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Wein zum Essen?

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  • Wein zum Essen?

    Blöde Frage, mag man denken. Nicht für Herrn Thomas Platt, der in seinem Buch "Was sucht die Sardelle auf dem Schnitzel?" (bin noch nicht durch, bisher ziemlich enttäuscht) Folgendes schreibt:

    "Davon unberührt bleibt jedoch, dass es eine denkwürdige Schnapsidee ist, zu jedem Teller einen anderen Wein zu kredenzen. [...] Wenn einer wirklich sein Handwerk - oder hier wohl besser: Kunsthandwerk - versteht, dann brauchen seine Gerichte eigentlich keiner Ergänzung mehr. So wenig nachzusalzen ist, so wenig bedarf es des Schoppens. Im Grund verbirgt sich im Weingenuss nebenher eine Geringschätzung ausdifferenzierter Küchenleistung. [...] Mineralwasser ist ohnehin der höflichste Begleiter eines guten Mahls."
    Meint Herr Platt das ernst, habe ich mich gefragt. Aber er scheint es ernst zu meinen. Ich bin völlig anderer Meinung. Denn ich finde, dass Wein und Essen sich im besten Fall in einer Art miteinander verbinden, die eine völlig neue Geschmacksdimension in beide Richtungen entblättern kann. Aber wenn schon jemand, dessen Buch verlegt und in Buchläden verkauft wird, eine solch kühne These aufstellt, dann scheint sie mir doch jedenfalls diskussionswürdig.

  • #2
    Der Absatz klingt zumindest nicht ironisch gemeint.

    Ich würde dort auch einen konträren Standpunkt vertreten. Es sollte natürlich selbstverständlich sein, dass ein jedes Gericht für sich selbst stehen kann und auch ohne Wein oder sonstige Getränke hervorragend schmeckt. Nichtsdestotrotz kann ein gutes Glas Wein einem bestimmten Gang zusätzliche Nuancen geben, die ihn womöglich sogar auf eine noch höhere Stufe heben, was Herr Platt mit dem Begriff "Ergänzung" ja eigentlich recht gut trifft. Der Wein sollte eben gut auf das Gericht abgestimmt sein, dann sehe ich ihn als klare Bereicherung eines jeden Essens. Sogesehen also für mich zumindest eine nicht zutreffende These.

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    • #3
      Man kann sich alles schönreden, vom Autofahren bis zur Alkoholabstinenz. Natürlich bringt ein passender Wein oft einen Mehrwert. Platts Buch kenne ich nicht, seine Kolumnen sind mir aber durch mangelndes Niveau bereits aufgefallen.

      Grüße, mk

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      • #4
        "Wenn einer wirklich sein Handwerk - oder hier wohl besser: Kunsthandwerk - versteht, dann brauchen seine Gerichte eigentlich keiner Ergänzung mehr. So wenig nachzusalzen ist, so wenig bedarf es des Schoppens."

        Diesen Satz kann man ja eigentlich noch mitgehen. Ein Gericht braucht nicht per se ein Glas Wein. Aber meist passt es halt verdammt gut dazu!:cheers:

        Beste Grüße, Merlan

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        • #5
          "Soll ein Mahl perfekt sein, interessiert primär: was liegt auf dem Teller, was ist im Glas, wie harmoniert das miteinander und - auch wichtig - wer sitzt mit am Tisch. Alles andere, Ambiente, Service, Geschirr und was weiß ich noch alles ist zweitrangig."
          Diese Aussage eines bekannten Gastrosophen hat für mich ewige Gültigkeit; Herrn Platts Empfindungen sind mir wurscht.
          s.

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          • #6
            Werter bekannter Gastrosoph,

            Ihrem Zitat kann ich mich gerne anschließen.
            Damit bringen Sie es vielleicht eines Tages vom Zitat zum geflügelten Wort.

            K.G.
            bst
            ----------------------------------
            bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

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