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Thema: Restaurants ohne Stern - Köln -

  1. #11
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    Ich war gestern im neu mit Bib ausgezeichnetem "Zen - Japanese Restaurant", welches japanische Küche stellenweise modern interpretiert (Inside-Out-Sushi-Roll) in einem Kölner Vorort anbietet. Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Ich glaube auf diesem Niveau gibt es in Deutschland nur noch wenige japanische Restaurants, die eine bessere Produktqualität anbieten können - mir würden (beide nicht besucht) auch nur noch die beiden Einsterner Nagaya und Yunico einfallen.

    Im Zen haben wir uns durch viele verschiedene Gänge durchprobiert:
    - Als Vorspeise: 2 Hamachi Nigiri (Sushi, aus Japan eingeflogen, €10), Horenso Gomaaee (Wasserspinat in Sesam-Erdnusssauce, €4,50).
    - Als Hauptgang: Gyuniku Steak (Entrecote vom Grill, €17), und dann die Cherry Blossom Roll und Alaska Roll (jeweils €14-17 für jeweils 8 Stücke Inside-Out-Sushi-Roll)
    - Da wir dann noch Hunger hatten einmal frittiertes Hähnchen (Tori no Karaage für €9).
    - 2 Mal das Schokomousse (€5 jeweils) sowie das Matcha-Eis (grüner Tee Eis) für €3,50.
    - Als Weißwein dazu eine Flasche Klaus Gallé (€19) - die für meinen Empfinden etwas zu kalt war und sich somit nicht voll entfalten konnte aber gut begleitet hat.

    Mein Fazit: Ich war begeistert wie schon lange nicht mehr. Die Produktqualität ist sehr hoch, jede Zutat ist einzeln schmeckbar und zeugt von makelloser Frische, wie man sie von Sushirestaurants in Deutschland oft gar nicht kennt. Geschmacklich gab es kaum Schwächen. Das Tori no Karaage zählt zu dem besten was ich bislang probieren konnte (mein halbes Jahr in Japan dabei inbegriffen). An der Cherry Blossom Roll haben Wackelpudding-Stücke aus Yuzu (?) begeistert, die sich im Mund zu einer feinen Säure auflösen. Das Matcha-Eis war sensationell cremig und nicht einfach gefrorenes Wasser wie so oft. Und warum habe ich oben die Preise aufgeführt? Weil ich diese für das gebotene Niveau absolut preisgünstig empfinde. Summa summarum habe ich für 2 Personen €110 bezahlt. In vergleichbaren Restaurants wie dem Moriki in Frankfurt bezahlt man für ähnliches Essen in einem Hauch schwächerer Produktqualität gerne €60-70 mehr. Hamachi-Sushi und das frittierte Hähchen kratzen für mich sogar schon am Niveau eines Einsterners Stern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.

    Einziger Kritikpunkt: Die Portionen fallen in Ordnung aber nicht unbedingt sättigend aus. Aber bei Resthunger kann man ja einfach nachbestellen.

  2. #12
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    "Metzger & Marie"

    Manchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.

    Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war, was die beiden in ihrem Restaurant machen wollten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war downsizing angesagt. Rustikaleres, aber dennoch gemütliches Ambiente, blanke Tische, eine übersichtliche Karte mit einfacheren Gerichten, die im besten Sinne bürgerlich sind und abgespeckten Preisen.
    Schlechter gekocht wird seitdem sicherlich nicht, nur eben anders. Und das wird auch vom Michelin anerkannt, der hier seinen Bib Gourmand verteilt, mit dem gute Qualität zu vernünftigem Preis auszeichnet wird.
    Die beiden Male, die wir nun im umbenannten „Metzger & Marie“ waren, war es jedesmal ausgebucht. Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen: Neukonzeption offensichtlich geglückt.

    Die Gerichte auf der Karte werden wahlweise ihm, Metzger, oder ihr, Marie (beides wohl Spitznamen von Marc und Nadine Flogaus) zugeschrieben, wobei sie mehr für Fisch und vegetarisch und er fürs Fleischliche zuständig ist. Ein deutlicher österreichischer Einschlag ist unverkennbar.

