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Weißweine zum Durchtrinken?

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  • #16
    Inzwischen konnten wir zweimal einen Weißwein zum kompletten Menü durchtrinken. Wir tranken auf Empfehlung des Sommeliers einmal einen Riesling (Erstes Gewächs) aus dem Rheingau, das andere Mal einen im Barrique ausgebauten Chardonnay. Auch zum (roten) Fleischgang habe ich einen Rotwein da eigentlich nicht vermisst. Bis jetzt empfinde ich die Variante des Durchtrinkens durchaus als gute Alternative, vorallem da man so auch Weine kennen lernt, die der von uns bisher bevorzugten Stilistik nicht entsprechen.

    @besseresser
    Hatten Sie das Gefühl, dass der Viognier gegen das Reh angekommen wäre oder sind Sie genau deshalb doch auf einen Roten umgestiegen?

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    • #17
      Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
      Interessantes Thema.
      ...oder gar asiatische Aromen sind, dann auch mal einen Sauvignon (gerne aus Österreich) oder einen Traminer.
      Bei asiatischen Gerichten (ich meine originale bzw. richtig kräftige und scharfe) greife ich meist auf Verdejos zurück, hier a.e. Jose Pariente von Dos Victorias.
      Sonst sehe ich für meinen Geschmack zum Durchtrinken GGs aus der Pfalz (ja, neuerdings :-), z.B. von Wirsching) und dem Rheingau (z.B. Grünlack vom Schloß Johannisberg).
      Oder ich bin in meinen "Eßzimmern" oder in Betreuung guter Sommeliers, dann werde ich mutig experimentierfreudig...

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      • #18
        Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
        für meinen Geschmack zum Durchtrinken GGs aus der Pfalz (ja, neuerdings :-), z.B. von Wirsching)
        Das kann ich nur Begrüßen, auch wenn das Weingut Wirsching in Iphofen, also Franken ansässig ist.:cheers:

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        • #19
          Ich stehe vermutlich auf der Leitung, aber was ist GG?

          Wirsching war einmal einer der besten Frankenweingüter, allerdings haben ihm inzwischen viele den Rang abgelaufen.
          Wirsching ist irgendwie "stehengeblieben".


          Gruß!

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          • #20
            Großes Gewächs

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            • #21
              Also doch.
              Mir bleibt aber unklar warum ein GG besonders geeignet wäre beim Essen durchzutrinken?
              GG sagt ja erstmal nichts aus, was irgendwie für einen Weintrinker wichtig wäre, außer, dass das Weingut dem VDP angehört und deren Richtlinien erfüllt.
              Man sollte zwar eine überdurchschnittliche Qualität erwarten dürfen. Aber was sagt das schon aus? Zumal es reichlich Winzer gibt, die nicht dieser Vereinigung angehören und trotzdem Top-Qualitäten liefern


              Gruß!
              Zuletzt geändert von fragolini; 12.07.2012, 16:20.

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              • #22
                @Fragolini: Das sehe ich ebenso - zumal die in Restaurants angebotenen GGs ob der großen Nachfrage idR reichlich jung ausgeschenkt werden und daher im Regelfall ihre Größe und ihr Potential gar nicht ausspielen können oder sogar schlicht noch nicht trinkreif sind. Und zu Ihrer Aussage von Qualitätswinzern außerhalb des VDP darf ich Frau Ziereisen mit einem Spruch vom letzten Wochenende zitieren: "Die [der VDP] wolle uns net un mir wolle die [den VDP] net" - wobei sie ihre Aussage ausschließlich auf Baden beschränkt verstanden haben wollte. Die Qualität der Ziereisen Weine für uns in Baden mit eine - wenn auch sehr spezielle - Referenz.

                @Fragolini - OT: Haben sie schon Erfahrungen mit den Müller-Variationen des Weingutes Stahl gemacht? Für micht liest sich alles über dieses Weingut derart spannend, allein die Rebe.... Lohnt ein Besuch aus dem nicht allzu fernen München?

                @Michael Stromberg: Der Viognier hätte sicherlich auch das Reh "geschafft", obgleich dieses dem superben Wohlfahrtschen Qualitätsstreben folgend herrlich intensiv, ja geradezu "wild" im besten Sinne des Wortes schmeckte. Bei großen Küchen ist mein Maßstab allerdings nicht, ob ein Wein es schafft, mit dem Essen Schritt zu halten, sondern es kongenial zu begleiten. Und wo sollte dies besser gelingen als an der führenden Hand von S. Gass. Freilich gilt hier die Einschränkung, dass ich dann (nach Apéro, Weiß- und Rotwein) nicht mehr fahren will (und wohl auch darf) und das Weinbudget noch Raum für ein lauschiges Zimmer lässt. Auch hier ist S. Gass einer unserer liebsten Lotsen, wir haben in einem ***Haus selten derart gut zu einem wahrlich sehr moderaten Preis getrunken. Ruinieren können Sie sich dafür mit den Zimmerpreisen, wobei neben dem ausnahmslos herzlich agierenden Hotelservice die ozeanlose Traumschiffatmosphäre zum imposanten Frühstück für so manches wieder entschädigt.

