichtiger ist es auch die anderen von Qwertz angeführten Betriebe zu besuchen, die in den letzten Jahren immer besser geworden sind. Der Stil ist allerdings meist nicht der ganz gleiche.

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              • #8
                Vielen Dank für Ihre Empfehlungen. Bezüglich dem Thema Restsüße muss ich sagen, dass ich inzwischen auch immer wieder trockene Weine finde, die mir sehr gut schmecken, sodass ich auch diesen Weinen offen gegenüber stehe.

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                • #9
                  Zitat von MichaelStromberg Beitrag anzeigen
                  Vielen Dank für Ihre Empfehlungen. Bezüglich dem Thema Restsüße muss ich sagen, dass ich inzwischen auch immer wieder trockene Weine finde, die mir sehr gut schmecken, sodass ich auch diesen Weinen offen gegenüber stehe.
                  Das ist schön. Aber seien Sie gewarnt, innerhalb dessen was gesetzlich trocken heissen darf gibt es gewaltige Unterschiede. Wenn Ihnen der Rebholz'sche Standardriesling auch schmeckt (oder einer von Jochen Beurer aus dem Remstal), dann sind sie angekommen...

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                  • #10
                    Diese geschmackliche Erweiterung überrascht mich nicht.

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                    • #11
                      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                      Mir aus z.T. aus regelmäßigen Besuchen in den vergangenen Jahren bekannt sind in der Region folgende Weingüter:
                      In Birkweiler:
                      Peter Siener
                      Diesen Hinweis möchte ich fett unterstreichen. Siener ist für mich nach Rebholz mittlerweile der beste Betrieb da unten.

                      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                      In Schweigen [...]
                      ...ist aus meiner Sicht für Riesling, Weißburgunder und Chardonnay mittlerweile auch Friedrich Becker sehr empfehlenswert, auch wenn der Betrieb eher für den Spätburgunder bekannt bzw. berühmt ist. Bei den Weißen sind auch die Preise etwas moderater.

                      Ansonsten finde ich noch Christian Heußler in Rhodt empfehlenswert, wenn man nicht nach den ganz großen Weinen sucht. Die Weine sind alle sehr preisgünstig, recht gefällig (und z.B. auch bei den trockenen Rieslingen nicht ganz trocken) und einfach zu trinken, heben sich aber - wie ich finde - doch positiv von der Masse ab. Auch der Empfang dort ist sehr freundlich.

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                      • #12
                        Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                        Christian Heußler in Rhodt empfehlenswert, wenn man nicht nach den ganz großen Weinen sucht. Die Weine sind alle sehr preisgünstig, recht gefällig (und z.B. auch bei den trockenen Rieslingen nicht ganz trocken) und einfach zu trinken, heben sich aber - wie ich finde - doch positiv von der Masse ab. Auch der Empfang dort ist sehr freundlich.
                        Absolut, ich kenne das Weingut seit mehr als zehn Jahren und kann diese Einschätzung nur unterschreiben, absolut verlässliche Qualität, aber im Vergleich zu den genannten Winzern sind die Weine für mich etwas einfacherer gestrickt, eher in der Kategorie gute bis sehr gute Alltagsweine.
                        Ich habe es aufgrund der Entfernung zu Herxheim/Landau nicht erwähnt. Neben den Weinen sind dort noch die Brände sehr gut und moderat im Preis, insbesondere aus den aromatischen Rebsorten, wie Gewürztraminer, Sieger- oder Huxelrebe.

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                        • #13
                          Wenn Sie bei Rebholz vorbeischauen sollten, möchte ich Ihnen den Wilhelmshof empfehlen. Eigentlich eher ein Sektgut, brauchen sich die Weine nicht zu verstecken. Sie müssen einfach nur die Strasse überqueren. Viel Spaß in der Pfalz. LG Cynara.

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                          • #14
                            Zitat von cynara Beitrag anzeigen
                            Wenn Sie bei Rebholz vorbeischauen sollten, möchte ich Ihnen den Wilhelmshof empfehlen. Eigentlich eher ein Sektgut, brauchen sich die Weine nicht zu verstecken. Sie müssen einfach nur die Strasse überqueren. Viel Spaß in der Pfalz. LG Cynara.
                            Da würde mich ein update sehr interessieren. Ich habe vor etlichen Jahren den Sprung über die Strasse eingestellt, weil ich mich bei zwei Besuchen eher wie ein Therapeut gefühlt hatte. Zu sehr fühlte man sich im Schatten des Nachbarn nicht ausreichend gewürdigt von Presse und Kunden. Da müsste aber jetzt eine neue Generation mit am Werk sein und hoffentlich ist damit etwas Entspannung eingekehrt.

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                            • #15
                              Solche Erfahrungen blieben mir bisher erspart. Ich habe Herrn Ochocki im Rahmen einer Weinbergswanderung als sehr begeisternden und wissensreichen Winzer kennen gelernt. Und ich bilde mir ein, dass unter der Leitung der jungen Generation, die Weine deutlich besser geworden sind (ich mag die Riesling Auslese und den Weißburgunder alte Reben). Vielleicht sollten Sie nochmal rübergehen. Sie müssen ja nicht sagen, dass Sie sich gerade durch die grandiosen Weinen von Rebholz probiert haben. Cynara.

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