    Die Küche grüßt mit Laugenstangen, Butter und köstlichem Schinken und Leberwurst. Das ist originell und von ausgezeichneter Qualität.

    MetzgerMarie_1_Snacks.jpg

    Wir wählen zum Start Marie's Rote Garnele und Färöerlachs, was als Salat kommt, der gut angemacht ist und von einer Avocadocreme begleitet ist. Der Lachs ist geräuchert, die Garnelen kurz gebraten. Alles in allem ein ordentlicher Einstieg.

    MetzgerMarie_2_Lachs_Garnele.jpg

    Metzger's Backhendl ist als Vorspeisenportion gedacht und daher auch gut zu bewältigen. Es kommen drei knusprig ausgebackene Stücke vom Stubenküken, saftig und makellos, dazu leckerer Kartoffelsalat und Remoulade. Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde, dass es alle anderen einfach schwer haben. Und auch diese hier ist mir zu wenig kräutrig und insgesamt zu flach und mayonnaisig, aber die Backhendl-Stücke und der Salat machen das wett.

    MetzgerMarie_3_Backhendl.jpg

    Im „Metzger & Marie“ werden, und das finde ich äußerst lobenswert, auch den Innereien angemessenen Platz eingeräumt. Wo sonst kann man regelmäßig auch Kutteln oder Kalbsbries bekommen? Einen Stammplatz auf der Karte, weil scheinbar eines der beliebtesten Gerichte hier, haben die Kalbsknochen, aus denen das Mark mit Schnittlauch gelöffelt wird und zu dem es nichts weiter als geröstetes Brot gibt. Das hat etwas archaisches, ist fettig, aber ungemein g'schmackig.

    MetzgerMarie_4_Kalbsknochen.jpg

    Im Hauptgang wird es erneut fleischig. Zum einen kommt eine stattliche Portion geschmorter Lammhaxe auf den Tisch, mit getrockneten Tomaten, Artischocken und Kartoffelpüree leicht mediterran angehaucht. In Summe aber ist dies ein rustikales Wohlfühlgericht, das gut zur kalten Jahreszeit passt.

    MetzgerMarie_5_Lammhaxe.jpg

    Mein Cordon Bleu steht dem in nichts nach. Besonders erwähnenswert sind hier aber die ganz ausgezeichneten Beilagen, wobei neben den leckeren Speckkroketten vor allem das saure Karottenpüree herauszuheben ist. Hier war ich beim Lesen der Karte erst skeptisch, aber tatsächlich schmeckt das stückige und in der Tat säuerliche Püree ganz fabelhaft. Den Kniff geben hier gepickelte Karotten und Reisessig, wie wir auf Nachfrage erfahren.

    MetzgerMarie_6_Cordon Bleu.jpg

    Nach so viel Fleisch reicht es nur noch für ein Dessert zum Teilen. Der Bananensplit kommt in dekonstruierter, aber nicht wirklich schlankerer Form im Glas. Mascarpone tut hier einen ordentlichen Dienst, um das Bananenkompott bloß nicht zu gesund wirken zu lassen. Das ist schon eine recht mächtige Angelegenheit, der wir dringend mit einigen der ausgezeichneten Obstbrände zu Leibe rücken müssen.

    MetzgerMarie_7_Bananensplitt.jpg

    Die Weinkarte listet einige interessante deutsche und österreichische Weine und bei den offenen Weinen verfährt man so, dass die Flasche auf dem Tisch gelassen wird und anschließend nach Verbrauch abgewogen und abgerechnet wird. Gefährlich, weil man meistens doch mehr nimmt, als man will, aber unterm Strich auf jeden Fall fair berechnet.

    Dass das „Metzger & Marie“ auch sonntags geöffnet hat, ist ein weiterer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist, weil die Auswahl da in Köln doch überschaubar ist. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man an so einem Abend das ein oder andere bekannte Gesicht an anderen Tischen erblickt.
    Und wer vom Metzger & Marie auch etwas mit nach Hause nehmen will, kann speziell dafür konzipierte Gerichte auch im Weckglas erstehen. Nicht die schlechteste Idee.

