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Wein zum Käse

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  • Wein zum Käse

    Auf der Suche nach dem perfekten Akkord möchte ich mich an die werten Forumianer wenden. Wir beabsichtigen, einen Zyklus Wein/Käse durchzuführen, die ersten zwei Käse stehen bereit, wundervoll gereifte Burschen, in Erlangen gelagert. Welche Weine könnten wohl dazu passen? Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf
    - Époisse
    - Coulommiers
    MkG
    s.

  • #2
    Hmmmm, Käse und Wein ist bis auf wenige Ausnahmen (zB Comte und Vin Jaune geht nun wirklich immer) sehr oft eine Lotterie. Ich bin immer wieder überrascht welche vermeintlich sichere Kombination in die Hose geht und was für eher als absurd eingeschätzte Paarungen dann ganz herrlich sind. Da hilft es nur ein paar Flaschen aufzumachen und zu probieren. Ich versuchs trotzdem mal.

    -Époisse Eigentlich bin ich ja eher ein Verfechter des Weissweins zum Käse, aber hier würde ich beides probieren. Ein generell guter Rat bei Käsen aus Weingegenden ist ja immer lokal anzufangen, also würde ich sagen ein eher etwas rustikalerer roter Bourgogne Villages aus gutem Hause oder auch ein Beaujolais Cru, vielleicht ein schöner Fleurie. Ein wunderbarer Poulsard von Overnoy (wenn man ihn nicht voreilig in den Schlund befördert hätte) oder ein Trousseau von Puffeney könnten auch sehr interessant sein. Weiss wuerde ich auch erstmal im Burgund bleiben, irgendjemand hat mal einen Chablis GC vorgeschlagen, das koennte ich mir sehr gut vorstellen, eine gewisse Fuelle aber auch kalkige Mineralitaet, das sollte gehen ohne langweilig zu werden. Als Aussenseiter was aus Deutschland, vielleicht eine Albersweiler Latt Gewürztraminer Spaetlese von Rebholz?

    Bis auf letzteren (obwohl man es ja nie vorher weiss) wuerde ich die alle auch gerne zum Coulommiers probieren wollen. Ausserdem vielleicht noch einen richtig guten BdB Champagne.

    Jetzt habe ich Hunger und Durst.

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    • #3
      Zitat von glauer Beitrag anzeigen
      Jetzt habe ich Hunger und Durst.
      Ich auch, und das so früh am morgen.

      Zu Epoisses ist für mich Bojo oder Pinot Noir die Nr. 1. Bei Pinot Noir würde ich zu einem schon leicht gereiften greifen. Wegen der entfernten aromatischen Verwandschaft zwischen Epoisses und Munster finde ich den Tipp von Glauer mit der Traminer Spätlese auch gut. Noch nie ausprobiert, aber laufend im Kopf, habe ich die Kombination aus Epoisses und einem leicht süßen Riesling (entweder ein "trockener" Elsässer mit dann doch etwas Restsüße oder eine Riesling Spätlese mit nicht ganz so viel Säure, z.B. aus dem Rheingau). Nicht funktionieren tut nach meiner Erfahrung Languedoc und Bordeaux. Am Wochenende hat der Sommelier zu verschiedenen Käsen, u.a. einem Epoisses einen ungepriteten roten Süßwein empfohlen (100% Monastrell aus Jumilla). Das war ok, aber für mich keine Traumkombination. Bei Epoisses bleibe ich am Ende am liebsten traditionell mit Pinot Noir.

      Coulommiers habe ich noch nicht bewusst gegessen, nur so ähnliche Käse. Zu den nördlichen hellen Kuhmilchkäsen passt finde ich ein Cidre (Brut oder nicht Brut) immer gut. Chenin Blanc demi-sec von der Loire hat mir zu Brie auch sehr gut geschmeckt.
      Zuletzt geändert von rocco; 11.03.2013, 10:23.

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      • #4
        Obwohl ich, im Gegensatz zum glauer, eher Rotwein-zum-Käse-Fraktion angehöre, stimm für mich absolut die Verbindung Epoisses - Gewürztraminer, zum Beispiel aus der Pfalz, Ph. Kuhn, oder aus Westhofen, Weingut Müller-Dr.Becker. Sonst bin ich kein großer Gewürztraminer-Fan, aber an dieser Kombination stimmt einfach alles.