                KG
                Besseresser
                Zuletzt geändert von besseresser; 12.07.2012, 15:51.

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                • #23
                  @besseresser
                  Jetzt wäre es natürlich interessant, ob es auch mit einem Weißen gelingen könnte, ein Gericht, wie das von Ihnen beschriebene Wohlfahrtsche Reh, "kongenial" zu begleiten, oder ob dafür letztlich doch einen Rotwein braucht. Ihren Worten zur Weinberatung kann ich im Übrigen nur zustimmen. Stephan Gass überzeugte auch bei unserem Besuch in der Schwarzwaldstube mit treffenden Empfehlungen (Weiß und Rot :cheers zu nicht überzogenen Preisen. Beim Hotel haben mich die von Ihnen angesprochenen Zimmerpreise jedoch ein wenig abgeschreckt, sodass wir im gegenüberliegenden Hotel Tanne abgestiegen sind, welches uns aber auch sehr gut gefallen hat, wenngleich einige Tage in der Traube Tonbach (oder dem Bareiss) sicherlich ihren Reiz haben.

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                  • #24
                    Zitat von besseresser Beitrag anzeigen
                    @Fragolini - OT: Haben sie schon Erfahrungen mit den Müller-Variationen des Weingutes Stahl gemacht? Für micht liest sich alles über dieses Weingut derart spannend, allein die Rebe.... Lohnt ein Besuch aus dem nicht allzu fernen München?
                    Ein sehr ungewöhnlicher, junger Winzer.
                    Füllt seine Weine nicht im Bocksbeutel ab, obwohl er das m.W. dürfte.

                    Ich meine, ich wäre das erste mal im Restaurant Phillipp auf seine Weine aufmerksam geworden.

                    Die Weine haben eine sehr klare Struktur und es wird auf interessante Cuvees wert gelegt. Oft in Verbindung mit Müller Thurgau und Scheurebe.
                    Häufig sehr mineralisch und mit deutlicher Säure.

                    Herausragend für mich alles, was er mit Scheurebe macht. Eine Rebe, die ich eigentlich nicht mag. Aber die Familie Stahl entlockt dieser Rebe ganz tolle neue Aromen. Bei weitem nicht so breit und undifferenziert wie sonst in Franken.
                    Sehr gut auch der "Vielfalter" ein Cuvee aus Müller T., Bachus und Scheurebe (ich hoffe das stimmt so). Süffig, leicht, deutliche Frucht und dabei mit Säure.

                    M.W, nach wird derzeit kein Rotwein ausgebaut, nur ein Rotling (?).

                    Noch nicht probiert habe ich seinen Sauvignon Blanc, der mich sehr reizen würde.

                    Ich war noch nicht vor Ort, sollte da aber mal hinfahren. dürfte nur rund 30 Minuten von mir sein.




                    Gruß!


                    Gruß!

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                    • #25
                      @MichaelStromberg: Sicherlich schafft auch ein richtig gewählter "Weißer" eine solch kongeniale Begleitung; ebenso "wild" wäre etwa der auf der Zunge sehr salzig daherkommende Riesling Typ 2 von Danner, wenn Sie in Baden bleiben wollten; oder Danners Weißburgunder Typ 2, oder, oder, oder... Aber jetzt verrate ich Ihnen (zu unserer Schande) mal was: die hier besprochene Durchtrinkproblematik haben wir leider ganz selten. Normalerwiese schmeckt uns in trauter Zweierrunde der obligate Weißwein zum Start derart gut, dass das letzte Tröpfchen weiß bereits weit vor dem Hauptgang getrunken ist; und dann halten wir es klassisch: "Rot" zu dunklem Fleisch.

                      KG
                      Besseresser - der beim Schreiben gerade unbändige Lust auf eine Flasche Rhini bekommt. Zur Not auch 0,375 - falls sich kein Kumpane findet.

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                      • #26
                        Werter Fragolini,

                        haben Sie vielen herzlichen Dank. Das klingt spannend! Bislang ist mir der junge Stahl nur unter dem Stichwort reiner "Müller Thurgau" untergekommen. Was Sie zu den Cuvées und der Scheurebe schreiben, lässt einen Besuch gleich nochmals spannender erscheinen.

                        Obgleich Stahl für mich ganz persönlich eine der letzten Hoffnungen darstellt, Müller Thurgau doch noch zu verstehen - und zu mögen. Im nächsten Frühjahr wird es sich zeigen.