    Bericht auch unter: http://tischnotizen.de/metzger-marie-koeln/

  3. #13
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    Dann will ich mich mal in die lebhafte Diskussion einmischen:
    auf der Karte der Köche Flogaus - sollten die nicht mal mit Rolf Fliegauf zusammen kochen? - stehen auch gebackene Kutteln. Konnten Sie da - und warum haben Sie die eigentlich nicht bestellet? - einen Blick darauf erhaschen? Ist das sowas wie die Gras double in den Lyoner Bouchons, gepresste Kutteln, leicht geliert, und dann paniert goldbraun rausgebacken?

    "Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde ..."
    Für diese Fälle, lieber thomashaj, gibt es eine Rubrik "kochende Forumianer". Die Rezeptur interessiert mich ungemein.

  4. #14
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    Flogaus/Fliegauf zumindest sprachlich eine nette Kombi...

    Die Kutteln - ebenso wie das Kalbsbries - habe ich an anderen Tischen nicht sehen können. Ob sie also so oder zumindest so ähnlich, wie von Ihnen beschrieben, zubereitet werden, vermag ich nicht zu sagen. Warum ich das nicht selbst bestellt habe? Gute Frage, denn ich liebe Innereien (im Gegensatz zu meiner besseren Hälfte). Aber nach einem Herzinfarkt und der danach folgenden Kenntnis über den Cholesteringehalt von Innereien, habe ich mich entschieden, den Genuss zumindest einzuschränken. Ich sündige auch so schon genug. (Und an alle anderen: jetzt bitte nicht wieder eine Generaldebatte über Cholesterin. Persönliche Entscheidung und so...)

    Das Rezept für die Remoulade reiche ich nach, wenn ich wieder zuhause bin. Ist aus einem uralten essen & trinken-Kochbuch. Auch so eine Sünde, die ich mir eigentlich verkneifen müsste. Klappt aber nur selten.

  5. #15
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    Zitat Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    "Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde ..."
    Für diese Fälle, lieber thomashaj, gibt es eine Rubrik "kochende Forumianer". Die Rezeptur interessiert mich ungemein.
    Lieber Schlaraffe, helfen Sie mir bitte! Ich habe das Forum von oben nach unten durchgesucht, finde aber die Rubrik "kochende Forumianer" nicht. Und dabei möchte ich gerne, wie versprochen, das Remoulade-Rezept teilen.

  6. #16
    glauer ist offline Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession
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    Zitat Zitat von thomashaj Beitrag anzeigen
    Lieber Schlaraffe, helfen Sie mir bitte! Ich habe das Forum von oben nach unten durchgesucht, finde aber die Rubrik "kochende Forumianer" nicht. Und dabei möchte ich gerne, wie versprochen, das Remoulade-Rezept teilen.
    https://forum.restaurant-ranglisten....light=kochende

  7. #17
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    Besten Dank! Rezept ist gepostet...

  8. #18
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    "Tanica"

    Als wir das Restaurant betreten, fällt mein Blick im gut gefüllten Gastraum prompt auf einen größeren Tisch am Fenster und lässt mich innerlich beten, unser reservierter Tisch möge bitte nicht ausgerechnet der freie daneben sein. Es wird unser Tisch werden. Und jetzt muss ich vorsichtig sein, denn ich betrete dünnes Eis. Schließlich will ich nicht als Kinderhasser gelten. Denn das bin ich wirklich nicht. Aber ganz im Sinne von Herbert Grönemeyer regieren am Nebentisch eindeutig die Kinder: der Säugling, der deutlich und nachhaltig zum Ausdruck bringt, dass er wahlweise hungrig oder müde ist (ich kenne mich da jetzt nicht so aus), das ein paar Jahre ältere Kind (Geschwisterchen?), das ähnlich lautstark klar macht, dass er die Aufmerksamkeit nicht kampflos dem Baby überlassen will und der etwas größere Junge, der durch unaufhaltsamen Bewegungsdrang auffällt. Nun gut - manchmal gewinnt man, manchmal verliert man.