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        • #5
          Zitat von rocco Beitrag anzeigen
          Zu den nördlichen hellen Kuhmilchkäsen passt finde ich ein Cidre (Brut oder nicht Brut) immer gut.
          Super Vorschlag. Die vergisst man viel zu oft.

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          • #6
            Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
            die ersten zwei Käse stehen bereit, wundervoll gereifte Burschen
            Mir wuerde dazu folgender Portwein schmecken:

            Niepoort: 20 year Tawny

            (oder ein preiswerter 10 jaehriger eines Herstellers dessen Namen mir leider nicht mehr einfaellt)

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            • #7
              Also einen ersten Versuch haben wir, allerdings im Rahmen eines kleinen Abendessens, unternommen. Zum Coulommiers probierten wir einen Ruländer Stachlburg aus dem Vinschgau, einen Sancerre Chavignol Les Bouquettes und einen Birnenwein. Alle drei Weine konnten uns nicht überzeugen, die Birne war allerdings mit Sprutzel, da könnte natürlich auch die Kohlensäure gestört haben. Das nächste Mal werde ich da auf die wi'sche Seite wechseln und was Rotes versuchen.
              Der Epoisses (Germain, affiniert mit Marc de B) war, Herrn Waltmann sei Dank, wunderbar reif, der Sancerre dazu ohne Chance. Also da das nächste Mal doch einen Chablis-Versuch starten. Dann hatten wir einen Matusalem Oloroso Dulce Muy Viejo, das war schon deutlich besser, allerdings mischten sich hier merkwürdige Bittertöne rein; Volltreffer - dabei wollte ich da zunächst gar nicht richtig mitziehen, denn der Gewürz steht doch eigentlich in unverbrüchlicher traditioneller Liaison zum Münsterkäs - war nun eine Gewürztraminer Vendemmia Tardiva vom Weingut Falkenstein/Naturns.
              Zunächst also vielen Dank für die rege Beteiligung und die interessanten Vorschläge, die so nach und nach durchprobiert werden.
              MkG
              schlaraffenland

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              • #8
                Ich habe letztes Wochenende auf dem Markt Bleu de Termignon bekommen (für mich eine Premiere, soweit meine Erinnerung reicht). In meinem Käsebuch (von Randolph Hodgson) steht nun, dass der Bleu de Termignon nur von einer (!) Sennerin aus Milch von neun (!) Kühen hergestellt wird. Das ist Quatsch, oder?

                Was trinke ich dazu wohl am besten? Einen richtig süßen Wein (Sauternes, Tokajer, Chenin Blanc Moelleux) oder vielleicht einen süßen, aber nicht ganz so süßen (Riesling Spätlese)?

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                • #9
                  Eine Handvoll Senner, ca 60 Kühe

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                  • #10
                    Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                    Ich habe letztes Wochenende auf dem Markt Bleu de Termignon bekommen (für mich eine Premiere, soweit meine Erinnerung reicht). In meinem Käsebuch (von Randolph Hodgson) steht nun, dass der Bleu de Termignon nur von einer (!) Sennerin aus Milch von neun (!) Kühen hergestellt wird. Das ist Quatsch, oder?

                    Was trinke ich dazu wohl am besten? Einen richtig süßen Wein (Sauternes, Tokajer, Chenin Blanc Moelleux) oder vielleicht einen süßen, aber nicht ganz so süßen (Riesling Spätlese)?
                    Also ganz so selten ist er tatsächlich eher nicht. Hatte ihn vor ein paar Wochen zumindest aus diversen Quellen bei einem Aufenthalt in den Savoyer Alpen. Ich habe auch noch ein Stück im Keller, so dass wir ja mal die Paarungen vergleichen können.

                    Ich wuerde aber die suessen Sachen erstmal zur Seite stellen. Der Kaese ist ganz anders als alle Blauschimmelkaese die ich kenne (und meist nicht besonders mag). Sehr trocken-teigig und sehr mild, mit ganz delikaten Aromen. Gerade wuerde ich fast eher an roten Burgunder denken (aber das denke ich gerade fast zu allem komischerweise...). Wir werden wahrscheinlich als erstes mit lokalen Weinen anfangen, einem Mondeuse und weiss vielleicht einem Gringet von Belluard, der hat etwas mehr Volumen. Auch aus dem Jura koennte ich mir einiges vorstellen (aber unterhalb Vin Jaune, zu dem ist der Kaese zu subtil vermute ich). Richtig alte Riesling Spaetlese mit Firne koennte auch schoen sein.

