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Französische Weine, italienischer Herkunft?

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  • Französische Weine, italienischer Herkunft?

    Sehr geehrte Mitleser und vor allem Mitschreiber

    bei meiner letzten Winzersuche war ein Beitrag hier sehr hilfreich, schlicht weil das was ich suche im Netz und auch in Büchern und Zeitschriften kaum zu finden ist und wir leider nicht die Zeit haben, quer durchs Land auf jeden Hof zu fahren.

    Damals ging es darum, das selbstauferlegte, italienische Korsett obenrum nach Norden zu spreizen, nur ist leider an der Hüfte noch etwas Platz, den ich gern mit dem ein oder anderen "Franzosen" auspolstern würde.

    Um passendes zu finden, werden wir über Ostern ins Aosta-Tal fahren, auf der Suche nach dem einen Weingut, das besonders gut zu uns passt.

    Ein kleiner bis mittlerer Betrieb ca 30-100k Flaschen/Jahr, mit einem schönen Portfolio an für Italien eher untypischen Trauben und Kellertechniken. Idealer Weise 4-8 unterschiedliche Abfüllungen, beginnend mit gutem Alltagswein, bis hin zu nicht zwingend großem aber großartigem Wein, zu gescheit kalkulierbaren Preisen.

    In etwa so etwas wie die hier... ...ww.maisonanselmet.it

    Gibt es bessere, sind diese nicht so gut wie Ihr Ruf, wo muss die Blinde Kuh hin?

    Ich freue mich auf jeden Hinweis und oder Vorschlag ebenso willkommen Pfeile zu Büschen die abgeklopft werden sollten.

    Um die Motivation etwas zu erhöhen gibt es selbstverständlich "Vermittlungsprovision".

    Wahlweise ein Carepaket zur heimischen Verkostung aus der ersten Charge (Import hoffentlich von Juni 2014) oder aber ein Abend hier bei uns, mit den Weinen als Begleitung zu einem kleinen Imbiss für 2.

    Viele Grüße und noch mehr Vorschussdank

    Passepartout

    PS: ich kann keine Links lesen
    Zuletzt geändert von passepartout; 05.01.2014, 13:15.

  • #2
    Ich hoffe die Amis (Aosta ist hier gerade hip hip hipster) haben die Preise noch nicht ganz verdorben.

    Gut gefallen haben mir immer die Weine der Kooperative La Kiuva (70,000 Flaschen). LaKiuva .it

    Grosjean fast noch besser. grosjean. vievini. it

    Auch gut das Institut Agricole mit Weinabteilung iaraosta. it

    Eher bekannt, vor allem für den Chardonnay, ist Les Cretes. Auch interessant und weniger teuer sind jedoch die anderen Weine lescretes. it

    Morgex et de la Salle soll auch sehr gut sein, aber nur weiss. caveduvinblanc. com

    Bin gespannt!

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    • #3
      Dem guten Vorsatz folgend, im neuen Jahr wieder den einen oder anderen Beitrag zu schreiben, wenn ich etwas zu sagen habe, schließe ich mich ergänzend an: Grosjean und Les Cretes kann ich aus eigener Erfahrung ebenfalls empfehlen und werfe noch Franco Noussan noussanvini.it in die Waagschale - zugegeben sehr klein (7000 Fl.), aber fein und rar. Viel Erfolg auf der Tour!

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      • #4
        Zitat von monkfish Beitrag anzeigen
        Dem guten Vorsatz folgend, im neuen Jahr wieder den einen oder anderen Beitrag zu schreiben
        Guter Vorsatz
        Gruß
        s.

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        • #5
          Maison Anselmet

          Zu Beginn muss ich mich bedanken, für all die nicht zielführenden Hinweise die ich hier und via PM erhalten habe.

          Was ich suchte war sehr speziell, da es zum einen für sich besonders gut und zum anderen besonders gut zu uns, mir und der Kneipe die ich führe passen musste.

          Am Ende war es die Maison Anselmet, die ich aus Spaß- googel: "Chardonnay + Aosta" irgendwo zwischen Seite 10-15 fand, ins Rennen schickte und zu der mir niemand etwas sagen konnte. Vermutlich weil es bisher keinen deutschen Abnehmer, Importeur gab.

          Diese Maison ist ein ganz wunderbares, kleines Weingut mit einem Ausstoß von 65-75k Flaschen je nach Jahrgang und einem für die gebotene Qualität, kalkulierbarem Preisgefüge. Die Familie macht seit über 400 Jahren Wein, seit ca 50 verkauft sie diesen und seit 8 Jahren gibt es einen Keller, in dem önologisch fast alles möglich ist. Das Haus darüber ist ein ortstypisches kleines Steinhaus mit ordentlichem Verkostungsraum aber unter der Erde erwartet einen wunderschöner "Hightech-Keller". Aus dem Vollen geschnitzt mit viel Geschmack und eben so viel Bewusstsein für nachhaltige Arbeitsweise.

          Die Weißen:

          Müller Thurgau:

          Für mich viel zu oft einfacher Massenwein, um den ich gern einen großen Bogen mache. Hier gebührt ihm die selbe Aufmerksamkeit wie verheißungsvolleren Trauben. Heraus kommt ein leichter, frischer Wein mit filigraner Exotik. Litschi in der Nase und am Gaumen, Leichtigkeit die von der klar definierten Säure mit feinem Bitterton, ähnlich einer Kalamansi überraschend geerdet wird. Gut zu trinken aber unnahbar.