                        Herzlich,
                        besseresser

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                        • #27
                          Zitat von besseresser Beitrag anzeigen
                          Obgleich Stahl für mich ganz persönlich eine der letzten Hoffnungen darstellt, Müller Thurgau doch noch zu verstehen - und zu mögen. Im nächsten Frühjahr wird es sich zeigen.
                          Ich bin Franke und mir geht es auch nicht anders.
                          Müller Thurgau ist zwar mit dem Silvaner die klassische Frankenweinrebe, aber erschlossen hat sich mir der MT auch noch nicht.
                          Genauso wie der Kerner (nur als Sekt) und der Bachus, alles Weine aus Franken, die sich mir nur selten öffnen.


                          Gruß!

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                          • #28
                            Einige Antworten zuvor war statt "von Wirsching" mutmaßlich das Pfälzer Weingut von Winning gemeint (ehemals Dr. Deinhard), wo man u. a. mit Riesling im Holzfassausbau experimentiert. Sehr gehypt in den letzten zwei Jahren.

                            Die GG sind natürlich auch je nach Region differenziert zu betrachten und m. E. angesichts der üblicherweise schnellen Durchlauferfordernisse für die Gastronomie eigentlich völlig ungeeignet, weil sie in 2 - 3 Jahren ausgetrunken sind. Weine, die nur von ihrem Primärfruchtcharme leben, gibt es für erheblich weniger Geld, und wenn die GGs (idR sind das ja Weine, die früher als trockene Auslesen deklariert worden wären - mithin eigentlich absolute Exoten und Nischenweine) ihr Reifestadium erreichen, bekomme ich sie im Restaurant nicht mehr.

                            Grüße
                            Q.

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                            • #29
                              Lieber Quartalsesser,

                              Ihren Hinweis auf "von Winning" finde ich wertvoll. Gerade in dieser Rubrik "Durchtrinken" hier. Wir waren letztes Jahr dort. Achim Niederberger hat einmal mehr eine Menge investiert, setzt auf Qualität und auf einen interessanten eigenen Stil in der Pfalz. Die von Winning-Weine haben uns allesamt sehr gut gefallen, der Holzeinsatz insbesondere bei den Rieslingen und den spontanvergorenen weißen Burgundern ist lohnend und erscheint uns so gekonnt wie in kaum einem anderen Gut in der Pfalz. Die "Dr. Deinhard" Linie allerdings war mir persönlich zu klassisch.

                              Insbesondere die angesprochenen, hochelegant gemachten weißen Burgunder aus der Reihe "von Winning" etwa sind in der Lage, nahezu jedes Menue zu verschönern: kühl genug am Gaumen für die leichten Gänge (der 100%ige Ausbau in burgundischen Pièces und Halbfudern zahlt sich hier aus) und mit ausreichend eleganter Substanz für die kräftigeren Speißen - wenn man Menuefolgen denn überhaupt derart grob unterteilen will.

                              Allerdings die Preise...wir hören dann immer nur (und nicht nur bei von Winning) die Erklärung, in Frankreich sei es noch teurer und man lege ja fast noch drauf. Ich habe dann immer etwa den formidablen Klaus Peter Keller im Kopf, der uns seinen kleinen Rielsing letztes Jahr für unter 7 Euro mitgab.

                              Vinophile Grüße
                              Besseresser, der sich gestern Abend alleine über eine Flasche Viviser hergemacht hat und heute - auch im Kopf - keinen Schluck bereut, was für eine Qualität!

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                              • #30
                                Zum Thema Preise. Es mag ja stimmen, was den Einstiegswein angeht, aber dafür gibt es ja bei von Winning eben die Deinhard-Linie, die ja durchaus auf diesem Preis-Niveau liegt. Außerdem ist nach oben hin die Preisspanne etwa zu Keller sehr ähnlich. Das Problem sehe ich eher dabei: der eine hat bereits bewiesen, wie die Lagenweine und die Großen Gewächse reifen und ob sie ihren Preis auch später noch rechtfertigen. Der andere muss es noch und erst recht, was den Hype angeht, den es um die jungen Spitzenweine des Hauses gegeben hat.

                                Bei meinem Besuch im April waren die Top-Sachen weitgehend nicht mehr im Verkauf, die Lagenweine waren für mich durchaus überzeugend, aber die große Aufmerksamkeit für das Weingut erklärt sich für mich auch ein Stückweit damit, dass in den vergangenen Jahren andere Weingüter in der Pfalz großen Namen in Deidesheim/Forst ein bisschen den Rang abgelaufen hatten und man nun den Eindruck hat, da tut sich wieder was, auf den klassischen Top-Lagen der Region, einfach weil hier etwas anders germacht wird. Ob es wirklich besser ist, ist für mich noch nicht nicht hinlänglich geklärt, das muss einfach die Zeit zeigen. Neben der reinen Qualität des Weins ansich, spielt sicher auch die gestiegene touristische Attraktivität Deidesheims eine gewisse Rolle. Ich denke, ein richtger Schachzug, in die richtige stilistische Richtung (nicht noch mehr vom Gleichen Buhl-/BJ-Stil)am richtigen Platz zu einem günstigen Zeitpunkt.

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