    Nicht alle Eltern am Tisch wirken angesichts dieses andauernden Theaters wirklich glücklich, aber warum sollte es ihnen anders gehen als uns? Zumindest deuten die Teller daraufhin, dass man mit den Hauptgerichten bereits durch ist. Das lässt hoffen. Und nach Gin-Tonic und einer originellen Abwandlung des Apérol Spritz mit Rosmarin macht sich sowieso eine deutlich stoischere Gelassenheit breit.

    Das Tanica stand schon seit einiger Zeit auf unserer Liste, denn wenn schon befreundete Gastronomen den Laden empfehlen und der Kölner Stadtanzeiger das Tanica in einem Ranking mediterraner Restaurants auf den ersten Platz hievt, kann es so schlecht wohl nicht sein. Außerdem wird hier ein besonderer Augenmerk auf die Weine gelegt und wir lernen, dass die Weinkarte alle paar Wochen bzw. Monate einen neuen Schwerpunkt erhält und komplett ausgetauscht wird. Wir kommen gerade in die Südafrika-Phase.

    Die Speisekarte ist relativ übersichtlich und bietet Gerichte in mittlerer 2/3-Portionierung, also etwas größer als Tapas. Preise liegen dabei durchweg zwischen 8 und 12-13 Euro, Desserts bei 5 Euro. Lediglich das Rinderfilet fällt mit 16 Euro etwas aus dem Rahmen.

    Wir starten mit Thunfisch im Sesammantel und Wasabimayo. Vier passable Stücke auf etwas Chutney und Salat sind akkurat kurz gebraten, so dass der Fisch überwiegend noch roh ist. Die Wasabimayo ist eher dezent, so dass der Gang leider ein wenig flach bleibt.


    Thunfisch / Sesammantel / Wasabimayo

    Mein Spargelsalat mit Ponzulachs und gestocktem Ei (nun gut, man hätte es auch hart gekocht nennen können) ist da deutlich abwechslungsreicher und aromatischer. Zuvor allerdings muss man einiges an rohem, leider nicht angemachten Grünzeug beiseite räumen, das zwar sauber in lange, dünne Streifen geschnitten ist, dadurch aber eben nicht essfreundlicher wird. Der Spargelsalat in cremigem Dressing indes schmeckt sehr gut, der Lachs weist durch das Marinieren mit Ponzu eine erfreulich feste Konsistenz und eine dunklere Farbe auf, ist ebenfalls lecker.


    Spargelsalat / Gestocktes Ei / Ponzu-Lachs

    Ganz hervorragend dann der Pastagang meines Gemahls, Fuselloni mit weißer Kalbsbolognese. Was verhältnismäßig unscheinbar aussieht, ist eine 1a zubereitete geschmacksintensive Bolognese, denen Butterbrösel einen zusätzlichen Crunch geben.


    Fuselloni / Weiße Kalbsbolognese

    Ich hätte hierbei eigentlich aussetzen wollen, bekomme meinen Fleischgang aber jetzt bereits - was vielleicht nicht verkehrt ist, denn woran ich nicht gedacht hatte war, dass das Tataki vom Txogitxu, also vom alten Rind, kalt serviert wird. Es wird relativ pur, nur mit ein paar Bärlauchblättern und etwas Café de Paris-Creme präsentiert. Frittierte Kapern sorgen für einen witzigen aromatischen wie texturellen Twist. Das Fleisch selbst ist gut gebraten und sehr aromatisch.


    Tataki / Txogitxu / Café de Paris

    Zwischenzeitlich hat die Eltern-Kind-Gruppe Kinderwagen, diverse Taschen und Jacken gepackt und den Heimweg angetreten. Trotz der ohnehin lebhaften Atmosphäre im gut besuchten Restaurant stellt sich auf einmal eine wunderbare Ruhe ein.

    Nicht, weil ich noch besonders hungrig bin, sondern einfach aus Neugierde, bestelle ich kurzfristig noch die gegrillten Calamari mit Blutwurst nach, was für die Küche kein Problem darstellt. Sie kommen zeitgleich mit dem gleichen Gang meines Mannes. Die Calamari sind zart, die Blutwurst würzig und als länglicher Strang auf dem Teller. Mit ein paar säuerlichen, kalten Schalotten ergibt sich eine interessante Kombination, bei der das Deftige der beiden Hauptkomponenten eindeutig im Vordergrund bleibt.