          Cardonnay

          Ein exotischer Kraftprotz wenn man ihn lässt. Pfirsich, Ananas und die deutlich breite, bittere Säure der roten Grapefruit. Ein perfekter, sehr agiler kulinarischer Begleiter und Gegenspieler. Bei 2° ist er die perfekte Balance zu fettem, tomatigem Muscheleintopf. Bei 8° kommt die Säure und pariert Florentiner Kutteln, um sich bei 12° zu meinem hass Apfel, einem geschmeidigen Granny Smith, im Kampf um die Dominanz in einem Rauchaalgericht zu profilieren.

          Ein sehr schöner, schlüssiger Wein, der auch für sich allein funktioniert.

          Chardonnay "Élevé en fût de chêne"

          Der "wichtigste Wein" dieses Weingutes- es gab Mal drei Tassen im Gambero.

          Ein ganz wunderbarer Chardonnay. Eine sehr feine, traubenspezifische Nase. Etwas Erde, ein wenig Toast durch die Barriques. Am Gaumen rund, etwas Honig, grüne Mirabelle und die scharfe Säure einer frischen Walnuss, niemals fett eher geschmeidig. Ein sehr guter, wunderbar ausbalancierter Wein für sich allein, ein perfekter Begleiter zu jungem Brie.

          Pinot Gris

          Ein Rätselwein. Lecker in der Nase und am Gaumen aber immer die Frage warum, wonach. Ein tiefsinnig, vielseitiges, vielschichtiges Gesöff. Kaffee und szechuan Pfeffer in der Nase gepaart mit fast allem was ein Pinot Gris haben kann. Obwohl seit über einem Jahr auf der Flasche fast noch spritzig, dabei niemals kantig, eher behäbig.

          Unschlüssig ist, was genau dieser Wein kommuniziert, aber er kann vieles. Gebratener Kanninchenleber gibt er Substanz, verbindend wirkt er in eher zerklüfteten Stopfleber- Obstgerichten, zu grünem Spargel mit etwas Culatello harmoniert er perfekt. Zuviel für mich, ich bin sensorisch noch nicht in der Lage, diesen Wein zu Ende zu schmecken.

          Es fehlt Petit Arvin, den wir leider nur in hier nahezu unverkäuflichen und privat kaum zu bemächtigenden Magnums bekommen konnten, 12, 2014 kommt der neue auf die Flasche, wenn vorher niemand freiwillig trinken hilft (meine Frau darf nicht) gibt es erst später ein Update. Vor Ort war es des beste Weiße, wie alles zuvor sehr ausgewogen aber mit unfassbarer Würze versehen. Der beste "Veltliner" den ich bisher hatte.

          Die Roten:

          Es gibt viele aber da sie relativ gesehen etwas teuer sind, sie passen nicht in mein Preisgefüge für den Offenausschank, kaufen wir vorerst nur vier.

          Torrette...
          eine Cuvee: 70% Petit Rouge, 30% Fumin, Mayolet, Cornalin. Ein saftiger Roter. Die Nase weich und pflaumig, eher schaler Mokka als Kaffee. Noch jung auf der Flasche mit etwas Toast und Holznoten, Sauerkirsche, bitter geerdet durch frische Waldpilze. Nicht mein Lieblingswein.

          Fumin In der Nase Holunder, sehr jung mit viel Erde und einigen noch undefinierbaren Schichten... Es ist lecker, die Gedanken sind bei Hagebuttentee, im Nachhall eine schöne Schärfe. Wir lassen ihn noch etwas liegen. Zur zweiten Flasche möchte ich Reh, Speck und Sitzkohl.

          Henry 100% Syrah

          ein Wein wie Kuchen. Bereits die erste Nase sagt "danke fürs aufmachen" hier bin ich schon.
          Die Wein gewordene Symbiose zwischen Schwarzwälder Kirsch und Sacher. Dunkle Schokolade, Sauerkirsch und Cognac, fehlenden Sahne ersetzt ein grandioser Schmelz. Butterwein.

          Es fehlt "Prisonnier" die rote Spitzenabfüllung des Weingutes. Ein Wein aus einer der besten Lagen Italiens, eine Cuvee aus 40% Petit Rouge, 35% Cornalin, 20% Fumin, 5% Mayolet, Weingewordene Offenbarung. Dicksaft vom Pflaumen, Tabak- guter Tabak und Knubberkirsch. Nuancen von Tahitivanille, Zimt, Orangenschalen, allem. Leider ausgetrunken, ab Dezember gibt es Nachschub.


          Schlafen kann man ganz in der Nähe und wunderbar friedlich in der albergo "La Meridiana". Einem "Puppenstubenhotel" mit einem ebenso großartigem wie authentischen Restaurant, dass es darauf anlegt den ersten Stern zu bekommen. Am Morgen überrascht mich eines der qualitativ besten Frühstücksbuffets die ich je gegessen habe. Eine gut sortierte Auswahl hochwertiger, regionaler Produkte, rustikales, "echtes" Essen.

          Viele Grüße

          Passepartout

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