                    Bin gespannt.

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                    • #11
                      Zitat von glauer Beitrag anzeigen
                      Also ganz so selten ist er tatsächlich eher nicht. Hatte ihn vor ein paar Wochen zumindest aus diversen Quellen bei einem Aufenthalt in den Savoyer Alpen. Ich habe auch noch ein Stück im Keller, so dass wir ja mal die Paarungen vergleichen können.

                      Ich wuerde aber die suessen Sachen erstmal zur Seite stellen. Der Kaese ist ganz anders als alle Blauschimmelkaese die ich kenne (und meist nicht besonders mag). Sehr trocken-teigig und sehr mild, mit ganz delikaten Aromen. Gerade wuerde ich fast eher an roten Burgunder denken (aber das denke ich gerade fast zu allem komischerweise...). Wir werden wahrscheinlich als erstes mit lokalen Weinen anfangen, einem Mondeuse und weiss vielleicht einem Gringet von Belluard, der hat etwas mehr Volumen. Auch aus dem Jura koennte ich mir einiges vorstellen (aber unterhalb Vin Jaune, zu dem ist der Kaese zu subtil vermute ich). Richtig alte Riesling Spaetlese mit Firne koennte auch schoen sein.

                      Bin gespannt.
                      Prima, ich mache am kommenden Wochenende mal zwei verschiedene Flaschen dazu auf und werde berichten. Ich habe auch schon ein paar Brocken probiert und kann Ihrer Einschätzung eines sehr trocken-teigigen, milden, delikaten Käses nur beipflichten. Hinten raus hatte er aber doch ein sehr schönes Bleu-Aroma, das mich am ehesten an einen Bleu de Gex erinnerte. Savoyer Weine befinden sich leider nicht in meinem Fundus. Das mit der gereiften, firnigen Spätlese ist eine gute Idee. Über die Parallelflasche muss ich noch nachdenken, sie wird aber eher weiß sein (ein Condrieu vielleicht?)

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                      • #12
                        Ein wenig hängt das auch vom aktuellen Reifestadium und der jeweiligen Intensität/Würze ab. Und natürlich von den persönlichen Vorlieben. Das Exemplar, das ich dieses Jahr auf dem Teller hatte, ging sehr gut mit einer reifen Riesling-Spätlese von J.B. Becker zusammen. Ich könnte mir bei strengeren Exemplaren aber auch einen Gewürztraminer gut vorstellen. Ausprobieren und berichten! Der Käse ist auf jeden Fall toll...

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                        • #13
                          Oh, schlechtes Timing...

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                          • #14
                            Auf die Paarung mit dem Condrieu wäre ich sehr gespannt (wobei da die erste Hürde noch größer ist, nämlich überhaupt einen wirklich guten Condrieu zu finden; für mich eine Art Einhorn der Weinwelt. Einmal gesehen bzw getrunken, seither auf der Suche, aber vergebens).

                            Ansonsten sind Sie doch ein grosser Jurafan, ich glaube ein Tissot En Barberon oder was in der Art könnte sehr gut gehen. Es darf halt nichts zu mächtiges sein, aber ganz ohne eine gewisse Substanz wird sich ein Wein nicht behaupten können.

                            Übrigens, den BdT und andere auf den Punkt gereifte Käse der Gegend (Reblochon, Beaufort d'ete, verschiedene Tommes, etc etc) kann man auch online bestellen, und trotz der frechen Preise der französischen Paketdienste zu im Endeffekt extrem günstigen Preisen.

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                            • #15
                              Zitat von monkfish Beitrag anzeigen
                              Das Exemplar, das ich dieses Jahr auf dem Teller hatte, ging sehr gut mit einer reifen Riesling-Spätlese von J.B. Becker zusammen.
                              Genau an sowas hatte ich auch gedacht. Rheingau und alt. Vielleicht sogar ein halbtrockener von Becker.

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