    Calamari / Blutwurst / Essig-Schalotten

    Und erneut nur der Vollständigkeit halber - satt sind wir längst - ordern wir auch noch die beiden Desserts. Ich die Joghurtmousse mit weißer Schokolade, Grapefruit und Kardamom, meine bessere Hälfte die Torta della Nonna.

    Meine Mousse ist halt eine Mousse. Nicht besonders auffällig und mit ein paar Bröseln und Himbeeren auch eher unspektakulär. Die Grapefruit erinnere ich nicht mehr, vielleicht war sie in den wenigen Saucentupfen. Insgesamt mächtiger als zu erwarten war.


    Joghurtmousse / Grapefruit / Weiße Schokolade / Kardamom

    Die Torta della Nonna gefällt mir da entschieden besser. Die Cremefüllung ist köstlich, der Kuchen mit den Pinienkernen nicht minder. Schlicht, aber sehr gut.


    Torta della Nonna

    Im Glas hatten wir übrigens einen 2014 Mullineux Old Vines, eine Cuvée aus Chenin Blanc, Clairette Blanche und Viognier, der genau unserem Geschmack nach einem etwas fülligeren zwar holzbetonten, aber noch eleganten Wein entsprach. Zudem war er mit 44 Euro sehr fair kalkuliert. Die Weinberatung hat uns, wie der Service ausgesprochen gut gefallen.


    2014 Mullineux Old Vines

    Im Tanica wird keine hoch anspruchsvolle Küche serviert, sondern Gerichte, die mit wenigen Zutaten auskommen, dafür von guter Qualität sind und gemäßigt originell kombiniert werden. Nicht jeder Gang war komplett überzeugend, aber insgesamt ist das Konzept schon stimmig. Und aufgrund der kleineren Portionen und sehr akzeptablen Preisen sind auch kleinere Schwächen durchaus verschmerzbar.

    Wir ordern zum Abschluss noch einen Digestif und die sehr freundliche Bedienung bringt uns eine ordentliche Auswahl an Obstbränden von Arno Dirker aus Mömbris an den Tisch, sicher nicht die schlechteste Wahl. Die Schnäpse gehen aufs Haus - als Ausgleich für die Geräuschkulisse zu Beginn des Abends. Damit hatten wir nicht gerechnet, aber ein netter Zug ist es allemal. Wiederkommen werden wir sowieso. Es sei denn, es gibt einen regelmäßigen Eltern-Kind-Stammtisch. Dann müssten wir es uns vielleicht noch mal überlegen.

    Bericht und Bilder wie immer auch auf: http://tischnotizen.de/tanica-koeln/
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von QWERTZ (30.04.2017 um 08:53 Uhr)

  9. #19
    merlan ist offline Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession Gourmet-Club Mitglied
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    Mmmmh, ich mag Ihre Berichte, lieber Thomas! Sie sind so stimmungsvoll und dennoch sachlich, nachvollziehbar geschrieben. Bravo!

    Dieses Mal hat mir besonders das atmosphärische Intro gefallen; ich habe mit Ihnen gelitten. Aber wir sind uns selbstverständlich einig, dass Kinder etwas Wunderbares sind - leider nicht immer im Restaurant. Und das muss man auch mal sagen dürfen!

    Schönen Gruß, Merlan

  10. #20
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    Danke, lieber Merlan, für das Kompliment!
    Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Einstieg diesmal wählen sollte und habe mir heute morgen prompt einen Rüffel von meinem Mann eingefangen, dem das unangenehm war. Es ist auch überhaupt nicht meine Absicht, eine Debatte über Kinder im Restaurant zu beginnen. Grundsätzlich bin ich sehr dafür und habe auch selten negative Erfahrungen gemacht. Diesmal war die Konzentration und Frequenz halt einfach ein wenig over the top. Küche und Wein haben mich aber schnell ausreichend abgelenkt. Und dann war auch wieder alles gut.

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