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Thema: Hilfe bei Weinkarte

  1. #21
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    Gerade aus Kroatien und Italien zurückgekommen kann ich sagen: wie ich es liebe, das einfache u n d gute Essen, hausgemachte Pasta mit kräftigem Sugo, gute Salami, eingelegte Sardinen, geschmortes aromatisches Fleisch mit weinlastigen Saucen, und dann noch einen angenehmen Wein, für den ich etwa zwanzig Euro berappen muß. Wegen mir auch dreißig (so der Friulano von Livio Felluga)
    Wie kju ganz richtig sagt, am Mittelrhein finden sich häufig Weine mit gutem Preis/Genußverhältnis. Die kju-sche mega-out-Anmerkung zum Elsaß kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Soll ich zum Beispiel zu der jungen, engagierten Mme Bursin sagen, Sie machen zwar tolle Weine, aber, tut mir Leid, Elsaß ist daneben? (Wär ich nicht so gut erzogen, würd' ich jetzt noch sagen: die Leute zahlen lieber den vierfachen Preis für einen orangenen Mostscheißdreck aus dem Jura!)
    Huber&B, lieber kju, wär' Ihnen zumindest vom Namen her nicht ganz unbekannt, hätten Sie gewissenhaft den Elsaß-Thread studiert. Der Grauburgunder ist dort für knapp sechs Euro zu bekommen; ein kleiner, wiewohl charmanter Essensbegleiter. Wie froh wäre ich, wenn uns unsere Italo-Luigis einen ähnlich ansprechenden Griedscho im offenen Ausschank anbieten würden.
    Hier noch ein Tipp an M.ppt: Kroatien, Grenze zu Slowenien, in Triest-Sichtweite. Weingut Degrassi. Es gibt dort eine Cuvée blanc für unter zehn, wiederum charmant und ein gar nicht mal so kleiner Wein

  2. #22
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    Mais Monsieur Pays de Cocagne,

    da mahnen Sie ja nun ganz zu Recht etwas an, das selten falsch ist, nämlich gewissenhaftes Studieren. Gleichwohl muss ich darauf bestehen, dass Sie dies ebenfalls beherzigen und erlaube mir, etwas zu tun, dass mir mehr Freude bereitet als ich jemals zugeben würde, nämlich mich selbst zu zitieren: "Elsass ist, nun ja: mutig, weil seit Jahren mega-out (was natürlich nicht heißt, dass die Weine im Allgemeinen und Huber & Bleger (mir unbekannt) schlecht sind)." Ich habe nichts gegen Elsass-Weine, allein der Gedanke an den kürzlich (und zwar im Restaurant, nicht zu Hause) genossenen Josmeyer-Riesling "Hengst" lässt mich beinahe danach rufen, mir den selbigen zu machen. Doch bereits bei eben jener Bestellung ließ der Sommelier mehr als deutlich durchblicken, dass elsässische Weine nun einmal - unabhängig von ihrer Qualität - kaum bestellt würden. Bei älteren Semestern mag die Edelzwicker-Schwemme noch unselig nachwirken, bei Jüngeren steht Elsass für wenig mehr als für ein nicht nur geographisch recht deutschnahes Portfolio (was dann häufig zum Schluss führt, warum über den Rhein gehen, wenn man auch zuhause bleiben kann) und zudem hilft bei den meisten Elsässern nur dezidiertes Auskennen, wenn man Ausbauart und Restsüße einschätzen möchte. Kurz und gut: "Mega-out" bezieht sich auf den Imagewert und die Schwierigkeit, diese Weine im Restaurant zu verkaufen. Restaurateure können natürlich immer mal den einen oder anderen Reiz- und Schwerpunkt nach eigenem gusto setzen, aber am Ende bleibt die Frage, ob man es sich zu seiner persönlichen Mission machen möchte, die eigenen Gäste über Bedenkenhürden zu wuchten. UX-Designern schreibt man ins Stammbuch: "Du bist nicht der Nutzer!" Entsprechend darf auch ein Koch ab und an beherzigen: Du bist nicht der Gast!

    Viele Grüße
    Q.

  3. #23
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    "da mahnen Sie ja nun ganz zu Recht etwas an, das selten falsch ist, nämlich gewissenhaftes Studieren"
    Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie Sie, lieber kju, dieses "selten falsch" meinen.

    " ... genossenen Josmeyer-Riesling "Hengst" lässt mich beinahe danach rufen, mir den selbigen zu machen "
    (Sie sind hoffentlich nicht der mit der Pudelmütze und dem Rennrad)

    Jadoch .. ich hab's ja jetzt auch verstanden, wie Sie's gemeint habe ... führt mich hier ein Fischkopp vor ... fühlt man sich ja wie Elsaßflasche leer ...

    Gruß aus Schwaben
    s.

  4. #24
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    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für die thematisch weit gefächerten Anmerkungen, im Grunde hatte ich mir viel einfachere Antworten gewünscht, vielleicht im Stile der Müllerin eine nahezu sinnfreie aber nummerierte Folge mit ein wenig Bezug zur eigenen Vorliebe und einem Verweis auf die immensen Kosten des eigenen Kellers.


    Zum Elsass: was in oder out ist, hat mich noch nie interessiert und das sehe ich nicht missionarisch, sondern halte es schlicht mit Chaval und den 10mio Fliegen- Qualität wiegt mehr als jede Modeerscheinung. Und wenn ich mir lagerfähige, bezahlte Weine in den Keller lege, habe ich wenig Druck diese auch auszuschenken. Das ist ebenfalls etwas aus der Mode aber wir hätten gern eine kleine eigene Kellerwirtschaft. Anne Trimbach gefällt mir, ihre Weine selbstverständlich. Ob wir zusammenkommen weiß ich nicht.

    Am Mittelrhein wurde ich bei Dr. Randolf Kauer vorstellig, schöne, vor allem leichte Rieslinge. Auch "out" da der Trend noch immer zum hochprozentigen geht. Leider haben sie aktuell nicht die Verfügbarkeiten, um größere Mengen verlässlich liefen zu können. Spricht für die Qualität, behalte ich im Hinterkopf.

    Neuerdings nagt ein Getränkegroßhändler an unserem Wunsch nach Eigenständigkeit, man hat Jürgen Giesel als Sommelier eingestellt, um ungebildeten Köchen wie mir die Weinkarte zu schreiben. Eine gute Option fürs Streugut.

    Viele Grüße

    Passepartout

  5. #25
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    Danke für die tollen Karten, jetzt wird getestet :P!

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